Paradoxe Aushandlungen von Migration im Diskurs um die Leipziger Eisenbahnstraße

Open access

Zusammenfassung

Verschiebungen bzw. wechselseitige Bedingtheiten von neuen gesellschaftlichen Ein- und Ausschlüssen im Prozess der Internationalisierung und Diversifizierung von Städten genauer zu betrachten, ist Ziel dieses Beitrags. Mithilfe der Paradoxie im Sinne eines heuristischen Zugangs werden scheinbar widersprüchliche Ein- und Ausschlüsse von Migration in einem langjährigen stadtentwicklungspolitischen Schwerpunktraum der Stadt Leipzig untersucht. Eine Analyse der lokalen Berichterstattung und stadtentwicklungspolitischer Dokumente zeigt, dass im Diskurs um die Leipziger Eisenbahnstraße eine klassische urbane Diskursfigur reproduziert wird. Dabei wird Migration einerseits als produktiver Faktor im Sinne einer ökonomischen Ressource verhandelt und andererseits als Faktor unproduktiver Devianz problematisiert. Da Formen der Inklusion gewünschter Zuwanderung an anderer Stelle an Ausschlüsse und Kontrolle unerwünschter Zuwanderung gekoppelt werden, entstehen paradox erscheinende diskursive Logiken im Umgang mit einem pluralisierten und stark durch Migration geprägten Stadtraum. Der Ausruf einer Parallelwelt, der an eine zu integrierende Migrationsbevölkerung gerichtet ist, sowie die Beschwörung der „Stadt der Vielfalt“, die eher diffus und damit weitestgehend anonym bleibt, stehen jedoch im Widerspruch zu einer allgemeinen Anerkennung migrationsgesellschaftlicher Realität. Trotzdem oder gerade weil Leipzig eine Vorreiterrolle im ostdeutschen Kontext in puncto Migration einnimmt, entbehrt sie (noch) der Selbstverständlichkeit und bleibt eine hochgradig sensible Angelegenheit.

1 Perspektiven auf Migration und die unternehmerische Stadt der Vielfalt

Etwa seit den 2000er-Jahren ist der migrationspolitische Diskurs in deutschen Städten durch auffällige Perspektivverschiebungen und integrationspolitische Neuausrichtungen gekennzeichnet. Diese Entwicklungen sind mit einem Bedeutungsgewinn der kommunalen Ebene und mit einem allgemeinen Kurswechsel hin zum Leitbild der unternehmerischen Stadt der Vielfalt verknüpft (Krummacher 2017). Charakteristisch ist in diesem Zusammenhang die Überwindung eines kulturalistisch geprägten Integrationsverständnisses, das in der Tradition einer nationalstaatlich formulierten ‚Defizitperspektive‘ auf Migration stand (Rodatz 2014; Pütz/Rodatz 2013). Sichtweisen, die Migrationserfahrungen von vorne herein als Problem konzipierten und daraus einen generellen integrationspolitischen Förderbedarf ableiteten, wurden im Zuge dessen abgelöst von der Betonung von Vielfalt als Potenzial städtischer Entwicklungen (Hillmann 2011; Hillmann 2018; Bundesregierung 2007; Bundesregierung 2011). Gleichzeitig beinhaltet dieser diversity turn eine Individualisierung von Integrationsaufgaben, indem er die Erwartung einer gesellschaftlichen Selbsteingliederung der Zuwandernden in den Vordergrund seiner Argumentation stellt und diese zunehmend als zu aktivierende Stadtbürger anspricht. Die stadtentwicklungspolitische Zielsetzung, Segregationserscheinungen zu verhindern und aufzulösen, wird in dieser Logik umgedeutet: So werden durch internationale Migration geprägte Nachbarschaften zunehmend unter dem Aspekt der Stärkung lokaler Gemeinschaften und der Produktivität migrantischer Ökonomien betrachtet.

Eine entsprechende kommunalpolitische Neuausrichtung nach dem Motto ‚Integration trotz Segregation‘ birgt jedoch Risiken, die unter anderem in einer Verlagerung gesellschaftlicher Exklusionen bestehen können (Häußermann/Siebel 2007). Eine ökonomisierende Instrumentalisierung von Migration als kulturelles und ökonomisches Kapital im Wettbewerb um Fachkräfte und Unternehmensansiedlungen wird daher auch kritisch betrachtet (Rodatz 2014: 36). Insbesondere eine Unterscheidung in nützliche und nicht nützliche Migration, die neue Ein- und Ausschlüsse produziert, muss in diesem Zusammenhang kritisch gewertet werden. So kann die gezielte Ausrichtung auf den Einschluss der als wirtschaftlich produktiv wahrgenommenen Migration gleichzeitig die Ausgrenzung jener befeuern, die nicht dem dominanten Inwertsetzungsparadigma entsprechen. Der Diskurs um Migration als Ressource der Stadtentwicklung leistet dann unter Umständen Ausschlüssen Vorschub, die über eine Ethnisierung sozialer Probleme praktiziert werden. Diese Problematik kommt unter anderem in Auseinandersetzungen um Fragen der inneren Sicherheit und der kommunalen Ordnungspolitik zum Ausdruck, die häufig in urbane Aufwertungsstrategien eingelagert sind.

Vor diesem Hintergrund liegt dem vorliegenden Beitrag die These zugrunde, dass durch die zunehmende Pluralisierung und Internationalisierung der Gesellschaft neue, scheinbar widersprüchliche Aushandlungen um das Thema Migration an Relevanz in städtischen Diskursen gewonnen haben (Espahangizi/Hess/Karakayali et al. 2016). Entsprechende paradoxe Logiken, wie die Exklusion nichterwünschter Migration bei gleichzeitiger Inklusion von erwünschter Migration, werden im vorliegenden Beitrag als „inclusion through exclusion“ (De Genova 2008) bzw. „inklusive Exklusion“ bezeichnet. Konkret steht damit das Verhältnis, das zwischen der als wirtschaftlich produktiv angesehenen Migration und der als sozial prekärer geltenden Migration gesetzt wird, im Mittelpunkt der Analyse. Der Beitrag basiert auf Ergebnissen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsprojektes zum Umgang mit Vielfalt in städtischen Kontexten. 1

Im Folgenden wird in Kapitel 2.1 zunächst dargelegt, warum der Begriff der Paradoxie als eine hilfreiche Heuristik dienen kann, um die widersprüchlichen Logiken im gegenwärtigen Umgang mit dem Thema Migration aufzuschließen. Als empirisches Fallbeispiel steht mit dem Gebiet um die Eisenbahnstraße ein stadtentwicklungspolitischer Schwerpunktraum der Stadt Leipzig im Fokus der Betrachtung (Kapitel 2.2). Um das Fallbeispiel in seinen gesamtstädtischen Kontext einordnen zu können, werden in Kapitel 3 zentrale Merkmale der Leipziger Migrationsgeschichte und der kommunalen Integrationspolitik dargestellt. Im empirischen Teil (Kapitel 4) werden diskursive Logiken einer ‚inklusiven Exklusion‘ von Migration auf der Grundlage der medialen Berichterstattung und stadtentwicklungspolitischer Aussagen über die Eisenbahnstraße analysiert. Während in Kapitel 4.2 zunächst die medialen Konstruktionen migrantisch markierter Akteure beleuchtet werden, liegt der Analysefokus in Kapitel 4.3 auf den an den Faktor Migration geknüpften Imaginationen von Stadtgesellschaft und urbanem Zusammenleben. Diese Ergebnisse werden in Kapitel 5 mit einem besonderen Fokus auf multiskalare Aushandlungen von Migration im ostdeutschen Kontext zusammengefasst.

2 Charakterisierung von Paradoxien postmigrantischer Stadtgesellschaften

2.1 Zum Begriff der Paradoxie

Um neuartige Verschiebungen bzw. Gleichzeitigkeiten von gesellschaftlichen Ein- und Ausschlüssen im Prozess der Internationalisierung und Diversifizierung von Städten genauer zu betrachten, wird im Folgenden auf den Begriff der „Paradoxie“ im Sinne einer „Heuristik für die empirische, rekonstruktive Aufschließung typischer Gegenwartsphänomene“ (Honneth/Sutterlüty 2011: 69; vgl. Kemper/Vogelpohl 2013: 223) zurückgegriffen. Ziel ist es dabei, nicht nur Paradoxien im Sinne eines breiten Begriffsverständnisses zu nutzen, „um Dissonanzen, Spannungen, Widersprüche zwischen zwei (und mehr) Sachverhalten […] ansprechen und untersuchen zu können“ (Kemper/Vogelpohl 2013: 221). Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Logiken und Phänomenen im Kontext urbaner Vielfaltsdiskurse soll sich vielmehr an einem engen Paradoxie-Verständnis orientieren. Ziel der Analyse ist es demnach, zunächst die Voraussetzungen bzw. Grundlagen zu rekonstruieren, aus denen scheinbar widersinnige Erscheinungen im Diskurs um Integration und Vielfalt resultieren, und zu zeigen, „dass und wie das widersprüchliche Zueinander durch ein und denselben Prozess zustande gekommen ist“ (Hartmann 2002: 237). Auf einer sehr allgemeinen Ebene lässt sich dieser Prozess, auf dem die oben angedeutete paradoxe Diskurskonfiguration inklusiver Exklusionen von Migration beruht, als gesellschaftliche Pluralisierung infolge von Migrationsbewegungen bezeichnen.

Die Debatte um das Postmigrantische greift diese gesellschaftliche Transformation auf. Sie rückt „[…] die empirische Tatsache ins Zentrum […], dass Migration nicht als Ausnahme von nationalen Vergesellschaftungsprozessen begriffen werden kann, sondern zentrale Normalität von Gesellschaft ist“ (Espahangizi/Hess/ Karakayali et al. 2016: 15). So haben die „Bewegungen der Migration […] zu einer umfassenden Pluralisierung der Gesellschaft und der gelebten Selbstverständlichkeit von Mehrfachzugehörigkeiten geführt“ (Espahangizi/Hess/Karakayali et al. 2016: 15). Diese Pluralisierung als übergreifender gesellschaftlicher Prozess bringt jedoch zweierlei sich scheinbar widersinnig zueinander verhaltende Effekte hervor: Einerseits „neue Partizipationsmöglichkeiten von (ehemals) Eingewanderten und ihren Nachkommen, wie auch neue Möglichkeiten, Diskriminierung und rassistische Ausschlüsse zurückzuweisen und juristisch zu bekämpfen“ (Espahangizi/Hess/Karakayali et al. 2016: 15). Andererseits bringt die pluralisierte Gesellschaft auch neuartige Formen der Exklusion und Praktiken der Regulierung und Kontrolle von migrationsbedingten Dynamiken hervor. Aus der Perspektive der Postmigration ist die durch Migration geprägte plurale Gesellschaft eine, „in der die institutionelle und alltägliche Reproduktion von Rassismus nicht einfach verschwindet, sondern neue Formen und Wege nimmt“ (Espahangizi/Hess/Karakayali et al. 2016: 15). Vertreter der postmigrantischen Perspektive plädieren deshalb dafür, „den Standpunkt der Migration selbst einzunehmen und sie als eine zentrale, die gesamte Gesellschaft prägende und verändernde Dynamik darzustellen“ (Hess 2015: 60). Gleichzeitig begreifen sie Migration als ein „sozial hergestelltes und vermitteltes Verhältnis“, das es ohne „die diversen Politiken und Versuche, sie zu steuern, zu verwalten, zu vermessen, zu bebildern und zu deuten“ (Hess 2015: 60) nicht geben würde. Vor diesem Hintergrund sollen im Folgenden entsprechende Widersprüche im Kontext urbaner Vielfaltsdebatten an einem konkreten Fallbeispiel herausgearbeitet werden. Im medialen und kommunalpolitischen Diskurs um den sozialräumlichen Wandel des Leipziger Ostens und hier insbesondere im Gebiet um die Eisenbahnstraße, sind die skizzierten paradoxen Aushandlungen von Migration in besonderer Weise zu identifizieren.

