Lebenschancen im Quartier. Lebensziele von Stadtteilbewohner(inne)n, ihre Ressourcen und Strategien, sich diese zu erfüllen

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Zusammenfassung

Um Lebenschancen räumlich differenziert zu erfassen, stellt unser Beitrag in Anknüpfung an die Quartierseffekteforschung und den „capability approach“ einen Ansatz vor, der Lebenschancen als räumlich strukturierte Möglichkeiten und Wahlfreiheiten bei der Erfüllung von Bedürfnissen konzipiert. Individuelle Ressourcen entscheiden darüber, welche Möglichkeitsräume der Bedürfnisbefriedigung erschlossen werden können. Dies ist abhängig von der Lebenslage und verändert sich im Lebensverlauf, womit sich auch die Rolle des Quartiers für die Lebenschancen ändert. Anstatt von „benachteiligenden Quartieren“ zu sprechen, fokussieren wir auf benachteiligende Lebenslagen im Quartier.

Zusammenfassung

Um Lebenschancen räumlich differenziert zu erfassen, stellt unser Beitrag in Anknüpfung an die Quartierseffekteforschung und den „capability approach“ einen Ansatz vor, der Lebenschancen als räumlich strukturierte Möglichkeiten und Wahlfreiheiten bei der Erfüllung von Bedürfnissen konzipiert. Individuelle Ressourcen entscheiden darüber, welche Möglichkeitsräume der Bedürfnisbefriedigung erschlossen werden können. Dies ist abhängig von der Lebenslage und verändert sich im Lebensverlauf, womit sich auch die Rolle des Quartiers für die Lebenschancen ändert. Anstatt von „benachteiligenden Quartieren“ zu sprechen, fokussieren wir auf benachteiligende Lebenslagen im Quartier.

1 Einleitung

Stadtquartiere sind für ihre Bewohnerinnen/Bewohner die unmittelbare Lebenswelt. Hier verorten Menschen viele ihrer Alltagsbezüge und realisieren einen Teil ihrer Lebensziele – jedoch je nach Beschaffenheit des Quartiers und nach persönlicher Lebenslage in unterschiedlicher Weise und Intensität. Die Möglichkeiten und Restriktionen bei der Realisierung von Lebenszielen sind dabei abhängig von der individuellen sozialräumlichen Positionierung (Bourdieu 1997), was bedeutet, dass der Wohnstadtteil die Lebenschancen beeinflussen kann. Doch inwiefern und wodurch ist dies der Fall?

Mit dieser Frage haben wir uns in einem knapp zweijährigen Forschungsprojekt beschäftigt.1 Es ging darin um die alltäglichen Strategien der Bewohnerinnen/ Bewohner zur Realisierung von Lebenszielen in zwei unterschiedlich strukturierten Stadtteilen in der Stadt Remscheid (Nordrhein-Westfalen). Auf der Grundlage von leitfadengestützten Interviews haben wir erforscht, welchen Einfluss das Quartier auf die Möglichkeiten und Wahlfreiheiten der Lebensgestaltung der Bewohnerinnen/Bewohner hat, und zwar anhand der Strategien der Bewohnerinnen/Bewohner, sich Bedürfnisse zu erfüllen, und der dafür individuell verfügbaren Ressourcen. Angesichts diversifizierter Lebenslagen und individuell unterschiedlicher Ressourcenausstattungen gehen wir davon aus, dass die Wirkung des Quartiers auf seine Bewohnerschaft sehr unterschiedlich ist. Statt von ‚benachteiligenden Quartieren‘ zu sprechen, fokussieren wir benachteiligende Lebenslagen und verknüpfen diese mit stadträumlichen Bedingungen.

Nach einer knappen Darstellung des Forschungsstandes zu Quartierseffekten, raumbezogener Benachteiligung und Lebenschancen (Kapitel 2) stellen wir unser Forschungsmodell vor (Kapitel 3). Dieses zielt darauf ab, Lebenschancen mittels der Möglichkeiten und Wahlfreiheiten bei der Realisierung von Lebenszielen zu betrachten. Unsere Operationalisierung verknüpft dafür Bedürfnisse mit raumbezogenen Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung (Orten/Räumen) und individuellen Ressourcen. Anschließend stellen wir die Ergebnisse der Interviews mit Bewohnerinnen/Bewohnern mit einem Fokus auf den Strategien der Erfüllung sozialer und weiterer alltäglicher Bedürfnisse (Versorgung, Entspannung, Selbstverwirklichung) dar (Kapitel 4) und diskutieren, inwiefern sich die Biographie auf diese Strategien auswirkt (Kapitel 5). Im Fazit (Kapitel 6) argumentieren wir, dass eine differenzierte Betrachtung des Zusammenhangs von Quartier und Lebenschancen zeigt, dass Menschen je nach Lebenssituation und sozialer Lage ihre Lebensziele im Quartier unterschiedlich gut realisieren können. Nicht das Quartier an sich, sondern die jeweilige Lebenslage ist also potenziell benachteiligend. Ein wichtiger Faktor ist dafür Mobilität, da sie ermöglicht, sich unabhängig vom Quartier Bedürfnisse zu erfüllen und so eine Wahlfreiheit gewährleisten kann.

2 Quartierseffekte und Lebenschancen

Das Forschungsprojekt, auf dem dieser Beitrag basiert, entwickelt und erprobt in kritischer Auseinandersetzung mit der Quartierseffekteforschung einen Ansatz zur Untersuchung der Zusammenhänge von individuellen Lebenschancen und dem Wohnquartier, der insbesondere von capability approach (Befähigungsansatz) (Sen 2013) inspiriert ist. Mit der Annahme, dass der sozialräumliche Kontext Auswirkungen auf die Lebenschancen von Individuen haben kann, knüpfen wir an die Forschung zu Quartiers- und Kontexteffekten an. Allerdings differenzieren wir hinsichtlich der Lebenslagen von Bewohnerinnen/Bewohnern und hinterfragen, inwiefern sich ein Quartier gleichermaßen auf die Lebenschancen aller Bewohnerinnen/Bewohne auswirkt. Wir fokussieren also nicht auf den Stadtteil als potenziell benachteiligenden Raum, sondern auf individuell benachteiligende Lebenslagen, die sich aus einem Zusammenspiel von sozialräumlichem Umfeld und persönlichen Ressourcen ergeben können.

2.1 Quartierseffekte: eine zentrale Frage der Stadtsoziologie

Die Fragestellung, inwiefern der Wohnort die Lebenschancen und die individuelle Lebenssituation beeinflusst, hat in der Stadtsoziologie eine lange Tradition – zunächst in den vielfältigen sozialökologischen Erklärungsansätzen für Segregation in der Chicago School (u. a. Park/Burgess 1925), später in den Analysen zur Polarisierung und Spaltung der Städte (u. a. Mollenkopf/ Castells 1991; Marcuse 1993; Häußermann/Kronauer/ Siebel 2004). Die Quartierseffekteforschung hat international eine Vielzahl an Arbeiten hervorgebracht, die sich den Wirkungszusammenhängen von Wohnort und sozialer Lage widmen (vgl. zum Überblick Galster 2012; Dangschat 2014).

Im deutschsprachigen Raum wird die stadtsoziologische Quartierseffekteforschung seit den 1990er-Jahren vorangetrieben (u. a. Dangschat 1995; Häußermann 1997; Friedrichs/Blasius 2000) und stand insbesondere in ihren Anfangsjahren in einem engen Zusammenhang mit dem planungspolitischen Ideal der sozialräumlichen Mischung (vgl. Güntner 2007; Schnur 2014). Diese Verknüpfung wurde in der Stadtpolitik im Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ forciert, das auf den Annahmen der Quartierseffekteforschung aufbaute, ohne dass diese als ausreichend empirisch gesichert gelten konnte (vgl. Volkmann 2012). Hinsichtlich stadtpolitischer Handlungsoptionen hat sich eine Vielzahl an Fachbeiträgen den „Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf“ gewidmet (u. a. Friedrich-Ebert-Stiftung 1999; Walther 2002). Als „benachteiligt“ werden Stadtteile dabei meist aufgrund ihres hohen Anteils marginalisierter Bevölkerungsgruppen etikettiert (vgl. Friedrichs 2013). Da Effekte des Quartiers auf dessen Bewohnerinnen/Bewohner vermutet werden, wird auch von „benachteiligenden Quartieren“ gesprochen (u. a. Häußermann/Siebel 2004: 159).

Mit dem Ansinnen, sozialräumliche Zusammenhänge in deutschen Städten zu verstehen, haben wissenschaftliche Arbeiten recht voreingenommene Hypothesen über die negative Wirkung der sogenannten benachteiligten Quartiere auf ihre Bewohnerschaft überprüft. Insbesondere quantitative Untersuchungen zur Korrelation von sozialer Lage der Bewohnerinnen/ Bewohner und sozialer Zusammensetzung des Quartiers (u. a. Farwick 2001; Nonnenmacher 2009) können die Komplexität der Wirkungszusammenhänge dabei nur in Ansätzen erfassen. Qualitative Studien liefern hierzu differenziertere Ergebnisse, da sie die Heterogenität der Bewohnerinnen/Bewohner und deren Bewältigungsstrategien besser berücksichtigen (u. a. Kronauer/Vogel 2004; Friedrichs 2013).

