Wie entstehen Themen in der Planungswissenschaft?

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Zusammenfassung

Welchen Gegenständen die Planungswissenschaft besondere Aufmerksamkeit beimisst, unterliegt einem dynamischen Wandel. Themen wie Nachhaltigkeit, Soziale Stadt oder Metropolregionen spielten zu unterschiedlichen Zeiten eine markante Rolle. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass innerhalb der Planungswissenschaft bislang nur sehr vereinzelt Untersuchungen vorliegen zu der grundsätzlichen Frage, warum einzelne Themen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Planungsforschung aufkommen und später wieder abklingen. Damit fehlt es auch an Modellen, die erklären könnten, warum ein planungswissenschaftliches Thema eine besondere Aufmerksamkeit erhält. Zwar besitzen Themen wie die oben genannten augenscheinlich eine Relevanz. Ohne Weiteres kann aber weder der Auslöser, noch der Zeitpunkt oder der Verlauf einer Themenkarriere nachvollzogen werden. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie sich Aufmerksamkeit für ein Thema in der Planung konstituiert und entwickelt. Ausgehend von der Untersuchung der Beispiele „Klimawandel" und „Schrumpfende Städte" wird aufgezeigt, welche Faktoren für die Entstehung von Themen maßgeblich sind. Mit einem wissenschaftssoziologischen Blick werden Handlungsorientierungen von Planungswissenschaftlern aufgedeckt. Mithilfe einer Netzwerkanalyse werden zentrale Akteure, deren Publikationen sowie wichtige Zeitabschnitte identifiziert und untersucht. Eine lexikometrische Diskursanalyse nimmt darüber hinaus inhaltliche Kontexte und Begriffszusammenhänge in den Blick. Der Beitrag schließt mit einem Plädoyer, das Verständnis von Themenkarrieren als integralen Bestandteil von Raumforschung und Raumplanung zu vertiefen, weil sie als wesentliches Strukturierungselement die Planungswissenschaft sowie die Planungspraxis nachhaltig verändern.

Zusammenfassung

Welchen Gegenständen die Planungswissenschaft besondere Aufmerksamkeit beimisst, unterliegt einem dynamischen Wandel. Themen wie Nachhaltigkeit, Soziale Stadt oder Metropolregionen spielten zu unterschiedlichen Zeiten eine markante Rolle. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass innerhalb der Planungswissenschaft bislang nur sehr vereinzelt Untersuchungen vorliegen zu der grundsätzlichen Frage, warum einzelne Themen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Planungsforschung aufkommen und später wieder abklingen. Damit fehlt es auch an Modellen, die erklären könnten, warum ein planungswissenschaftliches Thema eine besondere Aufmerksamkeit erhält. Zwar besitzen Themen wie die oben genannten augenscheinlich eine Relevanz. Ohne Weiteres kann aber weder der Auslöser, noch der Zeitpunkt oder der Verlauf einer Themenkarriere nachvollzogen werden. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie sich Aufmerksamkeit für ein Thema in der Planung konstituiert und entwickelt. Ausgehend von der Untersuchung der Beispiele „Klimawandel" und „Schrumpfende Städte" wird aufgezeigt, welche Faktoren für die Entstehung von Themen maßgeblich sind. Mit einem wissenschaftssoziologischen Blick werden Handlungsorientierungen von Planungswissenschaftlern aufgedeckt. Mithilfe einer Netzwerkanalyse werden zentrale Akteure, deren Publikationen sowie wichtige Zeitabschnitte identifiziert und untersucht. Eine lexikometrische Diskursanalyse nimmt darüber hinaus inhaltliche Kontexte und Begriffszusammenhänge in den Blick. Der Beitrag schließt mit einem Plädoyer, das Verständnis von Themenkarrieren als integralen Bestandteil von Raumforschung und Raumplanung zu vertiefen, weil sie als wesentliches Strukturierungselement die Planungswissenschaft sowie die Planungspraxis nachhaltig verändern.

1 Stand der Forschung in der Planungswissenschaft

In planungswissenschaftlichen Arbeiten stehen oft die Prozesse der Planerstellung, Planumsetzung und Plan-evaluation sowie die Inhalte der Planung im Mittelpunkt. Der Kontext, in dem die Planung stattfindet, und damit auch die Frage nach dem Warum der Planung, wird häufig verkürzt behandelt. Zwar werden planungsrelevante Rahmenbedingungen, beispielsweise im Rahmen einer SWOT-Analyse1, genannt und erörtert. Die Frage aber, warum bestimmten Rahmenbedingungen eine Planungsrelevanz beigemessen wird und anderen nicht, wird selten gestellt. Dabei ist gerade die Frage nach dem Warum grundlegend dafür, Wie (Prozesse, Akteure) und Was (Inhalte, Maßnahmen) geplant wird. Das vermeintlich geteilte Verständnis darüber, welche Probleme durch die Planung gelöst werden sollen und welche nicht bzw. was überhaupt als ein Problem wahrgenommen wird und was nicht, wird selten hinterfragt. Planungsbezogene Problemstellungen bzw. Themen sind jedoch ständig im Wandel und erleben Auf- und Abschwünge bezüglich der ihnen entgegengebrachten Aufmerksamkeit (Hesse 2010; Gravert/Günzel/Volkmann et al. 2013). Dies ist, so die zentrale Hypothese, weniger sich ändernden, vermeintlich objektiven, planerischen Notwendigkeiten geschuldet, als vielmehr sozialen Mechanismen der Themenverhandlung.

Der angedeutete Wandel der Agenda in der Planungswissenschaft ist bislang nicht umfassend und systematisch untersucht worden. Dennoch zeigen sich dafür eine Reihe von Anknüpfungspunkten mit einerseits einem Fokus auf inhaltliche Sinnzusammenhänge und andererseits einem Fokus auf den strukturellen Kontext. Auf inhaltliche Zusammenhänge heben insbesondere diskursanalytische Ansätze in der Tradition Michel Foucaults ab. Mit ihnen wurde in der Planungstheorie seit dem sogenannten communicative turn vermehrt die soziale Konstruktion von Wissen herausgestellt (vgl. Healey 1992; Fischer/Forester 1993; Healey 1996). So analysieren etwa Hesse und Kaltenbrunner (2005) zum Begriff der Zersiedlung, Nuissl und Heinrichs (2011) zur Governance oder Mazza und Rydin (1997) zur nachhaltigen Stadtentwicklung den diskursiven Herstellungskontext bestimmter Sinnzusammenhänge in der Planung. Schmitt (2007) und Wiechmann (2009) untersuchen die Diskursgeschichte von Metropolregionen und Roskamm (2011) setzt sich mit der Ideengeschichte des Begriffs der Dichte auseinander.

Der zweiten Gruppe mit dem Fokus auf Akteure und Strukturen lassen sich wiederum unterschiedliche Forschungsansätze zuordnen. Hierbei wird insbesondere danach gefragt, wie strukturelle Rahmenbedingungen und Prozesse auf die Entwicklung bzw. Innovation von Planungsinhalten wirken. Zu nennen sind vor allem die Ansätze der strategischen Planung und der Innovationsforschung (vgl. Keller/Koch/Selle 1998; Ibert 2003; Wiechmann 2008; Wiechmann/Hutter 2008). Auch im Hinblick auf die Entwicklung einzelner Themen, Ziele und Leitbilder in der Raumplanung finden sich Analysen der strukturellen Rahmenbedingungen. Anstöße hierzu kamen unter anderem aus der Geographie, der Politikwissenschaft und der Wissenschaftssoziologie (vgl. Egner 2007; Weingart/Engels/Pansegrau 2008).

Als Pionierleistung für die Planungswissenschaft ist der Ansatz von Hesse (2010) zu nennen, der Themenkarrieren in der Planungswissenschaft zum Untersuchungsgegenstand erhebt und dabei zu dem Schluss gelangt, dass der planungswissenschaftliche Diskurs wesentlich durch externe Faktoren bestimmt wird. Er schlägt eine weiterführende Diskussion von Themenkarrieren mit dem Ziel vor, der Reflexion über Planung(swissenschaft) eine konstruktivistische Perspektive hinzuzufügen und die jeweilige Themenrelevanz damit auf den Prüfstand zu stellen. Dieser Impuls wird mit der hier vorgelegten Forschung aufgegriffen, indem der Frage nachgegangen wird, wie Themen in der Planungswissenschaft entstehen. Dazu werden im zweiten Kapitel potenzielle Bezüge aus der Kommunikationssoziologie, der Politikwissenschaft sowie der Wissenschaftssoziologie dargelegt und miteinander verknüpft. Nach der Erläuterung des Vorgehens widmen sich die Kapitel 4 und 5 den empirischen Studien zu den Themen „Schrumpfende Städte" und „Klimawandel". In Kapitel 6 werden Muster beider Fallbeispiele generalisiert und anschließend im Fazit Erklärungen für Themenkarrieren diskutiert.

