Alt werden und jung bleiben – Die Region München ais Lebensmittelpunkt zukünftiger Senioren?

Caroline Kramer 1  and Carmella Pfaffenbach 2
  • 1 Institut für Geographie und Geoökologie der, Universität Karlsruhe, Kaiserstraße 12 76131, Karlsruhe, Deutschland
  • 2 RWTH Aachen Kulturgeographie, Templergraben 55 52056, Aachen, Deutschland
Prof. Dr. Caroline Kramer
  • Corresponding author
  • Institut für Geographie und Geoökologie der, Universität Karlsruhe, Kaiserstraße 12 76131, Karlsruhe, Deutschland
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and Prof. Dr. Carmella Pfaffenbach

Kurzfassung

Der Beitrag geht davon aus, dass die heutige Generation 50plus aufgrund veränderter struktureller und biographischer Voraussetzungen über andere Potenziale und Ansprüche verfügen wird als die heutigen Senioren, und thematisiert die Auswirkungen, die diese veränderten Ansprüche auf die Entwicklung der Großstadtregion München haben können. Auf der Grundlage von qualitativen Interviews werden die aktuelle Lebenssituation, die Lebenskonzepte für die Zukunft und die Altersbilder dieser Gruppe dargestellt. Es wird daraus geschlossen, dass die zukünftigen Senioren in der Stadt München in näherer Zukunft verstärkt kostengünstige Wohnungen, jedoch kaum sogenannte altengerechte Infrastrukturen nachfragen werden. Die Nachfrage nach diesen Einrichtungen wird in der betrachteten Kohorte deutlich später, dann jedoch für eine größere Gruppe einsetzen.

1 Einleitung

Der demographische Wandel wird derzeit auf verschiedenen Ebenen intensiv diskutiert, wobei in den meisten Fällen die Alterung und die Schrumpfung der Bevölkerung im Vordergrund stehen. Dabei wird in der öffentlichen Debatte das Thema in erster Linie im Zusammenhang mit der Sicherheit der Renten gesehen. Diese Prozesse sind jedoch nicht nur auf gesamtstaatlicher Ebene, sondern auch für Städte wie München von großer Bedeutung, da sowohl das Angebot an als auch die Nachfrage nach altersspezifischer Infrastruktur davon abhängen werden. Das bisherige Interesse sowohl der Wissenschaft als auch der Medien konzentriert sich in der Regel auf die heutigen Seniorinnen und Senioren. Es ist jedoch zu vermuten, dass die Nachkriegsjahrgänge – die heutige Generation 50plus – nach ihrem Eintritt in den Ruhestand andere Ansprüche haben werden als ihre Vorgänger, da sie durch die Bildungsexpansion, Emanzipation und Partizipation an politischen und gesellschaftlichen Prozessen über andere Potenziale verfügen als frühere Generationen.

In diesem Zusammenhang geht der vorliegende Beitrag folgenden Forschungsfragen nach: Wie ist die heutige Lebenssituation der Generation 50plus strukturiert und welche Veränderungen sind für den Ruhestand geplant bzw. zu erwarten? Welche Altersbilder gibt es und welche Rolle spielen sie für die zukünftigen Lebenskonzepte? In welche Lebensstil-Typen lässt sich die künftige Seniorengeneration einteilen und inwiefern unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Ansprüche an ihren sozialen und räumlichen Kontext?

Derartige prospektive Perspektiven sind nicht unproblematisch, weil man nicht davon ausgehen kann, dass einzelne Vorhaben in der Zukunft auch genauso realisiert werden wie heute geplant. Dennoch lassen sich aus diesen Aussagen zumindest grobe Handlungsdispositionen für die Zukunft ableiten. Die prospektive Perspektive dieses Beitrags umfasst einen Zeitraum von fünf bis 15 Jahren, d.h. die Zeit unmittelbar nach dem Eintritt in den Ruhestand, der bei manchen bereits erfolgt ist, bei der Mehrzahl der Befragten in rund zehn, spätestens 15 Jahren eintreten wird. Aufgrund der zeitlichen Nähe und „Greifbarkeit“ dieser Zukunft im Ruhestand kann davon ausgegangen werden, dass die Planungen eine vergleichsweise hohe Realitätsnähe und Eintrittswahrscheinlichkeit besitzen. Es handelt sich damit dezidiert um Planungen für das „junge Alter“. Gibt es bereits altersbedingte gesundheitliche Einschränkungen, so werden sie von den betroffenen Befragten durchaus in ihre Planungen einbezogen.1 Planungen für die „ferne“ Zukunft, also für das „hohe Alter“ und über einen weiteren Zeitraum, wurden in den Interviews und Fragebögen nicht thematisiert und stehen hier nicht im Fokus. Davon unabhängig ist festzuhalten, dass im hohen Alter möglicherweise andere Handlungsoptionen realisiert werden als die heute für das junge Alter geplanten.2

Ziel der Ausführungen ist es, von den empirischen Ergebnissen Implikationen des qualitativ anderen gesellschaftlichen Alterungsprozesses für die Strukturen der Großstadtregion München abzuleiten und darzustellen, wie auf kommunaler Ebene damit umgegangen werden könnte, da künftige Ältere nicht nur mehr, sondern andere Ältere sein werden.

