Die Rolle von Ankunftsräumen für die Integration Zugewanderter. Eine kritische Diskussion des Forschungsstandes

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Zusammenfassung

Die neue Migrationsvielfalt und zunehmende Diversifizierung unserer Gesellschaft verändert urbane Räume. In den von Migration besonders geprägten Ankunftsräumen konzentrieren sich auch in erhöhtem Ausmaß von Armut betroffene Haushalte mit und ohne Migrationshintergrund. Dieser Quartierstypus, häufig als „Migrantenviertel" oder „ethnische Kolonie" bezeichnet, steht schon seit langer Zeit im Fokus geographischer und soziologischer Stadtforschung. Eng verknüpft mit diesen Quartieren ist die Diskussion potenziell benachteiligender Kontexteffekte. Ausgangspunkt des hier vorliegenden Beitrags ist die Beobachtung, dass Forschungen zu Kontexteffekten zumeist stark defizitorientiert sind. Es werden noch unzureichend jene Faktoren und Mechanismen in den Blick gerückt, welche die Zugänge von Migranten zu gesellschaftlichen Ressourcen beeinflussen. Der Beitrag sichtet empirische und theoretische Forschungsbeiträge und stellt dabei drei aktuelle Dynamiken, die die Ressourcenzugänge der in Ankunftsräumen Lebenden beeinflussen, in den Mittelpunkt. Dies sind die zunehmend multilokalen Bezüge Zugewanderter, die besondere Konzentration von migrantischen Gelegenheitsstrukturen in bestimmten Teilräumen unserer Städte sowie Governance-Prozesse in Reaktion auf zunehmende Diversität und sich stetig verändernde Bedarfe. Der Artikel möchte dazu beitragen, die bislang stark an Quartiersgrenzen ausgerichtete Integrationsforschung weiter zu öffnen und plädiert für eine gezieltere Betrachtung der Alltagspraktiken Zugewanderter. Die Charakteristika und Dynamiken von Ankunftsräumen illustrieren die zunehmende Durchlässigkeit räumlicher und sozialer Strukturen und damit auch die Bedeutung, Integration über den Quartierskontext hinaus zu denken.

1 Einleitung

Zunehmende soziale und ethnische Diversität stellt urbane Räume vor besondere Herausforderungen. Prozesse, die maßgeblich zu dieser Entwicklung beitragen, sind die Zunahme von Mobilität und Migrationsbewegungen im Allgemeinen (Urry 2007) und die Fluchtzuwanderung seit 2015 im Speziellen (Ceylan/Ottersbach/Wiedemann 2018). Mit dem Zuzug verändern sich soziale Gefüge, die sich auch auf die ,Integrationschancen' Zugewanderter – hier verstanden als die Zugangschancen zu funktionalen, sozialen und symbolischen Ressourcen1 – auswirken.

Die zunehmende Diversität („super-diversity", Vertovec 2007) zeigt sich bei der Gruppe der Zugewanderten in ihrer Unterschiedlichkeit beispielsweise bezüglich Alter, Ethnizitätund Religion, sozioökonomischer Position, transnationaler Vernetzungspraktiken, Migrationsgeschichten und Aufenthaltsstatus. Durch die seit 2015 zunehmende Fluchtzuwanderung insbesondere in städtische Räume2 erreicht die Diversifizierung der Bevölkerung eine neue Qualität, denn es lassen sich wesentliche Veränderungen in der Zusammensetzung der Ankommenden ausmachen: Die Gruppe der geflüchteten Zuwanderer ist zunehmend heterogen, nicht nur in Bezug auf ihre ethnische und kulturelle, sondern ebenfalls auf ihre soziale Herkunft, und unterscheidet sich dementsprechend ebenso bezüglich ihrer Ressourcenausstattung (Pries 2016; Bertelsmann Stiftung 2018). Vertovec (2015: 2) nennt diese neuen Komplexitäten „another important feature of urban diversification". Sie entstehen dadurch, dass neue Migranten in die urbanen Räume ziehen, die von bereits länger ansässigen Zugewanderten geprägt sind, und dort vorhandene Infrastrukturen nutzen. Diese qualitativ und quantitativ neuen Dynamiken der Zuwanderung und die damit verbundene Ausdifferenzierung städtischer Räume bedürfen eines kritischen Blicks auf bestehende empirische und konzeptionelle Studien, die die Integration von Zugewanderten thematisieren – denn „super-diversity represents the emergence of a new demographic reality" (Grzymala-Kazlowska/Phillimore 2017:182).

In jenen von Migration geprägten Stadtvierteln konzentrieren sich oft auch in besonderem Ausmaß von Armut betroffene Haushalte. Ethnisch und/oder sozial segregierte Quartiere sind eng verknüpft mit der Diskussion potenzieller Kontexteffekte (auch bezeichnet als Quartiers-, Nachbarschafts-, Gebiets- oder Ortseffekte): Unter diesen Stichwörtern werden Einflussfaktoren analysiert, durch die das Leben in diesen Quartieren zu weiterer Benachteiligung der Bewohner führen kann. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Quartierskontext einen Effekt hat, der über die individual- und haushaltsseitigen Ursachen hinaus Wirkung zeigt und damit eine Benachteiligung der Bewohnerschaft weiter verstärkt (van Ham/Manley 2012).3 Zahlreiche empirische Studien – insbesondere aus dem Kontext US-amerikanischer Städte – identifizieren einen negativen Einfluss durch Wohnquartiere, die von Armut und sozialer Benachteiligung geprägt sind, auf die dort lebenden Menschen (Galster 2008; Sampson 2012). Kontexteffekte konnten ebenfalls für (ethnisch und sozial zumeist deutlich weniger segregierte) europäische Wohnquartiere nachgewiesen werden, wenn auch in geringerem Maße und mit teils widersprüchlichen Befunden (Friedrichs 1998; Buck 2001; Musterd/Ostendorf/de Vos 2003; Sykes/Musterd 2011). Je nach gewählter räumlicher Maßstabsebene, der betrachteten Gruppe, dem methodischen Vorgehen und dem Betrachtungszeitraum unterscheiden sich die Schlussfolgerungen (Friedrichs 2014; Horr 2016).

Eine Vielzahl an Studien zu Kontexteffekten geht von drei maßgeblichen Einflussfaktoren aus (z. B. Häußermann 2003; Farwick 2012). Einer ist das soziale Umfeld, welches das Quartier den Bewohnern bietet und das über die Rahmenbedingungen zur Ausbildung von Kontakten, Beziehungen und positiven Rollenmodellen eine benachteiligende Wirkung erzeugen kann. Einen zweiten Faktor stellen die physisch-räumlichen Strukturen des Quartiers dar, welche vor allem über den Ausstattungsgrad mit Infrastrukturen die Ressourcenzugänge und Interaktionsmöglichkeiten vorstrukturieren. Den dritten Einflussfaktor bilden Wirkungen ausgehend von der symbolischen Bedeutung des Quartiers und der städtischen Governance.

