Wandel des ländlichen Raumes in der Wissensgesellschaft

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Kurzfassung

In der Wissensgesellschaft differenziert sich die Raumstruktur in eine Vielzahl von Raumtypen aus; auch der ländliche Raum stellt sich nicht als ein homogenes Gebilde dar. Die „reflexive Moderne“ der Wissensgesellschaft scheint keinen Determinismus in Bezug auf räumliche Entwicklungsunterschiede zu kennen, sondern den Menschen Spielräume für eine Aneignung und Inwertsetzung unterschiedlicher Räume zu öffnen. Diese erweiterten Gestaltungsmöglichkeiten könnten auch in dem bisher als zurückbleibend eingeschätzten ländlichen Raum neue Entwicklungsimpulse auslösen. Zur Überprüfung dieser Annahmen wird in diesem Beitrag aus einem theoretischen Blickwinkel gefragt, wie die kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und technischen Dimensionen der Wissensgesellschaft mit dem Raum interagieren und welche Herausforderungen sowie Strategien sich daraus für den ländlichen Raum ergeben können. Die empirische Überprüfung stützt sich auf Ergebnisse einer Arbeitsgruppe der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) zur Wissensgesellschaft in ländlich-peripheren Regionen sowie ergänzend auf weitere quantitative und qualitative Studien zum Thema. Aus diesen Untersuchungen geht hervor, dass sich in vielen, wenn auch nicht in allen Regionen neuartige wissensgesellschaftlich geprägte Lebenskulturen in Abgrenzung zu städtischen Lebensmodellen entfalten. Sie belegen eine neue Attraktivität des ländlichen Raumes, die sich auch in wissensbasierten Projekten der Kultur, Bildung, Daseinsvorsorge und des unternehmerischen Engagements niederschlägt. Beispiele finden sich besonders in wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Regionen, aber auch in den peripheren Regionen, die unter Bevölkerungsverlusten leiden. Es bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten zu eruieren, wie diese Ansätze von öffentlichen Akteuren strategisch genutzt werden können, um den wissensgesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Sie können helfen, in erfolgreichen Regionen gesammelte Erfahrungen für eine politische und planerische Unterstützung peripherer Städte und Regionen im ländlichen Raum zu nutzen.

1 Einleitung

1Empirische Untersuchungen zur Differenzierung des Raumes in der Wissensgesellschaft in Deutschland und Europa zeigen, dass sich die Raumstruktur der Wissensgesellschaft nicht in das einfache Schema eines Stadt-Land-Kontinuums einfügt, sondern in eine Vielzahl von Raumtypen ausdifferenziert, die unterschiedlich wissensgesellschaftlich spezialisiert sind (Fritsch 2007; Kujath/Pflanz/Stein et al. 2008; Troeger-Weiß/Domhardt/Hemesath et al. 2008). Auf den ländlichen Raum bezogene Untersuchungen lassen ebenfalls eine räumlich uneindeutige Tendenz erkennen (Maretzke 2016; Milbert/Sturm 2016), das heißt sowohl Peripherisierungsprozesse als auch den Aufstieg von zuvor peripheren Regionen zu innovativen Wachstumszentren, wie dies z. B. bereits in der verspäteten Industrialisierung einzelner südwestdeutscher Regionen im vergangenen Jahrhundert oder in jüngerer Zeit in der Entwicklung der Bodenseeregion und des Emslandes zu beobachten war bzw. ist (Danielzyk/Wiegandt 2005; Köhler 2012). Der ländliche Raum in Deutschland ist heute in weiten Teilen geprägt durch wissensgesellschaftlich und wissensökonomisch geprägte Hochtechnologiestandorte, industrielle Wachstumskerne mit Medium-Tech-Industrien oder Hochschul-, Wissenschafts- und Dienstleistungsstandorte sowie neuerdings auch Standorte der Experience Economy, in der ökonomische Prozesse nicht nur hinsichtlich ihres physischen Ergebnisses, sondern auch hinsichtlich ihrer symbolischen und kulturellen Eigenschaften bewertet werden (Pine/Gilmore 1999; Kujath 2016).

In der Erörterung der Gestaltungsmöglichkeiten von Standorten und Regionen rückt dabei der Mensch mit seinen zwischenmenschlichen Beziehungen und Handlungen in den Vordergrund, wobei die Grundannahme eines zwangsläufigen, objektiv begründeten räumlichen Strukturwandels immer mehr angezweifelt wird. Vermutungen gehen vielmehr dahin, dass die „reflexive Moderne“ der Wissensgesellschaft „keine determinierten, eigengesetzlichen gesellschaftlichen Entwicklungen kennt, sondern deren Gestaltungs- und Steuerungsprinzipien in den Blick nimmt“ (Beetz 2016: 116). 2 Die räumliche Welt erscheint darin als ein menschliches Konstrukt, das durch die Wahrnehmung, den Diskurs und das Handeln der Menschen geformt wird (vgl. Döring/Thielmann 2009). Daraus ergibt sich eine Uneindeutigkeit in den Entwicklungsmustern des ländlichen Raumes, eröffnet aber auch neue Optionen für seine Entwicklung.

Folgende zwei zentrale Fragen leiten sich aus diesen ersten Überlegungen ab:

  1. Wie macht sich der allgemein beobachtbare Trend zur Wissensgesellschaft in den Regionen des ländlichen Raumes bemerkbar?
  2. Welche besonderen Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich daraus?

Aus einem theoretischen Blickwinkel wird dazu in Kapitel 2 zunächst dargelegt, welche Dimensionen die Wissensgesellschaft charakterisieren und welche möglichen Veränderungen von diesen auf die Umgestaltung insbesondere ländlicher Regionen ausgehen können. In Kapitel 3 wird unter Bezug auf diese Dimensionen anhand vorliegender deutscher und internationaler empirischer Studien überprüft, welche Formen der wissensgesellschaftliche Wandel in den Regionen des ländlichen Raumes annimmt und, vor allem, welche Rolle die Akteure und Institutionen einnehmen, die diesen Wandel vor Ort beeinflussen und den Regionen möglicherweise neue Zukunftschancen eröffnen. In Kapitel 4 werden die Ergebnisse zusammengefasst und Herausforderungen für das politische Handeln abgeleitet.

2 Die vier Dimensionen der Wissensgesellschaft

Um das Besondere an der Wissensgesellschaft zu erfassen, sind die Art und Weise, wie der Wissensaustausch und insbesondere das die Wissensgesellschaft prägende Lernen organisiert werden sowie die dabei sich entwickelnde kommunikative Zusammenarbeit zwischen den Menschen genau zu betrachten. Diese Prozesse wissensgesellschaftlichen Austausches und Lernens verweisen auf kulturelle, soziale, wirtschaftliche und technische Dimensionen des Wandels. Anhand dieser lässt sich zum einen die wissensgesellschaftliche Dynamik modellieren und es können zum anderen Hypothesen zu den räumlichen Wirkungen der Wissensgesellschaft formuliert werden.

2.1 Kulturelle Dimension: Selbstinszenierung und „landscape making“

Nach Florida (2004) weist die Transformation von der Industrie- zur Wissensgesellschaft nicht nur auf den oft beschriebenen technologischen Wandel hin, sondern, was sich nicht auf den ersten Blick erschließt, auf eine grundlegende und alles Handeln prägende Veränderung des Stellenwerts von Kultur. In der Wissensgesellschaft wird die kulturelle Dimension zu einer beherrschenden Größe, die alle Lebensbereiche und das Individuum in seinem Denken und Handeln auf neue Weise durchdringt. War kulturelles Wissen in der Vergangenheit traditionsgebunden und gründete auf unhinterfragten Annahmen (Glauben, Routinen), so ändert sich dies in der Wissensgesellschaft grundlegend. Kultur wird nun als etwas Gemachtes erkannt, das heißt, „in einer Wissensgesellschaft sind kulturelle Prozesse nicht mehr nur derivate, von den materiellen Bedingungen gesteuerte Prozesse“ (Stehr 2001: 101). Kultur wird vielmehr de- und rekonstruierbar bzw. gestaltbar. Sichtbar wird dies unter anderem daran, dass – auf der Basis eines vorherrschenden (national geprägten) kulturellen Grundverständnisses – kulturelles oder symbolisches Wissen in eine bewusste Selbstinszenierung der Individuen einfließt, die sich ihr ‚Ich‘ durch Kombination symbolischer Güter selbst zusammenstellen können. Reckwitz (2013: 24) spricht von einer Kultur der Selbstkreation, ob beim Reisen, beim Sport, im Beruf oder in der Partnerschaft, wobei alle gesellschaftlichen Praktiken von der Erziehung bis zum Konsum, vom Sport bis zum Beruf und zur Sexualität erfasst werden. Dieser Prozess findet sich bestätigt, wenn er in der Gruppe Gleichgesinnter entwickelt, beachtet und anerkannt, das heißt von veränderbaren gruppenspezifischen Lebensentwürfen getragen wird. Die Selbstinszenierung verlangt also, dass Menschen ihre individuellen Lebensentwürfe kommunizieren, in Wissensnetzwerken aufeinander abstimmen und auf diese Weise kollektiv geteilte Sichtweisen und Bedeutungszuschreibungen produzieren (Rifkin 2000).