Die untersuchten Wechselwirkungen zwischen dem Stadtteil und den Lebenschancen seiner Bewohnerinnen/Bewohner sind breit gefächert. Im Fokus der Forschung stehen soziale (interaktive und sozialisationsbasierte), materielle (umweltbedingte und infrastrukturelle) sowie symbolische (institutionelle und stigmatisierende) Mechanismen der sozialräumlichen Benachteiligung, wobei unterschiedliche Dimensionen oftmals miteinander verbunden werden (vgl. Farwick 2012; Dangschat 2014). Bisher konzentriert sich ein Großteil der Forschung im deutschsprachigen Raum auf die sozial-interaktive Dimension: Untersucht werden die Auswirkungen der Sozialstruktur im Quartier auf die soziale Lage und die Lebenschancen der Bewohnerinnen/Bewohner (Friedrichs 1990; Friedrichs/Blasius 2000; Farwick 2001). Hier finden sich unter anderem zugespitzte Annahmen über die Rolle des sozialen Lernens und der sozialen Netzwerke im Quartier (u. a. Kurtenbach 2017). Häußermann und Siebel (2004: 170) konstatieren gar, dass in bestimmten Stadtteilen „nur noch eine begrenzte Realitätswahrnehmung möglich und die Übernahme von abweichenden Normen wahrscheinlich“ sei. Die hohe Bedeutung, die der Sozialstruktur in Bezug auf die Quartierseffekte zugemessen wird, ist im Hinblick auf das stadtentwicklungspolitisch dominante Leitbild der sozial gemischten Stadt und auf potenzielle Verdrängungsmechanismen durch Stadterneuerungspolitik kritisiert worden (Holm 2009; Nitsch 2013; Dangschat/Alisch 2014).

Neben den sozialräumlichen Wechselwirkungen finden vor allem die symbolischen, und dabei schwerpunktmäßig die stigmatisierenden, Effekte Aufmerksamkeit in der deutschsprachigen Quartierseffekteforschung (Friedrichs/Blasius 2000; Kronauer/Vogel 2004; Gliemann/Caesperlein 2007). Während es in der angloamerikanischen Quartierseffekteforschung unter dem Konzept des spatial mismatch eine etablierte Untersuchung umweltbedingter und infrastruktureller Wirkmechanismen gibt (u. a. Wilson 1996; Atkinson/Kintrea 2001; Orr/Feins/Jacob et al. 2003), wurden entsprechende Mechanismen in der deutschsprachigen Forschung bisher kaum untersucht. Es ist jedoch ein wachsendes Interesse an Fragestellungen der gesundheitlichen Benachteiligung festzustellen (Greiser/Greiser/Janhsen 2007; Flacke/Schüle/Köckler et al. 2016).

Die empirischen Befunde zur Hypothese der Quartierseffekte sind auch nach fast 100 Jahren Forschung nicht eindeutig und ziemlich umstritten. Dies gilt vor allem für eine umfassende Beurteilung, bei der unterschiedliche Dimensionen der quartiersbezogenen Benachteiligung integriert betrachtet werden (vgl. Häußermann/Schwarze/Jaedicke et al. 2010; Galster 2012; Volkmann 2012; Dangschat 2014). Auch wenn in der deutschsprachigen Forschung in einzelnen Bereichen, wie zum Beispiel im Bereich Gesundheit (Flacke/Schüle/ Köckler et al. 2016) oder Bildung (Ramos Lobato/Weck 2017), durchaus signifikante Quartierseffekte nachgewiesen wurden, bleiben viele Aspekte der Frage, wie und in welchem Maße der sozialräumliche Kontext die Lebenschancen unterschiedlicher Personengruppen beeinflusst, weiterhin ungeklärt. Während es grundsätzlich schwierig ist, verallgemeinerbare und gebündelte Wechselwirkungen zwischen dem Quartier und den Lebenschancen der Bewohnerinnen/Bewohner empirisch nachzuweisen, ist gleichzeitig umstritten, inwiefern der Fokus auf einzelne Dimensionen den komplexen und hochgradig verwobenen Wirkungszusammenhängen im Quartier und den damit einhergehenden Marginalisierungsprozessen gerecht werden kann. Wenn das Quartier aufgrund der Tatsache, dass sich individuelle Lebensbezüge weit über das unmittelbare Wohnumfeld hinaus erstrecken, als „Fuzzy Place“ (Schnur 2014: 44) gedacht wird, also als „Ort fokussierter Unschärfe“ (Schnur 2014: 44), erscheint es irritierend, wenn Forschung den vornehmlichen Bezugsraum seiner Bewohnerinnen/Bewohner auf das Quartier und dessen Effekte beschränkt. Auch die oftmals implizite Annahme, bei ‚benachteiligenden‘ Quartieren handele es sich um homogene soziale und räumliche Einheiten, ist nicht haltbar. Damit zusammenhängend ist zudem auf forschungsheuristische Probleme hinzuweisen, die aufgrund der schwierigen Kausalitätsbehauptung entstehen (vgl. Bauder 2002). Daraus folgern wir, dass es angemessener wäre, nicht das Quartier als sozialräumliche Einheit zum Untersuchungsgegenstand raumbezogener Benachteiligung zu machen, sondern die differenzierten Lebenslagen im Quartier.

2.2 Raumbezogene Benachteiligung und Lebenschancen

Trotz der Kritik an der Quartierseffekteforschung ist die raumbezogene Benachteiligung von Personen nach wie vor ein relevantes Thema für Stadtforschung und Sozialwissenschaft. Wenn die Forschung dabei stärker die individuellen Lebenschancen berücksichtigt und den ausdifferenzierten Lebenslagen und räumlichen Bezügen der Bewohnerinnen/Bewohner Rechnung trägt, ist es möglich, die Benachteiligungsmechanismen im komplexen Zusammenspiel räumlicher und individueller Aspekte zu verstehen.

Auf dem Konzept der Lebenschancen bauen zwei maßgebliche Gerechtigkeitstheorien der politisch-philosophischen Theorie auf: zum einen die „Theorie der Gerechtigkeit“ von Rawls (1975) und zum anderen der Befähigungsansatz von Sen (2013). Beide fragen nach den Bedingungen einer gerechten Gesellschaft und definieren Lebenschancen als politisch-normativen Maßstab der Gerechtigkeit. Lebenschancen werden dabei entweder anhand der Mittel bewertet, die einer Person zu ihrer Realisierung zur Verfügung stehen (Rawls 1975), oder anhand dessen, was mit diesen Mitteln tatsächlich erreicht werden kann (Sen 2013).

Während sich der Zugang von Rawls im Kontext der Stadtforschung eignet, um die räumliche Verteilung von Strukturen zu untersuchen, die ein ‚gutes Leben‘ ermöglichen, ist der von Sen sensibler gegenüber individuell und sozialräumlich unterschiedlichen Strategien und Möglichkeiten bei der Realisierung eines ‚guten Lebens‘. Denn es existieren einerseits große Unterschiede hinsichtlich der Frage, was unter einem ‚guten Leben‘ verstanden werden kann. Andererseits sind die Wege zu einem ‚guten Leben‘ von individuellen und kontextbezogenen Faktoren abhängig. Daher kann nicht davon ausgegangen werden, dass die strukturellen Voraussetzungen (z. B. Daseinsvorsorgeeinrichtungen) allen Personen auch die gleichen Lebenschancen eröffnen. Die Lebenschancen sind nach Sen (2013) durch individuelle Faktoren (z. B. Ressourcen) sowie Kontextfaktoren strukturiert; dazu gehört auch das sozialräumliche Umfeld. Im Wechselspiel dieser Faktoren entsteht ein Setting, welches die Lebenschancen potenziell begünstigt oder einschränkt. Sen (2013: 256 ff.) sieht umfassende Lebenschancen dementsprechend dann als gegeben, wenn jemand ein ‚gutes Leben‘ führen kann, das er/ sie wertschätzt, und dabei eine Wahlfreiheit zwischen unterschiedlichen Alternativen hat. Auf dieser Prämisse basiert sein Befähigungsansatz, wobei ‚Befähigungen‘ die individuellen Möglichkeiten und Handlungsoptionen von Personen zum ‚guten Leben‘ bezeichnen.

Großmann (2018: 184, 188) bezeichnet den Befähigungsansatz als gewinnbringende Grundlage für die Untersuchung räumlicher Gerechtigkeit, da er nicht die Verteilung bestimmter Strukturen innerhalb eines Raumes oder einer geographisch definierten Gruppe (z. B. Nachbarschaft) zum Gegenstand macht, sondern mit dem Fokus auf Grundbefähigungen aus einer individuellen Perspektive nach den Lebenschancen fragt. Ein differenziertes Verständnis raumbezogener Benachteiligung ist dementsprechend nicht über Kontextbedingungen und Sozialstrukturdaten zu erlangen, wie in großen Teilen der quantitativ orientierten Quartierseffekteforschung üblich, sondern nur differenziert nach Lebenslagen und individuellen Befähigungen zu einem ‚guten Leben‘.