Ein Großteil der Studien zu ethnischer Segregation thematisiert das längerfristige Leben in ethnischen Gemeinschaften als Hürde potenzieller Integration und betont die desintegrative Wirkung (z. B. Heitmeyer 1998; Esser 2001). Jedoch verweisen Studien im Kontext der Integrationsforschung ebenso auf Potenziale ethnisch segregierter Stadtquartiere für den Integrationsprozess (Zhou 2009). Dieser Quartierstypus wird in der Literatur unter anderem auch als „ethnic enclave" (Wilson/Martin 1982), „immigrant enclave" (Portes/Manning 1986) oder „urban enclave" (Zhou 1992) bzw. im deutschsprachigen Raum unter anderem als „ethnische Kolonie" (Heckmann 1981; Häußermann/Siebel 2005; Ceylan 2006) bezeichnet und bezüglich integrationshemmender sowie integrationsfördernder Faktoren diskutiert. Es werden entsprechende Potenziale hervorgehoben, wie beispielsweise die räumliche Nähe zu familiären und innerethnischen (sozialen) Unterstützungsnetzwerken (Hedman 2013), zu migrantischen Ökonomien oder anderen migrationsspezifischen Gelegenheitsstrukturen (Fischer-Krapohl 2013) sowie Potenziale hinsichtlich der positiven Wirkung von Binnenintegration auf Solidarität und Selbstvertrauen (Elwert 1982; Heckmann 1998; Zhou 2009). Deutlich wird jedoch, dass Forschungen zu Potenzialen ethnischer Segregation für die sozialräumliche Integration Zugewanderter bis dato recht unverbunden neben Studien zu Kontexteffekten stehen (vgl. hierzu kritisch Hoppe 2017).

Der lokalen Ebene wird im Zuge des derzeit ausgerufenen „local turn" (Zapata-Barrero/Caponio/Scholten 2017) in der Migrationspolitikforschung eine neue Relevanz zugeschrieben. Forschung wie auch Politik messen Prozessen der „Integration vor Ort" in den Städten und Quartieren eine besondere Bedeutung bei (Hocke/Schnur 2016). Die sich verändernde kommunale Governance bietet dabei neue, bisher in der Forschung allerdings noch unzureichend reflektierte Allianzen und damit auch potenzielle Zugänge zu Ressourcen (Pütz/Rodatz 2013; Hanappi-Egger/Kutscher 2015) (vgl. Kapitel 3). Studien diskutieren jedoch seit Jahrzehnten kritisch die Relevanz des Quartierraums und der räumlichen Nähe bezüglich des Aufbaus und der Stärke von „communities" (Wellmann/Leighton 1979; Pries 2008). Sie illustrieren eindrücklich die Bedeutung von „cross-local ties" und die Einbindung Zugewanderter in überlokale und transnationale Netzwerke (Glick Schiller/Çağlar 2009; Zhou 2009; Faist 2015; Barwick 2016; Hanhörster/Weck 2016).

Die uneinheitlichen Ergebnisse von Kontexteffekten und die bislang unzureichend verknüpften Debatten zwischen negativen Kontexteffekten auf der einen und Potenzialen der Segregation auf der anderen Seite verweisen auf die Notwendigkeit einer kritischen Reflexion. Unsere Kritik bezieht sich auf zwei Punkte: Es lässt sich einerseits festhalten, dass Forschungen zu Kontexteffekten zumeist stark defizitorientiert sind, also in erster Linie die benachteiligenden Wirkungen des Wohnumfelds analysieren. Zudem werden sie mit der Literatur zu ethnisch segregierten Quartieren sowie der ,neuen' Diversität und den damit verbundenen Praktiken und Prozessen des Ressourcenzugangs noch unzureichend in Verbindung gebracht. Andererseits liegt der Vorstellung von Kontexteffekten zumeist ein Raumverständnis zugrunde, welches das Quartier als abgeschlossenen „Containerraum"4 betrachtet. Hinsichtlich der aktuellen Literatur ist eine kritische Reflexion der Frage, welche Bedeutung dem (Quartier-)Raum für den Prozess der Integration zugewiesen wird, notwendig.

Die Kritik an diesen zwei defizitorientierten Betrachtungsweisen lässt sich im Kontext von jenen städtischen Teilräumen illustrieren, die in besonderer Weise von Zuwanderung, einer hohen Fluktuation der Bewohnerschaft, Armut, transnationalen Lebensweisen und einer räumlichen Konzentration ankunftsorientierter Gelegenheitsstrukturen geprägt sind – den sogenannten Ankunftsräumen (vgl. Kapitel 2). Die gezielte Betrachtung der mit dem (räumlichen) Ankommen verbundenen Praktiken und Prozesse, die Ressourcenzugänge ermöglichen, kann dazu beitragen, Hinweise auf die Durchlässigkeit räumlicher und sozialer Strukturen zu geben und damit die bislang stark an Quartiersgrenzen ausgerichtete Forschung zu öffnen. Dazu ist der Blick auf diese städtischen Teilräume hilfreich, in denen sich die genannten sozialen Prozesse, anhand bestehender Literatur, verdichtet beobachten lassen.

In Anlehnung an die in der Literatur zu Kontexteffekten beschriebenen zentralen Einflussfaktoren für (Des-)lntegration (soziales Umfeld, physisch-räumliche Strukturen, symbolische Bedeutung und Governance), bezieht sich die kritische Diskussion der Literatur auf drei Fragestellungen, die bislang bei der Analyse von Kontexteffekten noch nicht ausreichend Eingang gefunden haben:

  1. Wie werden in der Literatur die vielschichtigen sozialen – von lokalen bis hin zu transnationalen – Vernetzungen der Bewohner in ihrer Relevanz für die Zugänglichkeit zu Ressourcen diskutiert?
  2. Welche Rolle wird der räumlichen Konzentration (migrantischer) Gelegenheitsstrukturen für den Ressourcenzugang Zugewanderter beigemessen?
  3. Wie wirken städtische Governance-Prozesse auf die Charakteristika und Dynamik von Ankunftsräumen?