2 Ansätze zur Erklärung von Themenkarrieren

Zur Beschreibung von Themenkarrieren erweist sich der Rückgriff auf Agenda Setting und Themenzyklusforschungen der Medien- und Kommunikationswissenschaften (insbesondere Luhmann 1970; Downs 1972) als besonders ertragreich. Hier wird der zeitliche Verlauf sogenannter Themenkarrieren anhand von Phasenmodellen systematisiert, sodass Charakteristika jenseits konkreter Fallstudien hinsichtlich der theoretischen Grundannahmen verallgemeinert werden können (Rössler 2015: 463 ff.). Zentral ist dabei das Verständnis von Aufmerksamkeit als knappem Gut. Demnach könnten gesellschaftliche Teilsysteme nur eine begrenzte Anzahl von Themen gleichzeitig behandeln und müssten daher eine Auswahl treffen (Luhmann 1970: 15). Im Ergebnis erhalten bestimmte Themen für einen begrenzten Zeitraum erhöhte Aufmerksamkeit. Dabei lassen sich vier Phasen einer Themenkarriere beobachten (Luhmann 1970:13 ff.):

  1. Latente Phase: Das Thema ist Eingeweihten und Interessierten bereits bekannt, allerdings ist noch nicht klar, ob, wann und in welcher Form es aufgegriffen werden wird. Noch gibt es keinen Zeit- bzw. Handlungsdruck.
  2. Durchbruchsphase: Pionieren, die dem Thema Zeit, Ressourcen und Kontakte widmen, gelingt das Rahmen und Platzieren des Themas: „Oft sind es Außenseiter, die nur an diesem einen Thema interessiert sind und politisch nicht viel zu verlieren haben; oft sind es Neulinge, die auf dem Thema reitend eine eigene Karriere beginnen" (Luhmann 1970:14).
  3. Modephase: Das Thema gewinnt an öffentlicher Resonanz und übernimmt seine Funktion als Strukturierungselement im Prozess öffentlicher Kommunikation (Rössler 2015: 463 ff.). Streitbar sind einzelne Meinungen und Entscheidungen, das strukturierende Thema jedoch entzieht sich durch Selbstverständlichkeit der Disposition. Die Gegner müssen sich auf einzelne Vorbehalte, Verzögerungstaktiken oder bedingte Anerkennung zurückziehen. Die Förderer müssen jetzt versuchen, es zu institutionalisieren, denn die Zeit dafür ist knapp.
  4. Ermüdungsphase: Schließlich zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen. Diskutanten äußern sich distanzierter und geben Bedenken einen größeren Raum. Das Thema verliert seine werbende Kraft: „Wer sich jetzt noch mit Verve für das Thema einsetzt, zeigt nur, dass er nicht auf dem laufenden ist" (Luhmann 1970:15).

Nicht jedes Thema nimmt diesen idealtypischen Verlauf. So ist beispielsweise davon auszugehen, dass einige Themen die zweite Phase gar nicht erst erreichen. Auch parallel oder rückwärts ablaufende Prozesse sind möglich (McComas/Shanahan 1999: 32 f.; Waldherr 2008: 304).

Interessante Parallelen lassen sich zu den auf Lasswell (1956) zurückgehenden Politikzyklusmodellen ziehen, die Prozesse des Policy-Wandels und der Politikinnovation zu erklären suchen. Insbesondere der Bereich der Problemdefinition und des Agenda Setting sind hier von Bedeutung. Als einflussreichster Ansatz kann Kingdons (1984) Multiple-Streams-Modell betrachtet werden. Es basiert auf dem Garbage-Can-Modell für Entscheidungsprozesse in Organisationen, bei welchem – in Abgrenzung zu den rationalistischen Politikzyklusmodellen – das zufällige Aufeinandertreffen von Problemen, Lösungen, Teilnehmern und Entscheidungsgelegenheiten die Entscheidungen strukturiert (Cohen/March/Olsen 1972). Kingdon führte die Idee der policy windows ein, die sich öffnen, wenn drei voneinander unabhängige Ströme – der policy stream (Lösungen), der politics stream (Entscheidungsprozesse) und der problem stream (Problemwahrnehmung) – sich kreuzen (Kingdon 1984: 174 ff.; vgl. Jann/Wegrich 2007). So kann ein erkanntes Problem erst dann auf die Agenda gelangen, wenn auch kompatible Lösungen und Entscheidungsprozesse verfügbar sind (Kingdon 1984: 165 ff.). Umgekehrt warten bereits entwickelte Lösungen darauf, mit prominenten Problemen verknüpft zu werden (Kingdon 1984:173).

Eine Verknüpfung politikwissenschaftlicher und wissenschaftssoziologischer Ansätze bietet das Konzept der epistemischen Gemeinschaften. Die Mitglieder epistemischer Gemeinschaften haben nicht zwingend persönlichen Kontakt miteinander, sie teilen aber normative Überzeugungen und Politikziele sowie gemeinsame Ansichten bezüglich kausaler Zusammenhänge und der Validität von Wissen (Dunlop 2017: 219). Nach dem verbreiteten Verständnis von Haas (1992) versuchen epistemische Gemeinschaften durch die Vermittlung von Expertenwissen Entscheidungsträger von ihren Inhalten zu überzeugen. Hier lässt sich das Konzept epistemischer Gemeinschaften mit dem der policy windows verknüpfen, denn in komplexen Politikfragen und insbesondere in der Agenda-Setting-Phase des Politikprozesses, in der die Wissensdefizite am größten sind, finden epistemische Gemeinschaften Gehör in der Politik (Dunlop 2017: 215). Der Wissenstransfer in die Politik bleibt allerdings nicht ohne Risiko, denn es lässt sich kaum abschätzen, in welcher Form die Politik das Wissen in Anspruch nimmt.

Miller und Fox (2001) lehnen ihren Begriff der epistemischen Gemeinschaft stärker an Thomas Kuhns Paradigmengruppe (vgl. Kuhn 1973) an und sprechen von einer „group of inquirers who have knowledge problems to solve" (Miller/Fox 2001: 669). Sie strukturieren den Erkenntnisgewinn ihrer Mitglieder durch tradierte Institutionen sowie durch aktuelle Forschungstätigkeiten und definieren, was möglich und was relevant ist. An diesem Punkt setzt auch die institutionalistische Wissenschaftssoziologie an, die sich mit den sozialen Bedingungen und Arrangements der Wissenschaft befasst (Egloff 2012: 27). Diese institutionellen Strukturen beeinflussen nicht nur das Tempo der wissenschaftlichen Entwicklung, sondern auch ihre Ausrichtung (Hasse 2012: 51). Sie lassen sich nach Aljets und Lettkemann (2012: 132 ff.) in drei „Einflusskanäle" einteilen, die unter anderem die Themenwahl von Wissenschaftlern beeinflusst: die Allokation von Reputation, die Allokation von Ressourcen (Fördermittel, Personal) sowie die formelle Koordination (insbesondere Hierarchien und Verfahrensvorgaben).

Den genannten Ansätzen ist gemein, dass sie sowohl mittelbare als auch unmittelbare Antworten auf die Frage danach bereithalten, wie und warum Themen in der Wissenschaft entstehen, sich zu einem zeitweilig dominanten Diskussionshorizont entwickeln und schließlich an Aufmerksamkeit verlieren, ohne dabei zwangsläufig quasiobjektiven Begleitumständen geschuldet zu sein. Als erkenntnisleitend kann hierbei vielmehr gelten, dass soziale Strukturen sowie die diskursive Rahmung der Themen gleichsam ausschlaggebend für die Themenkarrieren sind.