Die neuartige kulturelle Durchdringung der Gesellschaft zeigt sich besonders auffällig in den ökonomischen Beziehungen. Produktion und Konsum sind danach zunehmend kulturell in der Weise determiniert, dass sie der aktiven und passiven Selbstinszenierung der Individuen dienen. Dies kommt zugespitzt darin zum Ausdruck, dass alle Dinge unseres Lebens nicht mehr nur Mittel zur Befriedigung von elementaren Bedürfnissen sind, sondern unterschiedliche Optionen eines spezifischen Lebensstils und Erlebens zum Ausdruck bringen sollen. Menschen definieren sich über immaterielle Güter, die sie selbst schaffen (aktive Selbstinszenierung durch Produktion von symbolischen Gütern) oder erwerben (passive Selbstinszenierung durch Konsum dieser Güter) und grenzen sich über diese mit symbolischem Wissen aufgeladenen „Positionsgüter“ voneinander ab (Crevoisier 2016: 194).

Auch Städte und Regionen transformieren sich in der Wissensgesellschaft zu symbolisch aufgeladenen Gütern, die unterschiedliche Geschmäcker, Verhaltensformen, Konsumstile, Lebensentwürfe, kurz Lebenskulturen zum Ausdruck bringen. Eine solche Positionsbestimmung basiert zum einen auf einer kreativen Gestaltung von Lebensentwürfen. Zum anderen sind es die örtlichen Gegebenheiten, die sich in Wechselwirkung mit ihren Nutzern zu neuen kulturell geprägten Milieus transformieren, in denen Gruppen mit ähnlichen Vorstellungen vom Leben die vorhandenen lokalen Lebenswelten überformen. Es entstehen kulturell aufgeladene Räume mit einer spezifischen Atmosphäre. Sie formen die Erfahrungen und das Verhalten der sich hier aufhaltenden Akteure ebenso wie Letztere die kulturellen Räume prägen (vgl. Suwala 2014: 241). Raumabhängige Erfahrungen sind auf diese Weise mit Prozessen der Landschaftsgestaltung (landscape making) verbunden, die Orten eine spezifische kulturelle Identität mit jeweils besonderen Raumbildern zuweist (Beispiele: Frankfurt am Main: Stadt der Offenheit und des Geldes; Hamburg: hanseatische Tradition; Berlin: Stadt der Kreativen). Im Prinzip besitzt danach jeder Ort – auch in den Regionen des ländlichen Raumes – eine Chance, sich kulturell zu profilieren, attraktive Raumbilder zu generieren und Möglichkeiten der Selbstinszenierung von Individuen und kulturell ähnlich kodierten Kollektiven anzubieten.

2.2 Soziale Dimension: Lernen und Produktion von raumbezogenem Sozialkapital

Gerade für den ländlichen Raum besonders bedeutsam ist die mit der kulturellen Prägung eng verwobene soziale Dimension, weil Wissen als Handlungsvermögen dann zur Geltung kommt, wenn es in kulturell vermittelte soziale Beziehungsnetze eingebunden wird und über sie wirkt. Nach Stehr (2001) sind soziale Interaktionen oder die soziale Rolle wissensgeleitet und soziale Gruppierungen nicht bloß Herdenbildung, sondern symbolisch vermittelt. Umgekehrt formuliert werden Kompetenzen benötigt, um soziale Prozesse der Teilhabe oder des Lernens neu zu organisieren und zu gestalten. Entsprechend wichtig und prägend sind für die Wissensgesellschaft die Gestaltung sowohl individueller als auch kollektiver Lernprozesse, in denen das Wissen vieler Akteure zusammengeführt und zu neuem Wissen kombiniert wird. Neues Wissen wird so in einem forschenden, experimentellen und reflexiven Prozess erzeugt. Dies gilt für ländliche Regionen und Großstadtregionen gleichermaßen, gerät bei Letzteren aber deshalb oft in den Hintergrund, weil dort die ökonomische Verwertung wissensgesellschaftliche Diskurse prägt.

Diese über soziale Beziehungsnetzwerke und Interaktionen organisierten Lernprozesse lassen sich mit dem von Putnam (1995) und anderen, z. B. Westlund und Kobayashi (2013: 5 f.), entwickelten Modell des Sozialkapitals zusammenfassen. In diesem wird die Bedeutung lokaler Akteure (z. B. Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler, engagierte Bürger) hervorgehoben, die zunächst auf lokaler Ebene (oft als Pioniere) Wissensnetzwerke initiieren, die durch gemeinsame Werte und Normen sowie Vertrauen zusammengehalten werden (bonding social capital). Diese Seite des Sozialkapitals entfaltet sich aber nur, wenn es gelingt, Beziehungen zu externen Akteuren mit anderen Wissensbasen, kulturellen Werten und Normen aufzubauen. Westlund und Kobayashi (2013: 6) bezeichnen diese Beziehungen als „bridging social capital“. Letzteres befruchtet die lokalen sozialen und wirtschaftlichen Kontexte der eigenen Region durch Zuwanderung von Personen, Zustrom von Wissen und durch Anregung von Innovationen und Unternehmergeist. Als dritte Form von sozialem Kapital wird das „linking social capital“ erwähnt (Westlund/Kobayashi 2013: 6), das vertikale Beziehungen zwischen den Akteuren der Region sowie politischen und ökonomischen Entscheidungsträgern auf überregionaler Ebene umschreibt.

Mit dem Sozialkapitalansatz werden ausdrücklich ländliche Regionen adressiert, die sich auf diese Weise in den Beziehungsnetzwerken der Wissensgesellschaft etablieren können. Zwar ist die Zahl der Akteure in Wirtschaft, Ausbildung und Forschung in den ländlichen Regionen oft begrenzt, Sozialkapital in Form der verschiedenen, sich überlagernden sozialen Beziehungsnetze kann aber kompensierend wirken und zum Aufbau einer tragfähigen, sich dynamisch entwickelnden Wissensbasis in diesen Regionen beitragen.

2.3 Wirtschaftliche Dimension: Kulturalisierung der Wirtschaft und Erzeugung von „experience scapes“

Kompetenzen und Wissensnetzwerke stehen auch im Zentrum der ökonomischen Dimension, das heißt, in der wissensbasierten Wirtschaft werden die herkömmlichen Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit immer stärker durch Wissen und Wissenskombinationen ergänzt. Die Arbeit mit Wissen zeichnet sich dabei dadurch aus, dass es nicht mehr nur um die Verwertung bestehenden Wissens, sondern vor allem um die Generierung neuen Wissens und dessen Anwendung (Innovationen) geht. Immer wichtiger wird in diesem Zusammenhang das symbolische Wissen, das die technologischen Innovationsprozesse um eine kulturelle Komponente ergänzt. Die Kulturalisierung der Wirtschaft wird sowohl vonseiten der Konsumenten als auch der Güterproduzenten vorangetrieben. Besonders deutlich wird dies in der Kulturwirtschaft selbst: Sie produziert Kulturgüter in ‚Reinform‘, erzeugt Sinnwelten und erlaubt, unterschiedliche Geschmäcker und Lebensweisen auszudrücken. Aber nicht nur die Kulturwirtschaft im engeren Sinne, sondern alle für die Endkunden produzierten Verbrauchs- und Gebrauchsgüter sowie Dienstleistungen sind in der Wissensgesellschaft zunehmend geprägt durch Images, Produktidentitäten und Ästhetik (vgl. Helbrecht 2005). Das Motto „you are what you buy“ weist darauf hin, dass Güter für ihre Nutzer eine neue zusätzliche Bedeutung erlangen: neben ihrem praktischen Gebrauchswert die eines objektivierten kulturellen Kapitals. Dieses entfaltet, wenn es von den Konsumenten beispielsweise als Kleidungsstil oder Wohnstil genutzt wird, seine Funktion als Instrument der sozialen Abgrenzung, der Hervorhebung lebenskultureller Unterschiede und gleichzeitig gesellschaftlicher Anerkennung (Kujath 2009: 110; Jeannerat 2013: 378 f.).

Als Folge der wirtschaftsbezogenen Innovationsdynamik verändert sich die Struktur unserer Volkswirtschaft und führt zur Herausbildung von neuen Wirtschaftsbereichen, die zusammengefasst als Wissensökonomie und – wenn die kulturellen Leistungen mitberücksichtigt werden – als „experience economy“ (Erlebniswirtschaft) bezeichnet werden (Pine/Gilmore 1999; Hjorth/Kostera 2007; Gilmore/Pine 2007; Boswijk/Thijssen/Peelen 2011; Sundbo/Sorensen 2013). Die experience economy ist beispielsweise Treiber der sogenannten creative industries, wozu etwa Marktbeobachtung, Trendforschung, Design, Pflege eines Markenimages, Aufbau von Produkten zu Statussymbolen und Kultgegenständen gehören. Für die einzelnen Unternehmen folgt vor allem aus der kulturellen Aufladung der Güter und Dienstleistungen, dass sie nicht nur den praktischen Gebrauchswert optimieren, sondern sich auch darum bemühen müssen, bei der Gestaltung ihrer Produkte die Geschmacksunterschiede und Interessen ihrer Kunden zu berücksichtigen. Dies schließt auch die Wahl und Gestaltung von Standorten ein, die gleichsam zu Bühnen von Erlebniswelten umgestaltet werden (experience scapes). Im Zuge dieses Wandels kann es folgerichtig auch zu einer Neubewertung von Orten im Stadt-Land-Verhältnis kommen, indem proaktive Unternehmen sich über ihre engeren wirtschaftlichen Interessen hinaus für die Entwicklung ihres ländlichen Standortes engagieren und als place leader neue Wege zur Stärkung ausgewählter Städte und Regionen des ländlichen Raumes aufzeigen (Sotarauta/Beer/Gibney 2017; Albers/Suwala 2018).