Die Bedeutung von städtischen Ankunftsräumen ist in den letzten Jahren vermehrt in das Blickfeld des medialen und (fach-)politischen Diskurses gerückt. Im folgenden Kapitel werden zunächst Charakteristika von Ankunftsräumen sowie die Dynamiken, die diesen Räumen zugeschrieben werden, eingeführt. Dies geschieht auf Grundlage des Buches „Arrival City" von Doug Saunders (2011). Die drei zentralen Dynamiken, die die Ressourcenzugänge der in Ankunftsräumen Lebenden beeinflussen, werden in Kapitel 3 genauer im Kontext der bestehenden Literatur reflektiert. In Kapitel 4 wird abschließend diskutiert, welchen Mehrwert ein genaueres Verstehen von Ankunftsräumen hat und inwieweit die Kontexteffekt-Debatte davon profitieren kann.

2 Neue Dynamiken von Zuwanderung und Integration: Ankunftsräume als Brennglas

Doug Saunders (2011) kann als ein Impulsgeber der Debatte um Ankunftsräume gelten. Er befasst sich in seinem populärwissenschaftlichen Buch „Arrival City" anhand von Beispielen in unterschiedlichen Ankunftskontexten mit den Bedingungen und Mechanismen des Ankommens von Zuwandernden in Städten. Durch seine Beschreibungen von dynamischen städtischen Ankunftsräumen richtet er den Fokus auf lokale Faktoren, die die Weichen für den Zugang der unterschiedlichen Bewohnergruppen zu Ressourcen und deren langfristige Integration stellen. Trotz der sehr unterschiedlichen Ausgangsbedingungen beobachtet Saunders übergreifende Muster und Funktionen von Ankunftsräumen, die sich unseren drei Fragestellungen zuordnen lassen.

Zunächst sind Ankunftsräume geprägt von einer Verdichtung sozialer Netzwerke, die den Herkunfts- und den Ankunftsort miteinander verbinden sowie Verbindungen zu anderen städtischen Kontexten herstellen (Saunders 2011: 22 f.). Ankunftsräume bieten Neuankommenden Zugangsmechanismen zu gesellschaftlichen Ressourcen sowie Unterkunfts- und erste Arbeitsmöglichkeiten durch bestehende Netzwerke. Darüber hinaus stellen sie Bezüge zu Heimatorten dar, die mittels bestehender Geld- und Informationstransferinfrastrukturen leichter aufrechtzuerhalten sind (Saunders 2011: 37 ff.).

Neben den sozialen Netzwerken haben physischräumliche und institutionelle Strukturen eine Bedeutung für die Funktion der beschriebenen Orte. Eine gewisse Wohndichte, öffentliche Plätze und wohnungsnahe Freiflächen bieten Möglichkeiten zum Begegnen und sind wichtige Kontexte für das ,Funktionieren' dieser Orte. Darüber hinaus sind kurze Wege zu sozialen Infrastrukturen und öffentlichen Einrichtungen entscheidend für die Integration der Bewohner (Saunders 2011: 58).

Ankunftsräume werden ferner durch die übergeordnete Governance mitgeprägt und müssen von der nationalen Ebene (z. B. über den Abbau von Regulierungen zur Arbeitsmarktintegration) über die städtische Politik (z. B. durch die Bereitstellung von erschwinglichem Wohnraum) bis hin zu quartiersbezogenen Akteuren anerkannt und unterstützt werden (Saunders 2011: 126 f.). Wenn durch Akteure und Strukturen flexibel auf wechselnde Bedarfe reagiert wird, können Ankunftsräume wichtige Potenziale entfalten (Saunders 2011: 37 f.).

Saunders betont, dass nicht alle Wanderungsbewegungen in die Städte die Entstehung von ,erfolgreichen' Ankunftsräumen nach sich ziehen. Je nach Präsenz und Ausgestaltung der genannten Faktoren entstehen jedoch Kontexte, die den Menschen ein Ankommen in der Stadt ermöglichen und soziale Aufstiegschancen fördern. Dennoch führt soziale Mobilität nicht zwangsläufig zu einem Fortzug aus dem Quartier (Saunders 2011:63).

Trotz der Popularität des Buches und der häufigen Rezeption des Titel-Begriffs „Arrival City" ist eine wissenschaftlich fundierte, analytische Einordnung des Begriffs hinsichtlich der räumlichen Ausprägungen und Funktionen für die sozialräumliche Teilhabe bislang nicht erfolgt. Dennoch ist das Interesse an Ankunftsprozessen in migrantisch geprägten Städten und Quartieren in den letzten Jahren vermehrt in Forschungen aufgegriffen worden. Hier werden Begrifflichkeiten wie arrival neighbourhoods bzw. Ankunftsquartiere oder arrival areas bzw. Ankunftsgebiete weitgehend synonym verwendet, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten und in unterschiedlichen städtischen Kontexten.

So hat Kurtenbach (2015) eine erste Charakterisierung von „Ankunftsgebieten" im deutschen Kontext vorgenommen. Er beschreibt Ankunftsgebiete als städtische Gebiete, die von sozialer, demographischer und ethnischer Segregation gekennzeichnet sind und hohe Fluktuationsraten aufweisen. Zugewanderte finden Anschluss und Unterstützung durch bereits ansässige Migranten („Sockelbevölkerung") in Form von sozialen Netzwerken und lokalen Gelegenheitsstrukturen (z. B. migrantische Ökonomien). Biehl (2014) erläutert am Beispiel des innerstädtischen Quartiers Kumkapi in Istanbul Charakteristika und Prozesse in einer arrival neighbourhood. Sie beschreibt diese migrant hubs als hochgradig diversifizierte Quartiere, die zu einem Ankunftsort für unterschiedlichste Zuwanderergruppen geworden sind und deren Zusammensetzung stetigen Einflüssen und Veränderungen ausgesetzt ist. Das untersuchte Quartier wird charakterisiert durch Informalität und bietet Zuwanderern neben Zugängen zum Wohnungsmarkt eine Reihe an Gelegenheitsstrukturen und Arbeitsmöglichkeiten. Schillebeeckx, Oosterlynck und de Decker (2018) untersuchen am Beispiel von Antwerpen-Noord, inwieweit die arrival infrastructures Neuankommenden Ressourcen für den Ankunftsprozess bereitstellen. Sie zeigen, dass der Stadtteil neben Wohnmöglichkeiten für Personen mit geringen finanziellen Mitteln auch Arbeitsmöglichkeiten im informellen Sektor bereithält, die die newcomer über ausgeprägte soziale Netzwerke und mithilfe von Nichtregierungsorganisationen finden. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die räumliche Konzentration von länger ansässigen Migranten die Teilhabechancen Neuzugewanderter fördert. Meeus, van Heur und Arnaut (2018) beschreiben arrival infrastructures als jene städtischen Bereiche, in denen Zugewanderte Anknüpfungspunkte und Stabilität finden, um den Prozess der sozialen Aufwärtsmobilität beginnen zu können. Sie betonen, dass diese Unterstützungsinfrastrukturen aus einer Reihe von staatlichen und nichtstaatlichen Leistungen sowie formellen und informellen migrantischen Praktiken entstehen, sich kontinuierlich weiterentwickeln und verändern und als „platforms of arrival and take-off' (Meeus/van Heur/Arnaut 2018: 2) dienen.