2.2 Gründe für die Auswahl des Fallbeispiels Eisenbahnstraße und Fragestellung

Während die Auseinandersetzung mit kommunalen Integrations- und Migrationspolitiken in westdeutschen Städten bereits eine längere Tradition aufweist, standen entsprechende Politiken in ostdeutschen Kommunen, vor allem bedingt durch die lange Zeit vorherrschende Abwanderungsproblematik, bislang erst wenig im Fokus. Sowohl ein angenommener ‚Nachholbedarf‘ in Sachen kommunaler Migrations- und Integrationspolitik als auch die öffentliche Debatte um eine geringe Toleranz und ausgeprägtere Formen des Rassismus verweisen auf einen erhöhten Forschungsbedarf im Gebiet der neuen Bundesländer (Münch 2013). Die Stadt Leipzig, deren demographische Entwicklung zum einen durch starke Abwanderungsprozesse in der Nachwendezeit geprägt war, die aber gegenwärtig durch starkes Einwohnerwachstum gekennzeichnet ist und im ostdeutschen Kontext als Vorreiter in Sachen internationale Zuwanderung gilt, wird in diesem Zusammenhang als ein lohnendes Untersuchungsbeispiel betrachtet. Politische und mediale Aushandlungen um den Faktor Migration fokussieren sich dabei innerhalb der Stadt in besonderer Weise auf das Gebiet um die Eisenbahnstraße im östlichen Innenstadtrandbereich (vgl. Abbildung 1). Dieser Stadtraum ist einerseits ein langjähriger Schwerpunktraum der Leipziger Stadtentwicklung mit dem Ziel, bauliche und soziale Aufwertungen zu initiieren. Andererseits repräsentiert das Gebiet etwa seit Ende der 1990er-Jahre einen zentralen Anziehungspunkt der internationalen Migration (Stadt Leipzig 2013b) und wird dadurch als eine Art Ausnahmephänomen innerhalb der neuen Bundesländer wahrgenommen.

Abbildung 1
Abbildung 1

Internationale Wanderungsdynamik auf der Ebene der Ortsteile und Lage des Programmraums „Leipziger Osten“

Citation: Raumforschung und Raumordnung 2019; 10.2478/rara-2019-0030

Die dort anzutreffende und für Städte in Ostdeutschland als untypisch geltende Situation wird in den überregionalen Medien unter anderem folgendermaßen charakterisiert: „Dort, im türkischen Café Brothers, sitzt man im Zentrum der Anomalie, wie es sie kein zweites Mal gibt im deutschen Osten. Diese Anomalie heißt Eisenbahnstraße, sie ist etwa 1,4 Kilometer lang und Meldeadresse von Anwohnern aus mehr als 70 Nationen“ (Pollmer 2017: 3). Innerhalb Leipzigs wird das Gebiet um die Eisenbahnstraße, nicht zuletzt bedingt durch den überdurchschnittlich hohen Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund, als problematisch und sozial abgewertet stigmatisiert. Gleichzeitig ist es zunehmend in den Fokus von Investoreninteressen und Aufwertungsstrategien geraten.

Im vorliegenden Beitrag wird die Aushandlung und Problematisierung von Migration im medialen und lokalpolitischen Umgang mit dem Quartier unter folgenden Fragestellungen analysiert:

  1. Welche scheinbar widersprüchlichen gesellschaftlichen Ein- und Ausschlüsse werden durch unterschiedliche diskursive Verknüpfungen von migrantisch markierten Akteuren mit dem Gebiet um die Eisenbahnstraße erzeugt?
  2. In welchem Verhältnis stehen diese In- und Exklusionen zueinander und inwieweit bedingen sie sich – im Sinne eines engen Paradoxieverständnisses – gegenseitig?

Unserer Analyse liegt die These zugrunde, dass entsprechende Aushandlungen von Migration im Gebiet um die Eisenbahnstraße erst in ihrem gesamtstädtischen Kontext nachvollziehbar werden. Daher wird im folgenden Kapitel zunächst ein kurzer Überblick über die Migrationsgeschichte der Stadt Leipzig und die Etablierung der kommunalen Integrationspolitik seit der Wiedervereinigung gegeben.

3 Leipzig im ostdeutschen Kontext – Vorreiter und Sonderfall in Sachen Migration

In der Leipziger Stadtentwicklungspolitik haben die Themen Migration und Integration in den letzten Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen (Budnik/Großmann/Haase et al. 2017: 45 f.). Dieses Interesse, das mit veränderten Perspektiven auf die Stadtgesellschaft und neuen planungspolitischen Aufgaben verknüpft ist, steht im deutlichen Zusammenhang mit spezifischen Umbrüchen in Leipzigs demographischer Entwicklung.

3.1 Demographische Rahmenbedingungen

Bis Ende der 1990er-Jahre hatte Leipzig mit den für ostdeutsche Kommunen typischen Strukturproblemen zu kämpfen, die mit starken Abwanderungsbewegungen einhergingen und mit einem stagnierend geringen Migrantenanteil verbunden waren. Darüber hinaus lagen die geringen Anteile an Stadtbewohnern internationaler Herkunft auch in den Nachwirkungen der Migrationspolitik der DDR begründet, die Zuwanderung aus dem Ausland sehr restriktiv handhabte und nur zeitlich befristet ermöglichte (vgl. z. B. Philipps/Rink 2009: 400; Münch 2013: 263). Vor dem Hintergrund massiver Schrumpfungserfahrungen in den 1990er-Jahren und dem Eindruck einer zunehmenden Alterung der Bevölkerung wurde der Stellenwert der internationalen Zuwanderung in der Stadtentwicklungspolitik bis in die 2000er-Jahre, im Unterschied zu den Erfahrungen westdeutscher Kommunen, zunächst als eine wichtige Option im Kampf gegen Leerstände und Verödung wahrgenommen (z. B. Stadt Leipzig 2006: 7; Stadt Leipzig 2013a: 29). In den frühen 2000er-Jahren änderten sich jedoch die stadtentwicklungspolitischen Rahmenbedingungen mit langsam steigenden Einwohnerzahlen.

Heute gilt Leipzig mit einem jährlichen Wanderungsgewinn von mehr als 10.000 Einwohnern als die derzeit am schnellsten wachsende Großstadt Deutschlands. Gleichzeitig hat sich die soziale Zusammensetzung der Zuwandernden gewandelt. Während in den 1990er-Jahren vor allem Zuzüge aus den neuen und alten Bundesländern dominierten, wird die Stadt insbesondere seit 2010 im starken Maße durch internationale Wanderungsbewegungen geprägt. So ist der Anteil der Bewohner mit Migrationshintergrund in den letzten Jahren deutlich angestiegen (2000: 6 %, 2010: 8 %, 2014: 11 %, 2017: 14 %). 2 Besonders bemerkenswert ist die starke Verjüngung der Stadtbevölkerung durch die internationale Migration. Durch das ausgeprägte Geburtendefizit der letzten Jahrzehnte und die langjährigen negativen Wanderungssalden vor allem in den 1990er-Jahren zeichnet sich die Leipziger Bevölkerung, die in der amtlichen Statistik „ohne Migrationshintergrund“ geführt wird, durch ein relativ hohes Durchschnittsalter aus (2015: 44,5 Jahre). Demgegenüber steht das mit 31 Jahren geringe Durchschnittsalter der statistisch als Migranten geführten Bevölkerungsteile (Stadt Leipzig 2016: 10). Im Unterschied zur Situation in westdeutschen Städten sind die Vertreter der zweiten und dritten Migrantengenerationen in Leipzig unterrepräsentiert. Diese spezifischen demographischen Gegebenheiten lassen sich dahingehend auslegen, dass internationale Migration in Leipzig (noch) in stärkerem Maße dazu prädestiniert ist, als Abweichung von der gesamtstädtischen Norm interpretiert zu werden. Diese Annahme wird durch ausgeprägte Segregationstendenzen innerhalb Leipzigs unterstrichen. So ist im Vergleich deutscher Großstädte eine Ungleichverteilung auf der Grundlage sozialstatistischer Indikatoren wie Arbeitslosenquote und Bildungsabschlüssen, aber auch der Bewohner mit Migrationshintergrund in ostdeutschen Städten wie Leipzig besonders stark nachweisbar (Dohnke/Seidel-Schulze/Häußermann 2012; Helbig/Jähnen 2018).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass, obwohl der Anteil an Einwohnern mit ausländischem Pass oder Migrationshintergrund in Leipzig im Bundesvergleich immer noch niedrig ausfällt, keine andere ostdeutsche Großstadt – mit Ausnahme von Berlin – einen höheren Anteil an Bewohnern internationaler Herkunft vorzuweisen hat. 3 Die Kommune hat sich dementsprechend in puncto internationale Zuwanderung zunehmend zum Vorreiter innerhalb der neuen Bundesländer entwickelt.

3.2 Kommunale Strategien: Sozialraumfokussierung und Potenzialdiskurs

Als eine Reaktion auf die wachsende Bedeutung migrationspolitischer Fragestellungen in der Leipziger Kommunalpolitik können die am 19. Januar 2011 beschlossenen „Leitlinien zur Integration der Migrantinnen und Migranten“ betrachtet werden. Im Jahr 2013 kann die Stadt dann auch ihr erstes übergreifendes Integrationskonzept vorweisen (Stadt Leipzig 2013a). Die darin formulierten Handlungsfelder greifen im Sinne der Potenzial-, Netzwerk- und Sozialraumorientierung zentrale Trends der kommunalen Steuerung von Integration entsprechend dem Leitbild der unternehmerischen Stadt der Vielfalt auf (vgl. Pütz/Rodatz 2013). Gleichzeitig beziehen sich alle strategischen Zielbereiche der Stadtentwicklung, wie die Verbesserung der Lebensqualität, ein Bestehen im Wettbewerb, die Stärkung der Internationalität sowie die Sicherung der sozialen Stabilität, auch auf Fragen der Integration von Migranten und der Interkulturalität (Stadt Leipzig 2013a: 6; Stadt Leipzig 2017). Integration ist so in Leipzig zu einer Querschnittsaufgabe geworden, „die alle Bereiche der Stadtentwicklung umfasst“ (Stadt Leipzig 2009: 12).

Zuwanderung als demographischer und ökonomischer Wachstumsfaktor

Das Leitbild der „weltoffenen und toleranten Stadt“ wird im Kontext der Leipziger Integrations- und Stadtentwicklungspolitik oft als eine zentrale Bezugsgröße kommunalpolitischen Argumentierens herangezogen (z. B. Stadt Leipzig 2006). Historisch untermauert wird dieses Bild unter anderem mit der traditionellen Messe- und Handelsfunktion der Stadt, die Leipzig bereits vor der Wiedervereinigung als internationaler orientiert als den Rest der DDR erscheinen ließ. Mit dem strategischen Ziel, Internationalität zu stärken und sich klar als progressive europäische Großstadt zu positionieren, wird in starkem Maße auf die positive Bedeutung von Zuwanderung im Allgemeinen und internationaler Migration im Speziellen im Sinne des Potenzialdiskurses abgehoben (Stadt Leipzig 2017: A-15). Bereits im Bericht des Ausländerbeauftragten von 2006 und unter dem starken Eindruck demographischer Schrumpfungserfahrungen wurden die Bedeutsamkeit und Notwendigkeit der internationalen Zuwanderung vor allem mit zunehmenden Zwängen der zwischenstädtischen Konkurrenz begründet. „Angesichts der Globalisierung der Wirtschaft und der demografischen Entwicklung muss sich die Stadt Leipzig verstärkt den Herausforderungen der gegenwärtigen und zukünftigen Integration von Migrant/-innen stellen, will sie im internationalen Wettbewerb der Städte und Regionen bestehen. Denn ein weltoffenes, integrationsfreundliches Klima und die interkulturellen Angebote einer Stadt sind ‚weiche‘ Standortfaktoren, die man nicht unterschätzen darf“ (Stadt Leipzig 2006: 65).

Gleichzeitig verdeutlichen Integrations- und Stadtentwicklungskonzepte, dass Fragen der Integration und Migration in starkem Maße unter ökonomischen Aspekten verhandelt werden, nämlich im Hinblick auf das gesamtstädtische Image, die nationale und internationale Sichtbarkeit sowie in Bezug auf Unternehmensansiedlungen und Fachkräftezuzug (z. B. Stadt Leipzig 2013a: 29 ff.; Stadt Leipzig 2013b: 27 ff.). Die Realisierung von Weltoffenheit und Toleranz, auf die sich die strategischen Konzepte beziehen, wird dabei an eine vorausgesetzte Existenz gemeinsamer, gesellschaftlich geteilter Werte und Normen gekoppelt. Offen bleibt dabei, nicht zuletzt unter dem Aspekt einer umstrittenen einseitigen Anpassung der Migranten an eine vermeintliche Mehrheitsgesellschaft (Terkessidis 2010), die Frage nach dem grundsätzlichen Verständnis gesellschaftlicher Teilhabe und Partizipation innerhalb der Leipziger Stadtgesellschaft.