2 Konzeptionelle Überlegungen zu einer Untersuchung von Lebensstilen und -konzepten zukünftiger Alter

2.1 „Schauplätze des Handelns“ und „action settings“: Kontext und Struktur

In diesem Beitrag stehen handelnde Menschen im Vordergrund. Für die Konstitution des Handelns sind verschiedene Komponenten bedeutsam. Diese Komponenten können als Constraints ä la Hägerstrand (1975) und als Strukturen im Sinne der Giddens’schen Strukturationstheorie (1997) interpretiert werden. So sind nicht allein subjektive Komponenten für das Handeln entscheidend, wie dies von der Strukturationstheorie postuliert wird, die insbesondere auf sog. Mikro-Strukturen fokussiert ist, sondern die Entscheidungsfreiheit des Individuums wird auch durch den jeweiligen zeitlichen, räumlichen und sozialen Kontext bedingt (vgl. Meusburger 1999, S. 96 ff.) – dies die Sichtweise des Constraints-Ansatzes, wobei eher Makro-Strukturen eine zentrale Rolle spielen.

Die Hägerstrand’schen „constraints“ existieren nicht an sich, sondern werden durch Handeln reproduziert. Zum einen gestalten die Akteure ihren Handlungskontext, zum anderen stellt dieser Kontext Bedingung oder „constraint“ ihres Lebensalltags dar. Somit ist das Verständnis von Kontext und constraints hier nicht deterministisch, sondern probabilistisch und im Sinne von Weichhart (2003) als „action setting“ zu verstehen.

Auch Giddens (1997) geht von einer wechselseitigen Beziehung aus, derjenigen zwischen Handlung und Struktur, und bezeichnet sie als „Dualität“. Strukturen sind handlungsrelevant, weil sie Handlungen und Handlungsspielräume beeinflussen können. Strukturen schränken die Handelnden aber nicht nur ein, sondern ermöglichen auch Handlungen, indem sie Handlungsorientierungen vorgeben. Andererseits existieren Strukturen nicht aus sich heraus, sondern werden von den Handelnden geschaffen, d.h. produziert und reproduziert. Strukturen sind damit einerseits das Ergebnis vergangener Handlungen und stellen andererseits Bedingungen für aktuelles und zukünftiges Handeln dar (vgl. Giddens 1988, 1997).

In Anlehnung an Giddens formuliert Werlen (1998, S. 28) die Wechselbeziehung zwischen Handlung und Struktur folgendermaßen: „So wie wir über Handlungen ‚Gesellschaft‘ täglich produzieren und reproduzieren, so produzieren und reproduzieren wir auch Geographien,“ d.h. dass Menschen und Räume in einem engen, wechselseitigen Verhältnis zueinander zu sehen und Räume und räumliche Strukturen als produziert und reproduziert bzw. konstruiert zu denken sind.

Strukturen werden als Ressourcen und Regeln definiert. Mit Blick auf die Wohnstandortwahl für den Ruhestand und Migrationsabsichten sind insbesondere die finanzielle Situation der Akteure (als Ressource und Mikro-Struktur) als auch Wohnungsmarktstrukturen (als Makro-Struktur) relevant. Im Zusammenhang mit dem Altern können unter dem Begriff Regeln bestehende Altersbilder verstanden werden. Altersbilder vermitteln Vorstellungen und Meinungen über ältere Menschen. Durch diese Altersstereotype werden Menschen aufgrund ihres Alters Eigenschaften, Handlungsund Rollenerwartungen zugeschrieben. Altersbilder werden dabei für das eigene Alter als sog. „Autostereotype“ oder für das fremde Alter als „Heterostereotype“ entwickelt. Dabei spielt es eine Rolle, zu welchem Grad diese Stereotype von jedem einzelnen Handelnden angenommen und damit für ihn oder sie handlungsrelevant werden. Nach Werlen (1997, S. 184) existieren Strukturen als „Wissen, wie Dinge getan, gesagt oder geschrieben werden sollen.“ Strukturen können damit auch als Altersbilder interpretiert werden, also als Wissen, wie in einem bestimmten Alter Dinge getan oder gesagt werden sollen.

2.2 München als „ältere Stadt“ der Zukunft

Auch wenn die für Gesamtdeutschland bekannten Entwicklungen der Bevölkerungsstruktur derzeit in der Stadt München noch nicht ganz so gravierend sind wie in anderen deutschen Großstadtregionen, so ist doch für die Zukunft eine deutliche Alterung der Stadtbevölkerung zu erwarten. Aufgrund der Zuwanderung während der 1970er und 1980er Jahre ist die Altersgruppe der 56- bis 60-Jährigen mit 8,0 % der Gesamtbevölkerung relativ stark ausgeprägt im Vergleich zum gesamtdeutschen Wert von 5,4 % (Statistisches Amt München 2004, Statistisches Bundesamt 2005). In einer prosperierenden Großstadt wie München mit einem vielfältigen Angebot an hochqualifizierten Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor und differenzierten Freizeitangeboten ist zudem zu erwarten, dass sich gesamtgesellschaftliche Veränderungen wie Individualisierung, Bildungsexpansion und Emanzipation deutlich in der qualitativen Struktur der Altersgruppe abbilden. Dies wird insbesondere bei Frauen dieser Altersgruppe der Fall sein, da diese Gruppe nicht nur deutlich besser ausgebildet wurde als ihre Mütter, sondern auch aufgrund eigener Erwerbstätigkeit in zum Teil akademischen Berufen aktuell und im bevorstehenden Rentenalter über andere finanzielle Ressourcen verfügt als die heutigen Rentnerinnen. München stellt somit einen besonders diversifizierten Schauplatz des Handelns dar, und die Münchner Bevölkerung der Altersgruppe verfügt über ein vergleichsweise großes Spektrum an Handlungsressourcen.