Bezogen auf die vorliegende Literatur verstehen wir diese städtischen Teilgebiete des Ankommens5 als Ankunftsräume, die in besonderer Weise von internationalen und grenzüberschreitenden Migrationsprozessen, Diversität, hoher Fluktuation sowie einer hohen räumlichen Konzentration ankunftsbezogener Gelegenheitsstrukturen (z. B. migrantische Ökonomien) geprägt sind. Wir verwenden die Bezeichnung Ankunftsräume, weil sich hier in bedeutender Weise transnationale Lebensweisen beobachten lassen und diese Bezeichnung den fluiden Charakter sowie die räumliche und soziale Durchlässigkeit wiedergibt. Anstatt wie in der Forschung zu Kontexteffekten grundsätzlich davon auszugehen, dass eine räumliche Konzentration von Armut weitere Benachteiligungen zur Folge hat, bietet die Betrachtung der Ankunftsräume die Möglichkeit, diesen Zusammenhang differenzierter zu untersuchen. Hier lassen sich die Dynamiken, die mit der ,neuen' Diversität einhergehen und in der Debatte um Kontexteffekte bisher zu kurz kommen, verdichtet beobachten: Multilokale Netzwerke und Verflüssigungen des sozialen Umfelds, lokale Gelegenheitsstrukturen, die als Katalysatoren für sozialräumliche Integration fungieren können, und sich verändernde Governance-Prozesse.

3 Dynamiken in Ankunftsräumen

Anhand der folgenden drei Aspekte wird dargelegt, welchen Mehrwert ein genaueres Verstehen von Ankunftsräumen mit sich bringt und inwieweit die Kontexteffekt-Debatte davon profitieren kann.

3.1 Verflüssigungen des sozialen Umfelds und multilokale Netzwerke

In der Debatte um Kontexteffekte stehen die sozialen Netzwerke im unmittelbaren Wohnumfeld im Fokus, von denen eine benachteiligende Wirkung auf die Bewohner ausgeht. Das Studium der aktuellen Literatur zeigt jedoch, dass eine Fokussierung auf die Wohnumgebung nicht die aktuellen Gesellschaftspraktiken widerspiegelt, da die maßgeblichen aktuellen Gesellschaftsprozesse und die bisher als physisch-räumlich verankert verstandenen sozialen Bezüge einer zunehmenden Beweglichkeit, Flexibilisierung und Verflüssigung (liquidity) unterworfen sind (Bauman 2003). Diese Dynamiken werden oft als Herausforderung betrachtet, wir hingegen richten das Augenmerk auf mögliche hierdurch bedingte Durchlässigkeiten sozialer und räumlicher Strukturen sowie damit einhergehende Implikationen für die Debatte um Kontexteffekte. Die soziale Benachteiligung, die unter weniger fluiden Bedingungen durch den Wohnkontext verstärkt werden kann, wird durch verschiedene Aspekte relativiert: durch eine Diversifizierung der Ankommenden, durch Vernetzungen der Ankommenden über den Quartierskontext hinaus und durch einen teilweisen Verbleib von Personen im Quartier nach einem erfolgreichen Ankommen und erfolgter sozialer Aufwärtsmobilität.

Soziale Benachteiligungsprozesse, hervorgerufen durch das soziale Umfeld, relativieren sich in Ankunftsräumen zunächst durch die Diversität der Ankommenden (Pries 2016) und die fortschreitende Diversifizierung der Bevölkerung in diesen städtischen Teilräumen (Vertovec 2015). Während die Migrationsforschung lange Zeit transnationale Eliten als hochqualifizierte Mobile auf der einen und weniger qualifizierte Immobile auf der anderen Seite betrachtet hat, ist mittlerweile eine Auflösung dieses dichotomen Verständnisses zu erkennen (Becker 2018). So rückt vermehrt in den Fokus, dass ein Großteil der in den Städten Europas und Nordamerikas lebenden Migranten in ihren jeweiligen Herkunftsländern mittleren sozialen Lagen zuzuordnen sind (Conradson/ Latham 2005; Smith 2005). Sowohl Angehörige der mobilen Mittelschichten als auch der mobiler werdenden sozioökonomisch schlechter gestellten sozialen Lagen sind für das Verstehen der zunehmenden Diversität in Ankunftsräumen von Bedeutung. Die Spannbreiten unterschiedlicher Merkmale der Bewohner weiten sich. So finden sich in der Regel sowohl sehr ressourcenarme als auch ressourcenreichere Migranten im Quartier und erweitern damit das Spektrum der dort vorhandenen sozialen, ökonomischen und kulturellen Ressourcen. Auf der anderen Seite wird argumentiert, dass diese steigende Diversität auch zu einer Zunahme an Konflikten, Aushandlungsbedarfen sowie daraus resultierenden Aushandlungsprozessen und Umgangsstrategien mit ,neuer' Diversität führen kann (Grzymala-Kazlowska/Phillimore 2017).

Sozial- und raumwissenschaftliche Forschung hat lange Zeit Migration als unidirektional, kurzfristig irreversibel und stark auf den nahräumlichen Ankunftskontext fixiert betrachtet. Im Zuge gesteigerter Mobilität und wachsender informationstechnologischer Vernetzungen kommt es in den letzten Jahrzehnten zu einer sich beschleunigenden Veränderung der Verortungspraktiken, die räumlich-statische Verhaltensmuster aufbrechen und fluide Netzwerke des Austauschs entstehen lassen (Castells 1996; Urry 2007). Dies geht einher mit einem Bedeutungsgewinn von plurilokalen Verortungen und Nationalgrenzen dauerhaft überspannenden, transnationalen Sozialräumen. Migranten sind eingebunden in diese transnationalen Netzwerke, die Verbindungen bzw. Rückbeziehungen zwischen dem Ankunfts- und dem Herkunftskontext ermöglichen (Pries 2008; Glick Schiller/Çağlar 2009; Dittrich-Wesbuer/Plöger 2013). Forschungen verweisen zudem auf eine Zunahme an temporären Formen von Migration, die Einfluss auf die Verortungspraktiken der Zugewanderten und damit auch auf den Aufbau ihrer Netzwerke haben (Collins 2012; Faist 2015). Diese Dynamiken zeigen, dass sich die Vernetzungen der Migranten nicht auf das Wohnumfeld beschränken, sondern sich aus individuellen, multilokalen Beziehungsnetzwerken ergeben (Beck/Perry 2008) und somit lokale ebenso wie transnationale Netzwerke als Kontexte des Ressourcenzugangs dienen.