3 Lebenschancen im Quartier: Forschungsansatz und Methodik

Wir konzipieren raumbezogene Benachteiligung also in Anlehnung an Sens Befähigungsansatz als eine durch das individuelle und kontextbezogene Setting hervorgerufene Einschränkung der individuellen Lebenschancen. Unser Ziel ist zu zeigen, dass das Quartier einen Einfluss auf die individuellen Lebenschancen haben kann, der abhängig ist von der jeweiligen Lebenslage. Anschließend an den Befähigungsansatz betrachten wir die Folgen, die sich aus dem individuell und kontextbezogen spezifischen Setting für einzelne Personen(gruppen) bezüglich der Realisierung von Lebenszielen ergeben. Dabei nehmen wir raumbezogene Benachteiligungsstrukturen in den Blick, ohne pauschal von ‚benachteiligenden‘ Quartieren auszugehen. Vielmehr interessiert uns eine Differenzierung der Perspektive, sowohl hinsichtlich verschiedener Stadtteile als auch hinsichtlich der ausdifferenzierten Befähigungen der Quartiersewohner(inne)n.

3.1 Lebenschancen als Zusammenspiel von Bedürfnissen, Ressourcen und Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung

Empirische Untersuchungen, die mit dem Befähigungsansatz Sens arbeiten, stehen vor der Herausforderung, Lebenschancen und Befähigungen zu operationalisieren. Dies wird von etlichen Autorinnen und Autoren zwar als notwendiger, aber gleichzeitig schwieriger Schritt diskutiert (z. B. Robeyns 2006; Alkire 2007). In unserer Untersuchung steht ein Forschungsmodell im Zentrum, mit dem wir die Lebenschancen, Befähigungen und Wahlfreiheiten operationalisieren.

Da sich die Vorstellungen vom ‚guten Leben‘ individuell unterscheiden und somit jede Person eine eigene Vorstellung und andere Lebensziele hat, lassen sich die Lebenschancen als Möglichkeit der Realisierung von Lebenszielen nicht pauschal anhand von erreichten Bildungsabschlüssen oder dem Einkommen bestimmen. Den ausdifferenzierten Lebenszielen nähern wir uns in unserer Konzeption deswegen über Bedürfnisse. Aus sozialpsychologischer Perspektive sind Bedürfnisse das Movens menschlichen Handelns; zu ihrer Erfüllung oder Realisierung besteht eine intrinsische Motivation (vgl. Maslow 1943; Kenrick/Griskevicius/Neuberg et al. 2010; Taormina/Gao 2013). Gleichzeitig kann mittels Bedürfnissen aber auch eine politisch-normative Ausrichtung des Befähigungsansatzes gestützt werden, indem Bedürfnisse als Grundpfeiler sozialstaatlicher Ausgleichspolitik und als Grundlage sozialer Rechte definiert werden (Doyal/Gough 1991; Dean 2015). Die Möglichkeit zur Erfüllung von Bedürfnissen ist also politisch im Sinne der Chancengleichheit und einer sozialstaatlichen Integration. Ein realisierbares Lebensziel entspricht in unserem Ansatz einem erfüllbaren Bedürfnis. Lebenschancen sind dann umfassend gewährleistet, wenn eine Person die für sie in der jeweiligen Lebenssituation relevanten Bedürfnisse in der von ihr gewünschten Art (unter Wahlfreiheit) erfüllen kann. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Priorisierung von Bedürfnissen, aber auch hinsichtlich der Strategien der Bedürfnisbefriedigung, für die Wahlfreiheiten vorhanden sein sollten.

Anknüpfend an die Bedürfnisforschung haben wir eine Liste der menschlichen Grundbedürfnisse erstellt, die einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt und somit eine vergleichende Beurteilung von Lebenschancen zulässt, allerdings Spielräume hinsichtlich der Konkretisierung und Realisierung lässt, worin Wahlfreiheit zum Ausdruck kommt. Die identifizierten Bedürfnisdimensionen sind: physiologische und körperliche Bedürfnisse; Sicherheits- und Integritätsbedürfnisse; soziale Bedürfnisse; Individualbedürfnisse; Selbstverwirklichungsbedürfnisse. Diesen Dimensionen ist jeweils eine Reihe von Einzelbedürfnissen zugeordnet; sie sind nicht immer trennscharf voneinander abzugrenzen. Mithilfe dieses Bedürfnisspektrums können wir individuelle Positionierungsfelder beschreiben, in denen sich jede/jeder Einzelne mit seinen konkreten Bedürfnissen je nach Präferenz und Lebenslage verortet. Um sich ihre Bedürfnisse zu erfüllen, entwickeln Personen je nach individuellem und kontextbezogenem Setting individuelle Strategien. Diese Strategien spiegeln die Befähigung zur Realisierung von Lebenszielen wider. Sie ergeben sich aus dem Setting, also dem Zusammenspiel von sozialräumlichen Rahmenbedingungen und den darin eingebetteten Möglichkeiten (Orten/Räumen) der Bedürfnisbefriedigung sowie den individuell verfügbaren Ressourcen, um diese Möglichkeiten zu nutzen.

Qualitative Quartiersstudien haben den Ressourcenbegriff bereits in die Forschung zu „benachteiligenden“ Wirkungen des Wohnumfeldes auf dessen Bewohnerinnen/Bewohner eingeführt (Dorsch/Siebert 2001; Keim 2004; Kronauer/Vogel 2004). Den Fokus legen die Autorinnen und Autoren dabei auf die „Ressourcen des Quartiers“, also auf das, was wir als Orte oder Räume der Bedürfnisbefriedigung bezeichnen wie Infrastrukturen oder Angebote der Daseinsvorsorge, aber auch soziale Netzwerke.

Unser Ressourcenbegriff grenzt sich von dem in der Quartierseffekteforschung etablierten Verständnis des Quartiers als Ressource deutlich ab, indem wir den Fokus auf die individuell verfügbaren Ressourcen legen. Angelehnt an Bourdieus (1983) Kapitalformen verorten wir Ressourcen bei den Individuen und differenzieren zwischen materiellen (Geld, Einkommen, Vermögen, Eigentum), sozialen (soziale Kontakte, Netzwerke), kulturellen (formale Bildungsabschlüsse, informelle Bildung, Wissen, Sprache) und symbolischen Ressourcen (über symbolische Zuschreibungen). Wir gehen davon aus, dass Ressourcenverfügbarkeit und ‑nutzbarkeit wesentlich zur Herstellung sozialer Ungleichheit beitragen. Soziale Ungleichheit liegt laut Kreckel (1992: 17) „überall dort vor, wo die Möglichkeiten des Zugangs zu allgemein verfügbaren und erstrebenswerten sozialen Gütern und/oder zu sozialen Positionen, die mit ungleichen Macht- und/oder Interaktionsmöglichkeiten ausgestattet sind, dauerhafte Einschränkungen erfahren und dadurch die Lebenschancen der betroffenen Individuen, Gruppen oder Gesellschaften beeinträchtigt bzw. begünstigt werden“. Der Zugang über die individuellen Ressourcen hat den Vorteil, dass wir die Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung nicht auf das Wohnquartier zu beschränken brauchen, sondern die individuellen Strategien der Bewohnerinnen/Bewohner zur Bedürfnisbefriedigung berücksichtigen können.

Lebenschancen im Quartier ergeben sich in unserem Konzept also aus der individuellen Befähigung zur Realisierung von Lebenszielen, das heißt der Erfüllung von Bedürfnissen als Zusammenspiel von sozialräumlich strukturierten Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung und den individuellen Ressourcen, diese Möglichkeiten den Präferenzen entsprechend zu nutzen. Eine Benachteiligung hinsichtlich der Lebenschancen besteht, wenn Einschränkungen hinsichtlich der Bedürfnisbefriedigung und der Wahlfreiheit bestehen.

3.2 Untersuchungsraum und Methodik

Unsere Forschung fokussiert zwei unterschiedlich strukturierte und lokalisierte Quartiere in der Stadt Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Der Stadtteil Rosenhügel ist ein innenstadtnahes, multifunktionales Altbauquartier mit gemischter Baustruktur. Der Stadtteil Hasenberg liegt in Stadtrandlage im Grünen in topographisch abgegrenzter Lage. Er besteht aus einer in den 1960er-Jahren errichteten Großwohnsiedlung und aus Eigenheimen in Einzelhäusern, die rund um die Geschosswohnungsbauten gebaut wurden.

