Soziale Differenzierung und zunehmende soziale Heterogenität in Leipzig im Spiegel von Alltagswahrnehmung und Politik

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Zusammenfassung

Soziale Differenzierung ist in den Großstädten Ostdeutschlands zu einem wesentlichen Charakteristikum urbaner Entwicklung, Alltagswahrnehmung und Politik geworden. Insbesondere lässt sich dies in den Städten beobachten, welche nach der Schrumpfung der 1990er-Jahre seit Kurzem wieder dynamisch wachsen. Die Vertiefung sozialer Ungleichheiten (soziale Differenzierung) sowie die Vervielfältigung von Lebensstilen, Lebenswelten und Identitäten (zunehmende Heterogenität) sind Teil dieser Entwicklung. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag soziale Differenzierung und zunehmende Heterogenität der Bevölkerung in Leipzig mit einem Fokus auf Alltagswahrnehmungen der Bewohner sowie der lokalen Politikentwicklung. Es wird analysiert, wie soziale Differenz und zunehmende Heterogenität zu einem Thema im Alltag und für die Politik werden und wie beide Perspektiven in Bezug zueinander stehen. Der Beitrag fußt auf einem mehrdimensionalen Verständnis von Heterogenität einschließlich der sozioökonomischen, demographischen, lebensstilbezogenen und ethnisch-migrantischen Dimensionen. Räumlich gesehen werden sowohl die gesamtstädtische als auch die Quartiersperspektive betrachtet. Die Analyse kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass soziale Heterogenität in ihrer horizontalen Dimension anerkannt und wahrgenommen wird und sich diese Anerkennung auch in der Politikformulierung findet. Das gilt nicht im gleichen Maße für Ausprägungen sozialer Ungleichheit. Das Beispiel Leipzig zeigt überdies, dass der generelle Diskurs stärker differenzieren muss zwischen dem Anliegen, horizontale Differenz (explizit) anzuerkennen, der notwendigen Bekämpfung vertikaler sozialer Ungleichheiten sowie dem Umstand, dass sich aus deren Überschneidung zahlreiche neue Unübersichtlichkeiten und Komplexitäten ergeben.

Zusammenfassung

Soziale Differenzierung ist in den Großstädten Ostdeutschlands zu einem wesentlichen Charakteristikum urbaner Entwicklung, Alltagswahrnehmung und Politik geworden. Insbesondere lässt sich dies in den Städten beobachten, welche nach der Schrumpfung der 1990er-Jahre seit Kurzem wieder dynamisch wachsen. Die Vertiefung sozialer Ungleichheiten (soziale Differenzierung) sowie die Vervielfältigung von Lebensstilen, Lebenswelten und Identitäten (zunehmende Heterogenität) sind Teil dieser Entwicklung. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag soziale Differenzierung und zunehmende Heterogenität der Bevölkerung in Leipzig mit einem Fokus auf Alltagswahrnehmungen der Bewohner sowie der lokalen Politikentwicklung. Es wird analysiert, wie soziale Differenz und zunehmende Heterogenität zu einem Thema im Alltag und für die Politik werden und wie beide Perspektiven in Bezug zueinander stehen. Der Beitrag fußt auf einem mehrdimensionalen Verständnis von Heterogenität einschließlich der sozioökonomischen, demographischen, lebensstilbezogenen und ethnisch-migrantischen Dimensionen. Räumlich gesehen werden sowohl die gesamtstädtische als auch die Quartiersperspektive betrachtet. Die Analyse kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass soziale Heterogenität in ihrer horizontalen Dimension anerkannt und wahrgenommen wird und sich diese Anerkennung auch in der Politikformulierung findet. Das gilt nicht im gleichen Maße für Ausprägungen sozialer Ungleichheit. Das Beispiel Leipzig zeigt überdies, dass der generelle Diskurs stärker differenzieren muss zwischen dem Anliegen, horizontale Differenz (explizit) anzuerkennen, der notwendigen Bekämpfung vertikaler sozialer Ungleichheiten sowie dem Umstand, dass sich aus deren Überschneidung zahlreiche neue Unübersichtlichkeiten und Komplexitäten ergeben.

1 Einführung und Fragestellung

Soziale Differenzierung, hier verstanden als Vertiefung sozialer Ungleichheiten, und zunehmende Heterogenität, hier verstanden als Vervielfältigung von kulturellen und religiösen Identitäten, von Lebensstilen und Lebenswelten, sind in den letzten Jahren stärker in den Fokus von Alltagswahrnehmung und kommunaler Politik ostdeutscher Städte gerückt. Diese Prozesse zeichnen sich durch zahlreiche Spezifika aus, die mit der realsozialistischen Vergangenheit, dem Transformationskontext nach 1990, dem Neuaufbau von politischen und Verwaltungsstrukturen, demographischen Umbrüchen sowie verstärkter internationaler Zuwanderung zusammenhängen. Diese Entwicklung soll im Beitrag am Beispiel Leipzigs nachvollzogen werden, wo wie im Zeitraffer einerseits Schrumpfung, selektive Abwanderung, Alterung und Verarmung und andererseits neue Zuwanderung, internationale Migration sowie eine Ausdifferenzierung von Milieus und Lebensstilen die vergangenen Jahrzehnte prägten.

Vor diesem Hintergrund analysiert der Beitrag soziale Differenzierung und zunehmende Heterogenität der Bevölkerung in Leipzig im Spiegel von Alltagswahrnehmung und Politik. Wo und wie wird soziale Differenz und zunehmende Heterogenität zu einem Thema im Alltag und für die Politik? Wie stehen die Alltagswahrnehmung der Bevölkerung und politische Ansätze in Bezug zueinander? Einbezogen werden verschiedene Dimensionen von Differenzierung und Heterogenität wie sozioökonomische und demographische, lebensstilbezogene oder ethnisch-migrantische. Der räumliche Fokus richtet sich sowohl auf die gesamtstädtische Ebene als auch auf spezifische Quartiere.

Der Beitrag beleuchtet zunächst soziale Differenzierung und zunehmende Heterogenität als Dimensionen städtischen Wandels aus einer theoretischen Perspektive (Kapitel 2). Anschließend umreißt er knapp den Kontext der Leipziger Fallstudie und den Forschungshintergrund (Kapitel 3). Im empirischen Teil werden zunächst der Umgang mit Differenzierung und Heterogenität im Wohnumfeld bzw. Alltag auf der Basis empirischer Erhebungen in zwei Stadtgebieten (Kapitel 4) analysiert, anschließend die Strategien städtischer Politik und Verwaltung sowie die Governance-Strukturen, die sich mit dem Thema befassen (Kapitel 5). Im Diskussionsteil werden Herausforderungen für Leipzigs zukünftige Entwicklung formuliert und Rückschlüsse für die akademische Debatte zu Heterogenität und Differenzierung im Kontext städtischen Wandels gezogen (Kapitel 6). Der Beitrag basiert auf Forschungen der Autoren im Rahmen des EU-Projekts „DIVERCITIES – Governing urban diversity" im 7. Rahmenprogramm (2013-2017).

2 Soziale Differenzierung und Heterogenität als Dimensionen städtischen Wandels

Soziale Differenzierung sowie zunehmende Heterogenität zählen zu den grundlegenden Dimensionen städtischer Realität und städtischen Wandels. Städte sind durch Zuwanderung entstanden und gewachsen. Verschiedene soziale Gruppen sind in Städten ,zusammengeworfen' – ein für die Städte konstitutives Merkmal. Durch steigende internationale Mobilität werden Städte in Europa immer heterogener (Schneider/Crul/Lelie2015). Dies betrifft auch solche Städte, die bis vor Kurzem nicht zu den Zentren internationaler Zuwanderung gehörten. Parallel dazu verschwimmen die sozialen Zugehörigkeiten, Identitäten werden pluraler, fluider, die Stadtgesellschaft wird „superdivers" (Vertovec 2007). Superdiversität betont nicht nur das Ende einer Mehrheitsgesellschaft (analog auch die „postmigrantische Gesellschaft", vgl. Foroutan/Karakayali/Spielhaus 2018), sondern auch die Ausdifferenzierung von Lebenslagen und Identitäten innerhalb nationaler oder ethnischer Kategorien. Manche Autoren sprechen auch von „Vielheit" (Terkessides 2010: 6).