Die Stadt München eignet sich also aufgrund der hohen Zahl dieser zukünftigen vermutlich „anderen“ Älteren besonders zur Untersuchung der Fragestellung, weil die neue Entwicklung hier in stärkerem Ausmaß zu erkennen sein wird als in anderen Städten Deutschlands. Auch das Planungsreferat der Stadt München leitet davon einen „eindringlichen Handlungsbedarf“ ab, der vor allem in der Befriedigung der steigenden Nachfrage nach altengerecht gestalteten Wohnungen und Dienstleistungen gesehen wird (Referat für Stadtplanung und Bauordnung 2004, S. 40). Zugleich wird von den städtischen Behörden erwartet, dass es in Zukunft mehr alleinlebende und kinderlose Alte geben wird, sog. „Alterssingles“, und dass sich die Polarisierungstendenzen verstärken werden. Die zukünftige Entwicklung der Älteren in München wird jedoch ganz wesentlich davon abhängen, ob sich die bisher bekannten Migrationsmuster unverändert fortsetzen werden.

Die deutschen Kernstädte weisen insgesamt eine negative Wanderungsbilanz der 65-Jährigen und Älteren auf, wohingegen die Umlandkreise zu den Gewinnern dieser Altersgruppe zählen. Dieses Muster konnte bisher auch für die Großstadtregion München nachgewiesen werden, wobei im südlichen Umland von München zu den intra- auch interregionale Wanderungen zum Altersruhesitz hinzukommen (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 2005; Referat für Stadtplanung und Bauordnung 2004).

Es stellte sich aber die Frage, wo die Generation 50plus ihren zukünftigen Lebensmittelpunkt plant und warum. Das heißt: Werden auch die zukünftigen Seniorinnen und Senioren im Rentenalter die Stadt verlassen, oder werden sie es sich „leisten“ können und „leisten“ wollen, weiterhin in München wohnen zu bleiben?

2.3 Konzeption der Befragung

Als Untersuchungsregionen wurden fünf Münchner Stadtbezirksteile sowie mit Dachau und Vaterstetten zwei Münchner Umlandgemeinden ausgewählt (Abb. 1). Die Auswahl der fünf Stadtbezirksteile erfolgte auf der Grundlage von Experteninterviews und des soziodemographischen Atlasses der Stadt (Heinritz et al. 1993; Münchner Bezirksausschüsse 2006). Die Untersuchungsregionen sollten so unterschiedlich wie möglich strukturiert sein, damit eine möglichst große Vielfalt regionaler „Schauplätze des Handelns“ berücksichtigt und analysiert werden kann. Zugleich sollten die Untersuchungsregionen hinsichtlich der sozialen und räumlichen (v. a. baulichen) Struktur weitgehend homogen sein, weshalb nur Teile der relativ großen und heterogenen Stadtbezirke berücksichtigt wurden. Die wesentlichen Kriterien der Auswahl waren die Lage in der Stadt, die durchschnittliche Wohnfläche pro Person, die durchschnittliche Haushaltsgröße, der Anteil der Frauen an den Personen mit (Fach-)Hochschulabschluss und das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Die Charakterisierung der ausgewählten Stadtbezirksteile durch die genannten Merkmale ist in der untenstehenden Tabelle dargestellt.

Skizze zur Lage der Untersuchungsregionen

Citation: Raumforschung und Raumordnung Spatial Research and Planning 65, 5; 10.1007/BF03183830

Auch die beiden Umlandgemeinden unterscheiden sich strukturell voneinander: Dachau verfügt als Mittelstadt über ausgeprägte städtische Strukturen mit umfangreichen Angeboten und eine dennoch überschaubare Lebenswelt (v. a. im Unterschied zu München), während Vaterstetten eher als Schlafstadt bezeichnet werden kann, deren Bewohner in vielen Bereichen stärker auf die Großstadt München ausgerichtet sind. Diese beiden Extreme repräsentieren damit sehr gut das strukturelle Spektrum der Gemeinden im suburbanen Raum Münchens.

Das empirisch-methodische Vorgehen wurde als Kombination qualitativer und quantitativer Methoden konzipiert. Die qualitativen Interviews bildeten im gesamten Forschungsablauf die erste Phase. Pro Untersuchungsgebiet wurden fünf Interviews geführt. Die Interviewpartner wurden aus einer Zufallsstichprobe der Einwohnermeldedatei zufällig ausgewählt und telefonisch kontaktiert. Die Auswahl beschränkt sich damit auf Personen, die im Telefonbuch eingetragen sind, in den Abendstunden erreichbar waren, sich für das Thema der Untersuchung interessieren ließen und zu einem Interview bereit erklärten. Der Akademikeranteil bei diesen Befragten liegt mit 31 % deutlich über dem Schnitt der Münchner Bevölkerung in der Altersgruppe, was bei den Interpretationen zu berücksichtigen ist.

Die Leitfadeninterviews beschäftigten sich inhaltlich mit den Lebenskonzepten, den Altersstereotypen und München-Bildern der Untersuchungsgruppe. Wir sind davon ausgegangen, dass bewusst oder latent bestehende Lebenskonzepte für die Zukunft einen engen Bezug zu wesentlichen Linien der bisherigen Biographie und dem aktuellen Lebensstil aufweisen. Als zweiter Aspekt spielen Altersstereotype eine Rolle, wobei sowohl die Lebens- bzw. Alterskonzepte der eigenen Eltern, die von Freunden und Bekannten sowie mediale Altersbilder wesentlich sein können. Schließlich werden auch Bewertungen von München als Stadt für das Älterwerden in Bezug zu den zukünftigen Handlungskonzepten gesetzt (Abb. 2).