Wir verfolgen das Ziel, qualitative Erkenntnisse zu den Zusammenhängen von Bedürfnissen und den Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung zu erlangen, und zwar unter Berücksichtigung der individuellen Ressourcen. Die Methode der leitfadengestützten Interviews mit Bewohnerinnen/Bewohner bot sich an, um einen Zugang zur Perspektive der Bewohnerinnen/Bewohner zu erhalten. In den Interviews ging es darum, wie und an welchen Orten bzw. in welchen Räumen sich die Bewohnerinnen/Bewohner welche Bedürfnisse erfüllen (oder dies auch nur anstreben), auf welche eigenen Ressourcen sie dabei in welchem Umfang zurückgreifen und welche ihnen fehlen. Im Interviewleitfaden standen dabei die Alltagsgestaltung und die Wahrnehmung des eigenen Stadtteils bzw. der Stadt im Mittelpunkt. Jedes Interview haben wir mit der offenen Frage einer biographisch ausgerichteten Erzählaufforderung begonnen: „Zum Einstieg würde ich gern wissen, seit wann Sie hier in Rosenhügel/am Hasenberg wohnen und was Sie hierhergeführt hat. Erzählen Sie doch mal.“ Durch das anschließende Gespräch über die alltagsbezogenen Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung, also in Bezug auf Erwerbsarbeit und Freizeit, Engagement und soziale Kontakte, Versorgung, aber auch über die eigene Wahrnehmung des Stadtteils und möglichen Wegzugsplänen, kamen wir auf Bedürfnisse, Strategien der Bedürfnisbefriedigung und verwendete bzw. fehlende Ressourcen zu sprechen. Dadurch konnten wir erfahren, nach welchen Kriterien bestimmte Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung präferiert und genutzt werden (beispielsweise räumliche/soziale Nähe, Kosten), welche Orte bzw. Räume jeweils erreichbar sind und welche sich als nicht erreichbar zeigen, was auf eine soziale Benachteiligung schließen lässt.

Um ein heterogenes Bild verschiedener Bedürfnisse, Ressourcen und Strategien zur Bedürfniserfüllung zu erlangen, war die Auswahl unserer Interviewpartnerinnen/-partner dahingehend motiviert, ein möglichst breites Spektrum von Bewohnerinnen/ Bewohnern hinsichtlich Alter und Lebensphase, Wohndauer im Stadtteil, Geschlecht, Klasse, Bildungsgrad, Herkunft und Gesundheit zu befragen.2 Im Zeitraum von Juli 2017 bis März 2018 haben wir mit insgesamt 40 Bewohnerinnen/Bewohnern 60-90-minütige leitfadengestützte Interviews durchgeführt, teilweise auch mit zwei Personen. Ergänzend haben wir Beobachtungen bei Stadtteilkonferenzen, Sitzungen der Stadtteilvereine, politischen Veranstaltungen, auf Stadtteilfesten usw. angestellt und Stadtteilbegehungen sowie Gespräche mit Akteurinnen/Akteuren im Quartier durchgeführt.

Für die Analyse wurden die Interviews vollständig transkribiert und mithilfe von MAXQDA3hinsichtlich der Bedürfnisse, die die Interviewpartnerinnen/-partner angesprochen haben, kodiert. In unserem inhaltsanalytischen Vorgehen haben wir interpretativ herausgearbeitet, welche Bedürfnisse die jeweiligen Interviewpartnerinnen/-partner als besonders wichtig genannt haben, wie sie sich diese erfüllen, welche Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung sie dafür nutzen und welcher Ressourcen sie sich bedienen können. Außerdem ließ sich zeigen, inwiefern sie Probleme haben, sich Bedürfnisse zu erfüllen, wo Ressourcen fehlen und entsprechend ihre Wahlfreiheit eingeschränkt ist. Die Auswertungsschritte waren von intensiven Diskussionen in der Forschungsgruppe begleitet. Dadurch konnte ein geteiltes Verständnis über die Zusammenhänge von Bedürfnissen, Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung im Quartier und individuellen Ressourcen erlangt werden.

4 Alltagsbezogene Strategien zur Befriedigung von Bedürfnissen

Um sich im Alltag wesentliche Bedürfnisse erfüllen zu können, ist der Stadtteil für seine Bewohnerinnen/Bewohner nicht immer, aber doch in vielerlei Hinsicht ein wichtiger Bezugsraum. Für die Interviewten stehen die sozialen Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Gemeinschaft, aber auch physiologische Bedürfnisse nach Ernährung und Entspannung, das Bedürfnis nach intellektueller Entfaltung sowie Sicherheits- und Integritätsbedürfnisse im Zentrum. Die Bewohnerinnen/Bewohner verfolgen eine Vielzahl an Strategien, sich ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Die folgende Darstellung ist untergliedert in die Erfüllung sozialer Bedürfnisse einerseits (Kapitel 4.1) und die der Kompatibilität des Stadtteils mit Alltag und Familienleben und den zahlreichen dazugehörigen Bedürfnissen andererseits (Kapitel 4.2). Die eingefügten Originalzitate aus den Interviews4 sind als Ankerbeispiele zu verstehen und dienen der Veranschaulichung.

4.1 Soziale Zugehörigkeit und Gemeinschaft

Viele Bewohnerinnen/Bewohner sind bestrebt, sich nicht nur, aber auch im Stadtteil ihre sozialen Bedürfnisse, also ihre Bedürfnisse nach sozialer Zugehörigkeit und Gemeinschaft, Austausch, Mitbestimmung und Unterstützung, zu erfüllen. Die Strategien, die die Bewohnerinnen/Bewohner haben, sich ihr Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit zu erfüllen, sind unterschiedlich stark auf den Stadtteil bezogen. So gibt es einerseits Bewohnerinnen/Bewohner, die soziale Zugehörigkeit vor allem im Stadtteil finden – sei es, weil sie sie dort gezielt suchen, sei es, weil ihr Bewegungsradius aufgrund fehlender Ressourcen gering ist. Andererseits gibt es Bewohnerinnen/Bewohner, für die der Stadtteil in Bezug auf soziale Kontakte nicht oder kaum bedeutsam ist, und zwar diejenigen, die sowohl im Stadtteil als auch außerhalb dessen signifikante soziale Kontakte pflegen, und diejenigen, die soziale Zugehörigkeit gar nicht im Stadtteil suchen oder finden, sich also alle sozialen Bedürfnisse außerhalb des Stadtteils erfüllen. Die unterschiedlichen Strategien, sich soziale Bedürfnisse zu erfüllen, zeigen, dass das Quartier als soziales Umfeld für die Bewohnerinnen/ Bewohner eine ganz unterschiedliche Rolle spielen kann; damit unterscheiden sich auch ihre Wünsche und Erwartungen an das Wohnumfeld. Außerdem lässt sich keine bestimmte Strategie eindeutig einer bestimmten Gruppe oder Lebenslage zuordnen.

Auffällig ist, dass die Bewohnerinnen/Bewohner seltener über soziale Bedürfnisse sprechen, wenn diese erfüllt sind. Erst dann, wenn sie diesbezüglich einen Mangel empfinden, äußern sie, dass sie ihr Bedürfnis nach sozialer Nähe und Zugehörigkeit gern im Stadtteil erfüllen würden. Das trifft insbesondere dann zu, wenn sie sich früher stärker eingebunden gefühlt haben und heute einen Verlust sozialer Zugehörigkeit und Gemeinschaft und eine Entfremdung vom Stadtteil erleben (vgl. Kapitel 5).

„Im Moment ist es gar nicht schön. […] Seit den letzten 20 Jahren. […] Man kommt mit den Leuten nicht mehr [klar]. Die man kennt, die man jetzt so sieht, das sind alles Alte. Und das werden ja immer weniger. Sind teilweise gestorben, ne. […] Kann man ja zugucken, wie die weniger werden. Wir sind als ganz Junge hier eingezogen. […] Wenn ich das jetzt überzogen sagen darf, dann: Mit denen [den Neuzugezogenen] kommen wir gar nicht zurecht. Mit den Frauen“ (R, I2, 69-73).

Insgesamt schätzen alle Interviewpartnerinnen/-partner, wenn sie familiäre oder freundschaftliche Kontakte im Stadtteil haben, da sie sowohl alltägliche Unterstützung als auch soziale Zugehörigkeit bieten. Allerdings gibt es in beiden Stadtteilen auch Bewohnerinnen/Bewohner, die keine engen sozialen Beziehungen im Quartier suchen.

„Aber wir bemühen uns jetzt auch nicht, halt hier den engen Kontakt zu suchen. Das hängt einfach damit zusammen, dass wir viel arbeiten und unterwegs sind. […] Unsere meisten sozialen Kontakte sind weit verstreut“ (H, I10, 179).

Um sich die notwendige Unterstützung und Zugehörigkeit außerhalb des nahräumlichen Umfelds zu erfüllen, ist Mobilität eine wichtige Voraussetzung. Für die meisten Interviewpartnerinnen/-partner ist es selbstverständlich, Teile ihres Alltags außerhalb des Stadtteils zu verbringen, insbesondere, da die meisten Befragten Familie und Freunde in anderen Teilen der Stadt oder an anderen Orten haben. Nur einige ältere und einige finanziell schlechter ausgestattete Bewohnerinnen/ Bewohner äußern sich diesbezüglich zu Einschränkungen: Sie sind nicht uneingeschränkt mobil, entweder aus gesundheitlichen Gründen oder weil ihnen Geld dafür fehlt, um Angehörige zu besuchen, die in größerer Entfernung wohnen. Aber auch wetterbedingte Einschränkungen (Schnee und Eis), Topographie (bergauf gehen) und Angstsituationen (schlecht beleuchtete Straßenabschnitte und weit entfernte Parkmöglichkeiten) werden als Hindernisse genannt. Die Bewohnerinnen/Bewohner des Hasenbergs sprechen dabei deutlich mehr Mobilitätseinschränkungen an als die aus Rosenhügel.