Neben zunehmender Heterogenität ist auch eine zunehmende soziale Differenzierung zu beobachten – soziale Spaltung oder Polarisierung sind Schlagworte der Debatte hierzu (Farwick 2007; Kronauer/Siebel 2013). Zunächst ist festzustellen, dass in den letzten Jahrzehnten die soziale Ungleichheit, vor allem hinsichtlich Einkommen und Vermögen, zugenommen hat (Grabka/Goebel 2017; Groh-Samberg/Hurch/Waitkus 2018; Tiefensee/Spannagel 2018).1 Obwohl die Beschäftigungsquoten hoch sind und die Durchschnittseinkommen wachsen, geht die Einkommensschere auseinander. Untere Einkommen stagnieren oder sinken, während hohe Einkommen und die Vermögen wachsen (Goebel/Grabka/Schröder 2015). Die zunehmende soziale Ungleichheit spiegelt sich auch im Stadtraum wider: Die Indizes zeigen mit Bezug auf transferleistungsabhängige Haushalte eine verstärkte Segregation in den deutschen Großstädten, die durch rasant steigende Wohnkosten weiter verstärkt wird (Helbig/Jähnen 2018).

Wir nutzen in unserem Beitrag die Begriffe der sozialen Differenzierung und der Heterogenität. Mit sozialer Differenzierung meinen wir die vertikale Dimension von Unterschieden, vor allem im sozialen Status, etwa bei Einkommen und Bildung. Vertikale soziale Differenzen wirken per se entweder privilegierend oder benachteiligend. Mit Heterogenität beschreiben wir die horizontale Dimension, die lebensstil-, alters-, geschlechts-, religionsbezogene, ethnische und weitere Unterschiede umfasst. Diese sind aus einer normativen Sicht zwar neutral, doch durch Diskriminierung können auch hieraus Benachteiligungen erwachsen. Während die horizontale Perspektive eher auf Rechte (z. B. von Minderheiten oder bestimmten Gruppen) schaut, stellt die vertikale Perspektive Lebenschancen, Gerechtigkeit und Teilhabe in den Mittelpunkt. Im Fokus unserer Betrachtung stehen die Verschränkungen zwischen der vertikalen und horizontalen Dimension (vgl. auch Anhut/Heitmeyer 2000: 26 ff.). Mit dieser Terminologie grenzen wir uns von Begrifflichkeiten wie „Vielfalt" oder „Diversität" aufgrund ihrer Rolle in Marketing- und Managementkontexten sowie ihrer starken Affinität zu neoliberalen oder postpolitischen Diskursen bewusst ab (vgl. Vormann 2015; Wrench 2015).

Debatten über soziale Heterogenität unter den Schlagworten soziale Vielfalt, Differenz und Diversität im städtischen Kontext haben Konjunktur, blicken aber bereits auf eine längere Geschichte zurück (vgl. Schuster 2018), in der sich die Foci vervielfältigt und die Aufmerksamkeiten verschoben haben. Die Anerkennung von sozialer Heterogenität ist eine Forderung der feministischen Sozialtheorie der 1990er-Jahre, die in den 2000er-Jahren ihren Niederschlag in der Stadtforschung fand. Aktuelle Schwerpunkte liegen hier auf planungstheoretischen Fragen (vgl. Sandercock 2003; Fincher/Iveson 2008; Sandercock 2009), sozialwissenschaftlichen Fragen (vgl. Bukow/Heck/Schulze et al. 2011), dem politischen bzw. governancebezogenen Umgang mit Diversität (Raco/Kesten/Colomb et al. 2017) oder auch Gerechtigkeitsfragen (Fainstein 2005). Die Debatte zu sozialer Vielfalt hat sich vor allem durch steigende globale Migration entwickelt, aber auch in der Auseinandersetzung mit Diskriminierung entlang von horizontalen Ungleichheiten wie Geschlecht, sexueller Orientierung oder kultureller Zugehörigkeit. Daraus entwickelten sich Konzepte bzw. damit verbundene Terminologien wie Multikulturalismus (Sandercock 2003; Sandercock 2009; Bukow 2011), Superdiversität als Ausdruck einer sich differenzierenden migrantischen Bevölkerung (Vertovec 2007) oder Hyperdiversität als ein Ansatz, der zusätzlich Lebensstile, Einstellungen und Handlungen von Menschen als Kategorien für die Feststellung von Diversität in Betracht zieht (Tasan-Kok/van Kempen/Raco et al. 2014).

In der Diskussion um Diversität werden vertikale Differenzen wie Einkommensunterschiede und sozialer Status oftmals nur peripher betrachtet oder ausgespart. Diese sind dagegen Kern der Ansätze, die sich mit strukturellen Ungleichheiten in sozialer und sozialräumlicher Perspektive befassen. In den letzten Jahren haben insbesondere Ansätze zu Prekarisierung an Bedeutung gewonnen, die die „Exklusion" (Bude 2008), die neuen ,sozialen Verwundbarkeiten' (Castel 2009) und das Abrutschen von Teilen der Bevölkerung in dauerhafte (multiple) Notlagen (Nachtwey 2016) thematisieren.

Überschneidungen der Debatten zu Heterogenität (Diversität oder Vielfalt) einerseits sowie soziale Differenzierung (und Ungleichheit) andererseits, die im Grunde auf der Hand liegen, werden bislang nur vereinzelt thematisiert (z. B. Faist 2009; Faist 2010). Ansätze zu sozialer Vielfalt ignorieren oftmals vertikale Ungleichheiten oder Machtfragen, individualisieren strukturelle Ungleichheiten oder vermischen sie mit anderen Differenzen. Ungleichheitsansätze haben dagegen horizontale Differenzen und Fragen von Diskriminierung meistens nicht oder nur am Rande im Blick (Budnik/Großmann/Haase et al. 2017b). Michaels (2006) oder Anthias (2013) bemerken kritisch zur Debatte um Diversität, dass diese vom Problem der Ungleichheit lediglich ablenke. Dabei könnte die Stadtforschung von einer integrativen Perspektive auf horizontale und vertikale Differenz profitieren: Zum einen geht es um Gerechtigkeit und Teilhabe verschiedener sozialer Gruppen, zum anderen geht es um Anerkennung verschiedener Meinungen und Positionen, die sich aus einer heterogenen Bevölkerungszusammensetzung ergeben. Hier öffnet sich also ein spannendes theoretisches Feld, in dem noch viele Fragen unbeantwortet und Lücken zu schließen sind, wozu wir mit diesem Beitrag sowohl empirisch als auch konzeptionell beitragen wollen. Vor allem sehen wir Bezüge zur Segregationsforschung und zu Arbeiten zu Quartierseffekten bzw. marginalisierten Stadtvierteln (Häußermann/Siebel 2004; Farwick 2012; Dangschat/Alisch 2014) sowie zu sozialer Mischung (Häußermann 2009; Holm 2009) und dem relativ neuen Forschungsfeld zu Ankunftsquartieren (Saunders 2011; Kurtenbach 2015). Die Forschung in diesen Bereichen legt einerseits den Schwerpunkt auf Potenziale (Ankunftsräume als Möglichkeitsräume, Vielheit und mehrheitlich Minderheitengesellschaften in Städten als Gestaltungschance) und thematisiert andererseits auch die mit sozialer Differenzierung und Heterogenität einhergehenden Probleme, wie marginalisierte Räume, Exklusion oder die Entstehung von sogenannten Parallelgesellschaften. Zudem wird problematisiert, inwieweit städtische Politiken der letzten Jahrzehnte Exklusion und Konflikte befördert haben. Langjähriger Optimismus zu integrativer Stadt(teil)politik wird durch bestehende Intoleranz und Konflikte infrage gestellt (Bannister/Kearns 2013; Valentine 2013), aber auch Ungleichheit und Prekarisierung stellen Zusammenhalt und Toleranz auf die Probe (Amin 2002). Nicht zuletzt hat die Gerechtigkeitsdebatte (Fainstein 2010) zu Teilhabe, Anerkennung und Demokratie den Anspruch, sozial(räumlich)e Ungleichheiten und Fragen der Anerkennung von Differenz zu verbinden.

3 Fallstudie Leipzig: zum Verständnis von Kontext und Forschungshintergrund

3.1 Stadtentwicklung vor und nach 1990

Die Stadt Leipzig gilt, was ihre Entwicklung seit 1990 angeht, als „Stadt der Extreme" (Rink 2015): Sie war über mehrere Jahre hinweg eine schrumpfende Stadt. Nach 1989 ging die Bevölkerungszahl bis 1998 um etwa 100.000 Bewohner (20 % der Bevölkerung von 1989) zurück. Viele Arbeitsplätze, vor allem in der Industrie, gingen verloren, die Arbeitslosigkeit kletterte auf über 20 Prozent, viele Stadtteile waren geprägt von Verfall und hohem Wohnungsleerstand (Rink/Haase/Bernt et al. 2011: 8 f., 20, 45 f.). Seit 2000 wuchs Leipzig wieder, zunächst moderat, ab 2010 sehr dynamisch, mit Raten von über zwei Prozent pro Jahr. Seit 2000 hat Leipzig etwa 100.000 Bewohner und mehr als 50.000 Arbeitsplätze hinzugewonnen (Rink/Schneider/Haase et al. 2017: 28). Mittlerweile gilt die Stadt als prominentes Beispiel für Reurbanisierung (Haase/Rink 2015). Durch die Zuwanderung wandelte sich der Leipziger Wohnungsmarkt in kurzer Zeit vom Angebotsüberhang hin zur Knappheit. Wohnkosten sind dadurch erheblich gestiegen und die Wohnungsmarktsegmente haben sich deutlich ausdifferenziert.