Korrespondierend zum oben dargestellten, überkommenen Verständnis von Migrationsprozessen bestand lange Zeit eine eingeschränkte Sicht auf die Funktion, die Räume im Integrationsprozess einnehmen. Aktuelle Forschungen illustrieren, dass das Modell der „Chicagoer Schule"6 aktuelle Prozesse der sozialräumlichen Integration nicht adäquat abbildet (Grzymala-Kazlowska/Phillimore 2017). So zeigen Studien, dass mit einer sozialen Mobilität nicht zwangsläufig eine räumliche Mobilität verknüpft ist und mit dem sozialen Aufstieg von Migranten entsprechend nicht unbedingt ein Fortzug aus dem Quartier einhergeht. Ein Teil der sozial aufwärts Mobilen entscheidet sich bewusst für den Verbleib im Quartier, beispielsweise aufgrund von Eigentumserwerb oder Unternehmensgründungen (Hanhörster 2014; Barwick 2016). Diese ressourcenstärkeren Haushalte können durch den Transfer von Sozialkapital in soziale Netzwerke oder das Einbringen von Ressourcen in quartiersbezogene Akteurnetzwerke einen wichtigen Einflussfaktor für die sozialräumliche Integration anderer Bewohner darstellen und so die vom Quartierskontext ausgehende Benachteiligung relativieren.

3.2 Lokale Gelegenheitsstrukturen als Katalysatoren sozialräumlicher Integration

Auch in Zeiten vereinfachter Mobilität, neuer digitaler Kommunikationsmöglichkeiten und der Einbindung von Migranten in transnationale Netzwerke wird physischräumlich verankerten Gelegenheitsstrukturen eine wichtige Bedeutung bei der Versorgung der lokalen Bevölkerung zugesprochen (Biehl 2014; Zapata-Barrero/Caponio/Scholten 2017). Virtuelle Netzwerke lösen (nah) räumlich lokalisierte Kontakte folglich nicht ab, sondern ergänzen diese (Schreiber/Göppert 2018). Insbesondere alltagspraktische Unterstützungsleistungen sind ortsgebunden: „The importance of proximity will persist for services until it is possible to transport a cup of sugar electronically" (Plickert/Côté/Wellman 2007: 424). Vor dem Hintergrund der Fluchtmigration der letzten Jahre wird den Zugängen zu diesen Leistungen, beispielsweise zu (erschwinglichem) Wohnraum, einer (muttersprachlichen) wohnortnahen Gesundheitsversorgung oder Orten der gemeinsamen Religionsausübung, eine besondere Bedeutung zugeschrieben (Schillebeeckx/Oosterlynck/de Decker 2018).

Nicht alle von Zuwanderung geprägten Stadtteile stellen entsprechende Ressourcen gleichermaßen bereit. Gelegenheitsstrukturen konzentrieren sich vielmehr in bestimmten Ankunftsräumen und bieten Neuzuwanderern wichtige erste Ankerpunkte: „the migrant infrastructure of the street offers a partial promise to the newcomer, a space of relative autonomy and invisibility, to obtain a foothold in the city" (Hall/King/Finlay 2017: 1325). Daher ist es von Bedeutung, den Blick für diese Stadtteile und insbesondere für die ,Integrationsleistungen', die in diesen Quartieren an bestimmten Orten räumlich konzentriert sind, zu schärfen. Wir verstehen dabei den umkämpften und zunehmend kritisch diskutierten Begriff der Integration als ein analytisches Konzept, um die Zugänge unterschiedlicher sozialer oder auch ethnischer Gruppen zu funktionalen, sozialen und symbolischen Ressourcen zu fassen.

Beispielhaft sind in diesem Zusammenhang migrantische Ökonomien und die Herausbildung von migrantischen Unterstützungsstrukturen zu nennen (vgl. Hillmann 2011; Schmiz/Kitzmann 2017; Hillmann 2018). Diese sind in besonders konzentrierter Form in innerstädtischen Quartieren von Mittel- und Großstädten zu finden (Hanhörster/Fischer-Krapohl 2011). Sie bieten einerseits Dienstleistungsangebote (z. B. internationaler Geldtransfer) für Neuzuwanderer und darüber hinaus vielfach niedrigschwellige Arbeitsgelegenheiten in nichtwissensintensiven Wirtschaftsbereichen (Kurtenbach 2015). Folglich ermöglichen sie wichtige Anschlussmöglichkeiten an den lokalen Arbeitsmarkt. Dies betrifft nicht nur Opportunitäten, die Zugezogenen durch Infrastrukturen ihrer eigenen ,Landsleute' geboten werden. Vielmehr wächst neben den Unterstützungsleistungen zwischen Personen derselben regionalen Herkunft und Nationalität die Bedeutung von Interaktionen und Netzwerken auf der Grundlage ähnlicher sozialer Lagen und geteilter Wertemuster. Wessendorf (2017) illustriert dies am Beispiel superdiverser Quartiere Londons und relativiert damit die vielfach in Forschung und Politik implizit oder explizit erwartete hohe Bedeutung der eigenen ethnischen Gruppe. Deutlich wird, dass in Ankunftsräumen gerade aufgrund der hier besonders ausgeprägten Diversität und Fluktuation Ressourcenzugänge auch über ethnische Grenzen hinweg eröffnet werden können.

Neben der rein funktionalen Versorgung der Quartiersbevölkerung leisten Gelegenheitsstrukturen weitere wichtige Beiträge, die in ihrer Funktion für den Prozess des Ankommens in der Literatur bislang nicht ausreichend gewürdigt scheinen: Institutionelle Settings strukturieren Interaktionen und beeinflussen das Entstehen und die Zusammensetzung sozialer Netzwerke (Small 2009). Diese (unterschiedlich institutionalisierten) Orte und Einrichtungen haben damit eine Bedeutung als Kristallisationsorte der Begegnungen zwischen Personen und als Orte des Transfers von sozialen, kulturellen und ökonomischen Kapitalien (Kurtenbach 2015; Schillebeeckx/Oosterlynck/de Decker 2018). Aktuelle Studien in Ankunftsräumen in Deutschland und Belgien bestätigen die besondere Rolle der Gestaltung lokaler Gelegenheitsstrukturen, denn sie bieten den Neuzugewanderten niedrigschwellige Zugänge zu Unterstützungsangeboten (Kurtenbach 2015; Schönwälder/Petermann/Hüttermann et al. 2016; Schillebeeckx/Oosterlynck/de Decker 2018). Unterstützungsleistungen zwischen Personen können dabei in Form alltagspraktischer Informationen oder emotionaler Unterstützung, aber auch mittels Ressourcen, die die soziale Mobilität befördern können, erfolgen. Die Dichte und Ausgestaltung dieser Settings beeinflussen damit in mehrfacher Hinsicht die sozialen und kulturellen Ressourcen der Quartiersbewohner (Small 2009; Beißwenger/Hanhörster 2019).