3 Vorgehen und Methodik

Die empirische Untersuchung nähert sich der eingangs formulierten Fragestellung über einen vergleichenden Fallstudienansatz mit zwei Themenkarrieren, die in der Planungswissenschaft eine hohe Wirkmächtigkeit entfaltet haben: Schrumpfende Städte und Klimawandel. Beide Themen sind relativ jung, was Interviews und softwarebasierte Analysen ermöglicht. Sie repräsentieren langfristige Entwicklungen, sodass der Zeitpunkt des Durchbruchs beider Themen nicht allein durch den empirischen Befund (z. B. plötzlicher, unerwarteter Anstieg des Leerstands oder des Meeresspiegels) erklärt werden kann, sondern das Wirken sozialer Faktoren vermutet werden muss.

Zur Analyse der Themenkarrieren werden zwei Perspektiven eingenommen: Zum einen werden inhaltliche Sinnzusammenhänge mittels einer korpuslinguistischen Diskursanalyse analysiert, zum anderen werden Akteure und Strukturen mithilfe einer Netzwerk- und Institutionenanalyse in den Blick genommen. Als Grundlage für die beiden Perspektiven dient ein eigens zusammengestelltes digitalisiertes Textkorpus, bestehend aus dem Volltext sämtlicher Artikel der folgenden Periodika für die Jahre 1995 bis 2014: Informationen zur Raumentwicklung (IzR), Raumordnung und Raumforschung (RuR), disP – The Planning Review (disP), RAUM (nur bis 2012) sowie Forschungs- und Sitzungsberichte der ARL (FuS). Alle Artikel wurden systematisch auf Einschlägigkeit (Zuordnung zu einem oder beiden Themen) geprüft. Für die Diskursanalyse wurde auf der Grundlage dieser Korpora zunächst eine Frequenzanalyse durchgeführt, um relative und absolute Häufigkeiten einzelner lexikalischer Elemente nachzuzeichnen. Über die quantitativen Ausprägungen konnte ein inhaltlicher Überblick hinsichtlich der Themenkonjunktur im Zeitverlauf gewonnen werden (vgl. Lebart/Salem/Berry 1998: 153 f.). Anhand einer anschließenden Konkordanzanalyse wurde der sprachliche Kontext der einzelnen Elemente extrahiert, der in einer abschließenden Aussagen- und Argumentationsanalyse hinsichtlich seiner Argumentationslogiken angesehen wurde. Hierbei galt es den Fragen nachzugehen, nicht nur wie, sondern auch warum bestimmte Themen in die planungswissenschaftlichen Auseinandersetzungen Einzug hielten, darin zum (temporär) dominanten Forschungshorizont wurden und wie sie von den jeweils beteiligten Akteuren argumentiert wurden. Damit konnten unterschiedliche Phasen der Themenkonjunktur erklärend eingeordnet werden (vgl. Dzudzek/Glasze/Mattissek et al. 2009: 233).

Für die Netzwerkanalyse wurden die Metadaten und Zitationen aller oben genannten Zeitschriften sowie der Planerln und der Raumplanung (ebenfalls 1995-2014) erhoben. Daraus entstand eine Datenbank mit rund 35.000 Veröffentlichungen, 17.000 Autoren und 26.000 Zitationen. Auf dieser Basis wurden Koautorenschafts und Zitationsbeziehungen einschlägiger sowie nicht einschlägiger Artikel analysiert. Mithilfe einer formalen Netzwerkanalyse wurden zum einen Netzwerkparameter wie beispielsweise die Dichte der themenspezifischen Zitationsnetzwerke erhoben. Zum anderen wurden anhand deduktiv festgelegter Akteurkategorien, wie z. B. Pioniere, Adopter oder zentrale Akteure, Wissenschaftler für leitfadengestützte Interviews ausgewählt. Zur Vorbereitung der Interviews wurden personenbezogene bibliographische Daten – Publikationen, Koautorenschaften, Zitationen und Zitationsraten – ausgewertet. Dafür wurde die Datenbank mit Google-Scholar-Daten kombiniert, sodass die hohe Nachvollziehbarkeit und der Brennpunkt auf den planungswissenschaftlichen Diskurs auf der einen, durch den großen Datensatz und die disziplinübergreifende Sicht auf der anderen Seite ergänzt wurde. Zusätzlich wurden mit einer Bibliotheks- und Internetrecherche weitere forschungsbiographische Daten nachvollzogen. Zur Unterstützung der Interviews wurden, wenn möglich, Visualisierungen der individuellen Forschungsbiographien (vgl. Gläser/Laudel 2009; Gläser/Laudel 2015) angefertigt, die großformatig ausgedruckt als Diskussionsgrundlage in den Interviews dienten. Mithilfe dieser Kombination aus quantitativen und qualitativen Methoden konnten systematisch Wirkungszusammenhänge im Verlauf der Themenkarriere aufgedeckt und Erklärungsansätze für das Verhalten verschiedener Akteurgruppen in den einzelnen Phasen entwickelt werden.

Die Analyseergebnisse beider methodologischer Perspektiven wurden schließlich hinsichtlich ihrer Kongruenz mit der vorab erläuterten Phasenheuristik interpretiert. Sie bietet als ein auf drei bestimmende Phasen – Latenzphase, Fokusphase und Normalisierungsphase – reduziertes Prozessmodell zahlreiche analytische Anknüpfungspunkte zur Interpretation der Themenverläufe hinsichtlich ihrer spezifischen Entwicklungsschritte sowie Hinweise auf quantitative und qualitative Veränderungen beim Phasenübergang. Die von dem oben aufgeführten Modell (Luhmann 1970: 13 ff.) abweichende Phaseneinteilung und Phasendenomination wurde in einem iterativen Verfahren entwickelt und in einem Expertenworkshop diskutiert. Der Durchbruch wird nun insofern nicht als eigenständige Phase betrachtet, da er empirisch weniger phasenhaft als vielmehr ereignisbezogen am Übergang zur Fokusphase zu verorten ist. Die abweichende Denomination der Phasen ist primär dem analytischen Charakter des Erkenntnisinteresses geschuldet. Fokusphase (gegenüber Modephase) und Normalisierungsphase (gegenüber Ermüdungsphase) fassen präziser und wertungsfreier die verschiedenen Prozesse in den drei Phasen zusammen.

4 Das Thema Schrumpfende Städte in der Planungswissenschaft

Der Begriff Schrumpfung wird häufig synonym mit rückläufigen demographischen Prozessen und Wohnungsleerstand verwendet, bleibt dabei jedoch oft unscharf. Schrumpfende Städte lassen sich als räumliche Auswirkung und Teilaspekt des demographischen Wandels verstehen. Häufig impliziert der Begriff Stadtschrumpfung die Gleichzeitigkeit von demographischen mit ökonomischen sowie städtischen und stadtregionalen Niedergangsprozessen.

4.1 Latenzphase: Grundlagenforschung ohne Resonanz (1995-2000)

Nachdem in der damaligen Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1972 die Zahl der Geburten unter die Zahl der Sterbefälle gesunken war, wurde im Raumordnungsbericht 1974 bereits ein „Wandel der Einflussfaktoren der räumlichen Entwicklung" konstatiert (BMRBS 1975: 28 f.). In der Folge wurden Infrastrukturumbau (Thoss 1976: 15 ff.), Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen (Thoss 1976: 27), Stadtumbau (Farenholtz 1976: 57) sowie die Aufgaben der Raumplanung und die Eignung des planerischen und gesetzlichen Instrumentariums generell (Stich 1976: 61) jeweils vor dem Hintergrund der Schrumpfung diskutiert. Später weckten städtebauliche Missstände und Leerstand in Großwohnsiedlungen partiell fachöffentliches Interesse. In diesem Kontext wurde beispielsweise die Anwendung von Städtebaufördermitteln für Rückbau, Entdichtung und Entkernung diskutiert (Henckel 1985). Vereinzelt wurden nun auch die „Chancen des Schrumpfens" hervorgehoben (Putz 1983: 3), die öffentlichkeitswirksam in einem gleichnamigen Beitrag im Wochenblatt DIE ZEIT von Häußermann und Siebel (1985) ausgeführt wurden. Allerdings resümierte bereits Göb (1977:154) in seinem Beitrag „Die schrumpfende Stadt", dass trotz des mittlerweile „allgemein bekannten Sachverhalts" des Bevölkerungsrückgangs Öffentlichkeit und Politik dem Phänomen noch „ziemlich apathisch" (Hervorhebung im Original) gegenüberstünden. Bis Ende der 1990er-Jahre war das Zulassen und Steuern von Schrumpfung in der Politik nicht diskutierbar und auch die Wissenschaft fügte sich weitgehend dem „Denkverbot" (Hannemann 2004: 75). Eine erstarkte Zuwanderung aus dem Ausland, die Ergebnisse aus der Volkszählung von 1987, nach denen im Bundesgebiet etwa eine Million Wohnungen weniger vorhanden waren als vorher angenommen, sowie die Ereignisse rund um die deutsche Wiedervereinigung im Jahr 1990 trugen zur Verdrängung des Themas bei (Leib/Mertins 1992:134; Wiechmann 2003:103; Jessen/Walther 2007: 385; Spiegel 2007:19).