Auch die Zusammensetzung der Zuwanderung hat sich geändert: War es in den 2000er-Jahren vor allem eine junge Bildungszuwanderung', so kommen heute auch immer mehr Berufseinsteiger und Berufstätige. Die Bedeutung der regionalen Zuwanderung nimmt seit Jahren ab, die der Zuwanderung aus den alten Bundesländern und dem Ausland zu (Schmidt 2017; Welz/Haase/Kabisch 2017). So zeigt Leipzig durchaus zahlreiche Entwicklungen, die auch typisch sind für andere (ost- und westdeutsche) Städte seiner Größe, jedoch ist die Dynamik des Wandels zwischen Schrumpfen und Wachsen bemerkenswert.

3.2 Soziale Differenzierung und Heterogenität in der Stadtgesellschaft und im Stadtraum

Die Leiterin des Leipziger Amts für Statistik und Wahlen fasst die Situation in 2017 (im Vergleich zur Entwicklung seit der Jahrtausendwende) wie folgt zusammen: „jünger, voller, internationaler, mehr beschäftigt und

mit viel kleinräumiger Vielfalt" (Schmidt 2017: 22). Mit anderen Worten: Die Stadtgesellschaft wird heterogener, und auch die sozialräumliche Differenzierung nimmt zu, sowohl auf gesamtstädtischer Ebene als auch in den beiden untersuchten Gebieten Leipziger Osten und Leipzig-Grünau. Tabelle 1 zeigt, auch als Orientierungsgrundlage für die nachfolgenden empirischen Kapitel, die Entwicklung ausgewählter Indikatoren für Leipzig und beide Fallstudiengebiete von 2001 bis 2015.

Tabelle 1

Entwicklung ausgewählter Indikatoren für Leipzig, den Leipziger Osten und Leipzig-Grünau (2001-2015)

Quelle: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen: Ortsteilkataloge 2002, 2006, 2011, 2016; " Leipziger Osten: Ortsteile 20, 21, 22, 30;b Leipzig-Grünau: keine Angabe

LeipzigLeipziger OstenaLeipzig-Grünaub

200120052011201520012005201120152001200520112015
Gebietsgröße (km2)297,5297,6297,4297,85,85,75,75,710,110,010,010,0
Bevölkerung519.420528.156531.809567.84644.18546.43745.00254.12256.76349.90842.85344.772
Durchschnittliche Haushaltsgröße1,91,71,81,81,91,71,71,71,91,71,81,7
Einpersonenhaushalte in %XX50,753,0XX56,760,1XX49,451,0
Haushalte >3 Personen in %XX7,27,6XX7,17,0XX5,97,1
Durchschnittsalter (Jahre)42,743,143,842,838,838,338,536,844,346,449,248,4
Jugendquote in %14,413,318,219,816,715,118,218,112,311,316,621,3
Altenquote in %24,928,733,731,319,619,721,517,324,030,745,851,3
Einwohner mit Migrationshintergrund in %XX8,612,3XX18,324,2XX7,711,5
Ausländeranteil in %4,75,15,28,17,610,611,716,63,53,23,57,1
Anteil Erwerbstätiger an Einwohnern in %48,743,752,856,150,139,144,846,852,844,948,751,0
Anteil Rentner (über 65 Jahren) an Einwohnern in %17,820,222,120,714,314,515,412,817,621,627,829,3
Anteil Studierender an Einwohnern in %XX6,08,0XX12,817,4XX3,31,9
Arbeitslose in %12,914,08,86,817,219,312,79,216,518,913,611,2
Anteil SGB-Il-Leistungsempfänger an Einwohnern in %23,338,040,037,025,942,340,128,123,245,956,955,2
Durchschnittseinkommen in €XX1.0661.254XX8641.113XX9711.134
Durchschnittsmiete (Kaltmiete) in €/m2XX7,107,50XX6,707,20XX6,506,90
Anteil Einwohner mit Wohneigentum in %XX12,012,0XX1,83,7XX3,45,6
Durchschnittsmietbelastung in % des EinkommensXX34,031,0XX36,435,0XX31,930,1

Zur Wendezeit war Leipzigs Bevölkerung weit weniger heterogen als etwa die Bevölkerung der meisten westdeutschen Großstädte. Hatte Leipzig 1990 rund 12.000 ausländische Einwohner, vor allem Vertragsarbeiter der DDR, nahm diese Bevölkerung zunächst ab. Erst ab der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre kam es zu erneuter internationaler Zuwanderung und zur Entstehung eines besonders migrantisch geprägten Viertels im Leipziger Osten, ein Novum in der jüngeren Geschichte der Stadt. Heute beträgt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Leipziger Osten etwa 25 Prozent, in einigen Gebieten deutlich mehr. 2015 hatten rund 12,3 Prozent der Leipziger einen Migrationshintergrund, davon waren 8,1 Prozent Ausländer (Stadt Leipzig 2016: 20). Dies nimmt sich im Vergleich zu vielen westdeutschen Städten vergleichbarer Größe, welche schon „mehrheitlich Minderheiten-Städte" (Schneider/Crul/Lelie 2015: 19) sind, noch immer bescheiden aus, ist für Leipzig jedoch in der Dynamik bemerkenswert.

Das neue Wachstum und die Veränderung auf dem Wohnungsmarkt führten in den letzten Jahren zu einer Ausdifferenzierung hinsichtlich der Lebensstile, Wohnkarrieren und Wohnarrangements sowie zu einer deutlichen Zunahme der residentiellen Segregation. Auf dem immer segmentierteren Wohnungsmarkt lassen sich Entmischung und ausschließende Verdrängung sowie eine zunehmende Konzentration (langzeit-)arbeitsloser Haushalte beobachten (Großmann/Arndt/Haase et al. 2015). Neben der Reurbanisierung sind in immer mehr Stadtteilen Prozesse von Gentrifizierung zu bemerken, nicht großflächig, aber kontinuierlich (Haase/Rink 2015). Heute finden wir eine besonders hohe Konzentration einkommensschwacher Haushalte in Stadtteilen wie Grünau oder dem Leipziger Osten. Das Zentrum und die innere Stadt sind jünger' als die äußeren Stadtteile, und die einkommensstärkeren Gruppen konzentrieren sich in den attraktivsten Gründerzeitgebieten entlang des Leipziger Auwaldes, welcher die Stadt von Südost nach Nordwest durchzieht (Haase/Rink 2015). Der Anteil an prekär lebenden Haushalten in Leipzig ist seit vielen Jahren hoch, 2015 betrug die Quote der SGB-Il-Empfänger 14,8 Prozent. Obgleich die Arbeitslosenquote deutlich abgenommen hat (von 21,3 % 2005 auf 9,8 % 2015), ist ein beträchtlicher Teil der neuen Arbeitsplätze, welche seit Mitte der 2000er-Jahre entstanden sind, im Niedriglohnsektor angesiedelt (Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a: 42).

3.3 Projekthintergrund und methodisches Design der Fallstudie

Der Beitrag basiert auf Untersuchungen, die im Rahmen des EU-Projekts „Divercities – Governing urban diversity" (2013-2017) durchgeführt wurden. Das Projekt untersuchte die Wahrnehmung sozialer Differenzierung und zunehmender Heterogenität seitens der Bevölkerung in zwei ausgewählten Stadtteilen, den Umgang damit durch die Stadtpolitik und den Einfluss auf lokale Klein- und Kleinstunternehmen.2 Die Untersuchungen fanden sowohl gesamtstädtisch (vor allem Politikanalyse) als auch mit dem Fokus auf bestimmte (benachteiligte) Gebiete statt. Die empirischen Ergebnisse zu Wahrnehmungen der Quartiersbevölkerung stammen zum einen aus dem Leipziger Osten, einem innerstädtisch-gründerzeitlich geprägten ehemaligen Arbeiterquartier, das sich in den 1990er/2000er-Jahren zu einem Quartier mit überdurchschnittlichem Migrantenanteil entwickelte, heute Schwerpunkt junger Zuwanderung ist sowie an der Schwelle zur Gentrifizierung steht. Zum anderen stammen sie aus Grünau, einer randstädtischen Großwohnsiedlung, die nach Abwanderung und Alterung sowie allmählicher Stabilisierung heute zu einem neuen Schwerpunktgebiet für einkommensarme Haushalte geworden ist (Budnik/Großmann/Haase et al. 2017b). Beide Quartiere zählen zu den benachteiligten Stadtgebieten und waren in den letzten Jahren Schwerpunkte der Förderkulisse. Befragt wurden Bewohner in verschiedenen Typen von Haushalten (Alteingesessene und neu Zugezogene) sowie aus verschiedenen Altersgruppen. Obwohl der Schwerpunkt auf prekären Haushalten lag, wurden auch Vertreter anderer Milieus wie Studenten, Doppelverdiener-Familien und Haushalte aus Wohnprojekten befragt.