Sozialraumorientierung: Das Programmgebiet

„Leipziger Osten“ im Fokus

Entsprechend dem Leitmotiv „Integration findet vor Ort statt“ repräsentiert auch in Leipzig die Ebene des Quartiers die zentrale integrationspolitische Handlungsebene (Bommes 2008; Leipzig 2017: C 2-5 12). Diese sozialraumorientierte Integrationspolitik setzt unter dem Gesichtspunkt der sozialen Stabilität und der Quartiersentwicklung zunehmend auf die Aktivierung von lokalen Akteuren, Netzwerken und Gemeinschaften und wird unmittelbar mit wirtschaftlicher Prosperität in Beziehung gesetzt (Stadt Leipzig 2009: 45 f.; Stadt Leipzig 2013a: 60). Entsprechende stadtentwicklungspolitische Perspektiven auf internationale Migration fokussieren in Leipzig in starkem Maße auf den Programmraum Leipziger Osten und hier besonders auf das Gebiet um die Eisenbahnstraße (vgl. Abbildung 1). Hier wurden zunehmend ab der Jahrtausendwende über eine Kombination aus unterschiedlichen Förderprogrammen entscheidende soziale und bauliche Veränderungen in Gang gesetzt. Ein zentrales Instrument stellt diesbezüglich die Aufnahme des Gebietes im Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ ab 1999 dar. Die damit verbundene Förderung aus EFRE 4- Mitteln (2000) sowie Förderungen über das Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)“ gaben einen wichtigen Anschub für die Stadtteilentwicklung.

Neben baulichen Maßnahmen zur Verbesserung des Erscheinungsbildes und des Stadtteilimages zielten die Maßnahmen insbesondere auf die Aktivierung der lokalen Bevölkerung sowie auf die Vernetzung lokaler Akteure ab (Gerkens/Hochtritt 2010: 229 ff.). Darin kündigt sich bereits eine für die Soziale-Stadt-Programmatik typische Perspektivverschiebung an. So wird eine Gleichsetzung der Hauptzielorte der Migration mit ‚Problemorten‘ zunehmend kritisch hinterfragt und in stärkerem Maße auf den Einbezug und die Aktivierung von Bewohnern gesetzt, wie zum Beispiel über die Förderung von sozialen und kulturellen Initiativen oder von Unternehmensgründungen (Weber 2013; Beer 2015). Im Leipziger Osten wird in diesem Zusammenhang insbesondere den sogenannten migrantischen Ökonomien eine große Bedeutung zugeschrieben. Deren Leistungsvermögen

soll für die Quartiersentwicklung gezielt eingesetzt und im Sinne der Wertschöpfungskette der Stadt aktiviert werden (Stadt Leipzig 2013b: 27). Gleichzeitig wird am Beispiel dieses Programmgebietes deutlich, dass sich die dem Paradigma der Vielfaltspolitik und der Potenzialorientierung folgenden Integrationsstrategien weiterhin mit Perspektiven überlagern, die auf die Steuerung eines Defizitraumes ausgerichtet sind. Entsprechende Mehrdeutigkeiten zwischen einerseits Problemraum, andererseits „Integrationstor“ (Stadt Leipzig 2013b: 77) bzw. erwünschtem „Ankunftsquartier“, das den Übergang der Zuwandernden in die Stadtgesellschaft erst möglich macht, liegen unter anderem dem von der EU geförderten und quartiersbezogenen Projekt „Arbeitsläden – Schnittstelle für neue Arbeit im Quartier“ zugrunde: „Der Leipziger Osten fungiert heute als ‚Ankommensstadtteil‘ und bildet quasi das Integrationstor zur Stadt Leipzig: Neuankömmlinge lassen sich hier nieder, bauen eine Existenz auf, finden Arbeit und verlassen den Stadtteil, sobald sie dazu wirtschaftlich in der Lage sind. Vor Ort verbleiben die wirtschaftlich Schwachen und es folgen weitere Neuankömmlinge“ (Behling 2019: 80). Entsprechende Perspektiven sowie eine Art Akzeptanz bereits eingetretener Segregationserscheinungen kommen auch im Leipziger Integrationskonzept zum Ausdruck, wenn es um die sozialräumlichen Prozesse in diesem Stadtraum geht (Stadt Leipzig 2013a: 61). Der öffentliche, das heißt der mediale und kommunalpolitische Diskurs um den Leipziger Osten thematisiert bzw. problematisiert somit nicht nur städtebauliche und gesellschaftliche Verhältnisse, sondern transportiert die Präsenz von Migrationsphänomenen implizit bzw. explizit weiterhin mit (Geisen/Riegel/Yildiz 2017: 4). Trotz einer allgemeinen programmatischen Bejahung von Vielfalt werden, wie im folgenden Kapitel gezeigt wird, auf diese Weise ungewollt neue gesellschaftliche Ein- und Ausschlüsse reproduziert.

4 Dynamiken der „inklusiven Exklusion“ am Beispiel des Diskursraumes Leipziger Osten

Ausgehend von wechselseitigen Einflüssen zwischen medialen und stadtentwicklungspolitischen Diskursen bilden im Folgenden Dokumente der Stadtentwicklungspolitik und Zeitungsartikel über die Leipziger Eisenbahnstraße die empirische Basis der Analyse. Da den Medien in den öffentlichen Debatten eine zentrale Position bei der Aufmerksamkeitsgenerierung um einzelne Stadträume zukommt (Friedrich 2017: 116), erfolgt zunächst ein quantitativer Überblick über die Entwicklung der Intensität und die thematische Ausrichtung der medialen Berichterstattung. Im Anschluss werden ausgewählte Zeitungsartikel sowie eine Multimedia-Reportage vertieft analysiert und stadtentwicklungspolitischen Aussagen gegenübergestellt. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen unter anderem Fragen nach den paradoxen Wechselbeziehungen und Bedingtheiten zwischen quartiersbezogenen Aufwertungspolitiken im Gebiet um die Eisenbahnstraße, der allgemeinen Bejahung von Vielfalt im öffentlichen Diskurs und den Mechanismen einer „inklusiven Exklusion“ von Migration unter sozial individualisierenden Bedingungen.

4.1 Empirische Grundlage und Aushandlungsfelder im öffentlichen Diskurs

Entsprechend den dargestellten demographischen und stadtentwicklungspolitischen Entwicklungen in Leipzig, die vor allem ab 2010 eine wachsende Bedeutung migrationspolitischer Fragestellungen erkennen lassen (vgl. Kapitel 3.2), fokussiert sich die folgende Betrachtung auf die lokale Berichterstattung der Jahre 2010 bis einschließlich 2016. Für diesen Zeitraum wurde unter den Schlagworten „Migra*tion“, „Integration“ und „Vielfalt“ eine Recherche in lokalen Zeitungsmedien durchgeführt. Von den insgesamt rund 1.000 Zeitungsartikeln, die diesbezüglich in einem lokalen, Leipzig-spezifischen Kontext der Berichterstattung standen, thematisiert etwa ein Drittel (289 Artikel) Ereignisse im Gebiet um die Eisenbahnstraße. Die Leipziger Volkszeitung (LVZ) als einzige lokale Tageszeitung Leipzigs sowie die seit 2004 erscheinende Leipziger Internetzeitung (L-IZ) als erste internetbasierte tagesaktuelle Regionalzeitung wurden dabei als wichtigste Medien herangezogen. Die lokale Berichterstattung wurde durch einzelne Reportagen in überregionalen Zeitungen (z. B. Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, taz, Neues Deutschland) und im Fernsehen (ProSieben, ZDF) ergänzt. Diese reflektieren nicht zuletzt die überlokale Aufmerksamkeit, die der Eisenbahnstraße von journalistischer Seite zugeschrieben wird.

Die quantifizierende Darstellung der Berichterstattung zeigt, wie intensiv im untersuchten Zeitabschnitt berichtet wurde und in welchen Kontexten dieser Stadtraum thematisiert wurde. Abbildung 2 lässt ab 2013 eine deutlich ansteigende Anzahl an Artikeln erkennen. Mit Berichten über eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen zwei Familien im Sommer 2014 erreichte das journalistische Interesse an diesem Stadtraum einen vorläufigen Höhepunkt. In der Folge (August 2014) wird in der Eisenbahnstraße ein Polizeiposten eingerichtet, der das Sicherheitsgefühl im Quartier erhöhen soll (Kreuz 2014). Zu Beginn des Jahres 2015 wird des Weiteren intensiv über Konflikte an einer Grundschule berichtet, die generell als Versagen der Integrationsbemühungen im Quartier interpretiert werden (Welters 2015). Erneut in die Negativschlagzeilen geriet die Straße im Sommer 2015 mit einem tödlich endenden Konflikt zwischen zwei Motorradclubs (o.V. 2016). Neben diesen teilweise stark sensationsorientierten Meldungen behandelt eine Vielzahl von (kleineren) Artikeln und Mitteilungen den städtebaulichen Wandel sowie die Aktionen der zahlreichen sozialen und kulturellen Initiativen im Quartier. In diesen Bereich fällt auch die Thematisierung des seit 2002 jährlich stattfindenden „OSTLichterfestivals“, das in seiner Selbstbeschreibung darauf abzielt, „die Vielfalt an Kulturen und Angeboten im Leipziger Osten“ erlebbar zu machen, „die so bunt (sind) wie die Menschen, die hier zu Hause sind“. 5

Abbildung 2
Abbildung 2

Die Eisenbahnstraße in der Presse 2010-2016: Intensität der Berichterstattung

Citation: Raumforschung und Raumordnung 2019; 10.2478/rara-2019-0030

Um Hinweise darauf zu erhalten, inwieweit unterschiedliche Perspektiven auf Migration durch spezifische sprachliche Verknüpfungen in der Berichterstattung hergestellt werden, wurde zunächst überprüft, in welchen thematischen Kontexten die Begrifflichkeiten „Migration“ und „Vielfalt“ überwiegend zum Einsatz kommen. Generell wird der Begriff „Vielfalt“ deutlich seltener benutzt als Begriffe im Feld „Migra*tion“ (vgl. Abbildung 3). Zudem sind verschiedene Themenverschränkungen erkennbar: Während Migration besonders im Zusammenhang mit „Kriminalität“ diskutiert wird, findet „Vielfalt“ vor allem im Kontext von „Kunst und Kultur“ Verwendung. Die Begriffe

Abbildung 3
Abbildung 3

Die Begriffe „Migration“ und „Vielfalt“ in Zeitungsartikeln über die Eisenbahnstraße: Themenkontexte

Citation: Raumforschung und Raumordnung 2019; 10.2478/rara-2019-0030

„Vielfalt“ und „Migration“ markieren somit tendenziell zwei unterschiedliche Erzählungen über das Viertel (vgl. Abbildungen 2 und 3). In Artikeln, die den Wandel des Quartiers und seine Potenziale thematisieren, kommt der Begriff der „Vielfalt“ verstärkt zum Tragen. Er wird jedoch auf unterschiedliche Weise interpretiert und hebt sowohl auf kulturelle Gestaltungsfreiräume, Kunst als auch auf ein positives Nebeneinander der nicht genauer spezifizierten „Kulturen“ ab. Charakteristisch für diese Erzählung ist die Betonung des friedlichen und kreativen Zusammenspiels von Internationalität, unterschiedlichen Lebensstilen und kultureller Vielfalt, die vor allem mit dem Bild des „Multikulti-Kiez“ (z. B. LVZ-Multimedia-Reportage 2017) gefasst wird.