2.4 Technische Dimension: Herstellung von physischer und soziokultureller Nähe

Letztlich zielen die prägenden Merkmale der kulturellen, sozialen und ökonomischen Dimension auf eine Betonung von Austausch und Kommunikation, wo sich wiederum eine Schnittmenge mit der technischen Dimension bietet, denn Austausch- und Kommunikationsprozesse basieren nicht zuletzt auf entsprechenden Verkehrs- und Kommunikationsinfrastrukturen. Zur Conditio sine qua non der Wissensgesellschaft gehört – in Abgrenzung zur Industriegesellschaft – die Bereitstellung von sowie die Erschließung mit Telekommunikationsinfrastruktur. Erst sie ermöglicht eine Teilhabe an den globalen Informationsströmen der Wissensgesellschaft (Nowotny/Scott/Gibbons 2001). Mit der digitalen Revolution verändert sich aber auch die Rolle der ‚traditionellen‘ Raumüberwindungstechniken (Verkehr), die eine flankierende Rolle übernehmen (Stein 2007). Es wird grundsätzlich möglich, sich große, global strukturierte Räume mit geringem transportbezogenem Aufwand zu erschließen. Viele Autoren sahen darin bereits die Voraussetzungen für einen „Tod der Distanz“, den Niedergang von Städten und eine disperse Verteilung gesellschaftlicher Aktivität im Raum gegeben (z. B. Cairncross 1997). Der Transaktionsaufwand hingegen bleibt davon häufig unberührt, da zwischen den Akteuren auch unter den Bedingungen erleichterter Raumüberwindung kognitive (verschiedenes Wissen), soziokulturelle (verschiedene Milieus) oder institutionelle (verschiedene staatliche Regelsysteme) Distanzen bestehen (Balland/Boschma/Frenken 2015). Nach Meng (2012) und Stein (2014) lassen sich diese Distanzen allerdings durch intensiven Austausch in dezentralen Wissensnetzwerken oder in temporären Formen des Zusammentreffens überwinden.

Vor diesem Hintergrund bietet es sich an, das Bestreben nach einer Herstellung von Nähe nicht nur auf die physischen Distanzen zu beziehen, sondern die kulturell geprägten relationalen Distanzen ins Blickfeld zu nehmen. In diesem Zusammenhang geht es auch um die Etablierung „nodaler Landeplätze“ (Castells 2010: 2741), die sich dadurch auszeichnen, dass zum einen an diesen Orten mit ihren spezifischen Institutionen und Organisationen Anschluss an globale Entwicklungen und Netzwerke hergestellt wird und zum anderen diese Orte in die lokale Struktur eingebettet sind. Diese Landeplätze haben eine physisch-räumliche Seite, die sich in der Gestaltung der gebauten Umgebung ausdrückt, aber auch eine relationale Seite, die Ausdruck eines spannungsgeladenen Austauschs zwischen Akteuren unterschiedlicher kultureller Herkunft ist (Stein/Kujath 2013; Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016). Nodale Landeplätze sind Ergebnis und Ausdruck intensiver Kommunikation. Diversität zwischen Standorten dürfte sich nach dieser Logik also nicht nur aus lokalen evolutorischen Prozessen und Besonderheiten ergeben, sondern vielmehr auch aus Wettbewerbs- und Selektionsprozessen, denen jede Lokalität in globalen Kontexten ausgesetzt ist und die in Profilierungsbemühungen resultieren. Diese Profilierung betrifft aus lokaler Perspektive zwei Ebenen: die Profilierung der Lokalität im Wettbewerb mit anderen Lokalitäten und die physische und relationale Einbindung der gesamten Lokalität in die globalen Netzwerke.

2.5 Zusammenwirken der Dimensionen

Diese, die Wissensgesellschaft in ihren räumlichen Besonderheiten strukturierenden Dimensionen sind weder in der Theorie noch in der Praxis sauber voneinander zu trennen: So sind die für die ökonomische Dimension charakteristischen Innovationen nicht ohne soziale Lernprozesse und brückenschlagende kulturelle Vermittlungen möglich. Schließlich werden die ökonomischen Prozesse selbst zu Kulturträgern, indem sie über eine psychologische Aufladung der hergestellten Produkte zunehmend Imaginations- und Inszenierungswerte transportieren (Haubl 2009). Die technische Dimension lässt sich nicht auf die in der Wissensgesellschaft sich entwickelnden neuen Infrastruktursysteme reduzieren. Letztere funktionieren nur dann, wenn Menschen sie zu nutzen wissen und Wissen mit ihrer Hilfe so mobilisiert werden kann, dass sozial und kulturell vermittelte Wissensnetzwerke entstehen, die auch die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Regionen befördern.

Schon aus diesen theoretischen Überlegungen heraus wird deutlich, dass – anders als in den wirtschaftlich dynamischen Agglomerationen – im ländlichen Raum das ökonomische Handeln nicht immer treibende Kraft des Wandels sein kann. Vielmehr bedarf es hier oft eines kulturellen Wandels, der neue Sichtweisen eröffnet und Lernprozesse anregt, bevor, gestützt auf neu entstehendes Sozialkapital und technische Infrastrukturen, schrittweise ein wirtschaftlicher Neuanfang möglich wird, der dann auch zum Motor des regionalen Wandels werden kann.

3 Neue Entwicklungsoptionen für den ländlichen Raum 3

Im Folgenden werden unter Berücksichtigung der vier Dimensionen des Wandels zur Wissensgesellschaft die Konsequenzen dieses Wandels für die Entwicklung des ländlichen Raumes erörtert und die Rolle der Akteure und Institutionen, die diesen Wandel vor Ort beeinflussen, thematisiert. Es werden vor allem solche wissensgesellschaftlich geprägten Veränderungen diskutiert, aus denen sich für den ländlichen Raum neue Zukunftschancen ergeben. Ob diese genutzt werden, ist eine andere Frage, deren Beantwortung unter anderem von den Bedeutungszuweisungen bzw. subjektiven Wahrnehmungen der Akteure und den Möglichkeiten, sich innerhalb solcher räumlicher Gegebenheiten selbst zu verwirklichen, abhängen. Betrachtet werden die sich verändernden Lebenskulturen bzw. kulturellen Wandlungsprozesse im ländlichen Raum. Daran anknüpfend wird überprüft, welche sozialen Veränderungen damit verbunden sind und zum Entstehen neuer Bildungslandschaften und Wissensbasen beitragen. Unternehmerisches Engagement zur Anhebung der Qualitäten ländlicher Städte und Regionen sowie neue innovative Lösungen der Daseinsvorsorge sind letztlich ebenfalls davon abhängig, dass sich hier neue attraktive Lebensperspektiven bieten.

3.1 Träger des kulturellen Wandels im ländlichen Raum 4

Wie jüngere statistische Untersuchungen zur Zukunft des ländlichen Raumes in Deutschland belegen, wird durchweg erwartet, dass sich die Bevölkerungszahl in diesem Raum insgesamt ungünstiger entwickeln wird als in den urbanen Wachstumsregionen. Diesen Trend zeichnen unter anderem Röhl (2018), Maretzke (2016) sowie Milbert und Sturm (2016) nach. Allerdings sind nicht alle Regionen gleichermaßen betroffen. Die demographischen Trends laufen vielmehr in unterschiedliche Richtungen, sodass neben demographisch schrumpfenden peripheren Regionen auch viele demographisch stabile und wachsende Regionen nachweisbar sind (Maretzke 2016: 182 f.). Für die Zukunft der Regionalentwicklung im ländlichen Raum wird, diesen Analysen zufolge, die entscheidende Frage sein, ob der seit 2000 feststellbare Trend zum Wohnen in den urbanen Zentren anhält oder ob das Leben in ländlichen Regionen als eine attraktive Alternative gesehen wird (Röhl 2018).

Für eine demographische Stabilisierung vieler Regionen des ländlichen Raumes spricht zumindest, dass sich ländliche Lebensweisen einer großen Beliebtheit erfreuen. Galten die Städte vor dem und im Industriezeitalter als Orte der Freiheit und des Fortschritts, so zeigt eine jüngere Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), dass die ländlichen Regionen heute ein von den Großstadtregionen sich abgrenzendes Ambiente bieten, das offensichtlich Alternativen der Selbstverwirklichung ermöglicht. Das ländliche und kleinstädtische Leben entspreche den Wohnwünschen eines großen Teils der Bevölkerung (Sturm/Walther 2010: 9 f.). Betont wird, dass im ländlichen Kontext Nachbarschaften erst nach vielen Jahren des Nebeneinanderwohnens zusammenwachsen, dann aber ein stärkerer sozialer Zusammenhalt als in den Großstädten entsteht. Während in Kleinstädten und Landgemeinden familien- und nachbarschaftsbezogene Lebensstile dominieren, sind Großstädte durch junge Erwachsene und Einpersonenhaushalte geprägt, die ihre Kontakte seltener in der Nachbarschaft suchen. Die Attraktivität des Wohnens im ländlichen Raum bezieht sich damit zum einen auf das Wohnumfeld und ist zum anderen wesentlich durch die mit Eigentumserwerb verknüpften, erweiterten persönlichen Handlungsoptionen begründet. Diese Befunde finden eine Bestätigung in der von Bujard und Scheller (2017) verfassten Untersuchung zu den Kohortenfertilitätsraten (cohort total fertility rates (CTFR)). Sie weisen für Deutschland hohe Geburtenraten in einer Reihe ländlicher Regionen nach, während die größeren Städte durchweg deutlich geringere demographische Reproduktionsraten erreichen. Die Autoren interpretieren dieses Ergebnis als Ausdruck einer besonders familien- und kinderfreundlichen Orientierung, die sich außerhalb der Großstädte besser realisieren lässt, während die Mehrheit der in den Großstädten lebenden Bevölkerung offensichtlich andere Formen der Selbstverwirklichung sucht (Franzen/Hahne/Hartz et al. 2008: 10; Bujard/Scheller 2017: 71 f.). Diese Ergebnisse ähneln Untersuchungsergebnissen aus anderen europäischen Ländern, die das Zusammenspiel von Lebenskulturen und regionalen Kontextfaktoren betonen (vgl. z. B. Kulu 2013).