Amin(2002: 969) verweist mit dem Begriff der „micropublics" darüber hinaus auf die Funktion bestimmter räumlicher Strukturen für das Aushandeln von Diversität: „settings where engagement with strangers in a common activity disrupts easy labelling of the stranger as enemy and initiates new attachments". Gerade in den superdiversen Kontexten von Ankunftsräumen erhalten diese Orte eine besondere Funktion, um das Nebeneinander unterschiedlicher Gruppen zu verhandeln. Soziale Beziehungen, die in diesem Kontext deutlicher in den Mittelpunkt gerückt werden müssen, sind neben festen Netzwerkstrukturen auch flüchtige Begegnungen. Diese können je nach Kontext zu Verstärkung von Fremdheitsgefühl, Ausschluss und Vorurteilen oder aber auch zu dem Überwinden von Gruppengrenzen beitragen (Valentine 2008). Noble (2009), Wessendorf (2014) und Wise und Velayutham (2014) verweisen in ihren Analysen zu London, Sydney und Singapur mit den Begriffen der „commonplace diversity" (Wessendorf 2014: 93), des „unpanicked multiculturalism" (Noble 2009: 50) oder „convivial multiculture" (Wise/Velayutham 2014: 407) auf die Normalität im Umgang mit ethnischer Vielfalt in superdiversen Quartieren.

Die zuvor beschriebene Mobilität und innerstädtische Fluktuation in Ankunftsräumen verweisen auf die Einzugsbereiche von Gelegenheitsstrukturen, die vielfach über die Quartiersgrenzen hinausgehen. Einrichtungen wie Moscheevereine oder Dienste bestimmter Ärzte werden nicht nur von der Bevölkerung vor Ort in Anspruch genommen, sondern erweisen sich vielfach als wichtige Kristallisationspunkte auch für jene Migranten, die beispielsweise im Zuge ihrer Wohnkarriere das Quartier verlassen haben (Fragemann 2017). Bislang illustrieren nur wenige empirische Studien in Deutschland die sozialen Bezüge, die sich in bestimmten Einrichtungen kristallisieren und auch weit über die Quartiersgrenzen hinausreichen und damit auch auf die Durchlässigkeit (administrativer) Quartiersgrenzen hinweisen (Hanhörster/Weck 2016; Barwick 2017; Lang/Schneider 2017). Während das gezielte Aufsuchen von Orten außerhalb des Quartiers bisher als kontaktvermeidende Praktik von Mittelschichtshaushalten in benachteiligten städtischen Gebieten beschrieben wurde (Butler/Robson 2003; Watt 2009), vermuten wir durch diese quartierübergreifenden Vernetzungspraktiken (bislang nicht ausreichend reflektierte) Möglichkeiten des Ressourcenzugangs auch für ressourcenschwächere Bevölkerungsschichten.

3.3 Governance und Diversität

Im Umgang mit dem Governance-Begriff seien zunächst zwei Verständniskonzeptionen erwähnt (Benz 2004; Mayntz 2005): Einerseits liegt dem normativen Begriff der Governance ein ,enges' Verständnis des Wandels staatlichen Handelns von hierarchisch hin zu kooperativ im Sinne von Handlungsstrukturen bzw. Handlungsprozessen zugrunde. Diese ziehen neben den ,klassischen' Formen der Machtausübung aufgrund von Hierarchie bzw. Konsens unter anderem auch die Win-win-Modi wie Tausch, Verhandlung bzw. Wettbewerb oder gegenseitiges Vertrauen hinzu (von Blumenthal 2005; Demirovic 2011; Denters 2011). Ebenso hängt damit ein prozessuales Verständnis im Sinne ihrer Interaktionen zusammen, bei dem Governance durch die Akteure eines Verhandlungssystems gestaltet wird, im Rahmen von einer Vielfalt weiterhin hierarchisch gesteuerter, gesellschaftlich institutionalisierter und kollektiv verbindlicher Selbstregelungen (vor allem Mayntz 2004; Mayntz 2005; auch Scharpf 2000; Benz 2001; Börzel 2014). Somit beinhaltet Governance die komplexen Zusammenhänge zwischen staatlicher Lenkung, kooperativer Handlung und Selbststeuerung (Benz 2004; Mayntz 2004).

Das Verhältnis zwischen dem vorrangig hierarchisch beschriebenen Staat (Walk 2008) und den Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist insbesondere durch den Diskurs zum Wandel der Staatlichkeit im Sinne einer koordinierenden bzw. moderierenden Rolle und der Frage nach ihrer (neuen) Steuerungskraft gekennzeichnet (Pierre/Peters 2000). Die Beziehung zwischen kooperativen Verfahren und der Partizipation etwa unter dem Begriff der Participatory Governance eröffnet ein weiteres Diskursfeld (Gbikpi/Grote 2002; Gustafson/Hertting 2016). Im Gegensatz zu Governance besitzt laut Schmitter (2002) die hierarchisch-institutionell verankerte Partizipation Mechanismen und Verfahren zu repräsentativer Auswahl und offenem Zugang von Beteiligten. Demirovic und Walk (2011) weisen darauf hin, dass die Möglichkeiten der Beteiligung bei Governance-Prozessen generell und bei unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen ungleich und stark ressourcenabhängig sowie intransparent sind. Die auf Kooperationen und Aushandlungen orientierten Governance-Verfahren (vgl. Jessop 2008) sind zumeist mit einer Verlagerung von Beteiligung und Entscheidungsvorbereitung in koalitionsorientierten Foren verknüpft, für die aufgrund ihrer Komplexität und Ressourcenintensität eine selektierte bzw. privilegierte und zunehmend professionalisierte Teilnahme qualifiziert (Wälti/Kübler/Papadopoulos 2004; Blakeley 2010).