Das Begriffsfeld „Migra*tion“ sowie damit verknüpfte, insbesondere nationale Markierungen finden sich dagegen quantitativ häufiger in der Berichterstattung um die Kriminalitätsproblematik im Leipziger Osten (vgl. Abbildung 3). Diese thematischen und begrifflichen Verknüpfungen stehen gleichzeitig im Zentrum des diskursiven Deutungsrahmens „Problemkiez“. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang, dass die Produktion entsprechender, von außen herangetragener Raumbilder wie „Problemkiez“ oder „Multikulti-Viertel“ auch die lokalen Bewohner einschließt, die so als soziale Kollektive mit bestimmten Verhaltensmustern etikettiert werden (Lanz 2007: 150; Friedrich 2017). Als wichtige erklärende und strukturierende Größen dienen dabei, wie in Kapitel 4.2 gezeigt wird, auch „Migration“ und „Herkunft“, die sowohl implizit als auch explizit in unterschiedlichen Kontexten der Berichterstattung zugrunde gelegt werden. In der folgenden qualitativ-interpretativen Analyse einiger ausgewählter Zeitungsartikel und einer LVZ-Multimedia-Reportage (2017) werden entsprechende Muster und ihre paradoxen gesellschaftlichen Ein- und Ausschlüsse genauer betrachtet.

Die Verschränkung der beiden geschilderten Narrative über den Leipziger Osten, in denen Migration und Vielfalt einerseits als Abweichung und andererseits als Ressource verhandelt werden und die unter anderem in dem Titel der ZDF-Dokumentation „Eisenbahnstraße Leipzig – Crimespot oder Multikulti-Wunderland?“ (2016) prototypisch zusammengebracht wurden, lässt sich zunächst als eine bekannte urbane Diskursfigur lesen. Anliegen der folgenden Ausführungen ist es, diese Diskursfigur als eine wirkmächtige Konstruktion zu analysieren, auf deren Grundlage Migration im Diskurs der Stadt Leipzig differenziert, hierarchisiert und in- bzw. exkludiert wird. Die Möglichkeit einer entsprechenden Paradoxie-Behauptung soll daher im Folgenden nicht nur genutzt werden, um das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Logiken aufzuzeigen, sondern auch, um „die Einheit bzw. Genese zu vergegenwärtigen, durch die Sachverhalte als paradox erscheinen bzw. paradoxe Verläufe gesellschaftlicher Entwicklung zu konstatieren sind“ (Kemper/Vogelpohl 2013: 223; vgl. auch Kapitel 2.1). Eine entsprechende paradoxe Diskursformation wird somit als ein spezifisches Moment gegenwärtiger urbaner Vielfaltsdiskurse betrachtet, über die Verschiebungen in der diskursiven Vermittlung gesellschaftlicher Ein- und Ausschlüsse über den Faktor Migration deutlich werden können.

4.2 Einschluss durch Abgrenzung und Kontrolle? Die diskursive Konstruktion migrantisch markierter Akteure

Um sich der Frage anzunähern, welche Rolle migrantisch markierte Akteure in der Berichterstattung über die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten spielen und welche Hierarchisierungen dadurch erzeugt werden, kann die Multimedia-Reportage „Vom Drogenkiez zum Künstlertreff“, die im Herbst 2017 als Online-Format der Leipziger Volkszeitung erschienen ist, als erster Aufhänger dienen. Sie zielt – ausgehend von einer Bewohnerperspektive – darauf ab, „verschiedene Blickwinkel auf den Multikulti-Kiez“ zu zeigen. Diese Reportage steht stellvertretend für eine Reihe von Artikeln in den lokalen Zeitungsmedien, die die historische Entwicklung der Eisenbahnstraße seit etwa 1990 an drei Bevölkerungsgruppierungen festmachen (vgl. auch Haug/Ibs 2014; Fritz/Hoffmann 2015): dem Leipziger Mittelstand der Nachwendezeit als einer Art historischer Bestand der Straße, den Migranten, die ab den 2000er-Jahren verstärkt zugezogen sind, sowie Studierenden und Künstler als ‚Anzeiger‘ eines erneuten Umbruchs rund um das Thema Gentrifizierung. Mit Migration assoziiert werden in der Berichterstattung zum einen Gewerbetreibende im Quartier, über die die Integration in die Stadtgesellschaft unter dem Aspekt ökonomischer Leistungsfähigkeit thematisiert wird. Nationale Markierungen werden zum anderen mit der Darstellung krimineller Vorkommnisse im Gebiet verknüpft. Im Mittelpunkt der folgenden Betrachtung steht daher die Art und Weise, wie die Berichterstattung über die unternehmerische Aktivität der Migranten mit dem Thema Sicherheit im Stadtraum verschränkt wird.

Die Multimedia-Reportage über die Eisenbahnstraße lässt zunächst Betreiber eines internationalen Supermarkts, „den ältesten Dönermann auf der Straße“, und eine Ladeninhaberin, die „Kleidung für kopftuchtragende Frauen“ verkauft, zu Wort kommen. Stereotype werden in diesem diskursiven Einschluss nicht dekonstruiert, sondern bleiben – wie das Kopftuch, der Döner, die frische Minze – wirkmächtige Devianzmarker. Einschluss und Veränderung schließen einander nicht aus. Der Beitrag dieser migrantisch markierten Akteure zur Stadtgesellschaft ist relativ eindeutig dem (internationalen) Warenverkehr zugeordnet. Demgegenüber geben die als ‚deutsch‘ Porträtierten Einblicke in sehr diverse Beschäftigungsfelder und Branchen. Sie betätigen sich im künstlerischen Feld (ein Galerist, ein Rapper), im lokalen Bürgerverein, in integrativen Sportprojekten (Boxclub), in der Wohltätigkeitsbranche (Leipziger Tafel) und im Bereich öffentliche Sicherheit (Polizeiposten).

Dass sich dieser hier deutlich werdende gesellschaftliche Einschluss von Migration über die Verquickung mit Stadtökonomie nicht nur auf die mediale Berichterstattung beschränkt, zeigt sich auch in den strategischen Argumentationen der Leipziger Stadtentwicklung, die vor allem im Leipziger Osten auf die Förderung migrantischer Ökonomien setzt, „um Wirtschaftskraft, Versorgungswirkung und Beschäftigungseffekte dieser Unternehmen besser nutzen zu können“ (Stadt Leipzig 2013b: 27). Stadtentwicklungspolitisch wird der besondere Fokus auf die Integration von Migranten vor allem mit der erfolgversprechenden Verbindung von zwei Planungszielen begründet: So soll die „Integration in den Arbeitsmarkt und Qualifizierung“ (Stadt Leipzig 2017: 39) produktiv mit der Stärkung von städtebaulichen (Problem-)Zonen, wie sie die Eisenbahnstraße charakteristischerweise repräsentiert, verbunden werden. „Ethnische Unternehmen können eine wichtige Rolle für die Revitalisierung (Ladeneinheiten und Büros) spielen, da der Zuzug und Verbleib von Migranten/-innen überproportional hoch ist“ (Stadt Leipzig 2013b: 45). Dieser Fokus auf den wirtschaftlichen Mehrwert von Migration im Gebiet um die Eisenbahnstraße spiegelt sich auch im Kontext von Austauschforen der lokalen Ökonomie. So werden in einem Artikel der Leipziger Volkszeitung Akteure der Händlergemeinschaft „Lo(c)kmeile“ zitiert, die sich Ende 2000 rund um die Sanierung der Eisenbahnstraße gegründet hat. Sie plädieren dafür, den Kontakt mit „ausländische[n] Mitbürger[n], die hier ein Geschäft betreiben“ zu intensivieren, denn sie gehörten „zum wirtschaftlichen Mittelstand des Ostens“ (Ossyra 2011: 17).

Dieser diskursive Einschluss der migrantischen Ökonomie und ihrer Repräsentanten als wirtschaftlich produktivem und gleichzeitig sozial integrativem Faktor der Stadtentwicklung geht allerdings mit der Exklusion jener einher, die sich nicht in das triadisch formulierte Produktivitätsparadigma Stadtteilaufwertung – Integration – Wirtschaft einbinden lassen.

Ein Blick auf die inhaltlichen Äußerungen der Porträtierten in der LVZ-Multimedia-Reportage verdeutlicht, wie die Anrufung einer „produktiven Devianz“ – über eine Verschränkung mit dem urbanen Sicherheitsdiskurs – mit einer zu kontrollierenden Devianz verbunden wird. Mit dem Begriff „produktive Devianz“ soll in diesem Zusammenhang betont werden, dass Othering-Dynamiken 6 nicht aufgehoben werden, wenn migrantisch markierte Akteure aufgrund ihrer wirtschaftlichen Produktivität diskursiven Einschluss erfahren. Ihre Markierung als Migranten wird in diesem Fall produktiv in Wert gesetzt, anstatt als Stigma diskursiven Ausschluss zu provozieren.

Die Anrufung der Migranten als ökonomisch produktive städtische Subjekte ist im Zeitungsdiskurs an eine spezifische Positionierung zum Thema urbane Sicherheit geknüpft. So wird in allen drei Bekundungen der migrantisch markierten Akteure positiv auf den Wandel des Viertels Bezug genommen, sowohl mit Verweis auf die intensivierte Polizeipräsenz – die ausschließlich befürwortet wird – als auch hinsichtlich der sich verändernden Bewohnerschaft: So begrüßt der Betreiber des internationalen Supermarkts, dass in seinem Laden nicht mehr eingebrochen wird, woran „auch der neue Polizeiposten Schuld sei“. Auch er bejaht explizit, „dass den ganzen Tag ein Polizeiauto gut sichtbar in der Eisenbahnstraße parkt“. Die Betreiberin des Geschäfts für islamische Mode bekundet, dass sie „mit schlechten Leuten […] nichts zu tun“ habe und freut sich über die Studenten, durch die „die Straße viel schöner geworden [ist]“ und deren Präsenz sie ihr gewachsenes Sicherheitsgefühl verdankt. In einem anderen Artikel in der Leipziger Volkszeitung, in dem es um die Eröffnung der Außenstelle des Polizeipostens in der Eisenbahnstraße geht, wird ein weiterer Geschäftstreibender an der Eisenbahnstraße zitiert, der – ähnlich wie die Porträtierten der Reportage – als eine Art „migrantischer Gewährsmann“ städtischer Sicherheitspolitik in den Diskurs „gerufen“ wird: „‘Ich freue mich, ich freue mich wirklich‘, sagt er, ‚denn das ist eine gefährliche Straße‘. Der 40-jährige Kurde, der in der Eisenbahnstraße einen Laden für türkische Backwaren betreibt, spricht von Drogen, Lärm, der Belästigung junger Frauen. Neben seinem Geschäft hat die Polizei seit gestern eine Mini-Außenstelle vom Revier Zentrum. ‚Das ist gut‘, meint der Händler“ (Kreuz 2014: 15).

Die partielle gesellschaftliche Einschließung migrantischer Akteure basiert also auf einer deutlichen Grenzziehung in Richtung einer ebenfalls an den Faktor Migration geknüpften Devianz, über die gesellschaftlicher Ausschluss weiter reproduziert wird. Die Voraussetzung des diskursiven Einschlusses der migrantischen Gewerbetreibenden wird im Zeitungsdiskurs an ihre Ablehnung der kriminellen Vorkommnisse im Quartier gekoppelt. Kern dieser Gegenbildkonstruktion ist die Figur des migrantischen Kriminellen, die die Berichterstattung über die Eisenbahnstraße in den Jahren 2014 und 2015 dominiert hatte und ein wesentliches Element ihrer medialen Konstruktion als „gefährlichste Straße Deutschlands“ repräsentiert (z. B. Taff 2013). Vor diesem Hintergrund kann das folgende Zitat mit einer Stellungnahme der Polizei veranschaulichen, wie Grenzen zwischen gesellschaftlich Dazugehörigen und Ausgeschlossenen, sicheren und gefährlichen Orten über Verschränkungen von Ethnizität und Quartier hergestellt werden: „Wir haben in den beiden Stadtteilen Neustadt-Neuschönefeld und Volkmarsdorf einen überdurchschnittlichen Anteil an einer Bevölkerung mit migrantischem Hintergrund. Und das hat positive Auswirkungen kultureller Art: Lebensmittelgeschäfte entlang der Eisenbahnstraße bieten aus aller Herrgotts-Ländern entsprechende Köstlichkeiten an. Aber es hat auch ein paar Nachteile. Und die Nachteile liegen z. B. darin, dass man ethnisch-religiöse Konflikte aus den Heimatländern mit sich führt, hier dann im Kleinen austrägt, dass gewisse Hemmschwellen anders gelagert sind als bei Personen, die vielleicht im europäischen Raum sozialisiert sind […]. […] das spult sich auf und letztendlich kann es sein, dass sich hier Personengruppen von 50 Köpfen auf jeder Seite gegenüber stehen, bewaffnet mit Latten und Stichwerkzeugen und sich gegenseitig eben ans Leder wollen. […] und das war einer der maßgeblichen Gründe, um die Außenstelle in der Eisenbahnstraße einzurichten“ (Sprecher der Polizei, LVZ-Multimedia-Reportage 2017).