Die Projektempirie (vgl. zusammengefasst in Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a) wurde für diesen Beitrag aktualisiert, vor allem durch Einbezug neuer strategischer Dokumente (z. B. Stadt Leipzig 2018) sowie der Entwicklungen mit Bezug auf die Auswirkungen des Fluchtgeschehens seit 2015. Methodisch basieren die Untersuchungen auf Dokumentenanalysen, 17 Experteninterviews, zwei lokalen Workshops sowie 50 qualitativen leitfadengestützten Interviews mit Bewohnern und 40 Interviews mit lokalen Unternehmern im Leipziger Osten und in Grünau.

4 Perspektiven der Bevölkerung: Wahrnehmungen aus und Konsequenzen für den Alltag

Die soziale Differenzierung sowie die zunehmende Heterogenität der Bevölkerung haben in den einzelnen Stadtgebieten unterschiedliche Ausprägungen. Das folgende Kapitel stellt dar, wie dies von den Interviewpartnern aus der Bevölkerung wahrgenommen wird. Eine methodische Bemerkung vorab: Bei den Interviews entstand immer wieder der Eindruck, dass die Befragten nicht offen und spontan auf kontroverse Fragen antworten wollten oder konnten, vielleicht aus Sorge, etwas Falsches oder politisch Unerwünschtes zu sagen im eher seltenen Kontakt mit Sozialwissenschaftlern oder aus Rücksicht auf die eigene Nachbarschaft, die nicht in ein schlechtes Licht gerückt werden sollte. Über Konflikte zu sprechen erwies sich bei der Datenerhebung als sehr schwierig und hat die Grenzen des methodischen Vorgehens gerade in sozial differenzierten bzw. heterogenen Kontexten aufgezeigt.

4.1 Wahrnehmung von sozialer Differenzierung und Heterogenität

Die Auswirkungen des dynamischen Wachstums in Leipzig spüren die befragten Bewohner in Leipzig-Grünau und im Leipziger Osten deutlich. Sie beschreiben einen Wandel der Bevölkerungszusammensetzung in ihrer Nachbarschaft. Auffällig ist, dass Befragte im Sprechen über den Wandel Unsicherheiten zeigen, wenn sie sich auf Aspekte sozialer Differenzierung und Heterogenität beziehen. In Interviewsituationen schauen Befragte nach Wörtern suchend in die Luft, sie stammeln, grinsen ertappt und signalisieren mit ihrer Körpersprache, dass ihnen die Wortfindung gerade schwerfällt. Letztendlich kommen viele dann zum gleichen Ergebnis: Es ist „bunt" oder „gemischt hier".

„Puh, also ich kann nur, sagen wir mal, für unser Haus, also ganz gemischt. Ganz viele natürlich ältere Leute [Pause] die eben schon lange in Grünau wohnen und die sich sagen, also [strauchelt] es ist Grün geworden und wir wollen jetzt hier auch nicht mehr weg, aber es kommen zunehmend auch wieder jüngere Familien mit Kindern [Pause] also vom Universitätsprofessor bis [...] sagen wir mal Mitarbeiter DHL, alles da. Ja, es war mal ne Weile da wohnten natürlich vor allen Dingen so [...] ähm, na also damals gab's noch nicht Prekariat aber [...] die nicht so viel verdienten, ne? Aber das hat sich geändert" (Johanna3, Grünau).

Gleichzeitig wird eine gemischte Bewohnerschaft von mehreren Interviewten als ,normal' beschrieben. Die Interviewten zählen sich zumeist implizit zu den „Normalen". Diese Normalität bezieht sich auf eine sozial differenzierte Bewohnerschaft, indem die „normale" Mischung anhand von unterschiedlichen Berufsgruppen festgemacht wird. In diesem Zusammenhang wird auch von „normalen Arbeitern" (Paul, Grünau) gesprochen. Diese Einschätzung wird überwiegend in der Leipziger Großwohnsiedlung Grünau und hier insbesondere von den älteren Alteingesessenen geteilt. Es ist vermutlich die Geschichte der Großwohnsiedlung, die dabei vordergründig eine Rolle spielt, denn in den 1970er- und 1980er-Jahren, als die Siedlung erbaut wurde, waren diese Wohnungen unter Arbeitern und Akademikern sehr beliebt. Durch die Eigentümerstruktur, z. B. Wohnungsgenossenschaft „Transport" für Bahnangestellte oder „Unitas" für Universitätsangehörige, oder durch den kollektiven Zuzug von Arbeitern aus der Kohle- oder der Textilproduktion kam es zusätzlich zu einer Konzentration bestimmter Berufsgruppen. Im Gegensatz zu einer sozial differenzierten Nachbarschaft wird eine zunehmende Heterogenität nicht als „normal", sondern als „bunt" etikettiert. Bunt meint dabei verschiedenste Facetten von Differenz und Heterogenität und reicht von unterschiedlichen Altersgruppen, Nationalitäten bis hin zu Lebensentwürfen (Elisa, Leipziger Osten: „Ärmere, Migranten, sozial Schwächere, aber auch irgendwie Rentner, die noch dazwischen waren, trotzdem auch Studenten, also bunt gemischt"). Der Terminus „bunt", den verschiedene Interviewte verwenden, dient auch als politisch unverfänglicher Ausdruck, um die gestiegene Heterogenität zu beschreiben, kann aber auch Ambivalenz und Unsicherheit im Zusammenhang mit dieser Entwicklung ausdrücken (Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a; vgl. auch Großmann/Alexandri/Budnik et al. 2018).

In den Interviews werden ,erwünschte' und ,unerwünschte' Aspekte zunehmender Differenzierung und Heterogenität deutlich. Während studentische und Familienzuwanderung fast durchgängig positiv konnotiert ist, betrachtet man prekäre Bevölkerungsgruppen hingegen als durchgängig negativ. Während also eine ,normale' und erwünschte Mischung der Bewohnerschaft für die Befragten in einer beruflichen und generationellen Durchmischung in der Nachbarschaft besteht, ist der Überhang an offenbar prekärer Bevölkerung nicht ,normal' und vor allem unerwünscht.

„Aber mich stört das ganze [...] ganze Hartz IV stört mich, die wissen gar nicht wie gut es denen geht. Es geht denen gut, das wissen die gar nicht zu schätzen. Die kriegen Geld fürs nichts tun. Auch wenn's bei weitem nicht viel ist, aber die machen nichts dafür. Kriegen eine Wohnung bezahlt, ihre Krankenkasse. Die müssen nichts machen, die sitzen da vorne oder bei uns drüben. Saufen ohne Ende" (Lars, Grünau).

Die Wahrnehmung von migrantischer Bevölkerung und Zuwanderung wiederum wird durch die Befragten unterschiedlich und ambivalent aufgefasst. So wird teilweise die Abwertung von Begegnungsorten durch die Anwesenheit und den Zuzug von Migranten befürchtet. Neben dieser ,Sorge' wird mit der Zunahme migrantischer Bevölkerung aber auch im Gegenteil eine Bereicherung – vor allem von selbst Zugezogenen in studentisch geprägten Milieus – für den Stadtteil verbunden:

„Ach, na ich glaube schon, dass [...] die ganzen [...] kulinarischen Köstlichkeiten hier auf große Freude [Lachen] stoßen. Also, es sind hier viel Gourmets im Haus und wir. Unsere Grillabende wurden eben nicht mit Schweinebratwurst, sondern mit Köfte irgendwie bestritten und [...] [Lachen] viel Lamm und so. Also, ich glaube, das ist, das wird also sehr genossen. So, das, was es hier so an [...] Fleischereien und Halal-Fleischern gibt und Gemüsehändlern" (Erika, Leipziger Osten).