In diesem Zusammenhang ist der Frage nach der Konstruktion von Ankunftsräumen als Arenen des Handelns im Sinne der Ressourcenverteilung nachzugehen. Wie Blakeley (2010:132) zusammenfasst, werden durch die Veränderung von Steuerungspraktiken Aufgaben vom Staat unter anderem auf Individuen bzw. lokale Netzwerke übertragen (u. a. Isin 2000; Swyngedouw 2005) und gleichzeitig weiterhin ,von der Ferne' kontrolliert, wobei dies weniger als ein ,Transfer' von staatlicher Macht, sondern als ,Transformation' zu verstehen ist. Einerseits wird dadurch der Prozess von einer Vielfalt zwischen hierarchisch gesteuerten und eigens gesellschaftlich institutionalisierten und kollektiv verbindlichen Selbstregelungen durch die Akteure eines Verhandlungssystems gestaltet (Scharpf 2000; Mayntz 2005; Börzel 2014). Vorrangig in migrantisch geprägten Quartieren ist im Hinblick auf die zu bewältigenden Integrationsaufgaben die Verteilung sozialer Ressourcen mithilfe von Governance-Strukturen in Deutschland unter anderem als Quartiersmanagement ausgebaut worden. Top-down installiert, bieten Quartiersmanagements niedrigschwellige Zugänge zu Unterstützungsleistungen und passen sich stetig den aktuellen Bedarfen und Veränderungen in den Quartieren an (Drilling/Schnur 2009). Zunehmend wird die Aufmerksamkeit auf die ,neuen' Intermediären (Beck/Schnur 2016; Lang 2017) an der Schnittstelle von Arenen gerichtet, an denen auch zunehmend professionalisierten Migrantenselbstorganisationen gemeinsam mit den etablierten sozialen Organisationen eine Schlüsselrolle bei der Diskursbestimmung und der Verteilung externer Ressourcen zugeschrieben wird (Haas 2015).

Andererseits verstärkt die Globalisierung und die daraus folgende Migration allgemein und in den Ankunftsräumen insbesondere das Bild einer von Vielfalt geprägten Gesellschaftsstruktur, welches im Gegensatz zu traditionellen Gesellschaftsstrukturen der Industriegesellschaft steht. Dies hat eine weitergehende Entwicklung und Reorganisation der öffentlichen Förder- und städtischen Steuerungspolitiken zufolge, die allerdings weiterhin „zutiefst raumbezogen" (Pütz/Rodatz 2013: 171) auf die traditionellen Quartier- bzw. Sozialraumabgrenzungen fixiert bleiben (Pütz/Rodatz 2013; Hanappi-Egger/Kutscher 2015). Ankunftsräume werden zunehmend als spezifischer Raum für potenzialorientiertes „dealing with diversity" (Schillebeeckx/Oosterlynck/ de Decker 2018: 1) verstanden. Bei Migranten werden unter dem Begriff von Diversität die bislang relevanten Unterschiede des Eigenen und des Fremden durch eine positiv konnotierte und potenzialorientierte kulturelle Vielfalt ersetzt und gleichzeitig das Individuum zu einem Selbst-Engagement innerhalb eines Wettbewerbsraumes verpflichtet (Swyngedouw 2005; Pütz/Rodatz 2013).

Blokland, Giustozzi, Krüger et al. (2016) weisen hinsichtlich der ankunftsbezogenen Netzwerke auf die insbesondere im deutschen Kontext relativ hohe räumlich-soziale Durchlässigkeit hin, die als Gegenbild einer Überbetonung von Quartieren (location) gegenüber sozialen Lagen (position) gilt. Die übergreifende Vielfalt und Flexibilität von Handlungsmöglichkeiten, Ressourcengewinnung und -nutzung ist dabei laut Saunders (2011) eine der Voraussetzungen für die Aufwärtsmobilität und Integration in die Mehrheitsgesellschaft. Die „arrival infrastructures" (Schillebeeckx/Oosterlynck/de Decker 2018) bauen auf Ressourcenkanäle und Netzwerke, die eine lokalräumliche Bindung und gleichzeitig eine räumliche wie institutionelle Ressourcen-, Hierarchie- und Strukturoffenheit aufweisen, dadurch anpassungsfähig sind und auf Veränderungen (wie z. B. in der Zusammensetzung der Ankommenden) reagieren können (Swanstrom/Chapple/Immergluck 2009). Dabei weisen solche Ressourcen eine größere Stabilität auf, die sowohl in die (ethnischen) sozialen Netzwerke als auch in breitere sozioökonomische und politisch institutionelle Rahmen eingebunden sind (Schillebeeckx/Oosterlynck/de Decker 2018).

4 Mehrwert der Betrachtung von Ankunftsräumen

Ziel dieser theoretisch-konzeptionellen Arbeit war es, anhand vorliegender Literatur zu diskutieren, inwieweit die Debatte um Kontexteffekte durch die Betrachtung der sich insbesondere in Ankunftsräumen niederschlagenden Migrationsdynamiken angereichert werden kann. Dies erfolgte anhand von drei Aspekten: den Auswirkungen der vielfältigen multilokalen Vernetzungen von Migranten und deren Wirkung auf die Zugänglichkeitzu Ressourcen, der Rolle von Institutionen und migrantischen Gelegenheitsstrukturen in Ankunftsräumen sowie der Reaktion von Governance-Prozessen auf zunehmende Diversität und veränderte Bedarfe. Der Beitrag hinterfragt den in der aktuellen Integrationsforschung vorherrschenden analytischen Fokus auf das Quartier als zentralen Kontext für den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen und relativiert die im Rahmen der Kontexteffekte-Forschung diskutierten negativen Wirkungen des Lebens in ,benachteiligten Quartieren'.

Viele der von Saunders (2011) beschriebenen Merkmale und Funktionen von „Arrival Cities" sind für die Integrationsforschung von Relevanz. Zu beobachten sind in verschiedenen europäischen Großstädten jene Quartiere, die in besonderer Weise von Zuwanderung, Diversität, einer räumlichen Konzentration ankunftsorientierter Gelegenheitsstrukturen sowie Fluktuation gekennzeichnet sind (Biehl 2014; Kurtenbach 2015; Schillebeeckx/Oosterlynck/de Decker 2018). Bisher standen bei der Betrachtung dieser ethnisch und sozial segregierten Stadtteile in erster Linie die benachteiligenden Wirkungen im Fokus (van Ham/Manley 2012). Aktuelle Literatur zeigt jedoch, dass die räumliche Konzentration von Zugewanderten auch zur gesellschaftlichen Teilhabe der neu hinzukommenden Bewohner beitragen kann. So legen die in der Literatur beschriebenen Formen der Verflüssigung des sozialen Umfelds und die multilokalen Netzwerke von Migranten (Bauman 2003; Glick Schiller/Çağlar 2009; Faist 2015) es nahe, den Blickwinkel um die individuell relevanten räumlichen Vernetzungen von Quartiersbewohnern zu erweitern, um somit die ressourcenrelevanten Kontexte abzubilden.