Das Zitat liest sich wie die Beschreibung einer Gratwanderung, die von einer zunächst als ‚produktiv‘ markierten Exotik hin zu einer ‚absolut-differenten‘ Devianz abkippt, die aber letztendlich auf einer gemeinsamen Logik, nämlich der internationalen Zuwanderung in den Stadtraum, gründet. Migration stellt in dieser Logik die zentrale gesellschaftliche Dynamik dar, die den dargestellten sozialen Antagonismus im Quartier erst hervorruft. In anderen Zeitungsartikeln wird der Zusammenhang zwischen Kriminalität und Migration noch expliziter hergestellt: „Im Leipziger Osten sind vor allem Bürger mit Migrationshintergrund in die Auseinandersetzungen verwickelt. […] Auf der einen Seite stehen Menschen aus anderen Ländern, die hier wohnen – und die Straftaten begehen, wie in der Eisenbahnstraße […]“ (Meine 2014: 1).

Die Figur des migrantisch markierten Kriminellen, die als das nicht zum sozialen Gefüge der Stadt zugehörige Andere im Sinne von nichtintegrierbar reproduziert wird, bildet hier das diskursive Pendant, über das der wirtschaftlich produktive migrantische Akteur im Leipziger Osten legitimiert wird (z. B. Döring/Orbeck 2014). Aus diskurstheoretischer Perspektive ließe sich für das gezeigte Beispiel ableiten, dass der gesellschaftliche Einschluss jener migrantischen Positionen, die sowohl dem Paradigma ökonomischer Inwertsetzung entsprechen, als auch im Sinne einer positiven Affirmation städtischer Sicherheitspolitik wirken, normalisiert wird. Die Grenze zwischen „eigen“ und „fremd“, die mit der „Unterscheidung von ‚sicher‘ und ‚unsicher‘ […] verwoben ist“ (Glasze/Pütz/Schreiber 2005: 329), verschiebt sich hier. Im öffentlichen Diskurs werden migrantisch markierte Akteure besonders ‚wir-fähig‘, wenn sie sich im Sinne der urbanen Sicherheit positionieren.

Die diskursive Konstruktion einer nicht zivilisierten, kriminellen Parallelwelt stellt dabei die implizite oder explizite Bezugsgröße dar, zu der sich die zitierten Gewerbetreibenden der Eisenbahnstraße verhalten müssen, um ihren Zutritt zur Mehrheitsgesellschaft zu legitimieren. Dieser Befund steht wiederum im Gegensatz zu den nicht migrantisch markierten Positionen von Studenten, Maklern oder Vertretern von Initiativen, denen in der Berichterstattung eher die Rolle zufällt, das schlechte Image des Stadtteils zu relativieren. Letztendlich handelt es sich bei dieser diskursiven Konstruktion migrantischer Akteure im Quartier um eine Art ‚Diskurszwilling‘: Die auf ökonomischen Kriterien basierende Inklusion der einen – der Repräsentanten der migrantischen Ökonomie – ist diskursiv mit einer teilweise rassistisch argumentierenden Exklusion der anderen – der migrantisch markierten kriminellen Ereignisse und ihrer Akteure – verknüpft. Der Faktor Migration ist das Bindeglied, das im Diskurs um urbane Sicherheit und Aufwertungsprozesse im Quartier gleichzeitig als Einschluss- und Ausschlussmoment fungiert.

4.3 Urbanität durch Segregation? Migration und Imaginationen von Stadtgesellschaft

In diesem Kapitel steht die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die paradoxe Anrufung des Leipziger Ostens über den Faktor Migration verräumlicht wird: Welche Imaginationen von Stadtgesellschaft spiegeln sich in medialen Reproduktionen der Eisenbahnstraße wie auch in lokalpolitischen Strategien wider? Wie bereits am Beispiel der Figur des migrantischen Kriminellen gezeigt werden konnte, wird über die diskursive Verknüpfung des polizeilichen Instruments „gefährlicher Ort“ 7 (in der Berichterstattung oft auch als Kriminalitätsschwerpunktraum bezeichnet) mit dem Faktor Migration die diskursive Figur der „gefährlichen Parallelgesellschaft“ produziert. Gleichzeitig wird der Leipziger Osten im Bild des „MultiKulti-Kiezes“ im Sinne einer produktiven Andersartigkeit in Wert gesetzt. Das Spannungsverhältnis dieser beiden Imaginationen von Stadtgesellschaft, das über eine heuristische Paradoxie-Annahme aufgeschlossen werden soll, zeigt sich hier in einer anderen Spielart der diskursiven Verwobenheit von In- und Exklusion, nämlich im Sinne einer Grenzverhandlung: Wie viel ‚Multikulti‘ kann die Stadtgesellschaft ertragen und wann ‚entgleitet‘ ein Stadtviertel? Stadtentwicklungs- und Urbanitätsdiskurse bewegen sich hier abwägend-austarierend auf der Scheide zwischen Problem- und Potenzialdiskurs. Der Faktor Migration erscheint dabei in das klassische Stadtteilnarrativ eines Aufwertens (upgrading) und Abwertens (downgrading) eingewoben. Wie im folgenden Ausschnitt ein Blick auf die Historie der Straße zeigt, erscheint er als Abweichung, die es zu überwinden gilt: „Zu DDR-Zeiten war sie die Heimat der Arbeiterschicht, nach der Wende das Viertel der Migranten und später Schauplatz schwerer Straftaten. Ihr einstiger Glanz als große Einkaufsstraße im Osten der Stadt verblasste. Doch seit einigen Jahren erlebt der Kiez eine Renaissance: In das Viertel mit dem schlechten Ruf und den billigen Mieten ziehen Studenten und Künstler; jahrzehntelang brachliegende Gründerzeithäuser werden saniert und Läden eröffnet – die Grundstückspreise steigen“ (LVZ Multimedia-Reportage 2017).

Im Folgenden werden zunächst die parallel verlaufenden Diskursstränge skizziert und im Anschluss daran die Grenzaushandlungen beleuchtet, die sich aus dem angedeuteten diskursiven Spannungsverhältnis ergeben. In tagesaktuellen Berichterstattungen, vor allem jener, die sich auf polizeiliches Handeln und Fragen der urbanen Sicherheit beziehen, wird die Bezeichnung des Stadtviertels als „Problemviertel“ (Döring 2013: 15; Meine 2014: 1) oder „sozialer Brennpunkt“ (o.V. 2014: 13) häufig direkt mit dem Faktor Migration verknüpft und als Integrationsproblem gerahmt. Stadt und Polizei, so der Tenor, müssen sich gemeinsam „um das Gebiet um die Eisenbahnstraße kümmern und die Integration voranbringen. […] Gerade das Thema Integration müsse in diesem Zusammenhang noch stärker auf die Tagesordnung rücken“ (Döring 2013: 15). Der hier zitierte Leipziger Polizeipräsident formuliert die Gefahr, dass sich das Viertel aus dem urbanen Gefüge löse, noch expliziter: „wir dürfen keine Ghettoisierung in diesem Bereich zulassen und müssen gegen solche Tendenzen vorgehen“ (Döring 2013: 15). Migration wird in dieser medialen Aushandlung nicht nur explizit als Gefahr für die urbane Sicherheit – auf der Stadtteilebene – reproduziert. Ganz grundsätzlich erscheint Migration als ein Phänomen, das von außen kommt und nur unter spezifischen Bedingungen – z. B. dass sie sich nicht räumlich konzentriere – mit der integrativen Kraft des urbanen Gefüges vereinbar ist: „der überdurchschnittlich hohe Ausländeranteil birgt die Gefahr, dass sich ein Teil der Zuzügler allen Integrationsangeboten widersetzt“ (Döring 2014: 17).

Verknüpft mit dem Sicherheitsdiskurs ist Migration hier eindeutig nicht urbane Normalität, vielmehr gefährdet sie als Abweichung das urbane Zusammenleben. Diese mediale Rhetorik hebt auf das Bild ‚überforderter Nachbarschaften‘ ab, mit der das Image migrantisch geprägter Problemviertel in deutschen Städten bereits häufig reproduziert wurde (Tsianos/Ronneberger 2012).

Gleichzeitig mit dieser Parallelgesellschafts-Rhetorik wird das Stadtviertel als „Raum der Vielfalt“ zelebriert. Diese Diskursproduktion bezieht sich vornehmlich auf künstlerische und kulturelle Kontexte. Von einem „Kulturreigen“ ist die Rede, vom „Klang der Straße“, einem „Straßenkulturfest“, von „Kulturvergnügen“, „Stadtgeschichten“, Ausstellungen, Projektfilmen, Schulprojekten. Migration spielt in dieser künstlerisch-experimentellen Anrufung der „Vielfalt“ des Viertels jedoch nur implizit eine Rolle. So soll beispielsweise eine „neue Broschüre über Volksmarsdorf“ laut Medienbericht „der Vielfalt in Volksmarsdorf ein Gesicht [geben]. Nicht ohne Grund sind die Überschriften mehrsprachig“ (o.V. 2010: 26). „Vielfältige Kultur“ und „kulturelle Vielfalt“ werden als Merkmale zusammengeführt, dank derer „der Osten von Leipzig […] interessanter und bunter denn je [ist]“ (o.V. 2010: 26). Mehrsprachigkeit und Interkulturalität sind wichtige Faktoren, mitmilfe derer der Raum Eisenbahnstraße beworben und in Wert gesetzt wird. Migration als soziale Realität bzw. sogar als Bezugspunkt künstlerisch-kulturellen Schaffens bleibt in diesem Vielfaltsdiskurs auffällig stimmlos, sie kann (noch) keine Diskursmacht entfalten.

Das für postmigrantische Gesellschaften charakteristische Ringen um den Faktor Migration sowie die damit verknüpften Verschiebungen gesellschaftlicher Ein- und Ausschlüsse scheinen in besonderer Weise auf, wenn zwischen den weitestgehend parallel verlaufenden Strängen, die den Leipziger Osten als Diskursraum strukturieren, vermittelt wird. Die folgende Aussage aus dem Leipziger Stadtentwicklungskonzept von 2009 spiegelt diesen Aushandlungsprozess zwischen einer problem-orientierten und einer potenzialorientierten Perspektive deutlich wider. Er wird nicht zuletzt unter dem Eindruck eines sich damals erst abzeichnenden gesamtstädtischen Umschwungs von der Schrumpfungs- zur Wachstumsmetropole besonders anschaulich: „Die bis zu einem gewissen Grade unvermeidliche sozialräumliche Segregation der Migranten/-innen darf allerdings nicht zu einer bewussten Abgrenzung gegenüber der Aufnahmegesellschaft führen […]. Das Zusammentreffen von Migranten/-innen und marginalisierten Deutschen kann Konflikte um knappe Ressourcen begünstigen bzw. verstärken. Erfahrungen sozialer Deprivation werden so ethnisiert, was die Situation in den betroffenen Stadtteilen zusätzlich belastet. Allerdings darf eine stärkere Präsenz von Migrant/-innen nicht ausschließlich negativ bewertet werden: Die ethnische und kulturelle Vielfalt der Viertel mit hohem Migrantenanteil kann oft auch attraktiv wirken und bestimmte Gewerbe und Berufsgruppen zum Zuzug motivieren. Diese Neuansiedlung kann dann neue Impulse setzen und zu einem wirtschaftlichen Aufschwung des Quartiers führen“ (Stadt Leipzig 2009: B5-11).