4.2 Fokusphase: Lehmann-Grube-Kommission und Stadtumbau (2001-2007)

Ende der 1990er-Jahre begannen an verschiedenen Instituten insbesondere in Ostdeutschland junge Wissenschaftler, das Thema Schrumpfung zu bearbeiten. Ihre Themenfindung schildern sie wie eine Art Puzzle. Um selbst ein Problembewusstsein zu entwickeln, aber auch um anderen Akteuren dies vermitteln zu können, mussten verschiedene Teilaspekte gemeinsam betrachtet werden: aktuelle Daten aus der Wohnungsmarktbeobachtung (insbesondere Hübl/Möller/Günther et al. 1996), Erkenntnisse aus (Forschungs-)Projekten mit unterschiedlichen regionalen und thematischen Schwerpunkten, die wahrgenommenen Herausforderungen in den ostdeutschen Großwohnsiedlungen, leerstehende Altbauten in den Innenstädten, teilweise Rückgriffe auf ältere Diskussionen (z. B. Häußermann/Siebel 1988) und nicht zuletzt das alltägliche Erleben der Schrumpfung. Für die Akteure war anfangs insbesondere der größtenteils informelle Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten sowie mit reflektierenden Interessenvertretern (stakeholdern) aus der Praxis maßgeblich für die Verfolgung des Themas.

Der Anfang 2001 veröffentlichte Bericht der Kommission „Wohnungswirtschaftlicher Strukturwandel in den neuen Bundesländern" (Lehmann-Grube-Kommission) markiert den Durchbruch der Debatte um Schrumpfende Städte. In ihrer Analyse stellte die Kommission fest, dass es einen strukturellen Leerstand von rund einer Million Wohnungen in Ostdeutschland gebe und ein weiterer Anstieg der Leerstände zu erwarten sei (Pfeiffer/Simons/Porsch 2001: 3 ff.). Aufbauend auf dem Lehmann-Grube-Bericht wurde im Jahr 2002 das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau Ost" aufgelegt, das insbesondere durch Rückbau und die Aufwertung von innerstädtischen Quartieren den ostdeutschen Städten wieder zu intakten Stadtstrukturen und Wohnungsmärkten verhelfen sollte (Nagel/Preibisch 2001: 542). Nachdem die Entwicklungen in Ostdeutschland den Diskurs zunächst dominierten, wurde im Jahr 2004 das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West" aufgelegt, dem das gleichnamige ExWoSt2-Forschungsfeld vorausging (Goderbauer/Karsten 2003: 669).

Das Programm „Stadtumbau Ost" induzierte einen starken Anstieg einschlägiger planungswissenschaftlicher Konferenzen und Veröffentlichungen. Nachdem in den Jahren 2000 und 2001 jeweils sieben Artikel zum Thema „Schrumpfende Städte" veröffentlicht wurden, waren es im Jahr 2003 bereits 40 Artikel, von denen 18 den Begriff „Stadtumbau" im Titel trugen. Im Jahre 2005 erreichte die Debatte um schrumpfende Städte einen vorläufigen Höhepunkt mit 50 einschlägigen Artikeln in den vorab genannten planungswissenschaftlichen Zeitschriften. Im Kontrast zu den Vorjahren trug 2005 jedoch nur noch ein Artikel „Stadtumbau" im Titel, was auf die Etablierung und Diversifizierung des Themas jenseits des politischen Programms hinweist. Zwar war der „Stadtumbau" weiterhin der dominierende Bezugsrahmen, nun aber rückten Detailfragen in den Fokus. Insbesondere die Auswirkungen der Schrumpfung auf verschiedene Räume sowie Gesellschaftsbereiche wie Verkehr, Gesundheit oder Tourismus wurden verstärkt untersucht (z. B. Strubelt/Zimmermann 2005; Gans/Schmitz-Veltin 2006). Durch die damit einhergehende Verknüpfung etablierter raumplanerischer Inhalte mit dem Thema Schrumpfung wurden neue Anknüpfungspunkte geschaffen, sodass sich nicht nur das Themenspektrum, sondern auch der Kreis der wissenschaftlichen Akteure, beispielsweise um Verkehrsplaner, erweiterte. Brandstetter, Lang und Pfeifer konstatierten im Jahre 2005, der Begriff Schrumpfung habe „innerhalb der Stadtforschung in den letzten Jahren eine erstaunliche Wandlung zum Modethema vollzogen und ist heute als Schlagwort aus den aktuellen Diskussionen zu Fragen der Stadtentwicklung nicht mehr wegzudenken" (Brandstetter/Lang/Pfeifer 2005: 55).

Die Akteure berichten von Vor- und Nachteilen der plötzlich starken öffentlichen Aufmerksamkeit gegenüber dem Thema. Auf der einen Seite gab es Spannungen und Revierdenken im Zuge einer aufkeimenden Konkurrenz um das Thema, insbesondere auf der Führungsebene. Auf der anderen Seite war man nach Jahren in der Nische nun in der erfreulichen Situation, dass ein größerer (fach-)öffentlicher Kreis die eigenen Ergebnisse verfolgte und neue Kooperationen möglich wurden. Die Befragten berichten, dass gegenüber der ursprünglichen „Faszination" bzw. dem „intrinsischen Interesse" nun die strategische Dimension viel stärkeres Gewicht bekam. Die fachöffentliche Aufmerksamkeit sowie die Verfügbarkeit von Drittmitteln führten dazu, dass die Protagonisten Druck verspürten, sich durch Projekteinwerbung und Publikationen zu positionieren. So berichtet Akteur E: „BBSR, Umweltministerium, Bauministerium, Umweltbundesamt fingen dann natürlich auch an, das Thema auf die Agenda zu setzen. [...] [Andere Forschungsinstitute] haben auch sehr früh zu erkennen gegeben, dass sie sich mit dem Thema befassen werden. Dann war natürlich eine gewisse Konkurrenz da und uns war klar, man muss sich wettbewerblich aufstellen, um dann Forschungsgelder zu akquirieren. Es kam dann ein externer Impuls dazu: Es geht jetzt auch um Geld!"

4.3 Normalisierungsphase: Ermüdung und Ausdifferenzierung des Themas (2008-2014)

Seit dem Höhepunkt der fachöffentlichen Aufmerksamkeit für das Thema im Jahre 2005 ebbte das Interesse sichtbar ab, stagniert hinsichtlich der themenspezifischen Veröffentlichungszahlen aber seit 2007 auf deutlich höherem Niveau als vor der Themenkarriere (vgl. Abbildung 1). Akteur D berichtet, es sei „[...] zu beobachten, dass das ganze Thema sich so wellenmäßig legt. [...] Spricht auf der Bundesebene im Moment noch jemand von Schrumpfung? Es wird über Wachstumsschmerzen und wie kann ich Wachstum steuern und wie werde ich damit fertig – darüber wird gesprochen. Aber dass diese Schere zwischen wachsenden und schrumpfenden Städten und Regionen immer weiter auseinandergeht [wird vernachlässigt]."