4.2 Die Alltags- und Familienkompatibilität des Stadtteils

Die Alltags- und Familienkompatibilität des Stadtteils ist insbesondere für diejenigen, die die Sorge- und Familienarbeit tätigen, also meist Frauen und Mütter, aber auch für ältere Menschen ein relevantes Kriterium für einen als gut bewerteten Wohnstadtteil. Die räumliche Nähe von Versorgungsmöglichkeiten sowie von Bildungseinrichtungen und Arbeitsstellen sind dafür die wichtigsten Kriterien. Die Möglichkeiten, die die Stadtteile Hasenberg und Rosenhügel bieten, sind in diesen Bereichen grundlegend unterschiedlich.

In Rosenhügel ermöglicht die räumliche Nähe unterschiedlicher Versorgungs- und Bildungsinfrastrukturen und insgesamt die Funktionsmischung im Stadtteil, dass die Alltagsorganisation relativ unkompliziert möglich ist und die unterschiedlichen Bedürfnisse einzelner Familienmitglieder miteinander verzahnt werden können. Für einige ergibt sich daraus auch ein besonders enges Familienleben mit vielfältigen alltäglichen Begegnungsmöglichkeiten:

„Und für den Alltag ist die Konstellation einfach perfekt, ne. […] Also [Partner] arbeitet 500 Meter Luftlinie von hier. Da hat er seine Werkstatt. Der kann mittags hier hin. Wir essen zusammen, ne. [Tochter] hat Schulschluss. Also das ist so ne Lebensqualität, weil das alles gebündelt in der Nähe ist, ne“ (R, I3, 147).

Physiologische Bedürfnisse, wie zum Beispiel die Versorgung mit Lebensmitteln, der Ärztin-/Arzt-, Apotheken- und Friseur(in)besuch, aber auch die Erholung, erfüllen die Bewohnerinnen/Bewohner beider Stadtteile häufig in Kombination mit Arbeits-, Ausbildungs- und Schulwegen oder anderen Erledigungen. Die räumliche Nähe unterschiedlicher Funktionen und Angebote im Stadtteil ermöglicht es allerdings nur in Rosenhügel, dass ältere Kinder die alltäglichen Wege weitgehend selbstständig zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr bewältigen und in die Alltagsorganisation einbezogen werden (können), etwa für kleinere Einkäufe:

„Meine Kinder gehen auch manchmal einkaufen. [...] Die freuen sich auch darüber. Sie kaufen entweder bei Netto ein oder bei uns hinten im Frischemarkt ein. [...] Da laufen sie hin“ (R, I16, 260-262).

Für diejenigen, die die Sorge- und Familienarbeit tätigen, bedeutet ein Stadtteil mit vielfältigen Möglichkeiten eine gewisse Entlastung und einen Zugewinn an eigener Autonomie. Und während mehrere Interviewpartnerinnen im innenstadtnahen Rosenhügel betonen, wie familienkompatibel sich der Alltag organisieren lässt, sind diese Stimmen am Hasenberg nicht zu hören. Dort ist es nicht möglich, die Alltagsbezüge unterschiedlicher Familienmitglieder in räumlicher Nähe zu organisieren. Viele Eltern und Großeltern übernehmen deswegen für die jüngeren Kinder Fahrdienste:

„Wir haben zwei Jungs, Enkelkinder. Natürlich versuchen wir so gut wie möglich […] damit sie jemand rüber fährt ins Gemeindehaus. Weil so nah ist das auch nicht. Zu Fuß können sie nicht dahingehen. So, und sind noch zu jung, wir wollen sie nicht alleine dahingehen lassen“ (H, I6, 102).

Damit eröffnen sie ihnen durch einen Mehraufwand für Mobilität Möglichkeiten, die außerhalb des Stadtteils liegen, da im Stadtteil zwar Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder bis zum Grundschulalter im notwendigen Rahmen existieren (Kindergarten und eine Grundschule mit Ganztagsbetreuung), aber nichts darüber hinaus. Auch gibt es keine weiterführenden Schulen oder Freizeitangebote für Jugendliche und kaum Arbeits- und Ausbildungsstellen.

Am Hasenberg ist für viele Bewohnerinnen/Bewohner auch die fehlende Nahversorgung mit Lebensmitteln ein Problem. Im Stadtteil gibt es keinen Supermarkt und inzwischen auch keine Bäckerei mehr. Dies kritisieren vor allem diejenigen, die den Hasenberg noch als Stadtteil mit einer gewissen Versorgungsinfrastruktur kannten – etwa mit mehreren kleinen Lebensmittelgeschäften, einer Bäckerei, einer Drogerie, einer Sparkassenfiliale. Im Vergleich dazu betonen die Interviewten in Rosenhügel die nach wie vor große Bandbreite an Versorgungsangeboten, obwohl sich auch hier aufgrund der Schließung der früher zahlreichen eigentümergeführten Lebensmittelläden viel verändert hat. Dennoch beschreiben einige Bewohner ihren Stadtteil als autark:

„Ja, wir haben ja eigentlich alles hier. Wir haben hier alles. So ist das schön. [...] Wenn jetzt die Unterführung zugemauert würde, wir haben alles zu essen, wir haben zu trinken [...] (Lachen). Wir haben Kaufland, Kaufpark, Netto. Eine Apotheke. [...] Wir haben Ärzte, jede Art. Alles da. Bushaltestellen [...]“ (R, I2, 147-155).

In den beiden Stadtteilen haben die Bewohnerinnen/ Bewohner zum Teil ähnliche, zum Teil aber auch unterschiedliche Strategien zur alltäglichen Versorgung entwickelt.5 Autobesitzerinnen/Autobesitzer machen eher Einkäufe in größerem Umfang (Wochenendeinkauf) und verbinden diese mit anderen Wegen, etwa zur Arbeitsstelle oder zur Kita. Einige Bewohnerinnen/Bewohner aus Rosenhügel, die nicht über einen Pkw verfügen, machen in der Woche mehrere kleine Einkaufsgänge zu Fuß, manche sogar fast täglich:

„Ich verbinde das Allee-Center mit meinem Fitnesscenter, was auch da ist. Und weil ich jeden Tag [dahin] gehe, kann ich jeden Tag mal eben einkaufen gehen“ (R, I7, 110-112).

Während also der Rosenhügel und die daran angrenzende Remscheider Innenstadt für das tägliche Einkaufen zu Fuß oder in Kombination mit den verschiedenen Buslinien, die im Stadtteil halten, eine adäquate Versorgungsinfrastruktur bereithalten, bietet der Hasenberg diese Möglichkeit nicht. Dies liegt unter anderem daran, dass der Stadtteil nur mit vernachlässigten Fußwegen an die Lenneper Altstadt angebunden ist, wo sich ein breites Nahversorgungsangebot findet. Außerdem gibt es nur eine einzige Buslinie am Hasenberg. Für Bewohnerinnen/Bewohner des Hasenbergs ist die Alltagsversorgung also mit längeren Wegen, aufwendigeren Wegeketten und mehr Mobilitätsaufwand verbunden. Für die meisten Interviewpartnerinnen/-partner beider Stadtteile ist die alltägliche Mobilität für die Erfüllung physiologischer Bedürfnisse allerdings selbstverständlich und machbar. Das hat folgende Gründe: Sie sind entweder gut zu Fuß und laufen die notwendigen Wege gern, Ältere nennen auch das mit Bewegung verbundene Bedürfnis, die eigene Gesundheit zu erhalten; sie haben die materiellen Ressourcen für den ÖPNV oder für ein Auto; sie haben soziale Ressourcen, sodass sie von Angehörigen gefahren werden oder Unterstützung bei Besorgungen erhalten. Benachteiligend wirken räumliche Distanzen am ehesten für die Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt mobil sind oder die aufgrund knapper finanzieller Ressourcen eine Mobilitätseinschränkung erfahren, was diesen wiederum weite Wege zu Fuß mit schwerem Gepäck abverlangt:

„Jetzt muss ich immer bis runter in die Stadt tingeln und das ist manchmal […] ganz schön anstrengend […], jetzt dreimal in der Woche dann immer mal etappenweise, weil Busmöglichkeiten ist ja auch nicht gerade so gegeben“ (H, I5, 44-46).

Freizeitbeschäftigungen zur Entspannung, Erholung und zum Spaß erfüllen weitere wichtige alltägliche Bedürfnisse. Die Bewohnerinnen/Bewohner erwarten allerdings in dieser Hinsicht nicht, dass der Stadtteil diese Bedürfnisse komplett abdeckt. So stellen beide Stadtteile nur eine begrenzte Freizeitinfrastruktur zur Verfügung: In Rosenhügel selbst gibt es wenige, in Hasenberg keine größeren Kulturinstitutionen, um sich die Bedürfnisse nach Inspiration und intellektueller Entfaltung, Kreativität und Spaß zu erfüllen. Dementsprechend fahren viele Bewohnerinnen/Bewohner für Kino- und Museumsbesuche, aber auch für Ausflüge in Cafés und Restaurants sowie zum Flanieren in benachbarte größere Städte. In Rosenhügel haben einige Mütter berichtet, dass sie mit ihren Kindern weit verstreute Freizeitangebote (Kinos, Schwimmbäder, Indoorspielplätze) nutzen, die sie mit dem Auto ansteuern. Demgegenüber schätzen viele Bewohnerinnen/Bewohner des Hasenbergs die Möglichkeiten zur Entspannung im Alltag durch Spaziergänge und Sport, die der Stadtteil aufgrund seiner Lage im Grünen bietet. Entsprechende Möglichkeiten finden sich in Rosenhügel kaum.