Von der Bevölkerung werden sowohl soziale Differenzierung als auch Heterogenität wahrgenommen. In der Beschreibung unterschiedlicher Bewohnergruppen werden meist Kategorien beider Konzepte zu Stereotypen vermengt. Es kommt zum sogenannten „othering". Othering bezeichnet einen Prozess, bei dem eine Differenzierung oder Abgrenzung des Eigenen durch die Zuschreibung vermeintlicher Merkmale von dem „anderen" („sie") erfolgt (Spivak 1985). Hierbei ist die eigene Position von besonderer Bedeutung. Die Abgrenzung basiert dabei oft auf der Intersektion von sozialen Merkmalen, beispielsweise werden bestimmten Gruppen von Migranten (z. B. junge arabische Männer) oder auch Deutschen (z. B.extrem arme Ältere, Alkoholkranke) stereotype Eigenschaften zugeschrieben. Dabei geht es weniger um die Ablehnung eines bestimmten Verhaltens, sondern vielmehr um „symbolisch überformte Statuskämpfe" (Keller 2005: 95), um eine Abgrenzung von etablierten, jedoch wenig privilegierten Schichten, nach ,unten' gegenüber den Gruppen, die vermeintlich das Image des Quartiers gefährden (vgl. Budnik/Großmann/Haase et al. 2017b).

„Das ist schon ein hartes, [...]ein harter Umgang hier. [...]Also, [...] es ist, [...] wegen gar nicht mal so diese, diese reißerischen [...] Auseinandersetzungen zwischen migrantischen [...] Banden oder was auch immer, was mich belastet, sondern eher die, [...] eher die, die, [...] die deutschen jungen Mütter [...] oder/und Väter, die hier irgendwie offensichtlich ihr Leben nicht so ganz auf die Reihe kriegen, [...] aber Kinder aufziehen wollen" (Erika, Leipziger Osten).

In den zuvor beschriebenen Wahrnehmungen wird deutlich, dass für die Alltagspraxis der Bewohner die Wahrnehmung und die Folgen von Prekarität eine zentrale Rolle spielen. Horizontale Differenzen werden als Teil der Ausdifferenzierung prekärer Lagen wahrgenommen. So sind neue Gruppen wie zum Beispiel Geflüchtete, junge Migranten aus Krisenstaaten oder auch junge Kreative (ohne reguläre Beschäftigung und/oder Einkommen) Teil dieser Ausdifferenzierung. Dadurch entwickeln sich neue Konkurrenzen im Kampf etwa um öffentlichen Raum oder preiswerten Wohnraum, um das Image und den sozialen Status des eigenen Quartiers. In den Gesprächen mit Menschen in prekären Lebenslagen wurde deutlich, dass diese oftmals nicht oder kaum von der zunehmenden Heterogenität profitieren. Privilegierte Gruppen dagegen begrüßen den kosmopolitischen Flair, „ethnische" Gastronomie und Einzelhandel. Somit führt die Prekarität der eigenen Lebenssituation oftmals zur ambivalenten Einschätzung des aktuellen Wandels und zur Befürchtung, Verlierer des Wandels zu werden. Jedoch sind nicht alle Prekären (im Sinne von Einkommen) gleichermaßen gefährdet. Beispielsweise sind studentische Haushalte mit geringem Einkommen anders betroffen als Ältere, Arbeitslose, Kranke, Arme, auf die sich durch fehlende Alternativen die negativen Folgen des dynamischen Wandels am stärksten auswirken.

4.2 Ambivalente Konsequenzen für den Alltag und das Zusammenleben der Menschen

Die wahrgenommene soziale Differenzierung und Heterogenität der Bevölkerung hat nicht zuletzt auch unmittelbare Konsequenzen für den Lebensalltag. Zum einen werden einzelne Dimensionen von sozialer Differenzierung und Heterogenität positiv wahrgenommen und begrüßt. Dazu zählen insbesondere Aspekte wie Verjüngung, Zuzug von Studierenden, das Nebeneinander verschiedener Kulturen und Lebensentwürfe in der Nachbarschaft. Sie werden als persönliche Bereicherung sowie als Chance für den Stadtteil betrachtet.

In den Einstellungen zu bestimmten Gruppen werden ambivalente Positionen deutlich. So ist beispielsweise gegenüber Migranten durchaus eine auf Stereotypen mit Bezug auf die vermeintliche kulturelle Herkunft basierende positive Konnotation einzelner Untergruppen möglich („[...] Russen, aber, also du hörst kaum was [von denen], oder auch von die [sic!] Fidschi nicht so großartig" (Vera, Leipziger Osten). Wie in dem Zitat angedeutet, werden diese Migrantengruppen dabei als ruhig dargestellt. In anderen Kontexten sind es vor allem die jungen arabischen Männer, die für steigende Kriminalität verantwortlich gemacht werden. Diese Widersprüchlichkeit wird auch im Zusammenhang mit persönlicher Nähe ersichtlich. Eine pauschal negative Haltung gegenüber Migranten kann gleichzeitig auch mit einer positiven Haltung gegenüber konkreten Personen, wie etwa den eigenen Nachbarn nichtdeutscher Herkunft, einhergehen.

„Da wohnen ganz normale Leute [...] ich glaube zwei russische Familien, aber die sind unauffällig ganz normal. Aber im Umfeld, also sprich Kaufhalle und vor dem Allee-Center, oder an der Völkerfreundschaft. [...] Ich bin ja nicht so gegen Ausländer, aber trotzdem. Man hat ein bisschen Vorurteile vielleicht auch, aber, ist ein bisschen schade, das verkommt so ein bisschen dadurch" (Eva, Grünau).

Bei näherer Betrachtung der konkreten Beziehungen in der Nachbarschaft erhalten wir insgesamt eher ein Bild, das von wenig (intensiven) Kontakten gezeichnet ist. Ein Großteil lebt sehr distanziert. Vor allem die älteren alteingesessenen Grünauer sehen hierin einen großen Unterschied zum früheren Zusammenleben.

„Früher in der Hausgemeinschaft, da wurde auch mal über Sachen geredet. Da wurde gesagt, ,wir treffen uns nochmal unten'. Hatten wir so einen kleinen Trockenraum und da wurde sich mal hingesetzt. Das ist heute eigentlich nicht mehr. Jetzt macht jeder für sich" (Paul, Grünau).

Während dieser Zustand bedauert wird, wehrten Befragte in der Interviewsituation eine Bewertung von heutigen nachbarschaftlichen Kontakten nahezu ab. Michaela aus Grünau antwortet, wie viele andere auch, fast hektisch und mit abwehrender Handhaltung unpassend auf die Frage, wer in der Nachbarschaft wohnt, mit „ich habe keine Probleme". Überraschenderweise werden schwierige Situationen im konkreten Zusammenleben selten offen thematisiert. Probleme wie beispielsweise liegen gebliebener Müll, Lautstärke, Drogen und Kriminalität stellen dabei die häufigsten Konflikte dar, die erst nach längerem Überlegen genannt werden. Konkrete Konflikte mit Nachbarn klangen nur im Subtext an, wurden aber kaum konkretisiert.

Die gesamtstädtische Situation veränderte sich nach Ende der Erhebungen ab 2015 durch die Ankunft vieler Geflüchteter. Damit einher gingen einerseits Veränderungen in der Alltagspraxis im Umgang mit Geflüchteten (Unterbringung, Versorgung, Integration) und andererseits Verschiebungen im städtischen Diskurs. Überlokale, medial geführte Diskurse wirkten auf lokale Prozesse. So wurde das Thema „Geflüchtete" plötzlich überproportional bedeutsam, gewissermaßen ,überpräsent' für Monate. Die Akzeptanz von neu errichteten Gemeinschaftsunterkünften war sehr unterschiedlich, gerade in benachteiligten Stadtvierteln wurde Angst vor zusätzlicher Stigmatisierung laut. Die Geflüchteten sind zudem eine weitere große Gruppe von Benachteiligten auf dem sich anspannenden Wohnungsmarkt und somit auch neue Konkurrenz um preiswertes Wohnen, soziale Betreuung etc. Darüber hinaus hat auch das Fluchtgeschehen seit 2015 die Höherstufung der Themen „Zusammenhalt", „Vielfalt" und „Integration" im neuen Stadtentwicklungskonzept (INSEK) beeinflusst (Stadt Leipzig 2018). Das Thema ,überdeckte' zeitweise die Tatsache, dass sich Zuwanderung nach Leipzig in den letzten Jahren generell internationalisiert hat und dass sich die Stadtgesellschaft an ein Mehr an Heterogenität gewöhnt hat4 (vgl. auch „neue Normalität der Vielfalt", Schneider 2018). Gleichzeitig sind aber auch verstärkt offener Alltagsrassismus und andere Diskriminierungsformen mit dem Aufkommen von Legida und AfD wieder sichtbarer und ,salonfähig' geworden.