Abbildung 1
Abbildung 1

Veröffentlichungszahlen in der Themenkarriere um „Schrumpfende Städte" im Zeitverlauf

Citation: Raumforschung und Raumordnung 77, 3; 10.2478/rara-2019-0010

Die Pioniere der Fokusphase waren nun in der Planungswissenschaft oder -praxis etabliert. Aus ihrer Sicht hat die Themenkarriere wichtige Erkenntnisse und Impulse für die Disziplin geliefert. Sie halten das Thema weiterhin für relevant, Forschungsbedarf sehen sie aber nur noch in verschiedenen Spezialdiskursen. Sie haben kein gesteigertes Interesse mehr, sich über den Schrumpfungsdiskurs fachlich zu profilieren. Allerdings profitieren sie in keinem anderen Diskurs so stark von ihrem Status, ihrem Netzwerk und ihrem Wissen. Der zu betreibende Aufwand, um eine Veröffentlichung zu platzieren oder eine renommierte Position zu bekleiden, ist für sie im Schrumpfungsdiskurs geringer als in anderen Bereichen.

5 Das Thema Klimawandel in der Planungswissenschaft

In der Planungswissenschaft wird unter Klimawandel in der Regel die aktuelle Klimaerwärmung vor dem Hintergrund ihrer Raumbedeutsamkeit verhandelt. Dies umfasst nicht nur die Auswirkungen der Raumnutzungen auf den Klimawandel durch die Emission von Treibhausgasen, sondern auch die (Anpassung an die) Auswirkungen des Klimawandels auf den Raum.

5.1 Latenzphase: Nachhaltigkeit und Risikovorsorge als Diskurshorizont (1995-2007)

Das Erstarken des Ökologiediskurses, der mit „Waldsterben", „Smog", „Ozonloch", „Saurer Regen", „Tschernobyl" oder „Klima-Katastrophe"3 in den 1980er-Jahren immer wieder Aufmerksamkeit erregte, fand auch in der Planungswissenschaft seinen Niederschlag. Aufgaben und Leitvorstellungen der Raumordnung wurden mit der Novelle des Raumordnungsgesetzes 1989 zur Stärkung umweltpolitischer Belange angepasst (Söfker 2005: XXV) und die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde eingeführt. Die Themen „Klima" oder „Treibhausgasemission" wurden in der Raumplanung erstmals im Kontext des „ökologischen Aufbaus" der neuen Länder, die vor der Wende die weltweit höchste Pro-Kopf-CO2-Emission aufwiesen (BMRBS 1991: 109 ff., 160), in den Raumordnungsberichten 1991 und 1994 aufgegriffen. Ein Beitrag der Raumordnung zum Klimaschutz wurde erstmals in der Ausgabe „Raumstruktur und CO2-Vermeidung" der Zeitschrift „Informationen zur Raumentwicklung" von Mitarbeitern der damaligen Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung diskutiert. Im weiteren Verlauf der 1990er-Jahre trat Klimawandel nur selten auf und wenn, dann im Kontext des Themas „Nachhaltige Stadtentwicklung" (z. B. Thierstein/Walser 1996). Eine Ausnahme bildet das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das auf Anfrage des Brandenburgischen Umweltministers erstmals in Deutschland systematisch regionale Auswirkungen des Klimawandels untersuchte (Platzeck 1996; Stock 1996). Der ehemalige Direktor des PIK, Hans-Joachim Schellnhuber, drängte 1998 auch im „Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen" im Rahmen des damals aktuellen Jahresgutachtens (WBGU 1999) darauf, sich mit den Folgen des Klimawandels zu beschäftigen, was wiederum den dort beteiligten Planungswissenschaftler Mark Fleischhauer inspirierte, sich im Rahmen seiner Dissertation mit dem Thema „Klimawandel, Naturgefahren und Raumplanung" (Fleischhauer 2004) zu beschäftigen.

Im Jahre 2003 wird „Nachhaltigkeit" durch „Hochwasser" und „Katastrophenschutz" als dominierende Diskursfelder für Klimawandelthemen verdrängt. So erschienen 22 von 32 Artikeln zum Thema Klimawandel im Zeitraum zwischen 2003 und 2005 vor dem Hintergrund des Katastrophenthemas. Einen wichtigen Anlass boten die dramatischen Hochwasserereignisse an Elbe und Mulde im Jahre 2002. Zwar waren schon nach den vorangegangenen Hochwasserereignissen an Rhein (1993 und 1995), Oder (1997) und Donau (1997) Instrumente der Raumordnung bezüglich Hochwasserschutz auf den Prüfstand gestellt worden, langfristige Klimaänderungen waren jedoch noch nicht genauer betrachtet worden und erforderten nun Aufmerksamkeit (Bahlburg 2003:144). Die Kontextualisierung der Hochwasser von 2002 im Rahmen des Klimawandels ist bemerkenswert, da eine direkte Kausalität, nach der der Klimawandel für die Überschwemmungen verantwortlich gemacht werden könnte, keineswegs evident ist. Diese Kontextualisierung war jedoch ein entscheidendes Moment im planungswissenschaftlichen Klimawandeldiskurs. Denn mit der Diskursverschiebung von „Nachhaltigkeit" zu „Katastrophenmanagement" ging die Erweiterung des Themas von der Treibhausgasreduktion auf die Anpassung an die Folgen des Klimawandels einher. Der Klimawandel wurde dadurch von einer breiteren Fachöffentlichkeit rezipiert, etwa indem jetzt auch Wissenschaftler in den Bereichen Risikoforschung und Hochwasserschutz angesprochen waren.

Wie zuvor im Nachhaltigkeitsdiskurs hatte das Thema Klimawandel jedoch auch im Katastrophendiskurs zunächst nur eine randständige Bedeutung. Abgesehen von zwei Sammelbänden, die beide auf den Arbeitskreis „Raumorientiertes Risikomanagement in Technik und Umwelt" der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) zurückgingen (Karl/Pohl 2003; Karl/Pohl/Zimmermann 2005), lässt sich kein nennenswerter Anstieg einschlägiger Publikationen feststellen. Auch enthielten die Raumordnungsberichte von 2000 und 2005 keinen expliziten Bezug zum Thema Klimawandel. Planungswissenschaftler, die sich schon früh mit dem Thema Klimawandel befassten, berichten von Zweifeln. So äußert Akteur K zum Zeitraum zwischen 1999 bis 2002: „Ich hab' da durchaus Krisen gehabt, wo ich dachte: ,lst das denn überhaupt was?' und war dann über jeden Zeitungsartikel froh, wo ich mal eine Umweltkatastrophe in Deutschland gesehen habe, die sich irgendwie mit Klima, mit Sturm oder mit Hochwasser-Ereignissen beschäftigt hat und wo mal irgendetwas drin stand." Widerstände ergaben sich auch daraus, dass Klimawandelanpassung für einige das Eingeständnis gescheiterter Umweltpolitik bedeutete. So berichtet Akteur L von der Zeit ab 2004: „Die erste Phase war eher schwieriger, weil da die Klimaanpassung zum Teil negativ kommuniziert war, wegen der Konkurrenz mit Klimaschutz, und gesagt wurde: ,Das ist ein Opportunismus, während die eigentliche Notwendigkeit bei Klimaschutz liegt'. Das habe ich auch selber geteilt, teilweise."

5.2 Fokusphase: Bedeutungsgewinn für die Raumplanung und Drittmitteleinsatz (2008-2012)

Mitte der 2000er-Jahre erfuhr das Thema Klimawandel mehr Resonanz in der Gesellschaft als je zuvor. Wichtige Impulse waren der sogenannte Stern-Review, der die prognostizierten Kosten des Klimawandels bezifferte (Stern 2007), das Engagement von AI Gore und sein unerwartet erfolgreicher Dokumentarfilm „An Inconvenient Truth", die Veröffentlichungen des „Intergovernmental Panel on Climate Change" (IPCC) (insbesondere IPCC 2007) sowie Extremwetterereignisse, die zunehmend im Kontext des Klimawandels besprochen wurden, wie der Orkan Kyrill (2007).