Diese dem gängigen Bild der Alterung und demographischen Schrumpfung zuwiderlaufende Attraktivität bestimmter ländlicher Regionen deutet sich in zwei kulturellen Prozessen an, die auch zu einer demographischen Stabilisierung in peripheren Regionen beitragen können.

In verschiedenen Fallstudien wird nachgezeichnet, wie Zuwanderer (Ruheständler, Freiberufler, Aussteiger, familienorientierte ‚Stadtflüchtlinge‘, in zunehmendem Maße auch Rückkehrer in ihre Heimatregion) an vielen ländlichen Orten eine ästhetisierende Neubewertung der Raumeigenschaften initiieren, die Urbanität mit Ländlichkeit verbindet und ihre Wurzeln nicht nur in ländlichen Traditionen hat (vgl. Schmidt 2017). Darin manifestieren sich unterschiedliche Ausdrucksformen der von der Wissensgesellschaft angestoßenen kulturellen Öffnung und Individualisierung, die sich im ländlichen Raum häufig als eine Suche nach vermeintlichen Stabilitätsankern des Landlebens darstellen (Hahne 2011). Andere suchen und finden abseits der Metropolen Freiheiten, alternative Lebensformen zu erproben (Dehne 2013). Haderlapp und Trattnigg (2013) betonen die Bedeutung dieser gelebten Experimente einer alternativen „kulturellen Lebenspraxis“ für die Zukunftsfähigkeit. Die Pioniere des kulturellen Wandels wirken durch ihr Tun und Gelingen und regen zum Nachmachen an, sagen sie. Und sie brauchen Möglichkeitsräume für ihre „Lebenskunstexperimente“ (Haderlapp/Trattnigg 2013: 54).

Die von den Zuziehenden gelebte „neue Ländlichkeit“ (Schmidt 2017) und „Antiurbanität“ läuft aber paradoxerweise auf eine Transformation zu einem neuen ländlichen Typus „urbanisierter“ wissensgesellschaftlicher Räume mit vielfältigen, aus Großstädten exportierten kulturellen Bildern und Entwicklungserwartungen hinaus. Wie in städtischen Kontexten werden von den Zuziehenden Individualisierungstendenzen in den ländlichen Raum getragen und dort zu einer neuen, an die Optionen des ländlichen Raumes gebundenen Pluralisierung von Lebensstilen und Lebensformen angepasst (Henkel 2004: 386 f.). Diese reichen von bewussten Entscheidungen gegen das großstädtische Leben zugunsten von Zeit und Ruhe sowie einem Leben in Gemeinschaften, wie Künstlerdörfern, Ökodörfern oder der europaweiten Gemeinsinn fördernden Bewegung „cittaslow“ (Hahne 2009; Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016) bis hin zu eher pragmatischen Entscheidungen zugunsten eines gut organisierten Familienlebens in ländlicher Umgebung, wenngleich gerade dieses für andere wieder auch in großstädtischen Zusammenhängen möglich scheint.

Im Gefolge der Zuwanderung etablieren sich unterschiedliche, bisher hier nicht vorhandene Kulturen. Sie repräsentieren jeweils ein Netzwerk aus Bedeutungen, die intern miteinander geteilt werden und aus denen sich eine Vielzahl neuer Handlungsmöglichkeiten ableitet. So entwickeln die Zuziehenden an ihren neuen Lebensorten unter anderem Netzwerke, die sich auf den Naturschutz, die Landschaftspflege, die Bildung, die Versorgung, neue ökonomische Schwerpunkte beziehen und auf diese Weise die ländliche ‚Enge‘ aufbrechen (Links/Volke 2009; Grossarth 2011; Faber/Oswalt 2013; Frech/Scurrell/Willisch 2017). Mit ihren kulturellen und sozialen Beiträgen können sie einen Bewusstseinswandel zugunsten der sozialen und wirtschaftlichen Transformation anregen und teilweise kulturelle, bildungsbezogene und ökonomische, kulturell aufgeladene Projekte umsetzen. Die Regionen im ländlichen Raum werden dadurch auch in global sich ausweitende kulturelle Milieus eingebunden. Gleichzeitig lenken sie die Aufmerksamkeit auf diese Regionen und die hier Lebenden.

Neben den von Freizeitansprüchen, Wohnqualität und alternativen Lebensmodellen geprägten Kulturkreisen der zuziehenden Haushalte bilden die alteingesessenen Bewohner häufig einen eigenen, stärker traditionsgebundenen Kulturkreis (vgl. z. B. Vogelgesang/Kersch 2016). Er löst sich allerdings zunehmend in dem Maße auf, wie die Bewohner sich emanzipieren und alternative Lebensentwürfe suchen, die sich am städtischen Modell orientieren. Impulsgeber dieses Wandels sind meist die Zuziehenden, aber auch Einheimische bringen vielfältige, neue Sichtweisen der Welt und überregionale Beziehungsnetze, in denen neuartige Selbstentfaltungsmöglichkeiten geboten werden, in die ländlich-kleinstädtische Lebenswelt ein. So üben die in der Regel höheren Bildungsinvestitionen der Neubürger in ihre Kinder einen Nachahmungseffekt bei den Ortsansässigen aus. Landjugendstudien aus Rheinland-Pfalz belegen, dass nicht nur das bildungsbezogene Stadt-Land-Gefälle abnimmt, sondern auch die junge Landbevölkerung sich im Spannungsfeld von ländlichen Rollenmustern und kultureller Selbstbestimmung im ländlichen Optionsraum einzurichten in der Lage ist (Vogelgesang/Kersch 2016: 206). Die Befragungsergebnisse zeigen, dass in den veränderten Lebensentwürfen nach wie vor eine familienbezogene Lebens- und Zukunftsgestaltung in Verbindung mit der Erfüllung des Kinderwunsches sowie eine bewusste Pflege von ländlichen Traditionen einen hohen Stellenwert einnehmen und eine neue Mischung mit urbanen und wissensgesellschaftlichen Lebensentwürfen eingehen.

Hierfür wird ein Lebensumfeld benötigt, das eine allgemeinverbindliche staatlich garantierte Absicherung bietet (Vogelgesang/Kersch 2016: 213). Gleichzeitig weitet sich auch für diese Gruppe der Beziehungsraum aus. Neue Vernetzungs- und Kommunikationsformen gewinnen an Bedeutung und es kommt zur Verknüpfung mit den Netzwerken der Zuziehenden. Dadurch entstehen hybride Kulturen, über die global auftretende Generationskulturen, Lebensformen und Lebensstile in die lokalen Lebenswelten eindringen. Mit dieser Öffnung nach außen nehmen aber auch die Wahlmöglichkeiten für die Gestaltung der eigenen Lebensplanung zu, in deren Folge eine Lockerung der Bindungen an den ländlichen Standort und seine kulturellen Traditionen die Folge sein kann. Ländliche Regionen sind damit einem kulturellen Wandlungsprozess ausgesetzt, den man als Anpassung und Ausbildung eines „rurbanen“ Lebensstils bezeichnen kann (Franzen/Hahne/Hartz et al. 2008: 20; Kujath 2012: 23).

3.2 Soziale Bündnisse zur Sicherung und Entfaltung der regionalen Wissensbasis

Die dargestellten Befunde zum Bewusstseinswandel in Bezug auf die Qualitäten des ländlichen Raumes belegen eine kulturelle Umformung der überkommenen ländlichen Lebenswelten, verbunden mit neuen raumbezogenen Bedeutungszuweisungen. Stabil kann ein derartiger kultureller Bedeutungswandel aber nur sein, wenn sich die in den anderen drei wissensgesellschaftlichen Dimensionen genannten Anforderungen erfüllen lassen. So müssen in Bezug auf die soziale Dimension an die ländlichen Gegebenheiten angepasste Bedingungen geschaffen werden, die die Rolle von Schulen und Hochschulen und die Organisation ihres Wandels betreffen. Lokale Akteure aus den lokalen kulturellen Milieus spielen hierbei oft eine treibende und innovative Rolle.