Schaubild zur inhaltlichen Konzeption der Untersuchung

Citation: Raumforschung und Raumordnung Spatial Research and Planning 65, 5; 10.1007/BF03183830

Merkmale der ausgewählten Münchner Stadtbezirksteile

StadtbezirksteilLageWohnfläche pro PersonHaushalts größeFrauenanteil bei AkademikernDurchschnittsalter
Isarvorstadtinnerstädtischgeringkleinmittelniedrig
Schwabing-Westinnerstädtischmittelkleinhochmittel
Alt-Bogenhauseninnerstädtischgroßmittelhochmittel
Obergiesingrandstädtischgeringmittelgeringhoch
Allach-Untermenzing Westrandstädtischmittelgroßgeringmittel

Quelle: Heinritz et al 1993; eigene Zusammenstellung

Die an die qualitative Untersuchung anschließende standardisierte Befragung zielte auf die Erfassung der aktuellen Wohnsituation, deren Bewertung und die Planung für die nähere Zukunft, auf die Erfassung der derzeitigen und geplanten Freizeit- und Urlaubsgestaltung, der beruflichen, finanziellen und gesundheitlichen Situation sowie der Einstellungen zum Älterwerden. Auf deren Ergebnisse wird vorliegend nicht eingegangen.

3 Lebenskonzepte, Lebensstile und Altersbilder der Generation 50plus in der Region München

Die vorliegende Untersuchung richtet sich in erster Linie auf die Lebenskonzepte für die Zukunft (Kap. 3.2). Es wurde jedoch davon ausgegangen, dass diese Konzepte nicht kontextlos entworfen und geäußert werden, sondern dass vielmehr eine Einbettung in die aktuelle Lebenssituation als „Referenzpunkt“ zukünftiger Aktivitäten erfolgt, die daher zunächst dargestellt wird (Kap. 3.1). Die Ausführungen beginnen mit einem Schwerpunkt auf räumlichen Strukturen; später treten zunehmend soziale Bedingungen hinzu. Anschließend werden die verschiedenen Altersstereotype der Befragten und deren Rolle für die verschiedenen Lebenskonzepte diskutiert (Kap. 3.3), und schließlich wird die Altersgruppe auf der Basis der qualitativen Interviews in sieben verschiedene Lebensstilgruppen unterteilt (Kap. 3.4).

3.1 Die aktuelle Lebenssituation der Generation 50plus in der Region München

Aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen wie Individualisierung, Pluralisierung der Lebensformen sowie der Gleichstellung der Geschlechter, die die untersuchte Generation miterlebt hat, lässt sich bei den Befragten auch ein breites Spektrum von Lebensentwürfen und deren Realisierung feststellen. Die Lebensformen reichen von langjährigen Singles, alleinerziehenden Müttern über bestehende Kernfamilien, Patchwork-Familien bis hin zu Paaren, in deren Haushalt keine Kinder mehr leben (empty nest).

Als roter Faden zieht sich durch fast alle Interviews, dass für die meisten Befragten München der ideale Wohnort ist und das derzeitige Wohnviertel deutlich mehr Vorteile als Nachteile besitzt. Ein 55-jähriger Privatier formuliert seine Begeisterung für München als Stadt folgendermaßen: „Stadt und Flusshat immeretwas besonderes. Es ist für mich auch sehr wichtig, in einer Stadt zu leben, die so viele Möglichkeiten bietet wie München. Auch wenn ich sie nicht alle im Einzelnen zu jeder Zeit nutze. Sie können ja hier von hoher Kultur, von tollen Theatern, von tollen Galerien, von Jazz-Kneipen jeder Art, jede Art von Musik, sie haben die Sportveranstaltungen, all diese Dinge. Alleine das Bewusstsein, in so einer Stadt zu leben und die Möglichkeit prinzipiell zu haben, ist von Elaus aus schon mal sehr wichtig. … Was für mich auch sehr wichtig ist, ist der Englische Garten. Durch solche Bereiche (mit dem Rad) zu fahren, da merken Sie irgendwo, dass München auch so etwas ist wie eine Weltstadt.“

In den Bewertungen der einzelnen Stadtviertel bzw. Untersuchungsgemeinden zeichnen sich ihre typischen Merkmale ab:

Das zentral gelegene und dennoch gediegene Alt-Bogenhausen besticht für alle Befragten durch seine gute Verkehrsanbindung und die kurzen Wege zur wichtigsten alltäglichen Infrastruktur. Für einzelne Befragte ist durchaus auch das hohe Prestige des Stadtteils für die Wahl entscheidend gewesen, wie ein 56-jähriger Vertreter der Modebranche betont: „Ich habe gezielt nach den besten Vierteln der Stadt gesucht“.

In der Isarvorstadt ist ebenfalls die Nähe zur Innenstadt und zu den Grünanlagen an der Isar ein häufig genannter Vorteil, und für einige der Befragten zählt auch die abwechslungsreiche Kneipenlandschaft zu den erwähnenswerten Vorzügen dieses Viertels. Gleichzeitig werden jedoch auch Nachteile der besonders im Glockenbachviertel stattgefundenen Gentrification genannt: die deutlich angestiegenen Preise („Es ist hier unverschämt von den Preisen her“ – 55-jähriger Außendienstmitarbeiter, „Es ist einfach zu teuer für Normallebende“ - 52-jähriger Sachbearbeiter) und eine Lärmbelästigung durch die Gastronomie sowie steigende Parkplatznot.