Im Jahre 2007 konstituierte sich das Leibniz-Verbundvorhaben „Klimapakt", woraus später ein Arbeitskreis der ARL zum Thema „Klimawandel und Raumplanung" hervorging. Planungswissenschaftler gelangten zunehmend zu der Erkenntnis, dass die Raumplanung einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten könne, was der Disziplin insgesamt einen Bedeutungsgewinn versprach (Akteur J). Diese Bedeutung wurde auch durch die „Deutsche Anpassungsstrategie" (Bundesregierung 2008) bestätigt, die in der Raumplanung ein zentrales Anpassungsinstrument sah. Eine zunehmende Forschungsförderung für Klimathemen im Bereich Raumplanung lässt sich ab 2006 nachweisen (Bruhse 2016: 49 f.). So wurden etwa in den Jahren 2007 und 2008 Förderprogramme wie das Programm „Klimzug" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), das Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) „Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel" oder das ExWoSt-Programm „Urbane Strategien zum Klimawandel" aufgelegt. Bereits bestehende Programme wurden teilweise an den ,veränderten Kontext' angepasst, wie das 2004 aufgelegte BMBF-Programm „Sustainable Megacities", welches zu Beginn der zweiten Förderphase 2007/2008 eine nachträgliche Umbenennung und thematische Neuausrichtung auf den Klimaschutz erhielt (BMBF 2007). Auch die Forschungsförderung seitens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) markiert die Plötzlichkeit und Tragweite des Themendurchbruchs, denn keine zwei Jahre vorher sei das Thema Klimawandel seitens des BMVBS als eine Umweltaktivität tituliert worden, „die im Verkehrsministerium keine Rolle spielen würde" (Akteur N). Wie Akteur N berichtet, wurde das Aufsetzen der Förderprogramme letztlich weniger durch die planungswissenschaftliche Auseinandersetzung induziert, sondern zum einen, indem sich die Fördermittelgeber gegenseitig „unter einen gewissen Druck setzten", sowie zum anderen durch Anfragen seitens der Städte und Länder.

Durch die Steigerung der Forschungsförderung im Bereich Klimawandel kamen viele Planungswissenschaftler mit dem Thema in Berührung. Zudem brachten sie jeweils eigene Forschungsbiographien ein – mit eigenen Themen, Methoden, regionalen Schwerpunkten und persönlichen Beziehungen. Das Thema, mit dem sich vor 2007 nur wenige Forscher beschäftigt hatten, entfaltete sich so innerhalb kurzer Zeit in verschiedene Bereiche der Planungswissenschaft. In den planungswissenschaftlichen Zeitschriften erlebte die Themenkarriere zum Klimawandel im Jahre 2008 ihren vorläufigen Höhepunkt. Die Zeitschriften Informationen zur Raumentwicklung, RAUM und Planerln brachten jeweils eigene Themenhefte zum Klimawandel heraus und insgesamt wurden 45 einschlägige Artikel veröffentlicht. Die behandelten Fragen verdeutlichen, dass zu diesem Zeitpunkt noch eine grundlegende Aufarbeitung und Übersetzung des Themas für die Raumplanung im Fokus stand (z. B. „Was wissen wir?" (Becker/Deutschländer/Koßmann et al. 2008: 341); „Warum Klimaanpassung jetzt und künftig?" (Dosch/Porsche/Schuster 2008: 381); „Welche Rolle [kann] der Raumplanung bei der Anpassung an den Klimawandel zukommen [...]?" (Greiving/Fleischhauer 2008: 61)).

Der Einfluss der Fördermittelgeber ist im Jahr 2012 erneut ablesbar, als das Thema „Klimawandel" mit 67 Artikeln in planungswissenschaftlichen Zeitschriften einen weiteren Höhepunkt erreichte (vgl. Abbildung 2). In vielen dieser Artikel wurden die Ergebnisse der mehrjährigen Projektforschungen vorgelegt. Es gab nun im Gegensatz zu 2008 ein breites Spektrum an Veröffentlichungen und Autoren aus der Raumplanung, auf die Bezug genommen wurde. Inhaltlich rückte die Anpassung an den Klimawandel auf Kosten der zuvor stärker diskutierten Vermeidung des Klimawandels in den Mittelpunkt. Bei dem Thema Energie gab es eine Fokusverschiebung vom Energieverbrauch (z. B. Siedlungsstruktur) hin zur Energieerzeugung (z. B. Windkraft).

Abbildung 2
Abbildung 2

Veröffentlichungszahlen in der Themenkarriere um „Klimawandel" im Zeitverlauf

Citation: Raumforschung und Raumordnung 77, 3; 10.2478/rara-2019-0010

5.3 Normalisierungsphase: Ermüdung und Ausdifferenzierung des Themas (2013-2014)

Die Frage, ob das Thema Klimawandel den Höhepunkt fachlicher Aufmerksamkeit bereits überschritten hat, lässt sich gegenwärtig noch nicht abschließend beantworten. Der Rückgang der Fördermittel im Bereich Klimawandel (Bruhse 2016: 50) und die Menge einschlägiger Artikel, die in den Jahren 2013 (24) und 2014 (27) nicht mehr an die hohen Zahlen der Vorjahre anknüpfte, sind jedoch erste Indikatoren für einen Rückgang. Die Frage, ob das Thema Klimawandel 2017 bei Drittmittelanträgen noch eine Rolle spielt, verneint Akteur M, stattdessen sei das Thema Resilienz nun „das Tragende bei diesen ganzen Förderprogrammen". Parallel erfährt das Thema „Energiewende" seit dem Jahre 2011 verstärkt Aufmerksamkeit in planungswissenschaftlichen Zeitschriften. Dieses geht diskursiv aus der Karriere des Themas Klimawandel hervor. Mittlerweile finden sich jedoch Artikel zur Umsetzung der Energiewende, die gänzlich auf eine Kontextualisierung im Klimawandeldiskurs verzichten. Indem dieser Bezug verloren geht, gelten sie im Sinne des hier formulierten Erkenntnisinteresses nicht mehr als einschlägig, auch wenn hier Inhalte transportiert werden, die im Umfeld des Themas Klimawandel überhaupt erst Aufmerksamkeit erhalten haben.

Ungeachtet dessen wird das Thema Klimawandel nun leichter Interesse erwecken als Themen, die noch keine Karriere durchlaufen haben. Dafür spricht etwa die materielle Institutionalisierung des Themas. Es ist 2008 im Raumordnungsgesetz, seit 2011 im Baugesetzbuch und im Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung zuletzt 2017 zentral verankert worden. Darüber hinaus manifestiert sich das Thema mehr und mehr in Regionalplänen, strategischen Leitbildern oder auch durch die Einsetzung von Klimabeauftragten in Kommunen.

6 Ein Phasenmodell für Themenkarrieren: Möglichkeiten und Grenzen der Generalisierung

Die empirischen Befunde erlauben für beide Themenkarrieren eine modellhafte Phaseneinteilung in Latenzphase, Fokusphase und Normalisierungsphase. Im Folgenden werden durch die vergleichende Einordnung der beiden Fallbeispiele Prozesse und Strukturen von Themenkarrieren in der Planungswissenschaft im Allgemeinen abgeleitet.

Zunächst zeichnet sich eine thematische Latenzphase ab, in der einzelne inhaltliche Elemente des betrachteten Themas bereits verhandelt werden, aber noch nicht absehbar ist, ob, wann und in welcher Form das Thema eine höhere fachöffentliche Aufmerksamkeit erhalten würde. Einige Eingeweihte und Interessierte erschließen das Thema vorrangig disziplinintern und definieren entsprechende Forschungsbedarfe. Pioniere erarbeiten bereits profunde Argumentationsgrundlagen für die Verhandlung des Themas und bauen Beziehungen zu Gleichgesinnten auf. Eine kritische Masse an Interessierten, die sich durch gegenseitiges Zitieren Reputationsgewinne verschaffen könnte oder die im Sinne einer epistemischen Gemeinschaft gemeinsam innerhalb und außerhalb der Wissenschaft Überzeugungsarbeit leisten könnte, ist damit aber noch nicht erreicht. Vielmehr werden die Vorarbeiten der Pioniere von der breiteren Fachöffentlichkeit ignoriert, geringgeschätzt oder gar offen abgelehnt. Nicht einmal die Pioniere selbst sind sich darüber im Klaren, welche planungswissenschaftliche Relevanz ,ihrem' Thema später beigemessen wird. Außerhalb der Planungswissenschaft bleibt die Resonanz gegenüber dem Thema ebenfalls gering, sodass exogene Impulse auf das Anreizsystem der Planungswissenschaftler allenfalls negativ wirken. So ignoriert bzw. verweigert die Politik das Thema weitgehend, strukturelle Anreize (z. B. Fördermittel) geben anderen Themen Vorrang und Verlage lehnen einschlägige Buchtitel mit dem Verweis auf geringe Verkaufschancen ab.

Innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums kann ein Thema einen Durchbruch erleben und in das Zentrum der planungswissenschaftlichen Aufmerksamkeit gelangen. Dieser Durchbruch läutet die Fokusphase ein. Der Durchbruch findet nahezu parallel in strukturell gekoppelten gesellschaftlichen Teilsystemen wie den Medien und der Politik statt. Insbesondere über weithin wahrnehmbare Förderkulissen, für deren Initiierung die Planungswissenschaft allenfalls nachrangig ausschlaggebend war, werden exogene Impulse in das Anreizsystem der Planungswissenschaft übersetzt. Die Verfügbarkeit von Drittmitteln führt zu einer zusätzlichen Dynamisierung und thematischen Ausdifferenzierung der Forschungsanstrengungen. Forscher, die unmittelbar vor dem Durchbruch Zeit und Ressourcen in das Thema investiert haben, werden plötzlich zu gefragten Experten. Indem sie nun deutlich mehr zitiert werden, prestigeträchtige Kooperationsbeziehungen aufbauen und erfolgreich Forschungsprojekte einwerben, steigt ihre Reputation und es erhöhen sich ihre Ressourcen. Teilweise sind ihr Forschungsprofil und ihr Netzwerk stark auf das Thema spezialisiert, sodass sie mit dem Durchbruch ihres Themas selbst von Teilnehmern eines peripheren Teildiskurses zu zentralen Akteuren der Disziplin werden. Um den Zugang zu Fördermitteln sicherzustellen und die Relevanz der eigenen Arbeiten zu unterstreichen, ist es darüber hinaus von Vorteil für Planungswissenschaftler im Allgemeinen, das eigene Forschungsprogramm mit dem neuen Thema diskursiv zu verknüpfen. So lässt sich die sukzessive Verbreitung und Verankerung des Themas in die verschiedenen Teilbereiche der Planungswissenschaft erklären.

Signifikant ist die Doppel-Peak-Struktur der Aufmerksamkeitskurve: Sowohl Schrumpfende Städte (2001 und 2003/2004) als auch Klimawandel (2008 und 2012) verzeichneten nach dem thematischen Durchbruch zunächst einen moderaten Rückgang der Veröffentlichungszahlen, um anschließend einen weiteren Höhepunkt zu erreichen (vgl. Abbildungen 1, 2 und 3). Während zum ersten Veröffentlichungshöhepunkt einführende, übersetzende, eher theoriebasierte Studien dominierten, rückten im zweiten Höhepunkt empirische Fallstudien und anwendungsorientierte Forschung in den Fokus. Zwischen den beiden Peaks wurden die später veröffentlichten Erkenntnisse im Rahmen zahlreicher (Forschungs-)Projekte gewonnen.

Abbildung 3
Abbildung 3

Prozessmodell des Phasenverlaufes von Themenkarrieren in der Planungswissenschaft

Citation: Raumforschung und Raumordnung 77, 3; 10.2478/rara-2019-0010

Im zweiten Aufmerksamkeits-Peak ist bereits die anschließende Ermüdung angelegt, denn, wie Akteur M konstatiert: „mittlerweile hat sich das dermaßen breit entwickelt, alle möglichen Leute sind da eingestiegen in die Thematik. Das ist eigentlich überhaupt kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Es macht fast jeder irgendwas dazu". Diese Sättigung bedingt, dass das Thema an Anziehungskraft verliert und die Normalisierungsphase einsetzt. Die Zahl der einschlägigen Veröffentlichungen nimmt sukzessive ab, sie bleibt aber im Vergleich zur Latenzphase auf einem höheren Niveau. Bis dato als Diskursfelder innerhalb des Themas wahrgenommene Debatten rücken nun stärker in das Zentrum der Aufmerksamkeit und entkoppeln sich partiell von dem durch das Thema aufgespannten Diskurshorizont. Die Verfügbarkeit von Fördermitteln folgt diesem Muster und verlagert sich auf vorherige Teildiskurse. Hier schließt sich ein Kreis: In der Latenzphase kann das Thema auf etablierte Diskurse (z. B. Nachhaltigkeit) aufsatteln, in der Fokusphase ist das Thema selbst der diskursive Horizont, innerhalb dessen verschiedene Fragestellungen prominent positioniert werden können, während sich schließlich in der Normalisierungsphase bisherige Spezialdiskurse zu diskursiven Fluchtpunkten neuer Themen mit eigenen Karrieren entwickeln. Gleichwohl hat sich das Verhältnis des Themas zur fachöffentlichen Aufmerksamkeit gewandelt. Es wird nun leichter Interesse erwecken als Themen, die noch keine solche Karriere durchlaufen haben.

Erreichen Themen die Fokusphase, werden sie als wesentliches Strukturierungselement in der Planungswissenschaft erkennbar. Eine Themenkarriere verändert also neben den inhaltlichen Bezugspunkten auch die Struktur der Disziplin. So beeinflussen beispielsweise inhaltliche Auswahlkriterien die Besetzung von Stellen und Lehrstühlen. Thematisch einschlägige Konferenzen, Arbeitskreise oder Forschungsprojekte bestimmen nicht nur die Inhalte, denen die wissenschaftliche Gemeinschaft ihre Aufmerksamkeit widmet, sie beeinflussen auch, wer sich kennenlernt und welche Form der Beziehung miteinander eingegangen wird. Die (transformierte) Netzwerkstruktur beeinflusst wiederum maßgeblich, ob und in welcher Form die Akteure sich bestimmten Themen zuwenden bzw. zuwenden können. Diese Prozesse schreiben sich sowohl strukturell als auch inhaltlich nachhaltig in die Disziplin ein: „Previous research influences the choice of new research problems, as current research will – through modifying the structures – influence future choices. The evolving bodies of knowledge constitute important conditions of action for researchers" (Gläser/Laudel 2015: 302).

Themenkarrieren in der Planungswissenschaft verändern darüber hinaus auch die Planungspraxis. Planungswissenschaftler nehmen über Fachdiskussionen, Gutachten oder Expertenkommissionen direkt oder indirekt Einfluss auf Gesetzestexte und Förderprogramme. Sie bestimmen mit, welche inhaltlichen Schwerpunkte und Konnotationen in Kooperationsvereinbarungen, Leitbildern oder Plänen erkennbar werden (sollen). Durch ihre Mitarbeit an Entwürfen und Projekten verändern sie die gebaute Umwelt. Nicht zuletzt als Ausbilderin zukünftiger Planer, Politiker oder Verwaltungsangestellter speist die Planungswissenschaft thematische Relevanzkriterien und Schwerpunktsetzungen in die Planungspraxis ein. Diese Institutionalisierung und Manifestierung des Themas in der Planungspraxis bedeutet auch eine Transformation des Forschungsgegenstandes der Planungswissenschaft, was wiederum nachhaltigen Einfluss auf weitere Forschungsanstrengungen und Themensetzungen hat.

7 Fazit: Zur Themenentstehung in der Planungswissenschaft

Klimawandel und Schrumpfende Städte gelten als ,Megatrends', die vielfach zum Anlass genommen wurden, die gängige raumplanerische Praxis neu zu justieren. Grundsätzlich handelt es sich bei beiden Phänomenen um mittel- bis langfristige Entwicklungen, die sich bereits seit einigen Jahrzehnten abzeichnen, die aber einen Großteil ihrer Wirkmächtigkeit erst in der Zukunft entfalten werden. Beide Trends sind, zumindest partiell, unumkehrbar, da auch der sofortige Stopp von Treibhausgasemissionen bzw. ein deutlicher Geburtenanstieg den Klimawandel bzw. den Bevölkerungsrückgang in den kommenden Jahrzehnten nicht aufhalten könnte. Veränderte Rahmenbedingungen bzw. der wahrgenommene Problemdruck können daher nicht als (alleinige) Begründung für den Zeitpunkt der Intensivierung der wissenschaftlichen Diskurse gelten. Die Frage, wie und warum Themenkarrieren einen Fokus der Aufmerksamkeit und anschließend eine Normalisierung erfahren, ist also weniger mit dem beobachteten Phänomen selbst, als vielmehr mit sozialen Faktoren sowie der diskursiven Konstitution des Themas zu erklären.