Während einerseits die Ablehnung einer räumlichen Konzentration von migrantischer Bevölkerung und von Sozialtransferempfängern formuliert wird, klingt darin gleichzeitig die Hoffnung an, dass sich ‚dieses Problem‘ über eine Inwertsetzung von Migration entsprechend dem Leitbild der „unternehmerischen Stadt der Vielfalt“ löse. Zu fragen wäre in diesem Zusammenhang, in welchem konkreten Verhältnis zueinander die Einschätzung kommunaler Steuerungsmöglichkeiten, die Hoffnung auf die Selbstheilungskräfte des Marktes und die Befürwortung einer räumlichen Konzentration ethnischer Communities stehen.

Dass die antagonistische Aushandlung zwischen dem gefürchteten Bild der konfliktgeladenen Parallelwelt und dem Ziel, die Potenziale der Migration im Sinne der Stadt zu aktivieren, ein relativ persistentes Diskursmuster repräsentiert, lässt sich auch am Beispiel des folgenden Zeitungsinterviews mit dem Leipziger Ordnungsbürgermeister veranschaulichen. Der Journalist stellt einleitend fest, dass „das Areal um die Eisenbahnstraße […] als Multi-Kulti-Viertel [gilt]“ und fragt dann mit Verweis auf „Auseinandersetzungen auf der Eisenbahnstraße“, ob das Konzept gescheitert sei. Der Stadtpolitiker kontert zunächst mit einem Verweis darauf, dass „Leipzig […] eine vielfältige Stadt [ist]“, und dass „diese Vielfalt […] unsere Stadtgesellschaft an vielen Stellen ungemein [bereichert]“ (Orbeck 2014: 15). Der Stadtraum um die Eisenbahnstraße wird hier zunächst zu einem Vorzeigebeispiel für Leipzigs Weltoffenheit. Gleichzeitig ist der diskursive Einschluss von „Multi-Kulti“ im Sinne von „Vielfalt als Bereicherung“ als ein auszeichnendes Merkmal der Stadt an eine Bedingung gebunden, nämlich die „optimale Integration von ausländischen Mitbürgern“ (Orbeck 2014: 15). Auch der stadtpolitische Akteur bedient sich also des mit dem Thema urbaner Sicherheit verschränkten Diskursstranges, in dem Migration als von außen kommendes Phänomen, das das Gleichgewicht des urbanen Gefüges gefährde, reproduziert wird. Gleichzeitig ist er sich der Ressource, die die „Vielfalt“ für die Stadt darstellt, bewusst und legitimiert Leipzig als „vielfältige Stadt“.

Wie sich diese jeweils an bestimmte Bedingungen und Grenzen des Sagbaren geknüpfte Aushandlung von Zuwanderung und Migration im Spannungsfeld Problem/Potenzial je nach Betrachtungsebene verschieben kann, veranschaulicht eine Reportage aus der Wochenzeitung „Die Zeit“. Zwar wird der Faktor Migration in diesem Zitat nicht explizit erwähnt, er versteckt sich jedoch im Zuwachs der Stadtbevölkerung, der quasi kausal mit dem Zuwachs der Kriminalität in Beziehung gesetzt wird. Die Fremdheit und fehlende Zugehörigkeit zur Leipziger Stadtgesellschaft einer quartiersbezogenen Parallelwelt kann in dieser Sicht paradoxerweise zum Nachweis dafür werden, eine ‚echte‘ Großstadt zu sein: „Damals entwickelten Sozialwissenschaftler die These, dass Leipzig eben auf dem Weg zu einer Großstadt sei – mit allen Vor- und Nachteilen: Zur Urbanität gehört Kriminalität. Je mehr Bewohner, desto mehr Ganoven. […] Leipzig sei die ‚Kriminalitätshochburg‘ der neuen Länder, mit weit über 100.000 Straftaten im Jahr, mit den meisten Wohnungseinbrüchen, den heftigsten Bandenkriegen, den schlimmsten Schlägereien. Die Eisenbahnstraße ist dabei womöglich die Straße, in der sich all das verdichtet“ (Machowecz 2016: 9).

Im zwischenstädtischen Vergleich wird das ‚Problem Eisenbahnstraße‘ hier zu einem Distinktionsmerkmal und damit in eine diskursive Strategie, die auf einen Provinzialitätsverdacht reagiert, eingewoben. Exkludierende Diskursdynamiken, wie sie sich im Parallelwelt-Diskurs verdichten, werden somit paradoxerweise zum Einschlussmarker für die Zugehörigkeit zur Liga ‚echter‘ Großstädte. Auf diese Weise kann die Eisenbahnstraße als Anziehungspunkt internationaler Zuwanderung – sowohl negativ im Kontext des Kriminalitätsdiskurses als auch tendenziell positiv im Bild vom multikulturellen Stadtteilleben – zu einem Nachweis für Leipzigs Bedeutung im überregionalen Kontext werden.

Zusammenfassend lässt sich über das Zusammenwirken von medialen Aushandlungen und stadt(entwicklungs-)politischen Umgangsweisen mit dem Leipziger Osten festhalten: Mediale Skandalisierung und stadtentwicklungspolitische Implementierung in Sachen Sicherheit, aber auch Bildung und Soziales, stehen in einem produktiven Wechselverhältnis zueinander. Berichterstattungen generieren Aufmerksamkeit und öffentliches Interesse. Dies begünstigt den verstärkten Einsatz staatlicher Mittel und Maßnahmen, wie z. B. die Einrichtung des Polizeipostens im Jahr 2014 und zahllose Förderprojekte (vgl. Kapitel 3.2). Gleichzeitig leistet diese Art der Aufmerksamkeitsgenerierung und die damit verknüpfte Etikettierung von Quartieren als ‚gefährliche Räume‘ tendenziell einer restriktiveren Politik Vorschub (Tsianos/Ronneberger 2012). Voraussetzung dafür, dass das multikulturelle Zusammenleben gelingt, ist die Kontrolle der Situation – so der Tenor eines Teils der öffentlichen Debatte, der sich letztendlich in der jüngsten Ausweisung einer sogenannten Waffenverbotszone 8 in diesem Stadtraum niedergeschlagen hat.

5 Zusammenfassung und Fazit

Ziel dieses Beitrags war es, sich jenen diskursiven Mechanismen gesellschaftlicher In- und Exklusion anzunähern, durch die urbane Vielfaltsdiskurse als paradox erscheinen bzw. als „paradoxe Verläufe gesellschaftlicher Entwicklung zu konstatieren sind“ (Kemper/Vogelpohl 2013: 223). Ein enges Paradoxieverständnis, das im Sinne einer Heuristik für die Analyse von kommunalpolitischen Argumentationen und medialen Berichterstattungen über den Leipziger Osten aufgegriffen wurde, ermöglicht es hier, das gesellschaftliche Ringen um Migration vor allem entlang der Diskurskomponenten „Inwertsetzung“ und „Kontrolle“ näher zu bestimmen.

Als grundlegender Prozess, durch den das widersprüchliche Zueinander im lokalen Diskurs um Migration zustande kommt, ist Leipzigs Entwicklung zu einer wachsenden Stadt auszumachen, die immer stärker durch internationale Zuwanderung und Diversifizierung geprägt ist. Grundsätzlich zeigt sich sowohl von kommunalpolitischer Seite als auch in der medialen Orientierung, dass das Thema Zuwanderung im Sinne von Einwohnerwachstum in Leipzig positiv besetzt ist. Gleichzeitig wird eine stark auf das Areal um die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten fokussierte und hier problematisierende Auseinandersetzung mit dem Thema Migration deutlich. Das Gebiet ist innerhalb Leipzigs quasi zu einem Prototyp für die im Kontext von internationalen Zuwanderungen wahrgenommenen Probleme, Chancen und Gefahren geworden.

Dem Stadtraum und seinen Bewohnern wird im öffentlichen Diskurs tendenziell eine exkludierende Sonderstellung – im Sinne einer Abweichung von der Norm – innerhalb der Leipziger Stadtgesellschaft zugewiesen. Dabei lassen sich zwei zentrale und sich gegenseitig bedingende Zuschreibungen ausmachen: Migrantische Gewerbetreibende werden in diesem Gebiet, das lange Jahre unter anderem durch ausgeprägten Leerstand geprägt war, als hilfreiche Akteure – quasi als Retter in der Not – adressiert. Daneben werden im Diskurs um die Eisenbahnstraße Migrationserfahrungen im Kontext von kriminell-devianten Erscheinungen sichtbar gemacht. Hier scheint – im Sinne eines engen Paradoxieverständnisses gelesen – eine tendenziell ökonomisch argumentierende Inklusion der migrantischen Gewerbetreibenden gleichzeitig eine besonders radikale Grenzziehung gegenüber einer migrantisch markierten Kriminalität hervorzubringen. Im Zuge der aktuell fortschreitenden Gebietsaufwertungen und der Neuzuzüge in diesen Stadtteil stellt sich darüber hinaus die Frage, inwieweit die positiven Anrufungen des zum Teil prekären migrantischen Gewerbes in Zukunft weiterhin Bestandteil des potenzialorientierten Vielfaltsdiskurses bleiben werden bzw. inwieweit hier neue (ausgrenzende) Diskursverschiebungen an Bedeutung gewinnen werden.

Die paradoxe Anrufung, die Migration einerseits ‚feiert‘, andererseits aber ‚dämonisiert‘, scheint einer Entpolitisierung Vorschub zu leisten, die eine diskursive Erweiterung im Sinne einer allgemeinen Anerkennung migrationsgesellschaftlicher Realität in der Stadt eher hemmt. Erklären lässt sich dies unter anderem damit, dass der Begriff „Vielfalt“, im Sinne von Kultur, weitestgehend unpolitisch gebraucht wird. Er bleibt diffus und wird im Allgemeinen anonym verwendet. Ähnliches gilt in abgewandelter Form auch für den Parallelweltdiskurs, denn auch hier werden kaum die politischen und sozialen Hintergründe, die das Entstehen von Kriminalität und Gewalt begünstigen, thematisiert. Vielmehr wird durch ethnisierende Bezüge komplexitätsreduzierenden Scheinerklärungen Vorschub geleistet.

Die gegenseitigen Bedingtheiten von diskursiven Ein- und Ausschlüssen zeigen sich nicht nur auf lokaler, sondern auch auf überlokaler Ebene. So wird die Eisenbahnstraße zunehmend auch als ein (positiver) Nachweis für die Internationalität und Weltoffenheit Leipzigs herangezogen. Ihre Existenz und auch ihre Bekanntheit ermöglichen der Stadt gerade in den Debatten um zunehmende Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eine Distanzierung von ostdeutschen Stereotypen. Die Nicht-Zugehörigkeit der quartiersbezogenen Parallelwelt zur Leipziger Stadtgesellschaft auf der lokalen Ebene wird dann paradoxerweise zum Einschlussmarker auf anderer (regionaler und nationaler) Ebene – nämlich der Zugehörigkeit Leipzigs zu den ‚echten‘ Großstädten in (West-)Deutschland.

Der diskursive Einschluss der durch Migration geprägten Eisenbahnstraße ermöglicht so wiederum eine Abgrenzung vom Konstrukt des latent xenophobischen Ostens Deutschlands. Indem sich der analytische Blick auf Grundlage einer heuristischen Paradoxie-Annahme auf die gegenseitigen Bedingtheiten des Ein- und Ausschlusses von Migration richtet, werden die zugespitzten Auseinandersetzungen um die wachsende Selbstverständlichkeit von Migration in einem spezifisch ostdeutschen Kontext besonders deutlich. Triebfedern dieser Debatte sind unter anderem Argumentationen um die Bedeutung von Migration vor dem Hintergrund langjähriger Schrumpfungserfahrungen sowie eines drohenden Ansehensverlustes der Stadt durch die Gefahr zunehmender Fremdenfeindlichkeit. Aus einer postmigrantischen Sicht auf urbane Gesellschaften lässt sich diesbezüglich schlussfolgern, dass Migration im medialen und stadtentwicklungspolitischen Diskurs der Stadt Leipzig (noch) nicht als urbane Normalität verhandelt wird bzw. werden kann. Trotz oder gerade auch weil Leipzig im ostdeutschen Kontext eine Vorreiterrolle in puncto Migration einnimmt, bleibt sie eine hochgradig sensible Angelegenheit.

Literatur

  • Beer I. (2015): Integration Vielfalt und Beteiligung in der „Sozialen Stadt“. Nachdenkliche Bilanz zur Umsetzung eines zentralen Programmziels. In: Forum Wohnen und Stadtentwicklung 7 6 295-299.