Schwabing-West besitzt in der Sicht seiner Bewohnerinnen und Bewohner auch die bereits genannten Vorteile bezüglich der Nähe zur Innenstadt, wobei es eher als „saturiert und bürgerlich“ (im Gegensatz zum „dynamischen“ Glockenbachviertel – 59-jähriger Schreiner) wahrgenommen wird, und auch hier die Preise durch den „Zuzug der Reichen aus Deutschland“, der „München unbezahlbar macht für Normale“ (58-jähriger Freiberufler) als zu hoch empfunden werden. Dies wird allerdings vorwiegend aus Sicht der erst in jüngerer Zeit zugezogenen Befragten so eingeschätzt, denn die „Alt-Schwabinger“ wohnen zum Teil noch in recht günstigen Mietverhältnissen.

Das Arbeiterviertel Obergiesing wird von den Befragten als „gut gemischt“ (60-jährige Copyshop-Besitzerin) wahrgenommen, und die gute Versorgung mit Geschäften sowie die gute Verkehrsanbindung stellen offensichtlich die wichtigsten Vorzüge dieses Stadtteils dar. Dass es manchmal auch laut und trubelig sein kann, wird als unangenehm empfunden.

In Allach-Untermenzing, wo am Stadtrand Ein- und Zweifamilienhäuser das Bild bestimmen und demzufolge auch viele der Befragten im Wohneigentum leben, wird besonders die gute Infrastruktur vor Ort und die Nähe zu den Seen gelobt. Allerdings werden auch Verkehrsbelastungen als Problem genannt, gleichzeitig wird die Abhängigkeit vom Pkw von einer 53-jährigen Sekretärin recht drastisch thematisiert: „Ohne Auto bist du ein Trottel“. Dass es vor Ort wenig kulturelle Angebote gibt, wird von einer 54-jährigen Krankenschwester als Begründung dafür geäußert, dass es „für Jüngere hier ein bisschen fad“ sei.

Auch in den beiden Untersuchungsgemeinden im suburbanen Umfeld von München, Dachau und Vaterstetten, sind sich im Wesentlichen die „Zugezogenen“ und die „Einheimischen“ in ihrem Urteil relativ einig. Vor allem in Dachau schätzt man, „die Vorteile von München ohne die Nachteile“ (60-jährige Grundschulleiterin) genießen zu können. Der gute Anschluss mit der S-Bahn und die kostenlosen Parkplätze werden mehrfach betont. Allerdings wird auch der Attraktivitätsverlust der Innenstadt (Geschäfte, Gastronomie) beklagt.

Die Befragten in Vaterstetten beurteilen die Einkaufssituation im Ortszentrum auch teilweise kritisch, für die meisten sind jedoch das Wohnen im Grünen und die im Laufe der Wohndauer geknüpften sozialen Kontakte positiv. Die Bemühungen der Gemeinde um Senioren werden ausdrücklich honoriert, den Bestrebungen, mehr „Events“ auch nach Vaterstetten zu bringen (u. a. ein Kino in einem neuen Zentrum) steht man jedoch aufgrund des wesentlich attraktiveren Angebots in München und der weiteren Versiegelung von Flächen zum Teil skeptisch gegenüber.

Die Befragten reflektieren die Vor- und Nachteile ihrer jeweiligen Standorte offensichtlich durchaus kritisch. Dennoch zeichnet sich ab, dass sie offenbar in Stadtteilen wohnen, die in hohem Maße ihren Präferenzen entsprechen. Zentraler Kritikpunkt an den Wohnungen sind die Mietpreise, die vorwiegend von Befragten in Schwabing und in der Isarvorstadt als überhöht empfunden werden. Eigentümer haben die Wohnkosten in den Interviews nicht thematisiert – unabhängig vom Stadtteil. Die Kritik an den überhöhten Mieten ist häufig mit einer prekären Arbeits- und Einkommenssituation verbunden (Arbeitslosigkeit oder schwache Auftragslage bei Selbstständigen), aber auch für mittlere Angestellte im öffentlichen Dienst ist die Mietbelastung ein Problem.

Für die derzeit Erwerbstätigen stellt die Erwerbsarbeit einen zentralen Aspekt ihres Lebens dar, der ihren Alltag strukturiert. Einige Befragte haben von bruchlosen Erwerbsverläufen und einer weitgehenden Selbstverwirklichung im Beruf berichtet und befinden sich als Mittfünfziger am Ziel ihrer beruflichen Laufbahn. Viele halten die heutigen Arbeitsbedingungen jedoch nicht nur für Personen ihres Alters für belastend, sondern auch für die nachwachsende Generation ihrer Kinder und jungen Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig sind aber auch erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede feststellbar, da ein Großteil der befragten Mütter zumindest phasenweise aus dem Berufsleben ausgeschieden war oder ist. Frauen, die mit der Geburt ihrer Kinder dauerhaft ihren – auch akademischen – Beruf aufgegeben haben, sind vorwiegend in den Umlandgemeinden anzutreffen.

Neben der Wohn- und Arbeitssituation stellt die Gestaltung der Freizeit eine wesentliche Facette der aktuellen Lebenssituation und bedeutende Komponente des aktuellen Lebensstils dar. Die Münchner Befragten sind derzeit hauptsächlich sportlich aktiv. Die Aktivitäten konzentrieren sich auf Radfahren an der Isar, Joggen im Wohnviertel und Schwimmen in den Seen des Münchner Umlands. Die nahen bayerischen Alpen werden für Berg- und Skitouren aufgesucht. Es sind damit in erster Linie Freizeitaktivitäten, die relativ kostengünstig zu realisieren sind. Diese sportlichen Tätigkeiten werden auch häufig in einer abgeschwächten, weniger sportlichen Form als Freizeitpräferenz ausgeübt: Radeln, Spazierengehen und Baden. Viele pflegen neben sportlichen auch kulturelle Interessen: Theater, Oper, Konzerte, Museen und Kino, wobei hier Opern- und Konzertbesuche eher selten genannt werden und Theater- und Kinobesuche dominieren. Auffallend ist, dass nur wenige ausschließlich kulturell interessiert sind – die meisten kombinieren beide Freizeitmöglichkeiten oder sind nur sportlich aktiv. Für viele ist es wichtiger, die Möglichkeiten des vielfältigen kulturellen Angebots Münchens prinzipiell zur Verfügung zu haben als es tatsächlich auch regelmäßig zu nutzen.