5 Die biographische Dimension der Bewertung und Nutzung des Stadtteils

In der Interpretation unserer Interviews hinsichtlich der Frage, inwiefern und wodurch das Quartier die Lebenschancen seiner Bewohnerinnen/Bewohner beeinflusst, konnten wir herausarbeiten, dass sich mit veränderten Lebenszielen und Ressourcen im Lebensverlauf auch die Wahrnehmung und Nutzung des Stadtteils verändern. Dies konnten wir einerseits im Hinblick auf die Art und Intensität der sozialen Einbettung feststellen. Auch eine Veränderung der Nutzungsmöglichkeiten des Stadtteils durch die Zunahme körperlicher Beschwerden, den Prozess des Alterns oder auch durch materielle Veränderungen, wie zum Beispiel ein gesunkenes Einkommen, ließen sich feststellen. Doch nicht nur die faktischen Veränderungen der Ressourcen und Lebensziele wirken auf das Leben und die Lebenschancen im Quartier. Diese Veränderungen stehen in einem Wechselspiel mit biographischen Erfahrungen und persönlichen Erinnerungen. Sie spielen für die Wahrnehmung und Nutzung des Stadtteils durch die Bewohnerinnen/Bewohner eine wichtige Rolle. Die Strategien der Bedürfniserfüllung müssen also sowohl an die veränderten Bedürfnisse und Ressourcen angepasst werden als auch an ein verändertes soziales und räumliches Umfeld. Die Handlungsmöglichkeiten und Wahlfreiheiten ändern sich damit auch hinsichtlich der Wahrnehmung dieser Veränderungen im Lebensverlauf. Für die Beantwortung der Frage nach dem Einfluss des Quartiers auf die Lebenschancen seiner Bewohnerinnen/ Bewohner ermöglicht die biographische Perspektive eine wichtige Ergänzung.

Die Bewohnerinnen/Bewohner skizzieren die von ihnen wahrgenommenen Veränderungen des jeweiligen Stadtteils häufig vor dem Hintergrund ihrer bisherigen Wohndauer im Stadtteil. Der Ausgangspunkt ihrer Betrachtung und Referenzzeitpunkt bei der Bewertung des Quartiers ist der eigene Zuzugszeitpunkt bzw. die erlebte Kindheit im Quartier. Daran werden Entwicklungen im Wohnumfeld gemessen – auch wenn der Zuzug oder die Kindheit bereits etliche Jahre zurückliegt. Der Umfang an Erinnerungen, die mit dem Quartier verbunden sind, wächst mit zunehmender Wohndauer im Quartier. Dabei wird die aktuelle Situation mit den eigenen Erinnerungen abgeglichen; Erinnerungen strukturieren dadurch die Wahrnehmung des Quartiers. Wir gehen davon aus, dass der Referenzzeitpunkt deswegen eine so große Bedeutung hat, weil er im Falle von Kindheitserinnerungen mit besonderen emotionalen Bindungen und prägenden Erfahrungen einhergeht. Der Zuzug im Erwachsenenalter erfolgte in den meisten Fällen aufgrund einer bewusst getroffenen und freiwilligen Entscheidung für das Quartier. Das bedeutet, dass Zuzugszeitpunkt oder -phase und die damit verbundene Erinnerung oft positiv besetzt sind. Sie entfalten eine große Wirkmächtigkeit für die Bewertung von Veränderungen im Quartier.

Die Bewertung des Stadtteils durch die alteingesessenen Bewohnerinnen/Bewohner fällt meist ambivalenter oder negativer aus als bei denjenigen, die erst in den vergangenen Jahren zugezogen sind. Die von uns interviewten Neuzugezogenen haben sich erst in jüngster Zeit und meist gezielt aufgrund bestimmter, von ihnen als positiv bewerteter Eigenschaften für ein Wohnen im Stadtteil entschieden. Die sozialen und räumlichen Bedingungen, die sie zum Zeitpunkt ihrer Zuzugsentscheidung vorgefunden haben, haben sich noch nicht grundlegend geändert, weshalb sie ihre Lebenssituation als ausgesprochen positiv bewerten. Demgegenüber liegt der Referenzzeitpunkt für die Bewertung bei den Alteingesessenen teilweise schon weit in der Vergangenheit – bei einem Zeitpunkt, als sowohl ihre Lebenssituation als auch die Situation im Stadtteil eine andere war. Vor diesem Hintergrund verlangen Veränderungen von den alteingesessenen Bewohnerinnen/Bewohnern eine beständige Erneuerung ihrer Zugehörigkeit zum Stadtteil und ihrer Strategien der Bedürfnisbefriedigung – eine Herausforderung, auf die einige auch mit Resignation, Verärgerung oder Rückzug reagieren.

Die Zugehörigkeit zum Stadtteil und die damit einhergehenden Vorstellungen vom Zusammenleben im Stadtteil, aber auch von dessen Erscheinungsbild, speist sich bei den Alteingesessenen aus dem Vergleich zwischen der aktuellen Situation und der oftmals stark idealisierten Situation zum Referenzzeitpunkt. Zu diesem Schluss kommen auch Valentine und Sadgrove (2014) in ihrer Untersuchung zur Einstellung gegenüber sozialer Differenzierung im Stadtteil. Langjährige Stadtteilbewohner(inne)n in unserer Untersuchung halten zum Beispiel die Erinnerung an frühere Nachbarschaftsfeste wach und bedauern deren Verschwinden – während sie die tatsächlich auch heute noch im Quartier stattfindenden Feste, zu deren Zielgruppe sie jedoch nicht mehr gehören, gar nicht zur Kenntnis nehmen. Die überwiegende Zahl der Personen – egal welchen Alters – berichtet davon, dass sie zum Referenzzeitpunkt signifikant mehr soziale Bezüge im Quartier gehabt hat: durch die Familie, den eigenen Schulbesuch oder den der Kinder oder auch durch eine berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit. Im Lebenszyklus verändern sich diese lokalen Sozialbindungen und lassen vor allem im Alter nach, z. B. durch den Auszug der Kinder, durch Trennung von der Lebenspartnerin bzw. vom Lebenspartner oder deren/dessen Tod, den Wegzug von Nachbarinnen/ Nachbarn, Freundinnen/Freunden und Bekannten und Kontaktverlust oder den Wegfall von Arbeitskontakten. Viele langjährige Bewohnerinnen/Bewohner haben im Vergleich zum Referenzzeitpunkt heute weniger soziale Kontakte im Quartier. Dies bewerten die meisten als negativ und verbinden es mit Entfremdungserfahrungen. Eine geringere lokale Integration thematisieren dabei vor allem Bewohnerinnen/Bewohner, deren Kinder den Haushalt bereits verlassen haben bzw. die ohne eigene Kinder im Haushalt leben. Während Schnur (2003) davon ausgeht, dass das lokale Sozialkapital mit zunehmender Wohndauer steigt, konnten wir in unserer Forschung zeigen, dass dies nicht automatisch der Fall ist.

Da für viele langjährige Bewohnerinnen/Bewohner im Laufe der Jahre die Zahl der Bekannten im Stadtteil geringer wird, während die Zahl der anonymen ‚Anderen‘, der Neuzugezogenen, größer wird, unterstellen sie Letzteren, egal welcher Nationalität und kultureller Herkunft, oft pauschal ungewohnte und befremdliche Verhaltensweisen. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Neuzugezogenen auf der Straße nicht grüßen oder ihre Vorgärten und Balkone nicht angemessen pflegen. Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass gerade alteingesessene Bewohnerinnen/Bewohner die Veränderungen der sozialen und räumlichen Umwelt als Verlust und Entfremdung erfahren, und zwar sowohl auf sozialer als auch auf materiell-symbolischer Ebene. Auf sozialer Ebene vermissen sie eine in der Vergangenheit vermeintlich sozial und kulturell homogene Nachbarschaft, in die sie integriert waren. Auf materiell-symbolischer Ebene stört sie das heutige Erscheinungsbild des Quartiers, also ‚unordentliche‘ Straßen und ‚ungepflegte‘ Häuser und Gärten. Diese Feststellung lässt sich so deuten, dass viele alteingesessene Bewohnerinnen/Bewohner auch die eigene Gebrechlichkeit und persönliche Verlusterfahrungen auf die Bewertung des Stadtteils projizieren. Wenn sie den Prozess des Alterns als schmerzlichen Verfallsprozess wahrnehmen, kann dies ihre Bewertung der Veränderungen im Wohnumfeld prägen. Dies zeigt sich sowohl bei der Bewertung von baulichem Verfall als auch von sozialen Veränderungen, die viele als sich negativ verstärkende Dynamik eines unaufhaltsamen Verfalls interpretieren, dem sie hilflos gegenüberstehen.