Zwar findet auf fachlicher Ebene eine breite Diskussion über die Zukunftsfähigkeit der Grundschulen in den ländlichen Räumen statt und internationale Beispiele, z. B. aus Finnland, belegen Möglichkeiten einer Sicherung von Bildungslandschaften in dünn besiedelten ländlichen Gemeinden und Regionen (Skiera 2009; Jahnke/Hoffmann 2014). In der Praxis finden sich allerdings bisher nur wenige Beispiele und deren Dokumentation ist eher zufallsgesteuert als systematisch. Diese Beispiele (vgl. Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 51 ff. und 60 ff.) belegen eine an den lokalen Gegebenheiten ausgerichtete Anpassung der Ansprüche, die an das Bildungssystem im Allgemeinen und an Schulen im Besonderen gestellt werden. Anhand von Falluntersuchungen werden beispielsweise neu entstehende Kooperationsnetzwerke zwischen Schulen, Unternehmen und Kommunen nachgezeichnet, mit deren Hilfe der Übergang zwischen Schule und Beruf besser abgestimmt wird (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 61). In einer Reihe von Regionen sind derartige Kooperationsmodelle entstanden. In ihnen arbeiten Akteure aus Kommunalverwaltungen und Schulen mit privaten Unternehmen zusammen und sorgen auf diese Weise für eine Verknüpfung von schulischer Ausbildung sowie beruflicher Fachkräftesicherung und damit für eine Stabilisierung und Weiterentwicklung der lokalen Wissensbasis (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 68).

Schulen werden aber nicht nur enger mit der beruflichen Praxis vor Ort verknüpft. Sie entwickeln sich gerade im ländlichen Raum auch zu sozialen Kristallisationskernen (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 51). Die mit schrumpfenden Schülerzahlen staatlicherseits begründete Zentralisierung der Schulen konnte in Modellprojekten mithilfe kreativer, vor Ort entwickelter Lösungen gestoppt werden, indem in die Beurteilung der Schulstandorte nicht nur demographische und Erreichbarkeitskriterien einflossen, sondern auch Aspekte pädagogischer Qualität und Innovationskraft einer Schule, ihre Multifunktionalität für die Gemeinde und ihre Bedeutung als sozioökonomischer Kristallisationspunkt. Die Weiterentwicklung der Schullandschaft basiert häufig auf Innovationsanstößen der von Schulschließung bedrohten Gemeinden und ihrer Bewohner durch die Bildung lokaler sozialer Netzwerke (bonding social capital), die genügend Kraft entwickeln, um die vom Land vorgegebenen starren Schulentwicklungspläne in enger Zusammenarbeit mit fachlichen und politischen Vertretern des Landes (linking social capital) zugunsten der örtlichen Vorstellungen zu modifizieren.

An noch vereinzelten Beispielen zeigt das Engagement von ortsansässigen Bewohnern und Gemeinden, die sich für den Erhalt multifunktionaler kleiner Grundschulen, für ihre Verknüpfung mit Kitas und kulturellen Bildungsträgern sowie Ganztagsbetreuung und berufliche Bildung einsetzen, wie sich in ländlichen Regionen an die örtlichen Gegebenheiten angepasste neue Bildungslandschaften herausbilden.

Der wissensgesellschaftliche Wandel erhält in einer Reihe ländlicher Regionen zusätzliche starke Impulse durch ortsansässige Hochschulen, Wissenschaftler und Studenten (vgl. für Mecklenburg-Vorpommern Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 70 ff.; vgl. bundesweit Henke/Pasternack/Schmid 2017). Hierzu liefern die Untersuchungen des Instituts für Hochschulforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg umfangreiches Datenmaterial (Henke/Pasternack/Zierold 2015). Es ist dabei sicher kein Zufall, dass es Hochschulen in ländlichen Regionen sind (z. B. Hochschule Neubrandenburg, Leuphana Universität Lüneburg, Duale Hochschule Villingen-Schwenningen, Hochschule Koblenz), die, anders als die Hochschulen in den Großstädten, neben ihren Kernaufgaben der Forschung und Lehre explizit auch Aufgaben für ihre Standortregion übernehmen, die unter dem Begriff „Third Mission“ zusammengefasst werden (Henke/Pasternack/Schmid 2017). Zwar sind regionales und gesellschaftliches Engagement der Hochschulakteure noch nicht die Regel. Eine regionale Zusammenarbeit mit Unternehmen, mit Akteuren der Zivilgesellschaft oder Verwaltungen wird häufig durch die Einbindung der Hochschulen in die Institutionensysteme des Wissenschaftsbetriebes behindert und von diesen noch wenig wertgeschätzt. Zudem wird sie durch wenig passfähige Kommunikation und oft auch eine geringe Resonanz regionaler Akteure erschwert (Back/Fürst 2011). Ungeachtet dieser Schwierigkeiten finden sich gerade im ländlichen Raum Hochschulen, die auf unterschiedlichen sozialen, politischen und ökonomischen Feldern außerhochschulische Entwicklungsinteressen unterstützen, indem sie Ressourcen aus Forschung und/oder Lehre für einen Wissenstransfer in die Region hinein nutzen.

Die third mission kann hinsichtlich ihres geographischen Aktionsbereiches räumlich unspezifisch sein, leistet aber gerade im ländlichen Raum einen innovativen Beitrag zur Erweiterung der regionalen Wissensbasis und ihrer Nutzung für die Lösung regionaler und lokaler Probleme (z. B. Bildung, Stadtplanung, Transport, Gesundheit, nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft). Eingebunden in Interaktionszusammenhänge mit öffentlichen und privaten Akteuren beschleunigen Hochschullehrer mit ihren Studenten damit einen Bewusstseinswandel zugunsten eines sozialen und wirtschaftlichen Umbaus der Region und definieren sich gleichzeitig selbst als integralen Bestandteil eines solchen Wandels. Das Aktivitätsspektrum ist breit und konzentriert sich vor allem auf eine Öffnung des Lehrangebots. Bestimmte Leistungen der Ausbildung stehen auch Nichtmitgliedern der Hochschule zur Verfügung, für Unternehmen werden Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 70 ff.). Darüber hinaus sind Studenten und Wissenschaftler der Hochschulen in (regionale) soziale Projekte, z. B. UniDorf-Projekte, eingebunden (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 51 ff.). Forschungsprojekte und Reallabore als Formen eines diskursiven und reflexiven Wissenstransfers werden durchgeführt, die sich auf die Lösung regionaler und lokaler Probleme beziehen. In regionalen Netzwerken werden Koordinationsaufgaben übernommen und Mitglieder der Hochschule sind in der regionalen Politikberatung aktiv. Vor allem in peripheren Regionen mit demographischen Schrumpfungsproblemen sind Hochschulen häufig „Schaltzentralen der Regionalentwicklung“ (Henke/Pasternack/Zierold 2015).

Gerade die Hochschulen übernehmen darüber hinaus auch eine ‚Antennenfunktion‘. Sie sind eingebunden in nationale und internationale Netzwerke und Lernkulturen, verknüpfen das Lokale mit dem Globalen und sind im besten Sinne nodale Landeplätze. Hochschulen bilden damit Einrichtungen, die die wissensgesellschaftlichen Stärken der Lokalität in globale Zusammenhänge einbinden helfen und umgekehrt global verteiltes Wissen in die Region transferieren können (bridging social capital). Zwar leiden viele Regionen im ländlichen Raum unter großer physisch-räumlicher Distanz zu den Zentren der Wissensgesellschaft, was aber durch die Vermittlungsfunktion von Hochschulen und ihrer Vertreter (knowledge broker) teilweise kompensiert werden kann. Nähe wird hier nicht primär über eine geographische Erreichbarkeit der großen Wissenszentren hergestellt, sondern durch die Einbindung der Region in globale (überregionale) Wissens- und Informationsnetzwerke, in denen Hochschulen Knotenpunkte der Wissensproduktion und der Wissensvermittlung sind (vgl. auch Henke/Pasternack/Schmid 2017: 107).

3.3 Wirkung unternehmerischen Engagements im ländlichen Lebensraum

Letztlich ist die Bindewirkung des ländlichen Raumes abhängig von den hier vorhandenen Potenzialen im Dienstleistungs- und Produktionsgewerbe, die wiederum abhängig sind von der Attraktivität als Lebensraum und den Möglichkeiten der Bildung und Weiterbildung. Die Großstädte bieten offensichtlich die besten Voraussetzungen für die Entfaltung einer wissensbasierten Wirtschaft aufgrund des Wissensreichtums und der kreativen Potenziale vor Ort sowie der hier zusammenlaufenden internationalen Wissenspipelines (Fritsch 2007).

Internationale und nationale Studien zeigen aber, dass ein Großteil der ländlichen Regionen in Deutschland – kontrastierend zu den meisten europäischen Nachbarländern – im interkommunalen und interregionalen Wettbewerb um Wissensträger wirtschaftliche Entwicklungschancen besitzen. Die Analysen belegen, dass sich der ländliche Raum in Deutschland in erheblichem Maße aus wachstums- und innovationsstarken Regionen, die sich gegenüber den Großstadtregionen behaupten können, zusammensetzt (Capello/Camagni/ Lenzi et al. 2012; Meng 2012; Kujath/Wegener 2013; Kujath 2016). Röhl (2018) weist anhand regionalisierter Wirtschaftsdaten nach, dass der ländliche Raum seinen Anteil am deutschen Bruttoinlandsprodukt konstant halten konnte und der Rückstand des Bruttoinlandsproduktes je Einwohner gegenüber den Wirtschaftszentren in den letzten Jahren sogar geschrumpft ist. Allerdings seien nicht alle ländlichen Regionen gleichermaßen von dem Konvergenzprozess betroffen und langfristig könne die negative demographische Entwicklung die derzeit positive Entwicklung vieler ländlicher Regionen destabilisieren (Röhl 2018: 436). Es lassen sich in diesem Zusammenhang jedoch zwei Handlungsschwerpunkte ausmachen, in denen Unternehmen sich proaktiv auch um die demographische Stabilisierung ihrer Standortregion im Sinne eines Gegenentwurfs zum städtischen Leben bemühen.