Die umfangreichen sportlichen Aktivitäten sprechen für ein ausgeprägtes Körper- und Gesundheitsbewusstsein und für eine gute körperliche Verfassung – die sportlich aktiven Befragten schilderten sich daher auch überwiegend als fit. Eine Ausnahme stellen nur diejenigen dar, die altersbedingt in ihrer Beweglichkeit bereits eingeschränkt sind.

3.2 Die Lebenskonzepte für die Zukunft der Generation 50plus in der Region München

Die meisten Befragten möchten nicht nur weiterhin in München, sondern auch in ihrem jeweiligen Stadtteil und am besten auch in der jetzigen Wohnung bleiben. Insbesondere von den Innenstadtbewohnern und -bewohnerinnen denken nur einige darüber nach, an den Stadtrand oder in eine Umlandgemeinde zu ziehen. Als Gründe wurden vorrangig die Mietkosten, jedoch auch ein steigendes Bedürfnis nach einem ruhigen Wohnumfeld genannt. In einigen Fällen wurde auch ein Wohnsitz im sonnigen südlichen europäischen Ausland anvisiert, der jedoch nur temporär und nicht als alleiniger Wohnsitz geplant ist.

Auch die in den randlichen Stadtbezirken Wohnenden haben den Wunsch, am aktuellen Wohnstandort zu bleiben, da sie entweder im eigenen Haus oder in einem ruhigen und grünen Umfeld wohnen, das genau ihren Präferenzen entspricht. Personen, denen selbst Münchens Stadtrand zu trubelig und teuer wird, erwägen eher einen Umzug in Münchens Suburbia oder in eine deutsche Urlaubsregion (Oberbayern, Pfalz) als in die Innenstadt Münchens.

Die interviewten Bewohner und Bewohnerinnen der Umlandgemeinden Dachau und Vaterstetten möchten ebenso wie die Münchner an ihrem derzeitigen Wohnstandort bleiben und begründen dies häufig damit, dass sie im eigenen Haus wohnen und soziale Kontakte am Ort pflegen. Manche planen einen Umzug in eine andere bayerische Stadt; diese Personen haben in diesen Städten Verwandte oder Wohneigentum geerbt. Insbesondere aus Vaterstetten können sich manche Befragte vorstellen, im Alter nach München und dort sogar in die Innenstadt zu ziehen, entweder weil sie vor ihrem Umzug nach Vaterstetten in München wohnten oder ihnen Vaterstetten immer zu wenig urban war.

Die aus der Literatur bekannte Verzahnung von Migration und biographischen Veränderungen (vgl. Flötzmann 1997) zeigt sich hier insofern, als der Wohnstandort mit dem Eintritt in den Ruhestand auf den Prüfstand gestellt und eventuell eine Steigerung der Wohnqualität angestrebt wird (vgl. Friedrich 1995, S. 220). Diese Neuorientierung kann unseren Ergebnissen zufolge verschiedene Ausprägungen annehmen; u. a. kann der (zurückliegende) Umzug in das familienfreundliche Umland der Stadt nach dem Auszug der erwachsenen Kinder wieder rückgängig gemacht werden (Reurbanisierung).

Die Mehrheit der Befragten möchte am Wohnstandort verbleiben. Dieses Phänomen ist z. B. aus dem „Alters-survey“ (Deutsches Zentrum für Altersfragen 1996) und anderen Studien (vgl. Schneider-Sliwa 2004a, b) bekannt, wonach mehr als 80 % der Menschen über 55 Jahre ihre Wohnsituation am liebsten unverändert lassen würden. Und die Hälfte der Senioren einer Befragung von Heinze et al. (1997) erklärte, bei einem Umzug zumindest im angestammten Quartier wohnen bleiben zu wollen. Diese Persistenz wird durch enge familiäre Netze (Kinder/Enkel vor Ort) weiter erhöht. Auch an dieser Stelle muss berücksichtigt werden, dass nicht alle Handlungspläne umgesetzt werden können, dennoch kann davon ausgegangen werden, dass sie den künftigen Umzugsentscheidungen als „große Linien“ handlungsleitend zugrunde liegen, wie z. B. die Einstellung zum Wohnen in der Stadt.

Die von Friedrich (2001, S. 125; 2002) identifizierten Wanderungsmuster und -motive, wonach im hohen Alter Migrationen vorwiegend auf familiäre Netzwerke ausgerichtet sind, damit man „im Falle gesundheitlicher Beeinträchtigung Hilfe in der Nähe (…) finden“ kann, spielten in unserer Untersuchung eine geringe Rolle, da sie auf das „junge Alter“ und nicht auf die „Hochaltrigkeit“ fokussierte. Wenn nun diese familiären Netze in Zukunft seltener bestehen, da immer weniger ältere Paare Kinder haben werden, kann auch hinsichtlich der Wanderungsrichtung und -intensität eine Veränderung erwartet werden.