5 Lokale politische Strategien im Spiegel von sozialer Differenzierung und Heterogenität

Ungeachtet des oben angesprochenen dynamischen Wandels in den letzten Jahren ist die Auseinandersetzung mit sozialer Differenzierung und steigender Heterogenität für Leipzigs Politik kein neues Phänomen. In den ersten Jahrzehnten nach dem Systemumbruch musste eine tragfähige politische Struktur zunächst geschaffen werden. Seither war (und ist) die finanzielle Situation der Kommune in besonderem Maße durch strikte Austeritätspolitik und die Abhängigkeit von Förderprogrammen (von Land, Bund und EU) gekennzeichnet. Daher ist die frühzeitige Einrichtung des Referats Ausländerbeauftragter (im Jahr 1991) und die Etablierung der interkulturellen Wochen (im Jahr 1992) hervorzuheben, da beides von einer frühen politischen Wahrnehmung ethnischer Differenzierung in der Stadtpolitik zeugt (Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a).

Das aktuelle rapide Bevölkerungswachstum stellt die Leipziger Politikformulierung einmal mehr vor die Herausforderung, auf umfassenden gesellschaftlichen Wandel in Leipzig zu reagieren. War man im Stadtentwicklungskonzept 2009 noch von anhaltender Schrumpfung als Entwicklungsperspektive ausgegangen (Stadt Leipzig 2009), wird mit dem neuen INSEK nun ein überarbeitetes und auf Wachstum ausgelegtes Strategiedokument vorgelegt, das unter anderem Aspekte des sozialen Zusammenhalts in der immer heterogener werdenden Stadt thematisiert (Stadt Leipzig 2018). Jedoch besitzt Leipzig bis heute keine einheitliche oder kohärent auf zunehmende Heterogenität ausgerichtete Politik. Im Folgenden zeigen wir, inwiefern in Leipzigs kommunaler Politik Aspekte sozialer Differenzierung und wachsender Heterogenität adressiert werden. Die Beschreibung stützt sich auf die Analyse einer Vielzahl kommunaler Dokumente (darunter Handreichungen, Verwaltungsvorlagen, Reports und Strategiedokumente5). Zusätzlich wurde das neue Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2018 (Stadt Leipzig 2018) in die Analyse einbezogen.

5.1 Was und wer stehen im Fokus der Politikentwicklung?

In der Leipziger Politikentwicklung wird die Erfüllung kommunaler Pflichtaufgaben (z. B. Kinder- und Jugendhilfe oder die Umsetzung des SGB II, als gesetzlich zugeordnete Aufgaben) mit der freiwilligen gesamtstädtischen Erarbeitung von Entwicklungszielen kombiniert, wobei zielgruppenspezifische und stadtraumbezogene Ansätze gleichzeitig Anwendung finden (vgl. Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a). Fachpolitische Strategien (z. B. Altenhilfeplan, Sozialreport) adressieren zunächst bestimmte Bevölkerungsgruppen mit besonderem Bedarf bzw. Benachteiligungsrisiko wie Kinder, Jugendliche, Familien und Ältere ebenso wie Migranten oder Arbeitslose. Entsprechend werden Handlungsansätze formuliert und die Fachkonzepte fortlaufend aktualisiert. Potenziale einzelner Gruppen können auch Einzug in die stadtweite strategische Politikausrichtung finden. So waren Familienfreundlichkeit und die Integration von Migranten im Stadtentwicklungskonzept 2009 zentrale Themenstellungen, unter anderem da ein wesentlicher „Beitrag zur Stabilisierung der demographischen Situation [...] [durch] die Zuwanderung junger Menschen mit Migrationshintergrund" (Stadt Leipzig 2009: 3) geleistet wird.

Ein zweiter Fokus der Leipziger Politik besteht in der Identifikation bestimmter Stadträume mit besonderem Entwicklungsbedarf. Als Konsequenz der räumlichen Ausrichtung von Förderprogrammen wie Soziale Stadt, Stadtumbau (Ost) oder EFRE6 identifiziert die städtische Politik Schwerpunkträume, in denen Überschneidungen zwischen zielgruppenspezifischen und stadträumlichen Benachteiligungen angegangen werden. Darin zeichnet sich eine zunehmende strategische Kombination von gruppen- und raumorientierten Ansätzen ab, die auch im neuen INSEK fortgeführt wird, wonach in „allen räumlichen Handlungsstrategien [...] ein Gleichgewicht zwischen infrastrukturpolitischen Ansätzen (z. B.Aufwertung von Gebäuden, Wohnumfeld, sozialer und technischer Infrastruktur) und bewohnerorientierten Ansätzen (z. B. Hilfe für benachteiligte Personen, Unterstützung sozialer Gemeinschaften) erforderlich" ist (Stadt Leipzig 2018: B-53).

Kommunale Politiken mit Bezug auf soziale Differenzierung konzentrieren sich so zum einen auf die Verbesserung der Kapazitäten benachteiligter Bevölkerungsgruppen, zukünftig unabhängig von staatlicher Fürsorge zu leben, und zum anderen auf Aspekte sozialer Inklusion und Stärkung des Zusammenhalts auf räumlicher Ebene (vgl. Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a). Ergänzend sind Politiken zum Umgang mit sozialer Heterogenität etwa zur Bekämpfung von Diskriminierung und der Förderung von Toleranz unter Einsatz von Programmfördermitteln entstanden.

5.2 Lokale Governance und die Umsetzung der Politik

Der allgemeine Trend sinkender kommunaler Handlungsspielräume (Kersting 2004: 44; Häußermann/ Läpple/Siebel 2008: 280 ff.) schlägt sich auch in Leipzig auf die Umsetzung lokaler Politik nieder. Öffentliche Aufgaben werden ausgelagert, die Abhängigkeit von externen Finanzmitteln steigt ebenso wie der Beitrag ehrenamtlicher Arbeit zur Realisierung kommunaler Aufgaben. In der Konsequenz ist die Politikumsetzung in hohem Maße von dem Zusammenspiel aus städtischen Geldern, der erfolgreichen Einwerbung und Kombination von Fördermitteln sowie von der Kooperation mit dem dritten Sektor und zivilgesellschaftlichen Initiativen abhängig (vgl. Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a). Letztere übernehmen aktiv Teile der Politikimplementierung und fungieren gleichzeitig als Seismographen für relevante Themen gesellschaftlicher Entwicklung.

Gerade in der Arbeit mit benachteiligten Zielgruppen sind prekäre Arbeitsbedingungen Normalität. Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass dieser Sektor stark von staatlicher Austeritätspolitik betroffen ist, während die Problemlagen komplexer werden. Budgets schrumpfen und es wird vermehrt darauf gesetzt, Angebote über Drittmittel und zeitlich befristet vorzuhalten. Dies steht in Konflikt zur Bewältigung langfristiger Aufgaben wie der Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die städtische Politik hat nur begrenzt Einfluss auf die strukturelle Ausstattung des dritten Sektors in Zeiten geringer werdender wohlfahrtsstaatlicher Zuweisungen seitens des Bundes und der Länder.

Gleichzeitig wird dem dritten Sektor und zivilgesellschaftlichen Initiativen jedoch eine zentrale Rolle für die Erreichung der strategischen Entwicklungsziele in Leipzig zugeschrieben (Stadt Leipzig 2018: A-19). In der Kooperation zwischen ihnen und der Stadt entsteht so ein Spannungsfeld zwischen der Abhängigkeit von finanzieller und beratender Unterstützung durch die Stadt einerseits und der Lobbyarbeit zu Interessen marginalisierter Gruppen oder unbequemen politischen Themen andererseits. Letztere stehen oft im Bezug zu sozialer Ungleichheit in der Stadt, Rassismus und Diskriminierung oder zu Aspekten von Prekarität und politischem Dissens – Themen, welche die städtische Politik eher vermeidet (vgl. Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a).

5.3 Zu Diskrepanzen zwischen politischen Strategien und öffentlichem Diskurs

Im Kontext von Segregation, Verdrängung einkommensarmer Haushalte, Anspannung des Leipziger Wohnungsmarktes und neuen Schwerpunkten internationaler Zuwanderung wird durch das neue Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) anerkannt, dass die „soziale Differenzierung [...] über den gesamten Stadtraum eine große Spannweite der Armutslagen" aufweist (Stadt Leipzig 2018: C 2.4-4). Die soziale Differenzierung wird vor allem in den Fachkonzepten „Kommunale Bildungslandschaft" und „Soziale Teilhabe" angesprochen mit Themen wie Armut, Obdachlosigkeit oder dem Umgang mit Suchtkranken (Stadt Leipzig 2018: C 2.4-4, C 2.5-6, C 2.5-7). Hier werden kommunale Pflichtaufgaben in die informellen strategischen Dokumente integriert. Sie beschreiben die politischen Handlungsansätze im Bereich sozialer Differenzierung. Die steigende soziale Heterogenität wird im neuen INSEK indirekt angesprochen und unter Schlagwörtern wie Demokratieverständnis und sozialer Zusammenhalt als abstraktes übergeordnetes Thema behandelt.