Bezüglich der Versorgungsinfrastruktur hadern vor allem diejenigen, zu deren Referenzzeitpunkt der Stadtteil (Hasenberg) noch mehr Infrastrukturen und Einrichtungen aufwies (z. B. Post, Sparkasse, Lebensmittelgeschäfte, Kirche), die er mittlerweile verloren hat, damit, dass sie sich neue Strategien zu eigen machen mussten. Rosenhügel ist dagegen aufgrund seiner Funktionsmischung und zentralen Lage eher geeignet, der Vielfalt an verschiedenen alltagsbezogenen Bedürfnissen im Lebensverlauf gerecht zu werden als Hasenberg. Gleichzeitig thematisieren Bewohnerinnen/Bewohner in Rosenhügel häufiger als in Hasenberg eine soziale Entfremdung vom Stadtteil. Dies mag damit zusammenhängen, dass sich dieser Stadtteil mit etwas größerer Dynamik wandelt als der Stadtteil Hasenberg und Veränderungen der Sozialstruktur dort für die Bewohnerinnen/ Bewohner eine größere Herausforderung darstellen, während die langjährigen Bewohnerinnen/Bewohner Hasenbergs stärker den Verlust von Versorgungsmöglichkeiten beklagen.

Es zeigt sich also in den Interviews, dass die Bewohnerinnen/Bewohner zu bestimmten Zeitpunkten ihres Lebens vor der Herausforderung stehen, neue Strategien zur Bedürfnisbefriedigung zu entwickeln. Die Gründe dafür liegen oftmals in einer Veränderung des Stadtteils und der gleichzeitigen Veränderung der individuellen Lebenssituation und der persönlichen Ressourcen. So machen es biographische Umbrüche durch den Verlust der Arbeitsstelle, die Veränderung der Haushaltszusammensetzung oder gesundheitliche Einschränkungen oft notwendig, etablierte Strategien zur Erfüllung von Bedürfnissen anzupassen und neue zu entwickeln. Je nachdem, in welcher Lebenssituation sich die Bewohnerinnen/Bewohner befinden, bietet ihnen der Stadtteil unterschiedliche Möglichkeiten oder enthält sie ihnen vor. Und diese Möglichkeiten verändern sich im Lebensverlauf. Dabei spielt die Erinnerung eine Rolle und überlagert sich mit den Bedürfnissen und Ressourcen. Im Hinblick auf die soziale Zugehörigkeit benötigen die langjährigen Bewohnerinnen/Bewohner zum Beispiel ein gewisses Maß an Simmel’scher Toleranz – also eine urbane Lebensweise, die sich laut Georg Simmel ([1903] 2006) durch eine weitgehende Gleichgültigkeit gegenüber Differenz und Individualität auszeichnet – andererseits aber auch Flexibilität, um sich mit den Veränderungen im Umfeld zurechtzufinden und sogar neue soziale Kontakte zu knüpfen. So sind auch für die Entwicklung neuer Strategien zur Versorgung teilweise andere Ressourcen notwendig als früher, zum Beispiel mehr finanzielle Ressourcen für Mobilität oder soziale und finanzielle Ressourcen für die alltägliche Unterstützung.

Aus biographischer Perspektive ist auch die Weitergabe der Ortsbindung von einer Generation an die andere zu beobachten. Dies lässt sich an Wohnstandortentscheidungen ablesen, bei denen die Nähe zu bereits im Stadtteil lebenden Angehörigen oder das Hauseigentum im Familienbesitz eine Rolle spielen. Jugendliche knüpfen vereinzelt auch über ehrenamtliches Engagement eine frühe Bindung an den Stadtteil. Weitere diesbezügliche Aspekte sind Pflege- und Betreuungsaufgaben im Familienkreis. Manche Bewohnerinnen/Bewohner haben deswegen Wohnstandortentscheidungen gefällt, die den eigenen Wohnortpräferenzen teilweise widersprechen. Das bedeutet, dass die biographisch begründete Weitergabe der Ortsbindung von einer Generation an die andere auch dazu führen kann, dass eine Bewohnerin/ein Bewohner ein eher ambivalentes Verhältnis zum Stadtteil entwickelt, da seine Wahlfreiheit in Bezug auf ihre/seine Wohnortwahl nicht gegeben war, sondern stark von familiär bedingten Zwängen geprägt war. Dies kann auch bedeuten, dass sie/er Schwierigkeiten hat, sich im Stadtteil alle Bedürfnisse unter entsprechender Wahlfreiheit zu erfüllen und die eigenen Ressourcen zu nutzen und zu vermehren.

Welche Rückschlüsse können aus dieser Betrachtung für die Quartiersforschung und die Frage nach der Rolle des Stadtteils für die Lebenschancen der Bewohnerinnen/Bewohner gezogen werden? Biographische Aspekte strukturieren das Leben im Quartier und beeinflussen damit auch die Wirkung des Quartiers auf die Lebenschancen. Dies bedeutet, dass eine Berücksichtigung des biographischen Kontextes ein erweitertes und vertieftes Verständnis der Wirkung des Quartiers auf die Lebenschancen der Bewohnerinnen/Bewohner ermöglicht, da sich sowohl die individuellen Bedürfnisse und die verfügbaren Ressourcen im Lebensverlauf ändern als auch das Quartiersumfeld. Im Kontext der Quartierseffekteforschung erlaubt dies, eine zeitliche Perspektive einzubeziehen und besser zu verstehen, dass der Referenzzeitpunkt für die Bewertung des Quartiers bedeutsam ist, wie Ortsbindungen intergenerationell weitergegeben werden und warum viele langjährige Bewohnerinnen/Bewohner Veränderungen im Stadtteil als Verlust und Entfremdung erleben und persönliche Erfahrungen auf den Stadtteil projizieren.

6 Fazit: Mobilität als Strategie, den Blick auf das Quartier zu erweitern

In unserer Interpretation der Interviews haben wir den Blick vor allem auf Bedürfnisse und die Strategien ihrer Erfüllung gerichtet. Ins Zentrum gerückt haben wir dafür die individuellen Ressourcen im Zusammenspiel mit den Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung. Unser Forschungsmodell zielt darauf ab zu zeigen, dass Lebenschancen im Quartier dann gegeben sind, wenn Personen in ihrer individuellen sozialräumlichen Positionierung bzw. in ihrem sozialräumlichen Setting mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen ihre Lebensziele realisieren können. Dies setzt voraus, dass sie sich ihre Bedürfnisse erfüllen können und dabei sowohl hinsichtlich der Strategien zur Bedürfnisbefriedigung als auch bei der Spezifizierung und Priorisierung ihrer Bedürfnisse eine Wahlfreiheit haben. Ausgehend von dieser Annahme ließen sich sowohl individuelle Konstellationen herausarbeiten, bei denen eine Realisierung von Lebenszielen gegeben ist, als auch solche, bei denen dies etwas eingeschränkt der Fall ist. Unser Fokus lag dabei auf zwei Bereichen: den sozialen Bedürfnissen (Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Austausch, Mitbestimmung, Unterstützung) und den alltagsbezogenen physiologischen Bedürfnissen (Ernährung, Gesundheit, Erholung), wobei wir zum Teil auch andere Bedürfnisbereiche mit einbezogen haben. Daran anschließend haben wir die Bedeutung der Biographie und der Wohndauer im Stadtteil für die Bewertung und Nutzung des Stadtteils und damit auch für die Realisierung von Lebenszielen herausgearbeitet.

Die Remscheider Stadtteile Hasenberg und Rosenhügel sind Stadtteile, die sich stark unterscheiden und in denen wir jeweils mit unterschiedlichen Bewohnerinnen/Bewohnern gesprochen haben. Das Bild von deren Bedürfnissen und den Strategien, sich diese zu erfüllen, ist entsprechend komplex. Alle Bewohnerinnen/Bewohner können sich einen gewissen Teil ihrer alltäglichen Bedürfnisse im Wohnquartier erfüllen und verlassen es zur Erfüllung anderer Bedürfnisse. Für die meisten Bewohnerinnen/Bewohner ist dies so selbstverständlich wie unproblematisch. Dies liegt auch daran, dass der Wohnort für die meisten das Ergebnis einer bewussten Entscheidung im Gefüge von Möglichkeiten zur Bedürfniserfüllung und den verfügbaren Ressourcen ist, die dann bestimmte Strategien nach sich zieht. Für einige wenige überlagern sich jedoch individuelle Lebenslage und sozialräumlicher Kontext in benachteiligender Weise. Das bedeutet, dass es für sie schwierig ist, sich im Wohnquartier ihre Bedürfnisse zu erfüllen, weil die dafür notwendigen Orte bzw. Räume zur Bedürfnisbefriedigung fehlen, und den Bewohnerinnen/Bewohnern dann die Ressourcen fehlen, um Orte bzw. Räume außerhalb des Quartiers anzusteuern. Das können Versorgungsinfrastrukturen wie Supermärkte und Ärztinnen/Ärzte sein, aber auch soziale Freundschaftsnetzwerke. Diese Lebenssituationen ließen sich sowohl im innerstädtischen, funktionsgemischten Rosenhügel als auch im monofunktionalen Hasenberg in Stadtrandlage antreffen.