Träger eines solchen Engagements sind zum einen viele kleinere und mittelständische Firmen, die sich häufig aus lokalen handwerklichen Wurzeln entwickelt haben (lokale hidden champions; vgl. im ländlichen Niedersachsen Kujath 2014). Während sich in den Städten überwiegend Wissensspezialisten konzentrieren, wird die wirtschaftliche Dynamik des ländlichen Raumes von Wissensanwendern in der industriellen Produktion getragen. Zahlreiche wirtschaftliche hidden champions finden sich heute in Klein- und Mittelstädten nicht nur prosperierender ländlicher Regionen, sondern auch in den ländlichen Peripherien (z. B. Maschinenbau, Fahrzeugbau, Medizintechnik) (Hirsch-Kreinsen 2010; Hirsch-Kreinsen 2012; Brandt 2014).

Unter dem wissensgesellschaftlichen Innovationsdruck transformieren sich diese Unternehmen zunehmend zu einem Modell weltweit verflochtener Wertschöpfungs- und Wissensketten, in deren Folge es an den ländlichen Standorten zu einer wissensökonomischen Spezialisierung kommt, die sich nicht nur auf den gewachsenen Wissensvorrat der Region, sondern auch auf forschungsintensives analytisches Wissen stützt (z. B. Tuttlingen (Medizintechnik), Cham (Maschinenbau, Elektrotechnik, Kunststofftechnologie, Mechatronik), Duderstadt (Prothesen, Orthesen), Ems-Achse (maritime Industrie), Westerwaldkreis (Metallverarbeitung), Aurich (Windenergie)).

Dadurch rücken neue, die Qualität des Standortes betreffende Aspekte in den Vordergrund, die von den Unternehmen im eigenen Interesse aktiv aufgegriffen werden. Zur Sicherung von Humankapital und Gewinnung hochqualifizierter Arbeitskräfte sowie zur Verhinderung der Abwanderung von Fachkräften (brain drain) mischen sich die betroffenen Unternehmen zunehmend in die Gestaltung der räumlichen Kontexte ihrer Produktionsstandorte ein. Zum gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen liegen bisher nur auf nationaler Ebene repräsentative Untersuchungsergebnisse vor (Labigne/Gilroy/Kononykhina et al. 2018). Vorliegende exemplarische Befunde zeigen aber, dass sich Unternehmen in ländlichen Klein- und Mittelstädten aktiv um die Sicherung von Wohnungsangeboten, von Infrastrukturen, die Ansiedelung von Bildungs-, Wissenschafts- und Kultureinrichtungen und nicht zuletzt auf den Bedeutungs- und Erlebnisgehalt sowie auf das kulturelle Erbe ihrer Standorte konzentrieren (Korsgaard/Ferguson/Gaddefors 2015: 575; Bürcher/Mayer 2018). Dieses Engagement zielt nur indirekt auf den Produktionsstandort und fokussiert vielmehr auf die lokalen Potenziale der natürlichen und gebauten Umwelt sowie auf Kulturangebote, Unterhaltung und örtliche Imagebildung. Nach Albers und Suwala (2018) zeigen die Beispiele, dass Unternehmen in den ländlichen Klein- und Mittelstädten vermehrt gesellschaftliche Verantwortung (corporate social responsibility) zur Stärkung der besonderen ländlichen Lebenszusammenhänge und örtlichen (ästhetischen) Qualitäten übernehmen. Ähnlich wie bei den Bildungs- und Third Mission-Initiativen der Hochschulen entwickeln sich auch hier neue, den veränderten kulturellen Ansprüchen genügende Netzwerke strategischen Handelns aus unternehmerischer Initiative, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung auf lokaler Ebene (bonding social capital) unter Einbeziehung externer Experten und der Landespolitik (briding und linking social capital).

Die neue Wertschätzung, die ländliche Städte und Regionen als Kulturraum erfahren, sind ebenso wie die in vielen Regionen initiierten Lern- und Bildungsnetzwerke wichtige Stützen der wirtschaftlichen Dynamik. Es sind die Raumpioniere und neues kulturelles Wissen absorbierende Einheimische, die ländliche Traditionen weiterentwickeln und überformen, neue, an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Ideen produzieren und in käufliche Erlebnisse umsetzen (Rifkin 2000: 43).

Zu diesem Themenkreis liegen detaillierte Untersuchungen lediglich aus Skandinavien vor (Hjort/Kostera 2007; Darmer/Sundbo 2008; Lorentzen/Jeannerat 2013). In Deutschland lassen sich aber ohne expliziten Bezug zur experience economy zahllose Beispiele in ländlichen Regionen finden, die sich unter diesem Begriff subsumieren lassen. Beispielhaft sind Ansätze einer ökologischen Landwirtschaft mit hochwertigen Produkten, in denen die Akteure regionale Qualitäten zum Ausdruck bringen (z. B. Beelitzer Spargel, Äpfel vom Bodensee, Spreewälder Gurken, Wein aus dem Rheingau). Derartige regional-kulturell aufgeladene Formen der Landwirtschaft lassen sich zur regionalen Selbstinszenierung nutzen und regen darüber hinaus weitere Wirtschaftszweige an, wie die Tourismuswirtschaft und Erlebnisgastronomie (regionale kulinarische Ästhetik). Ähnliches zeigt sich in der Gesundheitswirtschaft, die unter Versorgungsgesichtspunkten nicht den Spezialisierungsgrad der Großstädte erreichen kann. Werden dagegen die Kernleistungen der Gesundheitswirtschaft mit Wellness und mentaler Rekreation (Naturheilpraxen, Personal Training, Coaching) kombiniert, kann auch der Patientenkreis erweitert werden. Eine solche Ausrichtung spricht die Behandlung und Erholung suchenden Großstädter an, wovon auch die einheimische Bevölkerung profitiert.

In den ländlichen Städten und Dörfern werden zunehmend auch Nischen der Kulturwirtschaft besetzt (Musik- und Filmfestivals). Außerhalb der Städte entwickeln sich kulturelle Großereignisse und Musikveranstaltungen (über 500 in Deutschland, z. B. Wacken OpenAir, Rock am Ring, Elektro-Pop Festival MELT (Ferropolis)), die Zehntausende anziehen und sich zu einem eigenständigen, professionell organisierten Schwerpunkt einer im ländlichen Raum verankerten experience economy transformieren. Schließlich lässt sich das kulturelle Erbe vieler Städte und Dörfer als experience scape (Erlebniswelt) und ökonomisches Gut touristisch vermarkten. Alle diese kulturwirtschaftlichen Ereignisse erfordern eine ortgebundene Anwesenheit der Produzenten und Konsumenten und sind an bestimmte, Erlebnisse und Erfahrungen vermittelnde Besonderheiten des ländlichen Raumes gebunden. Dieser ist Bühne für neue Erfahrungen und erhält gleichzeitig eine herausragende Bedeutung für die Anbieter von Erlebnissen, die den Erwartungen seiner Nutzer entsprechen. Im Zuge dieser kulturellen Durchdringung gewinnen auch die rural amenities (z. B. historische Orte und Gebäude, abgeschiedene Landschaften) an Attraktivität für erwerbstätige Kreative und Künstler (z. B. Künstlerdörfer bzw. -kolonien im Wendland und Oberbayern) (Ermann 2011; Suwala 2014: 254).

3.4 Neue Akteure und endogene Ansätze regionaler Daseinsvorsorge

Ein zentrales Problem vieler Regionen des ländlichen Raumes sind die Alterung der Bevölkerung und die Abnahme der Einwohnerzahlen. Vor allem in den dünn besiedelten Regionen Nordostdeutschlands werden die normierten Tragfähigkeitsschwellen der technischen und sozialen Infrastruktur häufig unterschritten, was zu einem Rückzug aus ‚der Fläche‘ führt. Zahlreiche lokale Initiativen zeigen jedoch, dass durch Eigeninitiative der Betroffenen neue wissensbasierte Lösungen zustande kommen, die sich aus dem Korsett standardisierter Lösungen befreien. Vor allem dort, wo etwa durch Zuwanderung soziale Lernprozesse angestoßen werden, ein neues regionales Selbstbewusstsein und Netzwerke der Zusammenarbeit entstanden sind, öffnen sich auch Korridore für die Entwicklung neuer Modelle der Versorgung als Ergänzung oder in Kombination mit den öffentlichen Vorsorgeleistungen (Hahne 2011). Auch wenn die digitale Revolution bisher die ländlichen Regionen benachteiligt (digital divide zwischen Stadt und Land), ermöglicht schon der jetzige Versorgungsgrad eine sprunghafte Ausweitung des Informations- und Wissensflusses, der den Städten und Regionen des ländlichen Raumes den Anschluss an die Wissensgesellschaft sichert.