Zwischen den Postulaten politischer Dokumente, dem Alltag in der Stadt sowie tatsächlicher Politikumsetzung in Leipzig bestehen allerdings Diskrepanzen. Neben Konflikten im alltäglichen Zusammenleben (vgl. Streich 2013; Meine 2018) stellen diskriminierende und zum Teil gewaltsame Übergriffe gegenüber Minderheiten (z. B. islamfeindlich, antisemitisch oder homosexuellenfeindlich; Lange 2016; Ulrich 2017) keine Seltenheit dar. Weiterhin fanden eskalierende Auseinandersetzungen um die Unterbringung von Geflüchteten (Streich 2014), die steigende Zahl rechtsextremer Demonstrationen oder gewalttätige Angriffe auf politische Gegner und Institutionen im linken und rechten Spektrum (Dyck 2016)7 kaum Widerhall in öffentlichen Verlautbarungen. Vielmehr werden diese Themen im Kontext der Bürgerpartizipation unter dem Schlagwort öffentliche Sicherheit miteinander vermengt,8 wohingegen Quartiersmanagements und zivilgesellschaftliche Initiativen sich dieser Konflikte annehmen (müssen) und sie in lokalen Medien und dem stadtpolitischen Diskurs eine umso größere Aufmerksamkeit erfahren.

Zwar erkennt die Leipziger Politik und Verwaltung die Relevanz von Themen sozialer Heterogenität und steigender Differenzierung an und versucht, die Stadtentwicklung kleinräumig detailliert als auch visionär zu gestalten. Doch auch wenn Themen wie Ungerechtigkeit, Armut, Diskriminierung und die Herausforderung der (internationalen) Zuwanderung immer mehr und offener angesprochen werden, ist bislang unklar, welche Gewichtung soziale Probleme gegenüber den wirtschaftspolitischen Entwicklungsanforderungen in Leipzig einnehmen können. Es gilt, mit dem knappen städtischen Budget die Erfüllung der Pflichtaufgaben zu gewährleisten und mit den negativen Folgen steigender Differenzierung umzugehen. Gleichzeitig müssen Wege gefunden werden, die Finanzierung der kostenintensiven Auswirkungen des Bevölkerungswachstums zu bewältigen. Obwohl ein Mehrbedarf an Angeboten und Vernetzungsarbeit festgestellt wird, sind in Leipzig auch weiterhin „erhebliche und kontinuierliche Optimierungs- und Konsolidierungsbemühungen notwendig, [...] [um] Kosten zu senken und städtische Einnahmen zu erhöhen" (Stadt Leipzig 2018: A-6). So verharren Politik und Verwaltung bei der Erfüllung der Pflichtaufgaben, den enormen Anstrengungen, Gelder auf Programmbasis für kurzfristige Zeiträume einzuwerben und sich gegenüber Bund und Land strategisch wie politisch zu positionieren.

Zeichen wie die Ankündigung der Einführung von Milieuschutzsatzungen in vier Leipziger Gebieten für das Jahr 2019 (LVZ 2018) zeugen zwar von einem gesteigerten politischen Willen kommunale Handlungsspielräume zu nutzen, doch bleiben diese Ansätze reaktiv und kommen angesichts der dynamischen Entwicklung eher spät. Gleichzeitig bewegt sich lokale Stadtpolitik in einem sehr engen Korsett finanzieller Möglichkeiten. Demgegenüber stehen wiederum strukturelle soziale Ungleichheiten, die perspektivisch eine wachsende soziale Differenzierung nach sich ziehen und Stadtgesellschaften vor die Herausforderungen stellen, im Umgang mit steigender Heterogenität und Differenzierung neue Kulturen des Zusammenlebens und der gesellschaftlichen Solidarität zu etablieren. Dies zu unterstützen und Wege zu finden, strukturellen Problemen lokal zu begegnen, ist ohne ein Dazutun höherer politischer Ebenen auf kommunaler Ebene nur begrenzt möglich.

6 Diskussion

Wo werden soziale Differenzierung und zunehmende Heterogenität in ihrer Verschränkung mit sozialer Ungleichheit zu einem Thema im Alltag und für die Politik? Wie stehen die Alltagswahrnehmung der Bevölkerung und politische Ansätze in Bezug zueinander?

Es kann folgende Diagnose zur aktuellen Situation in Leipzig gestellt werden: Die steigende Heterogenität wird sowohl von der Bevölkerung als auch in der Politikformulierung wahrgenommen und anerkannt. Das gilt nicht im gleichen Maße für soziale Differenzierung, und hier insbesondere für die Anerkennung des Problems sozialer Ungleichheit. Hier besteht sogar eine deutliche Diskrepanz zwischen Politik und Alltagswelt. Soziale Ungleichheit im Sinne von Prekarität ist in den untersuchten Quartieren Leipziger Osten und Leipzig-Grünau ein großes Thema im Alltag, weniger jedoch in der Politik.

Für die Bewohner bereits stigmatisierter Quartiere sind weitere Anzeichen für einen Statusverlust des Quartiers ein besonderes Problem. Während die zunehmende Heterogenität unterschiedliche Reaktionen hervorruft, werden deprivierte, einkommensarme und bildungsferne Bewohner negativ wahrgenommen, deutliche Distanzierungen und Abgrenzungen sind zu beobachten. Die soziale Schere und das Gefühl einer Konzentration von Armut im eigenen Stadtteil werden durchweg als problematisch gesehen. Die Bewertung der zunehmenden Heterogenität fällt einerseits uneinheitlich aus, hängt aber in zweierlei Hinsicht mit vertikaler Ungleichheit zusammen. Zum einen wird Heterogenisierung in der Wahrnehmung mit sozialem Status verknüpft. Während die Heterogenisierung von Altersgruppen und von Lebensstilen eher begrüßt wird, Studenten und junge Deutsche eher einen Statusgewinn nach Jahren der Abwanderung und Alterung signalisieren, ist die zunehmende Homogenität nach Nationalitäten, kulturellen und religiösen Faktoren für manche Befragte positiv oder neutral, für viele jedoch problematisch bis hin zu rassistischen Äußerungen. Hier wird sozialer Status und kultureller Hintergrund, häufig auch Geschlecht, verknüpft, um ,die anderen' im Sinne eines othering zu markieren. Andererseits hängt genau diese Praxis des othering von der eigenen sozialen Position ab. Für junge, bildungsstarke Gruppen scheint kulturelle und religiöse Vielfalt weniger ein Problem zu sein als für Bewohner, die selbst geringere bis mittlere Einkommen haben sowie geringe bis mittlere Bildungsabschlüsse. Durch die Konstruktion ,normal' zieht man eine Grenze zwischen der eigenen Gruppe und allen, von denen man sich abgrenzt. Diese umfasst in jedem Fall deutsche prekäre und deprivierte Personen und teilweise auch Migranten, vor allem junge Männer. Damit wiederholen sich in gewisser Weise die bereits vor 20 Jahren von Anhut und Heitmeyer (2000) beschriebenen Abgrenzungsprozesse in benachteiligten Stadtvierteln. Durch das qualitative Design konnten wir jedoch detailliertere Einblicke in die Konstruktionen der Abgrenzung gewinnen.

Leipzigs Stadtpolitik setzt mit dem INSEK „Leipzig 2030" auf positive Ziele im Umgang mit sozialer Differenzierung und Heterogenität (Zusammenhalt stärken, Teilhabe ermöglichen). Probleme oder Konflikte wie Diskriminierung, Rassismus, Armut, Prekarität und Verdrängung bleiben jedoch unterbelichtet (vgl. Budnik/Großmann/Haase et al. 2017a). Die Ungleichheitsperspektive im Sinne von Armut und Prekarität taucht zwar in den neuen Leitlinien und in Fachkonzepten auf, steht aber hinter der enormen Herausforderung, dem Wachstum der Stadt infrastrukturpolitisch (im Sinne neuer Schul- und Wohninfrastruktur) gerecht zu werden, zurück. Benachteiligung wird, implizit, vor allem als Herausforderung für Teilhabe- und Inklusionspolitiken verstanden. Hier kommt die (sozial)räumliche Perspektive ins Spiel: Obwohl in den strategischen Dokumenten eine hohe Detailschärfe auf Quartiersebene angestrebt wird, stehen die Konsequenzen von Quartiersabwertung (durch selektiven Zuzug) und die negativen Folgen von Quartiersaufwertung (Bereicherung vs. Verdrängung) kaum im Fokus der Dokumente. Ebenso wenig werden Themen wie die Gefahr der Schließung von Nischen für Initiativen und Pioniere oder die zunehmende Konzentration von Wohnraum für einkommensniedrige Haushalte in randstädtischen Großwohnsiedlungen thematisiert. Somit identifiziert das INSEK zwar sozialräumliche Häufungen von Problemlagen, jedoch bleibt es bei der Formulierung abstrakter Ziele. Es wird von „Schwerpunkträumen" (Stadt Leipzig 2018: B-3) gesprochen, jedoch bleibt unklar, in welchem Umfang finanzielle Mittel für sie bereitgestellt werden können. Begriffe wie Zusammenhalt, Vielfalt und Inklusion passen zur positiven Erzählung einer erfolgreichen, wachsenden Stadt, Realitäten des Prekariats und der Prekarisierung dagegen nicht. Darüber hinaus sind strukturelle gesellschaftliche Probleme nicht ohne Weiteres auf kommunaler Ebene zu lösen.