Deutlich wird in diesem Kontext, dass Mobilität für die Möglichkeiten der Erfüllung von unterschiedlichen Bedürfnissen und die Ermöglichung von Wahlfreiheit besonders bedeutsam ist. Die Möglichkeiten der Erfüllung von Bedürfnissen sind letztlich fast immer an Orte bzw. Räume gebunden, nur in wenigen Fällen (z. B. Telearbeit) sind sie ortsunabhängig. Manderscheid (2012: 552 f.) kritisiert die Annahme, Mobilität unterliege als abgeleitetes Bedürfnis einer rationalen Kalkulation von Individuen. Sie merkt an, dass dabei die zugrunde liegenden Bedürfnisse, die Mobilität erst hervorrufen, meist kein Untersuchungsgegenstand sind.

In unserer Forschung stand Mobilität zwar nicht im Zentrum, in der Interpretation der Interviews ist aber deutlich geworden, dass sie eine dominante Strategie der Bedürfnisbefriedigung ist. Mobilität ist insbesondere dann wesentlich, wenn eine nahräumliche Bedürfnisbefriedigung nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Wenn kein Supermarkt im Quartier vorhanden ist oder weder Familie noch Freundinnen/Freunde in räumlicher Nähe wohnen, werden Mobilitätseinschränkungen potenziell zu einer Benachteiligung. Können die vor Ort fehlenden Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung dann nicht mittels individueller Ressourcen durch andere Strategien als die Mobilität kompensiert werden, zum Beispiel durch die Bestellung von Lebensmitteln im Internet, die Einbindung in nachbarschaftliche Netzwerke oder die virtuelle soziale Vernetzung, ergibt sich daraus eine sozialräumliche Benachteiligung bei den Lebenschancen.

Selbst wenn jedoch mithilfe individueller Ressourcen alternative Strategien der Bedürfnisbefriedigung erschlossen werden können, ist eine Mobilitätseinschränkung potenziell immer auch eine Einschränkung der Freiheit, zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung zu wählen. Das lässt jedoch nicht den Rückschluss zu, dass bei einer Nichtinanspruchnahme von Mobilität automatisch eine erzwungene Beschränkung der Wahlfreiheit auf die Möglichkeiten im Nahraum vorliegt. Es kann sich durchaus um eine bewusste Entscheidung gerade für diese Möglichkeiten handeln. So hat beispielsweise für mehrere Interviewpartnerinnen/-partner der lokale Bezug eine hohe Priorität, obgleich sie mobil sind. Letztlich kann Mobilität aber auch Ausdruck einer fehlenden Wahlfreiheit sein; dann nämlich, wenn andere Strategien zur Bedürfnisbefriedigung nicht zur Verfügung stehen. Je nachdem, in welchem Maße individuelle Ressourcen für die Mobilität aufgebracht werden müssen (Zeit, Geld) und welche Art der Mobilität dementsprechend möglich ist, stellt die erzwungene Mobilität potenziell eine Benachteiligung dar. Diese erzwungene Mobilität belastet insbesondere Personen mit Familienverantwortung, da sie die Bedürfnisse unterschiedlicher Familienmitglieder koordinieren müssen, was oftmals zu ohnehin höheren Mobilitätsniveaus und komplexeren Wegeketten führt (vgl. Scheiner/Holz-Rau 2017). In unseren Interviews konnten wir feststellen, dass die Alltags- und Familienkompatibilität im funktionsgemischten Stadtteil Rosenhügel insbesondere aufgrund der kurzen Wege geschätzt wird. Mobilitätseinschränkungen, sowohl bei der Möglichkeit zur Mobilität als auch bei der Gestaltung dieser Mobilität, bilden dementsprechend die bedeutsamste Restriktion bei der Realisierung von Lebenszielen.

Unsere Analyse lässt keine Rückschlüsse darauf zu, ob eines der Quartiere eine stärker oder weniger stark ‚benachteiligende Wirkung‘ auf seine Bewohnerschaft entfaltet. Nicht das Quartier, sondern die Bewohnerschaft ist Trägerin von Lebenschancen. Und da diese Bewohnerschaft sehr heterogen ist und über unterschiedliche Ressourcen verfügt, sind auch die Strategien der Bedürfniserfüllung sowie die dabei relevanten Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung heterogen. Somit kann es keine pauschale Benachteiligung durch einen Stadtteil geben. Vielmehr ergibt sich eine potenzielle Benachteiligung aus dem Zusammenspiel von raumbezogenen Möglichkeiten mit lebenssituationsspezifischen Bedürfnissen und individuellen Ressourcen. Aus diesem Gefüge entwickeln Bewohnerinnen/Bewohner Strategien der Bedürfnisbefriedigung, die Rückschlüsse auf Benachteiligungen zulassen. Während es keine pauschal benachteiligenden Quartiere gibt, existieren durchaus sozialräumlich bedingt benachteiligende Lebenslagen. Sollen diese politisch bekämpft werden, muss der Fokus vor allem auf denjenigen liegen, die Mobilitätseinschränkungen (in der Möglichkeit und der Gestaltung von Mobilität) erfahren und dadurch in ihrer Wahlfreiheit und Bedürfnisbefriedigung beschränkt sind. Darüber hinaus sollten Beschränkungen der Wahlfreiheit durch eine erzwungene Mobilität genauer betrachtet werden. Hier handelt es sich, anders als bei den nach Lebenslagen differenzierten Mobilitätseinschränkungen, tatsächlich um eine räumliche Dimension. Es geht letztlich um ein lokales (Basis)angebot an Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung. In unseren Interviews benennen die Bewohnerinnen/Bewohner in diesem Zusammenhang vor allem die Lebensmittelnahversorgung und den Stadtteilverein als Anker verschiedener sozialer Initiativen. Ob und durch wen diese in Anspruch genommen werden, sollte idealerweise ein Ergebnis freier Wahlentscheidungen sein.

Um sozialräumliche Benachteiligung bezüglich der Lebenschancen der Stadtteilbewohner zu erfassen, müssen die Mechanismen der strukturellen Benachteiligung in die Analyse einbezogen werden. Eine Schwierigkeit, die unsere empirische Forschung zutage gefördert hat, ist die Erkenntnis, dass die Bewohnerinnen/ Bewohner ihr Leben nach ihren jeweiligen Möglichkeiten und Ressourcen gestalten und nicht erfüllbare Bedürfnisse kaum thematisieren. Da sie selbst die damit einhergehende kognitive Dissonanz ausgleichen, ist der Hintergrund ihrer Darstellung nicht das, was sie an Lebenschancen und Wahlmöglichkeiten haben könnten, sondern das, was sie aufgrund ihrer Situation für erreichbar und notwendig halten. Sie passen ihre Strategien also häufig selbst den Bedingungen an, die sie vorfinden. Aufgrund dieser Selbstbeschränkung gehen wir davon aus, dass Rückschlüsse aus dem empirischen Material auf strukturell bedingte Faktoren, die die Lebenschancen prägen, zumindest teilweise verschleiert sind. Insbesondere die Ressourcenverfügbarkeit der Individuen, deren Einsatz und die genutzten Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung verweisen dennoch auf strukturell bedingte Benachteiligungen. Je größer der Ressourcenaufwand ist, ein Bedürfnis zu erfüllen, und je komplizierter die genutzten Strategien der Bedürfniserfüllung sind, desto mehr kann man von einer Benachteiligung ausgehen. Forschung zu sozialräumlicher Benachteiligung erfordert dementsprechend eine Doppelperspektive. Der Fokus auf die individuellen Möglichkeiten und Wahlfreiheiten muss rückgekoppelt werden an die strukturellen Muster von Benachteiligung, da beide unmittelbar zusammengehören.

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Footnotes

1Das Projekt „Lebenschancen im Quartier“ wurde von 2016 bis 2018 durch das Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) gefördert, das durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert wird. Projektleitung: Prof. Dr. Susanne Frank und Prof. Dr. Thorsten Wiechmann, Projektbearbeitung: Dr. Nina Schuster und Anne Volkmann. Wir danken Susanne Frank und Thorsten Wiechmann für die hilfreichen Kommentare und Diskussionen.
2Die Kontakte zu unseren Interviewpartnerinnen/-partnern haben wir über Stadtteilzentrum und Stadtteilverein und die Stadtteilkonferenz im Quartier angebahnt. Wir danken allen Gesprächspartnerinnen/-partnern und Stadtteilakteurinnen/-akteuren für ihre Unterstützung unserer Forschungsarbeit.
3Professionelle Software für Qualitative und Mixed Methods-Forschung.
4Nach jedem Interviewzitat stehen in Klammern der Stadtteil, in dem die/der Interviewte wohnt (R für Rosenhügel, H für Hasenberg) sowie die Interviewnummer und der Absatz, aus dem das Zitat jeweils stammt.
5Wir beziehen uns hier besonders auf die Versorgungsinfrastruktur. Damit sehen wir ab von der in den Interviews durchaus als zwiespältig diskutierten Strategie, bestimmte Dinge über das Internet zu beschaffen.

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