Wie Experteninterviews sowie planungswissenschaftliche Diskussionen im Rahmen von Konferenzen gezeigt haben, ist eine gängige Erklärung für Themenkarrieren in der Planungswissenschaft die Problemlösungsorientierung der Disziplin. Demnach würden, vergleichbar mit dem klassisch-linearen Planungsprozess, zunächst eine Beobachtung und deren Problematisierung erfolgen. Das Problem würde zur Entwicklung und der anschließenden Umsetzung von Lösungen führen. Wäre das Problem gelöst, wendete sich die Planungswissenschaft anderen, noch ungelösten Problemen zu. Die Korrelation zwischen der Fokusphase mit der Implementierung und Institutionalisierung von Lösungsansätzen sowie die anschließende Normalisierung nach Umsetzung der Maßnahmen könnte tatsächlich Erklärungsgehalt bieten. Sie werden durch die inhaltliche Entwicklung bestätigt: Innerhalb des ersten Höhepunktes der Aufmerksamkeit werden theoretische Fragestellungen und mögliche Lösungsansätze diskutiert, im zweiten Höhepunkt sowie in der anschließenden Normalisierungsphase stehen die Umsetzung von Maßnahmen und die Anwendung von Instrumenten einschließlich deren kritischer Reflexion im Mittelpunkt. Der geschilderten Deutung – aufgrund der Problemlösung folgt der Rückgang des fachöffentlichen Interesses an dem jeweiligen Thema – ist allerdings entgegenzuhalten, dass umgekehrt auch der Rückgang des Interesses dafür verantwortlich sein könnte, dass keine Aufgaben mehr erkannt und angegangen werden bzw. dass Probleme als – zumindest vorübergehend – gelöst gelten. Außerdem kann diese Problemlösungslogik nicht den Zeitpunkt des Durchbruchs erklären, denn die Beobachtung und Problematisierung des Themas war bereits Jahre vor dem Durchbruch erfolgt. Gerade für die Thematisierung des Klimawandels bietet sich ein Rückgriff auf die anfangs geschilderten policy windows an. Denn erst als mehr und mehr Akteure zu der Überzeugung gelangten, dass die Raumplanung ganz entscheidend zur Klimawandelpolitik beitragen könne, als sich also Problemwahrnehmung und dazu kompatible Lösungsansätze im Sinne Kingdons (1984) trafen, erhielt das Thema eine steigende Aufmerksamkeit in der Planungswissenschaft. Für das Thema Schrumpfung scheint dieser Rückgriff allerdings weniger ertragreich, da die Problemwahrnehmung bereits seit den 1970er-Jahren mit kompatiblen Lösungsansätzen gekoppelt war. Die fachöffentliche Aufmerksamkeit nahm jedoch erst zu, als die Politik das Thema aufgriff.

Verschiedene Indikatoren deuten darauf hin, dass die entscheidenden Impulse für die zwischenzeitliche Intensivierung von Themenkarrieren extern auf die Planungswissenschaft wirken. Wissenschaftler, die in der Latenzphase zu dem Thema forschten, waren oft mit strukturellen Hürden, weitgehender Ablehnung oder geringem Interesse gegenüber ihrem Thema konfrontiert. Breite Resonanz gegenüber der einschlägigen Forschung setzte erst ein, als Fördermittelgeber das Thema vermehrt aufgriffen. Innerhalb weniger Jahre traten verschiedene Geldgeber auf den Plan, wobei mögliche inhaltliche Überschneidungen zwischen den Förderprogrammen kein Hemmnis, sondern eher ein Katalysator für deren Initiierung darstellten. Als Ressourcen für die Erforschung des Themas verfügbar wurden, traten weitere Wissenschaftler und Forschungsgruppen zusätzlich in die fachöffentlichen Debatten ein und machten mit Vorträgen, Publikationen und Fördermittelanträgen auf sich aufmerksam. Hierbei wurde in den Argumentationen für die Relevanz des Themas häufig auf Bedrohungsszenarien abgestellt, denen es zu begegnen gelte (vgl. Günzel/Gravert/Wiechmann 2018). Dies zielte nicht selten auf das Einwerben von Fördermitteln in bestehenden Programmen einerseits und legte andererseits den Bedarf nach weiteren Programmen und monetärer Unterstützung weiterer Forschung zum Thema nahe.

Diejenigen, die bereits zu dem Thema geforscht hatten, konnten ihre Erkenntnisse verwerten und erhöhten ihre Sichtbarkeit durch steigende Publikationszahlen. Zwar entstand nun ein Resonanzboden, der es ermöglichte, Reputation und Ressourcen zu erwerben. Es entwickelte sich aber auch eine Konkurrenzsituation im Wettbewerb um Aufmerksamkeit und zur Verfügung gestellte Ressourcen, der zu einem erhöhten Ausstoß animierte. Der Einfluss von Fördermittelgebern zeigt sich nicht zuletzt in der Doppelpeakstruktur der Aufmerksamkeitskurven (vgl. Abbildungen 1, 2 und 3). Während des ersten Höhepunktes dominiert inhaltlich die theoretische Erschließung und Übersetzung des Themas, im zweiten Höhepunkt trat hingegen die Veröffentlichung von Ergebnissen aus Forschungsprojekten und empirischen Fallstudien in den Vordergrund. Nach diesem doppelten Höhepunkt in der Fokusphase sank die Aufmerksamkeit langsam, aber stetig, was wiederum zeitlich mit dem Auslaufen der Förderprogramme korrelierte.

Es wäre mithin zu kurz gegriffen, die Entstehung von Themenkarrieren in der Planungswissenschaft allein damit zu erklären, die Planungswissenschaft versuche innovative Lösungen zu aktuellen Planungsproblemen zu liefern. Wissenschaftler sind vielmehr eingebunden in ein der Planungswissenschaft zumindest in Teilen externes monetäres und reputationsbezogenes Anreiz-system. Nicht nur der objektive Problemlösungsbedarf, sondern auch die Aussicht auf Ressourcen bestimmt den Entwicklungsverlauf einer Themenkarriere. Dabei entstehen die externen Anreize, insbesondere in Form von Förderprogrammen, ihrerseits nicht ganz unabhängig von der Planungswissenschaft. Schließlich werden Planungswissenschaftlern auch für die inhaltliche Konzeptionierung und Begleitung von Förderprogrammen konsultiert. Allerdings legen die durchgeführten Interviews nahe, dass der Durchbruch des Themas in der Forschungsförderung nicht auf das Agieren von Planungswissenschaftlern allein zurückzuführen ist, sondern eher auf politische Einflussnahme und öffentliche Aufmerksamkeit. Die umgekehrt gerichtete Einflussnahme seitens der Planungswissenschaft auf die Politik im Sinne einer epistemischen Gemeinschaft wird erst nach dem Durchbruch evident. Sobald die Planungswissenschaft beginnt, verstärkt Lösungsansätze voranzutreiben und solange die Politik noch offen für das Thema ist, öffnet sich ein policy window, innerhalb dessen gut vernetzte Planungswissenschaftler die Möglichkeit erhalten, Planungspolitik mitzugestalten.

Ein genaueres Verständnis des in diesem Beitrag skizzierten komplexen Wechselspiels zwischen Planungswissenschaft und Raumforschung auf der einen sowie planungspolitischen Strategien und gesellschaftlichen Debatten auf der anderen Seite wäre von großer Bedeutung für die kritische Selbstreflexion der Planungsdisziplin. Diese sollte insbesondere darauf achten, inwiefern disziplininterne Problemwahrnehmungen mit Anreizsystemen verknüpft sind. In diesem Sinne ist die Planungswissenschaft aufgefordert, das Verständnis von Themenkarrieren als integralen Bestandteil von Raumforschung und Raumplanung weiter zu vertiefen, weil sie als wesentliches Strukturierungselement die Planungswissenschaft sowie die Planungspraxis nachhaltig beeinflussen.

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Footnotes

1 SWOT: Analysis of Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats, die Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse.
2ExWoSt = Experimenteller Wohnungs- und Städtebau
3Begriff des Titels der Zeitschrift „Der Spiegel", Ausgabe 40/1986.

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    Veröffentlichungszahlen in der Themenkarriere um „Schrumpfende Städte" im Zeitverlauf

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    Veröffentlichungszahlen in der Themenkarriere um „Klimawandel" im Zeitverlauf

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    Prozessmodell des Phasenverlaufes von Themenkarrieren in der Planungswissenschaft

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