Falls ein Umzug notwendig werden sollte, wird z. T. auch schon altersgerechtes Wohnen thematisiert. Altersgerecht sind Wohnungen aus Sicht der Befragten nicht nur, wenn sie barrierefrei angelegt sind (z. B. im Erdgeschoss liegen oder einen Fahrstuhl haben), sondern vor allem auch kostengünstig sind. In vielen Interviews wurde geäußert, eine kleinere, vor allem aber eine billigere Wohnung zu suchen. Erstaunlicherweise wurden auch Umzugsabsichten ins Ausland vor dem Hintergrund einer Kostenreduzierung geäußert; sie sind demnach nicht in jedem Fall ein Wohlstandsindikator. Die größten Sorgen bereitet den Befragten die Finanzierbarkeit der Wohnung nach Eintritt in den Ruhestand und den damit verbundenen Einkommensreduzierungen. Insbesondere die Bezieher niedriger Einkommen und Selbstständige mit bislang ungenügender Altersvorsorge äußerten dahingehend Zukunftsängste. Für die Freiberufler ist zudem entweder aufgrund der finanziellen Restriktionen oder aufgrund der hohen Identifikation mit dem Beruf kein Ende der Erwerbstätigkeit absehbar oder erwünscht. Ein 59-jähriger selbstständiger Schreiner aus Schwabing formuliert diese Ambivalenz so: „Ich krieg keine großartige Rente, und ich muss bis zum Schluss arbeiten und tue das auch gerne. „

Neue Wohnformen im Alter wurden von einigen Befragten als Alternative zum Altersheim durchaus in Betracht gezogen. Insbesondere waren dies die sog. „Alten-WGs“, die sich jedoch von den Wohngemeinschaften, die manche der Befragten in ihrer Jugend ausprobiert haben, deutlich unterscheiden sollten. So sollten z. B. die Bewohner eigene Wohneinheiten haben und Gemeinschaftsräume sowie Pflegedienstleistungen gemeinsam in Anspruch nehmen. Ein 51-jähriger Sozialpädagoge aus dem Glockenbachviertel äußerte sich zu den alternativen Wohnformen folgendermaßen: „Ich meine, das gibt es ja in letzter Zeit häufiger, diese Alten-WGs. … Ich stelle mir vor, es gibt die Leute, die so was gerne machen würden oder wo es nicht schlecht wäre, so als Alternative zu diesen unsäglichen Altenheimen, die es gibt…. Was ich mir vorstellen könnte, wenn es so eine WG-Geschichte sein könnte, wo jeder seins hat, ein Wohnzimmer zusammen oder eine Küche zusammen, das fände ich förderungswürdig.“

Grundsätzlich sind die Optionen für die Zukunft in hohem Maße abhängig von den sozialen Bindungen vor Ort (z. B. durch Kinder und deren Familien in der Nähe) und den Wohneigentumsverhältnissen. Diese beiden Bindungen wurden erwartungsgemäß in den beiden Umlandgemeinden etwas häufiger als Argumente für das Verbleiben am Wohnstandort genannt als in München und insbesondere in den drei innenstadtnahen Bezirken.

Generell soll auch die Ausrichtung der Freizeitstile im Ruhestand beibehalten werden. All diejenigen, die aktuell unter Zeitmangel leiden, möchten ihre derzeitigen Präferenzen intensiver ausleben. Es ist weder geplant, bisherige Freizeitaktivitäten zu reduzieren, noch ist geplant, Neues zu beginnen. Die Zeichen für die Zukunft stehen damit auf Kontinuität, sowohl was die Wohn- als auch was die Freizeitpräferenzen betrifft.

3.3 Alt werden und jung bleiben: Altersbilder und ihre Rolle für die zukünftigen Lebenskonzepte

Die Ursachen des allgemeinen Alterswandels werden in Veränderungen des materiellen (Haushaltsausstattung, Alterssicherung etc.), des immateriellen (höhere Bildung, bessere Gesundheit) und des Verhaltensbereichs (neue Aktivitäten, größere Partizipationschancen etc.) gesehen, ferner in sozialen Ungleichheiten im Alter, in Diskontinuitäten des Alters (junges, gesundes Alter vs. altes, krankes Alter) sowie in einem positiveren Altersbild (vgl. Tokarski 1998, S. 112 f.).

Das Altern wird von den Befragten überwiegend sehr differenziert betrachtet; nur wenige sehen diesen Prozess ausschließlich negativ belegt oder positiv verklärt. Dabei wurden in fast allen Interviews unterschiedliche Aspekte thematisiert.

An der Veränderung der körperlichen Verfassung wird das Altern offenbar am ehesten wahrgenommen. Insbesondere Männer haben den bereits einsetzenden körperlichen Verfall konstatiert („Der Körper funktioniert nicht mehr so ganz wie ich das früher gewohnt war.“ – 56-jähriger Imbissbudenbesitzer, Schwabing). Für Männer mit alternativen Lebensstilen sind der bis ins hohe Alter vitale (und potente) Picasso oder ein älteres Paar Vorbilder, das in einem Fernsehfilm Sex auf einer Treppe hatte. Frauen fokussieren dabei mehr auf die Sichtbarkeit des körperlichen Alterns in Form von Falten („Älterwerden bedeutet, dass man sich optisch verändert, man kriegt Falten.“ – 55-jährige Friseurin, Bogenhausen). Allerdings thematisieren sie häufiger als Männer, dass sie den Umgang mit diesen körperlichen Veränderungen gelernt haben („Mit 50 habe ich mir gesagt, ich brauch jetzt keinem mehr zu gefallen, nur noch mir.“ – 59-jährige Copyshop-Besitzerin, Obergiesing). Deutlich seltener, weil noch nicht selbst erfahren, wird der geistige Abbau im Alter thematisiert. Man fürchtet vielmehr starke geistige Einschränkungen und Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz erst im hohen Alter, ebenso die Pflegebedürftigkeit, die in diesem Fall notwendig werden würde. „Niemandem zur Last fallen“ ist ein häufig genanntes Ziel, das im extremen Fall geradezu als gesellschaftliche Verpflichtung formuliert wurde („Ich denke, dass man der Gesellschaft auch schuldig ist, dass man rechtzeitig geht.“ – 60-jährige Krankenschwester, Schwabing).