Der Bundesraumordnungsbericht 2017 gibt einen umfassenden Überblick über den Stand der regionalen Versorgung mit Gütern und Diensten, behandelt aber die aus dem Mainstream ausbrechenden endogenen Projekte nur im Rahmen der vom Bund geförderten Modellprojekte (Deutscher Bundestag 2017). Anhand von Falluntersuchungen lassen sich die neuen Formen der Koordination des Handelns zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft jedoch beispielhaft für die Gesundheitsversorgung (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 108 ff.) sowie die multifunktionale Bündelung von Versorgungseinrichtungen nachweisen (Faber/Oswalt 2013). 5

Eine zentrale Herausforderung für viele Regionen des ländlichen Raumes ist die ambulante medizinische Unterversorgung aufgrund von Ärztemangel, die betroffene Orte als Lebensmittelpunkt unattraktiv machen können (vgl. Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 108 ff.). Dieses Problem spiegelt sich in einer stark sinkenden Arztdichte, verursacht durch unattraktive Arbeitsbedingungen und Überbelastung der Landärzte. Die an vielen Standorten bereits fühlbaren Versorgungsengpässe zwingen die betroffenen Regionen dazu, die bisher geltenden Versorgungsstandards und Praxismodelle zu hinterfragen sowie neue innovative Versorgungsmodelle zu entwickeln. Gefragt sind multidimensionale Lern- und Experimentierprozesse, wie sie für die wissensgesellschaftliche Entwicklung typisch sind: attraktive Lebensbedingungen für die im Gesundheitssektor tätigen Akteure (kulturelle Dimension), Reorganisation der Gesundheitsinfrastruktur in Verbindung mit Gemeinwesenarbeit (soziale Dimension), wirtschaftlich leistungsfähige Versorgungsangebote in Verbindung mit dem Aufbau und Erhalt von Wissensvorsprüngen (ökonomische Dimension), Erreichbarkeit der Gesundheitsinfrastruktur und Sicherung von Austauschprozessen, z. B. durch Telemedizin (technische Dimension).

Ein Element solcher Reorganisation besteht in der Delegation von Versorgungsleistungen, die mit konzeptioneller Unterstützung durch Hochschulen erprobt wird: Durch Delegation ärztlicher Leistungen an qualifizierte Mitarbeiter mit einer Primärqualifikation in Gesundheits- und Krankenpflege werden die Landärzte entlastet. Die als „Arztentlastende Gemeinde-nahe E-Health-gestützte Systemische Intervention (AGnES)“ beschriebene Konzeption ist eine im ländlichen Vorpommern entwickelte Innovation, die durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von Hausärzten und Pflegekräften eine ambulantmedizinische Unterversorgung abwenden kann, indem Hausbesuche bei Patienten und Routinearbeiten von medizinischen Fachangestellten übernommen werden. Das Modell kommt inzwischen in verschiedenen Bundesländern – unter anderem im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern – zur Anwendung (Rieser 2013; Hänel/Haasenritter/Kuhn et al. 2014). Letztlich kommt den Hausärzten in diesem Modell eine Lotsenfunktion zu. Sie sind erster Ansprechpartner für viele Patienten, wenn Fachärzte nicht lokal verfügbar sind (Berlin 2011: 185) oder im Fall multimorbider Patienten Behandlungsansätze, die nur auf einzelne Krankheitsbilder abgestimmt sind, nicht ausreichen (Fendrich/van den Berg/Siewert et al. 2010: 481).

Neben den delegativen Versorgungsmodellen setzt sich die Telemedizin als zweiter Innovationsansatz zur Überwindung von Standortnachteilen im ländlichen Raum schrittweise durch. Telemedizinische Anwendungen lösen das Uno-actu-Prinzip auf und werden insbesondere dann unentbehrlich, wenn ein direkter Kontakt zu Haus- oder Fachärzten nicht möglich ist. Dies gilt auch für den Wissensaustausch zwischen Ärzten, etwa für die Einholung von Expertenwissen von lokal nicht verfügbaren Fachärzten bei der Diagnoseerstellung und Therapieindikation. Die Telemedizin befindet sich noch im Erprobungsstadium unter führender Beteiligung von Hochschulen, z. B. der Universität Greifswald (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 117). Telemedizin kann als ein typisches Element der Wissensgesellschaft angesehen werden, da sie soziale, ökonomische und technische Entwicklungen verknüpft und auf diese Weise Lernprozesse bei allen Beteiligten auslöst. Patientenschulung wird erforderlich ebenso wie die von Medizinern, die sich den Umgang mit telemedizinischer Technik aneignen müssen. Der medizintechnische Einsatz führt in Verbindung mit den medizinischen Delegationsmodellen und der kooperativen Bündelung verschiedener Leistungen (siehe unten) im Ergebnis zum Entstehen von neuartigen Assistenzsystemen, die ländliche Räume zum Teil unabhängig von der geographischen Nähe und Erreichbarkeit von Ärzten und Pflegekräften machen (van den Berg/Meinke/Hoffmann 2009: 793).

Aus Eigeninteresse und zur besseren Patientenversorgung beginnen Ärzte, kooperative Modelle zu kreieren, weil auf diese Weise eine größere Planungssicherheit im Alltag und damit einerseits eine bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf möglich erscheint. Derartige Kooperationen können andererseits das ärztliche Angebot optimieren, indem unterschiedliche Leistungserbringer (Allgemeinmediziner, Fachärzte) an einem Standort auf Infrastruktur (Praxisräume) und personelle Ressourcen zurückgreifen können. Beispielsweise wird mit „Zentralen Gesundheitshäusern“ in Mecklenburg-Vorpommern unter kommunaler oder privater Regie eine Bündelung von Ressourcen angestrebt, die von den jeweils selbstständigen Ärzten zur Koordination von Patientenströmen sowie Datenflüssen zur Realisierung von Synergien und Effizienzgewinnen genutzt werden kann. Für die Patienten wird auf diese Weise die Koordination der Arztbesuche im Vergleich zu räumlich verstreuten Einzelpraxen erleichtert. Dies gilt auch für die Organisation der Anreise zu den Praxen. Schließlich sind für die Ärzte solche Ressourcen bündelnden Modelle attraktiv, weil ein die Arbeit entlastendes Gesamtpaket geboten wird, das von niederlassungswilligen Ärzten mit Einzelpraxen nicht verwirklicht werden kann.

Denselben Überlegungen folgen die integrativen Ansätze der Multifunktionshäuser und multiplen Häuser, die neben der Bündelung der ärztlichen Versorgung eine Zusammenführung unterschiedlichster Güter und Dienste unter einem Dach anstreben und mit Mobilitätsangeboten kombinieren (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 108 ff.). Sie sind eine Antwort auf den aus dem ländlichen Raum sich teilweise zurückziehenden Einzelhandel und zahlreicher öffentlicher und privater Dienste, indem sie durch räumliche Konzentration und Zusammenarbeit für eine betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit jedes beteiligten Anbieters sorgen. Typische Bündelungen finden sich beispielsweise zwischen Einzelhandel, Postdiensten, Annahmestelle für Lotto, Wäsche oder Versandhandelsbestellungen. So werden die Grundversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, öffentliche und private Dienstleistungen sowie soziale Dienstleistungen an einem Ort zusammengeführt. Hahne (2009: 9) spricht von „klugen Konzepten“, die es ermöglichen, weitgehend ohne öffentliche Subventionen auszukommen. Dies gelingt, indem die betroffene Bevölkerung sich aktiv an der Realisierung derartiger Zentren beteiligt und die Ressourcen der lokalen und regionalen Wissensnetzwerke hierfür mobilisiert (Sozialkapital). Dies schließt häufig eine Profilierung in globalen Lern- und Wissensnetzwerken, z. B. durch Teilnahme an internationalen und nationalen Forschungsprojekten, ein, wie sich dies in ähnlicher Weise bereits bei der Etablierung regionaler Bildungslandschaften abzeichnet (Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016: 124).

Derartige Konzepte ähneln den von Sozialunternehmen (social entrepeneurs) entwickelten Ansätzen unternehmerisch organisierter Versorgungsangebote. Sie füllen die Lücke, die ein sich aus der Fläche zurückziehender Staat, aber auch private Anbieter von Versorgungsleistungen (Einzelhandel und andere Dienstleistungen) hinterlassen (Richter 2017).

4 Fazit und strategische Herausforderungen

Die Regionen des ländlichen Raumes sind, genauso wie die Großstadtregionen, in den wissensgesellschaftlichen Wandel und seine kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen sowie versorgungsbezogenen Dimensionen einbezogen. Damit sind beide Raumtypen gleichermaßen Wettbewerbs- und Selektionsprozessen ausgesetzt, wobei die Entwicklungsunterschiede weniger durch eine objektive Realität vorgegeben zu sein scheinen, als vielmehr durch die Interpretation dieser Realität, wie die Reize und Empfindungen, die in der Auseinandersetzung mit der jeweiligen Umwelt entstehen. Für die Regionen des ländlichen Raumes ist es offenbar von Vorteil, dass im Zuge der kulturellen Selbstkreation der Menschen dieser Raum für viele Menschen als ‚subjektiv geprägte Realität‘ an Attraktivität gegenüber dem städtischen Lebensmodell gewinnt. Nachweisen ließen sich die subjektiv wahrgenommenen Vorzüge vor allem an der Wohnzufriedenheit, die – wie aus Befragungen hervorgeht – in ländlichen Regionen meist größer als in Großstadtregionen ist. Junge Familien schätzen ländliche Standorte häufig wegen des kinderfreundlichen Umfeldes in der Natur. Andere suchen Selbstverwirklichung in einem Naturnähe versprechenden Lebensumfeld. Wieder andere bilden ländliche Gemeinschaften, die Freiheiten der Selbstverwirklichung und des Wirtschaftens (z. B. Ökodörfer, Künstlergemeinschaften) bieten.