  • Behling M. (2019): Arbeitsladen als dynamischer Ansatz in der Stadtteilentwicklung. In: Niermann O.; Schnur O.; Drilling M. (Hrsg.): Ökonomie im Quartier. Von der sozialräumlichen Intervention zur Postwachstumsgesellschaft. Wiesbaden 73-90. doi: 10.1007/978-3-658-23445-4

    • Crossref
    • Export Citation
  • Bommes M. (2008): „Integration findet vor Ort statt“ – über die Neugestaltung kommunaler Integrationspolitik. In: Bommes M.; Krüger-Potratz M. (Hrsg.): Migrationsreport 2008. Fakten – Analysen – Perspektiven. Frankfurt am Main 159-195.

  • Budnik M.; Großmann K.; Haase A.; Haid C.; Hedke C.; Kullmann K.; Wolff M. (2017): DIVERCITIES: Dealing with urban diversity. The case of Leipzig. Utrecht.

  • Bundesregierung (2007): Der nationale Integrationsplan. Neue Wege – neue Chancen. Berlin.

  • Bundesregierung (2011): Nationaler Aktionsplan Integration. Zusammenhalt stärken – Teilhabe verwirklichen. Berlin.

  • De Genova N. (2008): Inclusion through exclusion: Explosion or implosion? https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1480129 (07.02.2019).

  • Döring F. (2013): Polizeichef will Zusammenarbeit bei Integration. In: Leipziger Volkszeitung vom 10. Juli 2013 15.

  • Döring F. (2014): Trotz Drogenszene und „schwerer Jungs“: Bürgerpolizisten brechen Lanze für die Eisenbahnstraße. In: Leipziger Volkszeitung vom 30. September 2014 17.

  • Döring F.; Orbeck M. (2014): Acht Verletzte bei Streit zwischen irakischer und syrischer Familie – Polizei nimmt vier Schläger fest. In: Leipziger Volkszeitung vom 24. Juni 2014 1.

  • Dohnke J.; Seidel-Schulze A.; Häußermann H. (2012): Segregation Konzentration Polarisierung – sozialräumliche Entwicklung in deutschen Städten 2007-2009. Berlin. = Difu-Impulse 4.

  • Espahangizi K.; Hess S.; Karakayali J.; Kasparek B.; Pagano S.; Rodatz M.; Tsianos V. S. (2016): Rassismus in der postmigrantischen Gesellschaft. In: Movements. Journal für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung 2 1 9-23.

  • Friedrich S. (2017): Geballtes Neukölln. Die mediale Konstruktion eines „Problembezirks“. In: Geisen T.; Riegel C.; Yildiz E. (Hrsg.): Migration Stadt und Urbanität. Perspektiven auf die Heterogenität migrantischer Lebenswelten. Wiesbaden 113-134. doi: 10.1007/978-3-658-13779-3

  • Fritz T.; Hoffmann S. (2015): Das nächste große Ding. In: Neues Deutschland vom 25./26. Juli 2015 18-19.

  • Geisen T.; Riegel C.; Yildiz E. (2017): Unterschiedliche Perspektiven auf Migration Stadt und Urbanität. In: Geisen T.; Riegel C.; Yildiz E. (Hrsg.): Migration Stadt und Urbanität. Perspektiven auf die Heterogenität migrantischer Lebenswelten. Wiesbaden 3-16. doi: 10.1007/978-3-658-13779-3

  • Gerkens K.; Hochtritt P. (2010): Management und Beteiligung im Stadtteil. In: Henn S.; Behling M. (Hrsg.): Aspekte integrierter Stadtteilentwicklung: Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Leipziger Osten. Berlin 225-240.

  • Glasze G.; Pütz R.; Schreiber V. (2005): Unsicherheitsdiskurse in Gesellschaft und Stadt. In: Berichte zur deutschen Landeskunde 97 2 329-340.

  • Hartmann M. (2002): Widersprüche Ambivalenzen Paradoxien – Begriffliche Wandlungen in der neueren Gesellschaftstheorie. In: Honneth A. (Hrsg.): Befreiung aus der Mündigkeit – Paradoxien des gegenwärtigen Kapitalismus. Frankfurt am Main 221-251. = Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialphilosophie 1.

  • Häußermann H.; Siebel W. (2007): Integration trotz Segregation – zum Stand der wissenschaftlichen Debatte. https://www.schader-stiftung.de/themen/vielfalt-und-integration/fokus/sozialraeumliche-integration/artikel/integration-trotz-segregation-zum-stand-der-wissenschaftlichen-debatte/ (07.02.2019).

  • Haug C.; Ibs T. (2014): Nun boomt der Osten. In: Kreuzer 9 22-25.

  • Helbig M.; Jähnen S. (2018): Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte? Trends und Analysen der Segregation in 74 deutschen Städten. Berlin. = WZB Discussion Paper P 2018-001.

  • Hess S. (2015): Politiken der (Un-)Sichtbarmachung. Eine Kritik der Wissens- und Bilderproduktion zu Migration. In: Yildiz E.; Hill M. (Hrsg.): Nach der Migration. Postmigrantische Perspektiven jenseits der Parallelgesellschaft. Bielefeld 49-64. = Kultur und Konflikt 6.

  • Hillmann F. (Hrsg.) (2011): Marginale Urbanität. Migrantisches Unternehmertum und Stadtentwicklung. Bielefeld.

  • Hillmann F. (2018): Migration ist die Essenz von Urbanität in den europäischen Städten. In: Gestring N.; Wehrheim J. (Hrsg.): Urbanität im 21. Jahrhundert. Eine Fest- und Freundschaftsschrift für Walter Siebel. Frankfurt am Main 81-95.

  • Honneth A.; Sutterlüty F. (2011): Normative Paradoxien der Gegenwart. In: WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 8 1 67-85.

  • Kemper J.; Vogelpohl A. (2013): Paradoxien der neoliberalen Stadt. In: Geographische Zeitschrift 101 3/4 218-234.

  • Kreuz S. (2014): Polizei eröffnet Außenstelle in der Eisenbahnstraße / Anlaufpunkt für Bürger nur am Tag. In: Leipziger Volkszeitung vom 8. August 2014 15.

  • Krummacher M. (2017): Kommunale Integrationspolitik in Deutschland. Fakten Entwicklungstrends Widersprüche Perspektiven. In: Geisen T.; Riegel C.; Yildiz E. (Hrsg.): Migration Stadt und Urbanität. Perspektiven auf die Heterogenität migrantischer Lebenswelten. Wiesbaden 79-96. doi: 10.1007/978-3-658-13779-3

  • Lanz S. (2007): Berlin aufgemischt: abendländisch – multikulturell – kosmopolitisch? Die politische Konstruktion einer Einwanderungsstadt. Bielefeld.

  • Machowecz M. (2016): Leipzig: Klein-Chicago in Nordwestsachsen. In: Die Zeit vom 4. Februar 2016 9.

  • Meine B. (2014): Leipziger Konflikt braucht starke Polizei. In: Leipziger Volkszeitung vom 25. Juni 2014 1.

  • Münch S. (2013): Rahmenbedingungen von Zuwanderung und interkulturellem Zusammenleben in den ostdeutschen Bundesländern – eine Bestandsaufnahme. In: Raumforschung und Raumordnung 71 3 261-271. doi: 10.1007/s13147-013-0215-1

    • Crossref
    • Export Citation
  • Orbeck M. (2014): Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal spricht im Interview über den Leipziger Osten. In: Leipziger Volkszeitung vom 24. Juni 2014 15.

  • Ossyra T. (2011): Bürger folgen Einladung von Expertengruppe / Gemeinsame Ideen für Zukunft des Stadtteils entwickelt. In: Leipziger Volkszeitung vom 8. April 2011 17.

  • o.V. (2010): Neue Broschüre über Volkmarsdorf. In: Leipziger Volkszeitung vom 20. Februar 2010 26.

  • o.V. (2014): Magistrale der Gegensätze. In: Leipziger Volkszeitung vom 17. Juli 2014 13.

  • o.V. (2016): Leipziger Bandenkrieg. Ein Toter ein Rocker in Haft. In: Leipziger Volkszeitung vom 27. Juni 2016 1.

  • Philipps A.; Rink D. (2009): Zuwanderung und Integrationspolitik in einer schrumpfenden Stadt. Das Beispiel Leipzig. In: Gesemann F.; Roth R. (Hrsg.): Lokale Integrationspolitik in der Einwanderungsgesellschaft – Migration und Integration als Herausforderung von Kommunen. Wiesbaden 399-414.

  • Pollmer C. (2017): Ferner Osten. In: Süddeutsche Zeitung vom 20. Januar 2017 3.

  • Pütz R.; Rodatz M. (2013): Kommunale Integrations-und Vielfaltskonzepte im Neoliberalismus. Zur strategischen Steuerung von Integration in deutschen Großstädten. In: Geographische Zeitschrift 101 3/4 166-183.

  • Rodatz M. (2014): Migration ist in dieser Stadt eine Tatsache. Urban politics of citizenship in der neoliberalen Stadt. In: sub\ urban. Zeitschrift für kritische Stadtforschung 2 3 35-58.

  • Stadt Leipzig (2006): Die Integration der Migranten in Leipzig als Querschnittsaufgabe. Bericht des Referats Ausländerbeauftragter. Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2009): Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2020 (SEKo). Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2013a): Gesamtkonzept zur Integration der Migrantinnen und Migranten in Leipzig. Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2013b): Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Leipziger Osten (STEK LeO). Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2016): Migrantinnen und Migranten in Leipzig. Indikatorenbericht. Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2017): Integriertes Stadtentwicklungskonzept „Leipzig 2030“. Leipzig.

  • Terkessidis M. (2010): Interkultur. Berlin.

  • Thomas-Olalde O.; Velho A. (2011): Othering and its Effects – Exploring the Concept. In: Niedrig H.; Ydesen C. (Hrsg.): Writing postcolonial histories of intercultural education. Frankfurt am Main 27-51. = Interkulturelle Pädagogik und postkoloniale Theorie 2.

  • Tsianos V. S.; Ronneberger K. (2012): Panische Räume. In: Stadtbauwelt 193 12 41-49.

  • Weber F. (2013): Zur Problematisierung „kultureller Differenzierungen“ in der quartiersbezogenen Stadtpolitik „Soziale Stadt“. In: Schnur O.; Zakrzewski P.; Drilling M. (Hrsg.): Migrationsort Quartier. Zwischen Segregation Integration und Interkultur. Wiesbaden 55-73. doi: 10.1007/978-3-658-01048-5

  • Welters D. (2015): Ringen am Rabet. In: Leipziger Volkszeitung vom 4. Juli 2015 17.

Multimedia-Quellen

  • LVZ-Multimedia-Reportage (2017): Vom Drogenkiez zum Künstlertreff. http://multimedia.lvz.de/eisenbahnstrasse#1480(08.02.2019)

  • Taff (2013): Die schlimmste Straße Deutschlands 1. http://www.prosieben.de/tv/taff/video/20139-dieschlimmste-strasse-deutsch-lands-1-clip (08.02.2019).

  • ZDF Dokumentation (2016): Eisenbahnstraße Leipzig – Crimespot oder Multikulti-Wunderland? https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/mitteilung/eisenbahnstrasse-leipzig-crimespot-oder-multikulti-wunderland/seite/8/ (13.02.2019).

Footnotes

1Das DFG-Projekt „Lokal gestrandet, global vernetzt? Umgang mit Vielfalt an den gesellschaftlichen Rändern der postmigrantischen Stadt“ wurde von 2016 bis 2019 am Leibniz-Institut für Länderkunde bearbeitet.
2Mitteilung des Amtes für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig.
4EFRE = Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
6„In this context, Othering is defined as a process in which, through discursive practices, different subjects are formed, hegemonic subjects – that is, subjects in powerful social positions as well as those subjugated to these powerful conditions” (Thomas-Olalde/Velho 2011: 27).
7Nach § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 des Sächsischen Polizeigesetzes.
8In dieser ersten Waffenverbotszone Sachsens gilt seit 5. November 2018 ein grundsätzliches Verbot des Mitführens von Schusswaffen, Messern, Reizstoffsprühgeräten sowie anderen gefährlichen Gegenständen. Ermöglicht werden dadurch insbesondere verdachtsunabhängige Kontrollen durch die Polizei.