In Ankunftsräumen lassen sich Gelegenheitsstrukturen räumlich konzentriert und in verdichteter Form beobachten (Hall/King/Finlay 2017). Dass insbesondere Einrichtungen und Institutionen als Kontexte zu nennen sind, die soziale Interaktionen strukturieren, zeigen aktuelle Forschungen. Es sind Kristallisationsorte, die räumlich im Quartier verortet sind, aber auch von Personen aus anderen Quartieren und unterschiedlicher sozialer Lagen aufgesucht werden und als Kontexte des Ressourcenaustauschs fungieren können (Kurtenbach 2015; Hanhörster/Weck 2016; Schillebeeckx/Oosterlynck/de Decker 2018).

Die Betrachtung der Governance von Ankunftsräumen und die individuellen Ressourcenzugänge der Migranten relativieren die auf dem Containerverständnis beruhenden benachteiligenden Kontexteffekte. Je nach städtischen Akteurstrukturen und lokalen Bündnissen können Ankunftsräume in ihrer Funktion anerkannt und gezielt gestärkt werden. Migranten sind auf vielfältige Weise sowohl in informelle als auch in unterschiedlich formalisierte Netzwerkstrukturen eingebunden (Pütz/Rodatz 2013; Hanappi-Egger/Kutscher 2015). Daher ist der Fokus zukünftig verstärkt auf die Netzwerke und agency (vgl. Barker 2003) der Migranten zu richten, durch die sie die Ressourcenzugänge für das Ankommen erhalten.

Die genauere Analyse der Dynamiken und Mechanismen in Ankunftsräumen erweitert statische Konzepte abgeschlossener Quartierräume, in denen die Bewohner als vornehmlich von ihrer benachteiligten Umgebung beeinflusst angesehen werden. Dies bezieht sich insbesondere auf die bislang nur unzureichend erforschten quartierübergreifenden sozialen, institutionellen und die damit verbundenen raumfunktionalen Bezüge. Die aktuellen Gesellschaftsprozesse in migrationsgeprägten Quartieren können entsprechend nicht in ausreichendem Maße durch die quartierraumbezogene Kontexteffekte-Forschung abgebildet werden, sondern es ist stattdessen eine erweiterte Perspektive notwendig. Die Konzentration auf Ankunftsräume und die gezielte Betrachtung der Alltagspraktiken der dort lebenden Menschen bietet die Möglichkeit, die Überlagerung von unterschiedlichen transnationalen und multilokalen Migrations- und Verortungspraktiken sowie die damit einhergehenden Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe adäquat abzubilden. Durch die Beforschung von Ankunftsräumen können die Funktionen, die Teilbereiche unserer Städte für die Integration Zugewanderter einnehmen, in breiteren Zusammenhängen verstanden sowie die konstituierende und transformierende Kraft von Zuwanderung und ihr Einfluss auf die Stadtentwicklungspraxis tiefer beleuchtet werden.

Obwohl die hier beschriebenen räumlichen Spezifika und sozialen Praktiken in unterschiedlichen Fallstudien weltweit beobachtet wurden, ist eine Diskussion der quantitativen und qualitativen Indikatoren zur Identifizierung von Ankunftsräumen erst für sehr wenige europäische Städte erfolgt. Für zukünftige Forschung wäre es daher wünschenswert, bereits etablierte sowie sich neu entwickelnde Ankunftsräume zu identifizieren und auch im Kontext der Governance unterschiedlicher Länder und Städte gegenüberstellend zu betrachten. Darüber hinaus erscheint es erforderlich, mithilfe von ethno-graphischen Studien die Lebenswelten, individuellen Alltagspraktiken und das Zusammenleben von Zugewanderten in superdiversen Wohnquartieren genauer nachzuvollziehen und die unterschiedlichen Wege und Möglichkeiten des Ankommens besser zu verstehen. Der Blick auf Ankunftsräume verdeutlicht, dass die soziale Mobilität von Zugewanderten nicht unmittelbar mit räumlicher Mobilität verknüpft sein muss. Zielführend wäre in diesem Sinne, zum einen die Wohnbiographien der aus Ankunftsräumen Fortziehenden genauer in Augenschein zu nehmen sowie zum anderen die Hintergründe und Dynamiken des Verbleibs der migrantischen Mittelschicht weiter zu untersuchen. Nur so können die Herausforderungen und Potenziale, die Ankunftsräume für die Integration Zugewanderter bieten, erkannt und gezielt gefördert werden.

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Footnotes

1Unter „Ressourcen" werden im Sinne von Bourdieu (1983) ökonomische, soziale und kulturelle Kapitalien verstanden.
2Obwohl der „Königsteiner Schlüssel" eine ausgewogene Verteilung der geflüchteten Zuwanderer auf das deutsche Bundesgebiet regelt und die 2016 eingeführte Wohnsitzauflage vorsieht, dass die Menschen zumindest temporär in der ihnen zugewiesenen Kommune verweilen, war im Sommer 2017 eine deutliche Ungleichverteilung zugunsten städtischer Räume zu beobachten (Bertelsmann Stiftung 2018: 36).
3Ausgangspunkt bilden diverse Studien aus den USA, beginnend mit der „Chicagoer Schule" zur Wirkung von Wohngebieten und im weiteren Verlauf insbesondere Studien zur „urban underclass" von Wilson (1987).
4Kritische Betrachtungen der Konzeptualisierung von Quartier als Containerraum und der Verräumlichung sozialer Prozesse beziehen sich auf die Zuschreibung von bestimmten Eigenschaften zu einem konstruierten Raum. Damit einher geht die Reduktion komplexer sozialer Phänomene, eine Homogenisierung sozialer und kultureller Eigenschaften von Menschen sowie eine Verallgemeinerung gesellschaftlicher Verursachungszusammenhänge (vgl. Werlen 1997; Drilling 2008; Glasze/Pott 2014).
5Während Saunders (2011) den Begriff des Ankommens in erster Linie durch soziale Aufwärtsmobilität definiert, verstehen wir „Ankommen" (im Sinne unseres skizzierten Integrationsverständnisses) als Zugang zu funktionalen, sozialen und symbolischen Ressourcen.
6Das Modell beschreibt aufbauend auf empirischen Studien in Chicago (u. a. Park/Burgess 1925) die idealtypischen Stufen der Integration. Demnach ziehen Zugewanderte zunächst in zentrumsnahe ethnisch segregierte Wohnquartiere und verlagern ihren Wohnsitz mit fortschreitender Integration in wohlhabendere Stadtquartiere.

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