Verstärkt durch Zuziehende mit einer städtisch geprägten Sozialisation entstehen in vielen Regionen des ländlichen Raumes unterschiedliche, bisher hier nicht vorhandene Lebenskulturen. Sie repräsentieren jeweils ein Netzwerk aus Bedeutungen, die intern miteinander geteilt werden und aus denen sich neue Handlungsmöglichkeiten in der Kultur, Bildung, Versorgung und wirtschaftlichen Entwicklung ableiten, die die ‚Enge‘ des Lebens im ländlichen Raum aufbrechen. Zu beobachten ist ein Bewusstseinswandel zugunsten der sozialen und wirtschaftlichen Transformation, der sich bereits in kulturellen, bildungsbezogenen und ökonomischen Projekten umsetzt.

Beispielhaft konnte dies auf dem Feld der Allgemeinbildung und des hochschulischen Engagements nachgewiesen werden. Bildungs- und Wissensnetzwerke, in denen Schulen und Hochschulen auf unterschiedlichen Feldern und in unterschiedlichen geographischen Maßstäben Knotenpunkte bilden, fangen den vielfachen Rückzug des Staates auf anderen Handlungsfeldern auf und sorgen für die Erhaltung und den Ausbau der regionalen Wissensbasis.

Derartige Netzwerke sind auch die Grundlage für die Entfaltung einer spezifischen, im ländlichen Raum angesiedelten Ökonomie. Dies betrifft einerseits die aus handwerklichen, ländlichen Traditionen sich entwickelnden, weltweit vernetzenden High-Tech-Industrien. Sie sind sowohl auf einen hochqualifizierten, spezialisierten Fachkräftebestand als auch auf forschende Unterstützung durch Hochschulen angewiesen. Viele dieser Unternehmen übernehmen vor diesem Hintergrund gesellschaftliche Verantwortung und beteiligen sich aktiv an der qualitativen Aufwertung ihres Standortes als Kultur- und Lebensmittelpunkt. Andererseits findet sich im ländlichen Raum viel neue, aus großstädtischen Milieus in ländliche Kontexte verlagerte ökonomische Aktivität der Erlebnis- und Kulturökonomie. Dies verändert selbst die Landwirtschaft, die nicht mehr Basisprodukte, sondern auch immaterielle Werte wie Regionalität, ökologische Reinheit und naturschonendes Produzieren verkauft. Fortgesetzt findet sich dieser Ansatz in der Erlebnisgastronomie und in der regionalen kulinarischen Ästhetik. Die wirtschaftliche Nutzung des ländlichen Raumes geht schließlich so weit, dass das kulturelle Erbe vieler Städte und Dörfer als „Erlebniswelt“ (experience scape) vermarktet wird.

Auch bezüglich der im ländlichen Raum dominanten Frage, wie die Daseinsvorsorge sicherzustellen ist, zeigen die Beispiele, dass aus der ländlichen Perspektive Standards der Versorgung und Vorstellungen der Selbstverantwortung mit dem staatlichen Versprechen, eine angemessene Daseinsvorsorge zu sichern, kombiniert werden können. Auch in diesem Fall spielen die kulturellen Netzwerke eine zentrale Rolle für die ‚kluge‘ Konzipierung und Umsetzung von technikgetragenen Lösungen (z. B. der Telemedizin) oder der Bündelung und Koordination von Aktivität in physischen Knotenpunkten der Versorgung, z. B. durch Sozialunternehmen.

Die sich in den Beispielen andeutenden wissensgesellschaftlichen Veränderungen in verschiedenen Regionen des ländlichen Raumes beschreiben zweifellos positive Entwicklungsoptionen für diesen Raumtyp. Gleichwohl kann nicht erwartet werden, dass diese Optionen sich wie in einem Selbstlauf in allen Regionen durchsetzen. Aus der im Prinzip günstigen wissensgesellschaftlichen Konstellation ergeben sich für den ländlichen Raum Kernherausforderungen, die sich in zwei strategischen Ansätzen politischen Handelns manifestieren, die übergreifend sind und sich gegenseitig ergänzen.

Erstens ist es eine große Herausforderung, die individuellen und sozialen Kompetenzen einer Region und ihrer Individuen über Bildungsstrategien, Bildungsnetzwerke und kollektive Lernprozesse zu stärken. Dazu gehört auch, die Kommunikation und den Wissensaustausch mit anderen Regionen zu gewährleisten sowie die Diffusion und Integration ‚von außen‘ kommender Impulse zu organisieren. Wie anhand der Fallbeispiele gezeigt werden konnte, übernehmen Hochschulen im Rahmen ihrer Third Mission hierbei oft eine Vorreiterrolle. Dies bedeutet aus der Binnensicht die Überwindung exkludierender Strukturen und die Gestaltung bzw. Sicherung von Partizipation, etwa durch Bildung und Teilhabe der ortsansässigen Bevölkerung mithilfe einer ‚mitnehmenden‘ Basisstrategie. Auch wissensökonomisch ergibt ein solches Vorgehen durchaus Sinn, da es den endogenen Zufluss an qualifizierten Arbeitskräften am ehesten ermöglicht.

Zweitens bedarf es einer Akzente setzenden Profilierungsstrategie, die auf die regionsspezifische Lebensqualität ausgerichtet ist und die Region im Wettbewerb mit anderen Regionen unterscheidbar und konkurrenzfähig macht. Wie sich aus den vorgestellten Beispielen ablesen lässt, kann ganz bewusst in Abgrenzung zu den Eigenschaften, die Großstädten und ihrem Umland zugeschrieben werden, das Selbstbild der Regionen im ländlichen Raum geschärft werden. Diese Aufgabe ist einerseits mit dem Ziel verbunden, die Attraktivität des ländlichen Raumes etwa für Wissensarbeiter zu erhöhen, was im Rahmen der überregionalen Konkurrenz – wie z. B. um Lehrende und medizinisches Personal – nach wie vor als schweres Unterfangen gilt. Andererseits kann diese Aufgabe sich darauf beziehen, kulturelle Besonderheiten und Schwerpunkte der Region (z. B. kulturelles Erbe, nachhaltige Landwirtschaft, Erlebnisgastronomie) herauszuarbeiten und für die Definition ökonomisch relevanter Alleinstellungsmerkmale zu nutzen.

Entscheidend innerhalb dieser strategischen Leitplanken ist die Verknüpfung beider Strategien: Basisstrategie und flankierende Profilierungsstrategie bauen aufeinander auf und ergänzen sich mit dem Ziel, Ressourcen effizient einzusetzen und Synergien zu nutzen. Die in der Literatur beschriebenen und in diesem Beitrag skizzierten Fallbeispiele machen deutlich, dass die innovative Dynamik in Regionen des ländlichen Raumes letztlich von den Initiativen lokaler Akteure (Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler, engagierte Bürger) getragen wird, die durch das Knüpfen von Netzwerken zum Aufbau von regionalem Sozialkapital beitragen.

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Footnotes

1Dieser Beitrag basiert auf den Ergebnissen einer Arbeitsgruppe der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) zur Wissensgesellschaft in peripheren, ländlichen Regionen (vgl. Stein/Wiegand/Dehne et al. 2016).
2Aus dieser Sicht wird verständlich, dass Stadt und Land bzw. Agglomerationsraum und ländlicher Raum als zu untersuchende Raumkategorien an Bedeutung verlieren und letztlich jede ordnende Kategorisierung zugunsten sozialer Raumkonstrukte aufgegeben werden müsste. Dieser Beitrag folgt dem Ansatz gesellschaftlich konstruierter Räume, bezieht sich dabei aber gleichzeitig auf real vorhandene Raumtypen, wie sie z. B. von der siedlungsstrukturellen Kreistypologie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) dargestellt werden. Eine derartige Kategorisierung erlaubt es, ökonomische, soziale und kulturelle Dynamiken, die unterschiedliche gesellschaftliche Ansprüche an historisch gewachsene räumliche Gegebenheiten hervorbringen, auf siedlungsstrukturell ähnliche Regionen und deren dadurch ausgelöste Veränderung zu beziehen.
3Die Darstellung fasst Einzelstudien zusammen, die in der Arbeitsgruppe der ARL erarbeitet worden sind (Stein/Wiegand/ Dehne et al. 2016). Sie wertet ergänzend hierzu neuere statistische Untersuchungen und Studien zur Lebensqualität ländlicher Regionen aus.
4Vgl. Überblicke zu den Chancen und Risiken des Landlebens bei Sturm/Walther (2010), Maretzke (2016) und Röhl (2018).
5Hier soll nicht die Debatte über die politische und raumplanerische Neuinterpretation des Ziels „gleichwertige Lebensverhältnisse“ aufgegriffen, sondern der Frage nachgegangen werden, inwieweit es den Akteuren des ländlichen Raumes im Rahmen des wissensgesellschaftlichen Wandels gelingt, eine von ihnen als angemessen beurteilte Grundversorgung zu verwirklichen. Statt Top-down-Politik und Umverteilung wird nach endogenen und innovativen Modellen der Kompensation räumlicher Benachteiligung gesucht.

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