If the inline PDF is not rendering correctly, you can download the PDF file here.

  • Beer I. (2015): Integration Vielfalt und Beteiligung in der „Sozialen Stadt“. Nachdenkliche Bilanz zur Umsetzung eines zentralen Programmziels. In: Forum Wohnen und Stadtentwicklung 7 6 295-299.

  • Behling M. (2019): Arbeitsladen als dynamischer Ansatz in der Stadtteilentwicklung. In: Niermann O.; Schnur O.; Drilling M. (Hrsg.): Ökonomie im Quartier. Von der sozialräumlichen Intervention zur Postwachstumsgesellschaft. Wiesbaden 73-90. doi: 10.1007/978-3-658-23445-4

    • Crossref
    • Export Citation
  • Bommes M. (2008): „Integration findet vor Ort statt“ – über die Neugestaltung kommunaler Integrationspolitik. In: Bommes M.; Krüger-Potratz M. (Hrsg.): Migrationsreport 2008. Fakten – Analysen – Perspektiven. Frankfurt am Main 159-195.

  • Budnik M.; Großmann K.; Haase A.; Haid C.; Hedke C.; Kullmann K.; Wolff M. (2017): DIVERCITIES: Dealing with urban diversity. The case of Leipzig. Utrecht.

  • Bundesregierung (2007): Der nationale Integrationsplan. Neue Wege – neue Chancen. Berlin.

  • Bundesregierung (2011): Nationaler Aktionsplan Integration. Zusammenhalt stärken – Teilhabe verwirklichen. Berlin.

  • De Genova N. (2008): Inclusion through exclusion: Explosion or implosion? https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1480129 (07.02.2019).

  • Döring F. (2013): Polizeichef will Zusammenarbeit bei Integration. In: Leipziger Volkszeitung vom 10. Juli 2013 15.

  • Döring F. (2014): Trotz Drogenszene und „schwerer Jungs“: Bürgerpolizisten brechen Lanze für die Eisenbahnstraße. In: Leipziger Volkszeitung vom 30. September 2014 17.

  • Döring F.; Orbeck M. (2014): Acht Verletzte bei Streit zwischen irakischer und syrischer Familie – Polizei nimmt vier Schläger fest. In: Leipziger Volkszeitung vom 24. Juni 2014 1.

  • Dohnke J.; Seidel-Schulze A.; Häußermann H. (2012): Segregation Konzentration Polarisierung – sozialräumliche Entwicklung in deutschen Städten 2007-2009. Berlin. = Difu-Impulse 4.

  • Espahangizi K.; Hess S.; Karakayali J.; Kasparek B.; Pagano S.; Rodatz M.; Tsianos V. S. (2016): Rassismus in der postmigrantischen Gesellschaft. In: Movements. Journal für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung 2 1 9-23.

  • Friedrich S. (2017): Geballtes Neukölln. Die mediale Konstruktion eines „Problembezirks“. In: Geisen T.; Riegel C.; Yildiz E. (Hrsg.): Migration Stadt und Urbanität. Perspektiven auf die Heterogenität migrantischer Lebenswelten. Wiesbaden 113-134. doi: 10.1007/978-3-658-13779-3

  • Fritz T.; Hoffmann S. (2015): Das nächste große Ding. In: Neues Deutschland vom 25./26. Juli 2015 18-19.

  • Geisen T.; Riegel C.; Yildiz E. (2017): Unterschiedliche Perspektiven auf Migration Stadt und Urbanität. In: Geisen T.; Riegel C.; Yildiz E. (Hrsg.): Migration Stadt und Urbanität. Perspektiven auf die Heterogenität migrantischer Lebenswelten. Wiesbaden 3-16. doi: 10.1007/978-3-658-13779-3

  • Gerkens K.; Hochtritt P. (2010): Management und Beteiligung im Stadtteil. In: Henn S.; Behling M. (Hrsg.): Aspekte integrierter Stadtteilentwicklung: Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Leipziger Osten. Berlin 225-240.

  • Glasze G.; Pütz R.; Schreiber V. (2005): Unsicherheitsdiskurse in Gesellschaft und Stadt. In: Berichte zur deutschen Landeskunde 97 2 329-340.

  • Hartmann M. (2002): Widersprüche Ambivalenzen Paradoxien – Begriffliche Wandlungen in der neueren Gesellschaftstheorie. In: Honneth A. (Hrsg.): Befreiung aus der Mündigkeit – Paradoxien des gegenwärtigen Kapitalismus. Frankfurt am Main 221-251. = Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialphilosophie 1.

  • Häußermann H.; Siebel W. (2007): Integration trotz Segregation – zum Stand der wissenschaftlichen Debatte. https://www.schader-stiftung.de/themen/vielfalt-und-integration/fokus/sozialraeumliche-integration/artikel/integration-trotz-segregation-zum-stand-der-wissenschaftlichen-debatte/ (07.02.2019).

  • Haug C.; Ibs T. (2014): Nun boomt der Osten. In: Kreuzer 9 22-25.

  • Helbig M.; Jähnen S. (2018): Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte? Trends und Analysen der Segregation in 74 deutschen Städten. Berlin. = WZB Discussion Paper P 2018-001.

  • Hess S. (2015): Politiken der (Un-)Sichtbarmachung. Eine Kritik der Wissens- und Bilderproduktion zu Migration. In: Yildiz E.; Hill M. (Hrsg.): Nach der Migration. Postmigrantische Perspektiven jenseits der Parallelgesellschaft. Bielefeld 49-64. = Kultur und Konflikt 6.

  • Hillmann F. (Hrsg.) (2011): Marginale Urbanität. Migrantisches Unternehmertum und Stadtentwicklung. Bielefeld.

  • Hillmann F. (2018): Migration ist die Essenz von Urbanität in den europäischen Städten. In: Gestring N.; Wehrheim J. (Hrsg.): Urbanität im 21. Jahrhundert. Eine Fest- und Freundschaftsschrift für Walter Siebel. Frankfurt am Main 81-95.

  • Honneth A.; Sutterlüty F. (2011): Normative Paradoxien der Gegenwart. In: WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 8 1 67-85.

  • Kemper J.; Vogelpohl A. (2013): Paradoxien der neoliberalen Stadt. In: Geographische Zeitschrift 101 3/4 218-234.

  • Kreuz S. (2014): Polizei eröffnet Außenstelle in der Eisenbahnstraße / Anlaufpunkt für Bürger nur am Tag. In: Leipziger Volkszeitung vom 8. August 2014 15.

  • Krummacher M. (2017): Kommunale Integrationspolitik in Deutschland. Fakten Entwicklungstrends Widersprüche Perspektiven. In: Geisen T.; Riegel C.; Yildiz E. (Hrsg.): Migration Stadt und Urbanität. Perspektiven auf die Heterogenität migrantischer Lebenswelten. Wiesbaden 79-96. doi: 10.1007/978-3-658-13779-3

  • Lanz S. (2007): Berlin aufgemischt: abendländisch – multikulturell – kosmopolitisch? Die politische Konstruktion einer Einwanderungsstadt. Bielefeld.

  • Machowecz M. (2016): Leipzig: Klein-Chicago in Nordwestsachsen. In: Die Zeit vom 4. Februar 2016 9.

  • Meine B. (2014): Leipziger Konflikt braucht starke Polizei. In: Leipziger Volkszeitung vom 25. Juni 2014 1.

  • Münch S. (2013): Rahmenbedingungen von Zuwanderung und interkulturellem Zusammenleben in den ostdeutschen Bundesländern – eine Bestandsaufnahme. In: Raumforschung und Raumordnung 71 3 261-271. doi: 10.1007/s13147-013-0215-1

    • Crossref
    • Export Citation
  • Orbeck M. (2014): Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal spricht im Interview über den Leipziger Osten. In: Leipziger Volkszeitung vom 24. Juni 2014 15.

  • Ossyra T. (2011): Bürger folgen Einladung von Expertengruppe / Gemeinsame Ideen für Zukunft des Stadtteils entwickelt. In: Leipziger Volkszeitung vom 8. April 2011 17.

  • o.V. (2010): Neue Broschüre über Volkmarsdorf. In: Leipziger Volkszeitung vom 20. Februar 2010 26.

  • o.V. (2014): Magistrale der Gegensätze. In: Leipziger Volkszeitung vom 17. Juli 2014 13.

  • o.V. (2016): Leipziger Bandenkrieg. Ein Toter ein Rocker in Haft. In: Leipziger Volkszeitung vom 27. Juni 2016 1.

  • Philipps A.; Rink D. (2009): Zuwanderung und Integrationspolitik in einer schrumpfenden Stadt. Das Beispiel Leipzig. In: Gesemann F.; Roth R. (Hrsg.): Lokale Integrationspolitik in der Einwanderungsgesellschaft – Migration und Integration als Herausforderung von Kommunen. Wiesbaden 399-414.

  • Pollmer C. (2017): Ferner Osten. In: Süddeutsche Zeitung vom 20. Januar 2017 3.

  • Pütz R.; Rodatz M. (2013): Kommunale Integrations-und Vielfaltskonzepte im Neoliberalismus. Zur strategischen Steuerung von Integration in deutschen Großstädten. In: Geographische Zeitschrift 101 3/4 166-183.

  • Rodatz M. (2014): Migration ist in dieser Stadt eine Tatsache. Urban politics of citizenship in der neoliberalen Stadt. In: sub\ urban. Zeitschrift für kritische Stadtforschung 2 3 35-58.

  • Stadt Leipzig (2006): Die Integration der Migranten in Leipzig als Querschnittsaufgabe. Bericht des Referats Ausländerbeauftragter. Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2009): Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2020 (SEKo). Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2013a): Gesamtkonzept zur Integration der Migrantinnen und Migranten in Leipzig. Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2013b): Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Leipziger Osten (STEK LeO). Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2016): Migrantinnen und Migranten in Leipzig. Indikatorenbericht. Leipzig.

  • Stadt Leipzig (2017): Integriertes Stadtentwicklungskonzept „Leipzig 2030“. Leipzig.

  • Terkessidis M. (2010): Interkultur. Berlin.

  • Thomas-Olalde O.; Velho A. (2011): Othering and its Effects – Exploring the Concept. In: Niedrig H.; Ydesen C. (Hrsg.): Writing postcolonial histories of intercultural education. Frankfurt am Main 27-51. = Interkulturelle Pädagogik und postkoloniale Theorie 2.

  • Tsianos V. S.; Ronneberger K. (2012): Panische Räume. In: Stadtbauwelt 193 12 41-49.

  • Weber F. (2013): Zur Problematisierung „kultureller Differenzierungen“ in der quartiersbezogenen Stadtpolitik „Soziale Stadt“. In: Schnur O.; Zakrzewski P.; Drilling M. (Hrsg.): Migrationsort Quartier. Zwischen Segregation Integration und Interkultur. Wiesbaden 55-73. doi: 10.1007/978-3-658-01048-5

  • Welters D. (2015): Ringen am Rabet. In: Leipziger Volkszeitung vom 4. Juli 2015 17.

  • LVZ-Multimedia-Reportage (2017): Vom Drogenkiez zum Künstlertreff. http://multimedia.lvz.de/eisenbahnstrasse#1480(08.02.2019)

  • Taff (2013): Die schlimmste Straße Deutschlands 1. http://www.prosieben.de/tv/taff/video/20139-dieschlimmste-strasse-deutsch-lands-1-clip (08.02.2019).

  • ZDF Dokumentation (2016): Eisenbahnstraße Leipzig – Crimespot oder Multikulti-Wunderland? https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/mitteilung/eisenbahnstrasse-leipzig-crimespot-oder-multikulti-wunderland/seite/8/ (13.02.2019).

Search
Journal information
Figures
  • View in gallery

    Internationale Wanderungsdynamik auf der Ebene der Ortsteile und Lage des Programmraums „Leipziger Osten“

  • View in gallery

    Die Eisenbahnstraße in der Presse 2010-2016: Intensität der Berichterstattung

  • View in gallery

    Die Begriffe „Migration“ und „Vielfalt“ in Zeitungsartikeln über die Eisenbahnstraße: Themenkontexte

Metrics
All Time Past Year Past 30 Days
Abstract Views 0 0 0
Full Text Views 287 287 63
PDF Downloads 114 114 24