Hier ist ein kritischer Blick auf die Ausrichtung und die realen Möglichkeiten von Stadtpolitik gefordert: In Zeiten wachsender Ökonomisierung, steigender Komplexität und gleichzeitiger Dezentralisierung von Verantwortung sollen Städte ihre Planung immer detaillierter und ergebnisorientierter gestalten. Der finanzielle Druck in den Städten ist hoch und somit die Aufmerksamkeit der strategischen Entwicklung auf Wirtschaftsförderung und das Einwerben von Drittmitteln ausgerichtet. Im Kontrast dazu steht die wachsende soziale Differenzierung, die sich in den Städten niederschlägt und für die kaum genügend (finanzielle) Kapazität bleibt. Ein weiterer Widerspruch zwischen Politikformulierung bzw. ihrem Gestaltungsanspruch und der Realität besteht darin, dass einerseits die Anerkennung von Heterogenität und sozialer Differenzierung zunimmt und sozialer Zusammenhalt und Teilhabe als Leitideen für eine inklusive Stadtentwicklung etabliert werden. Andererseits wird es für zivilgesellschaftliche Initiativen immer schwerer, kontinuierlich für eben diese Ziele zu arbeiten. Die erwähnte chronische Sparorientierung sowie eine ökonomisierte, inkrementelle ,Projektitis' machen gemeinwesenorientierte Arbeit prekär und mindern Erfolgsaussichten, gerade in Bereichen, in denen nur langfristige Unterstützung Vertrauen schaffen und Effekte zeitigen kann.

Neue Entwicklungen wie der Anstieg der Zahl von Geflüchteten sowie deren Unterbringung und Integration seit 2015 haben langfristige Themen wie Integration oder prekäre Zuwanderung überlagert. Gleichzeitig haben sie dazu beigetragen, dass Themen wie sozialer Zusammenhalt und Teilhabe stärker ins Zentrum öffentlicher Diskurse gerückt sind, etwa durch die Veranstaltungsreihe zum Thema „Heimat für alle".

Was ergibt sich aus der Fallstudie für die theoretische Debatte zu sozialer Differenzierung, Heterogenität und Ungleichheit im urbanen Kontext? Basierend auf unserer Fallstudie und dem zuvor aufgespannten theoretischen Rahmen sehen wir folgende konzeptionelle Ansätze für weitere Debatten:

  • Ansatz der Intersektionalität als Möglichkeit, Verschränkungen von Merkmalen sozialer Differenzierung und Heterogenität zu untersuchen,

  • Ansatz der Prekarität oder Prekarisierung, der ein Augenmerk auf Abstiegsperspektiven hat, die zumeist in der positiv konnotierten Vielfaltsdebatte zu kurz kommen,

  • die Beachtung der sozialräumlichen Dimension von Heterogenität,

  • die Beachtung der Machtverhältnisse von Differenzierung, Inklusion und Exklusion.

Intersektionalitätsansätze (z. B. Winkler/Degele 2009) legen den Fokus auf die Verschränkung unterschiedlicher Dimensionen sozialer Differenzierung und machen darauf aufmerksam, dass Diskriminierung und Exklusion oftmals gerade über das Zusammenspiel verschiedener Dimensionen wirken bzw. dadurch verstärkt werden. Unsere Empirie hat gezeigt, dass soziale Differenzierung oftmals über Merkmalskombinationen wahrgenommen und beschrieben wird. Nähe, Distanz oder Stigmatisierung werden meistens in den Schnittstellen von horizontalen und vertikalen Dimensionen von Differenz ausgedrückt. Daher stimmen wir mit Schuster (2014) überein, dass der Intersektionalitätsansatz am besten geeignet ist, Heterogenität und Differenzierung zu erfassen und ihre Implikationen für das Zusammenleben und den Zusammenhalt zu erklären.

Ansätze von Prekarität und Prekarisierung (z. B. Bude 2008; Castel 2009; Nachtwey 2016) könnten dabei helfen, besser zu verstehen, auf welche Weise horizontale und vertikale Differenzierung zu Exklusion und Abgrenzung führen (othering) oder wie ,erwünschte' und ,unerwünschte' Heterogenität im Zusammenhang mit Prekarität bzw. einer zunehmenden Konkurrenz prekärer Haushalte um knapper werdende Ressourcen zu erklären ist. Die hier dargestellte Empirie zeigt, dass nicht nur soziale Ungleichheit generell, sondern vor allem prekäre Lebenslagen ein zentraler Bestandteil der Wahrnehmung von Differenzierung sowie Äußerungen von Stigmatisierung und Abwertung sind.

Der spezifische Kontext spielt eine entscheidende Rolle für die Wahrnehmung von sozialer Differenzierung. Jedoch war unser Fokus auf benachteiligte Quartiere gerichtet. Generell plädieren wir, unabhängig von unserer hier zugrunde liegenden Empirie, für kontrastierende Analysen von Quartieren mit verschiedenen Pfaden, um das Zusammenspiel zwischen Quartiersentwicklung, Nachbarschaftseffekten und sozialem Zusammenhalt unter den Bedingungen dynamischer Differenzierung besser zu verstehen. Dies würde auch die oben erwähnte Debatte zu sozialräumlicher Segregation und Quartierseffekten befruchten und könnte sie stärker mit der entstehenden Diskussion zu Ankunftsquartieren oder Debatten zu Gerechtigkeits- und Teilhabefragen in mehrheitlich Minderheitenkontexten (Schneider/Crul/Lelie 2015) verzahnen.

Wie Anthias (2013) erkannt hat, spiegeln die Wahrnehmung und Bewertung sozialer Differenzierungen immer auch (ungleiche) Machtverhältnisse wider. Wer grenzt wen aus? In diesem Sinne hat die Frage der sozialen Differenzierung auch eine starke politische Dimension, nicht zuletzt auch, wenn man an Feindlichkeit oder Rassismus gegenüber Geflüchteten oder prekärer Zuwanderung denkt. Der Fokus auf lediglich positiv konnotierte Vielfalt verschleiert auch diese Dimension. Für die Betrachtung von Machtverhältnissen müssen übergeordnete räumliche Ebenen einbezogen werden.

Das Beispiel Leipzig steht für Städte, die quasi im Zeitraffer lernen (müssen), mit sozialer Differenzierung und zunehmender Heterogenität umzugehen, im Alltag wie in der Politik. Die Darstellungen repräsentieren aber auch einen generellen Diskurs (nicht nur in Deutschland), der stärker differenzieren muss zwischen dem berechtigten Anliegen, horizontale Differenz (explizit) anzuerkennen, aber auch der notwendigen Bekämpfung vertikaler sozialer Ungleichheiten sowie dem Umstand, dass sich insbesondere aus deren Überschneidung zahlreiche neue Unübersichtlichkeiten und Komplexitäten ergeben, mit denen es umzugehen gilt.

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Footnotes

1

Vgl. auch https://www.boeckler.de/wsi_66093.htm (13.12.2018).

2

Vgl. https://www.urbandivercities.eu (14.12.2018).

3

Die Namen sind Pseudonyme zum Schutz der Anonymität der Interviewten.

4

So befunden vom Leipziger Beauftragten für Migration und Integration auf einer Podiumsdiskussion im November 2015.

5

Aus dem Zeitraum 1990-2013 mit besonderem Schwerpunkt auf Dokumente zwischen 2009 und 2013.

6

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

7

Vgl. https://raa-sachsen.de/statistik-detail/rechtsmotivierte-undrassistische-gewalt-in-sachsen-2018.html (15.03.2019).

8

Vgl. https://www.leipzig.de/buergerservice-und-verwaltung/buergerbeteiligung-und-einflussnahme/leipzig-weiter-denken/beteiligen/leipzig-2030/heimat-fuer-alle/ (14.12.2018).

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Raumforschung und Raumordnung

Spatial Research and Planning

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