Wie Niejahr (2004) in ihrem Buch „Alt sind nur die anderen“ beschrieb, sind zahlreiche Befragte der Ansicht, dass sie weitaus jünger sind und wirken, als ihr Alter in Jahren es vorgibt („Ich bin nicht der typisch-56-Jährige, nicht vom Aussehen, aber auch vom ganzen Habitus, von meinem ganzen Lebensstil bin ich kein alter Mensch.“ – 56-jähriger Modedesigner, Bogenhausen). Jung sein und jung bleiben beschreibt nicht nur den Status quo, sondern ist auch das Motto für die Zukunft („Innerlich bin ich zwischen 30 und 40 stehen geblieben, und ich möchte mich auch nicht verändern.“ – 56-jähriger Imbissbudenbesitzer, Schwabing). Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Wahrnehmung nicht nur optisch von anderen Gleichaltrigen, sondern auch in der Geisteshaltung („Das Älterwerden ist bei mir noch nie ein Thema gewesen bis jetzt, weil ich einfach weiß, dass ich für mein Alter einfach noch sehr jung aussehe und ich auch nicht schnell altere.“ – 55-jährige Friseurin, Bogenhausen; „Die anderen kamen mir [beim Klassentreffen] alle so alt vor.“ – 53-jähriger Rundfunkmoderator, Obergiesing). Das Festhalten an Jugendlichkeit und körperlicher Fitness reicht so weit, dass sich einzelne Befragte gar nicht vorstellen können, nach dem Verlust dieser Eigenschaften weiterleben zu können („So lange ich hier bin, werde ich immer fit sein, und wenn ich das nicht mehr bin, werde ich nicht mehr hier sein.“ – 55-jährige Friseurin, Bogenhausen).

Nur wenige scheinen Älterwerden für sich uneingeschränkt akzeptieren zu können („Früher ist man mit 60 eine alte Frau gewesen und ich bin es jetzt auch.“ – 59-jährige Sekretärin, Vaterstetten;„Wenn ich einfach 60 bin, dann bin ich halt 60, zu dem steh ich, ich muss nicht als 60-Jährige ausschauen wie eine 40-Jährige oder eine 30-Jährige.“ – 60-jährige Grundschulleiterin, Dachau).

Vorbilder sind zumeist die eigenen Eltern. Sofern deren Altern spät einsetzte und ohne lange Zeiten der Krankheit verlief, sehen die Befragten dem eigenen Altern ohne Befürchtungen entgegen („Meine Mutter und auch meine Oma sind alt geworden und bis zuletzt jung geblieben, optisch wie geistig.“ – 55-jährige Friseurin, Bogenhausen). Dementsprechend bewirken zurückgezogene und eher passive Eltern bzw. Väter negative Altersbilder. Nur selten wurde bei Altersbildern auf anonyme Dritte Bezug genommen; in diesen Fällen wurden dann jedoch extrem negative Stereotype geäußert, hinter denen sich jedoch auch ein extrem negatives Gesellschaftsbild verbirgt („Mit 70 und dann noch Leggins an, das ist ja eine Geschmacklosigkeit. Mein Mann sagt, der Sommer ist eine degustiöse Jahreszeit – und da hat er völlig Recht.“ – 60-jährige Hausfrau, Bogenhausen).

Die jetzige Generation 50plus erwartet, im Ruhestand genauso fit und aktiv zu sein wie jetzt und sich dadurch von vorherigen Generationen zu unterscheiden. Eine 53-jährige Architektin aus Bogenhausen sagte dazu: „Man ist heute als alter Mensch gar nicht so alt wie unsere Großeltern waren“.

Das bestätigt in hohem Maße Alterstheorien, die als Aktivitäts- und Kontinuitätstheorien bezeichnet werden, wonach die Aktivitäten der mittleren Jahre im Aiter weitgehend beibehalten werden und eine Voraussetzung für Lebenszufriedenheit bilden. Sie sind die Basis eines positiven Altersbildes, das ältere Menschen als aktiv, zufrieden, mobil und fit sieht (vgl. Baumgartl 1997, Prahl/Schroeter 1996).3 Die Interviewten haben ihre Aussagen über Altersbilder zumeist implizit auf das junge Alter bezogen. Brüche und gesundheitliche sowie körperliche Einschränkungen werden erst für ein höheres Alter erwartet. Die künftige Seniorengeneration wird demnach vermutlich deshalb anders sein als ihre Elterngeneration, weil sie schon im mittleren Erwachsenenalter anders war, d. h. andere Lebensstile ausgeprägt hat. Sie verfügt über andere Potenziale und Ansprüche, erfährt jedoch durch die Rentenkürzungen der letzten Jahre auch wieder mehr finanzielle Constraints. Auch darin werden sie sich von den „neuen Alten“ der 1990er Jahre unterscheiden, die aufgrund der gestiegenen Lebensstandards und der Wohlfahrtsentwicklung sozial zu den Gewinnern der letzten Jahrzehnte gezählt werden können (vgl. Prahl/Schroeter 1996).

3.4 Welche Typen von Älteren wird es geben?

Die befragten künftigen Senioren bilden keine homogene Gruppe, sondern haben verschiedene Lebensstilkriterien differenziert ausgebildet. Diese Kriterien umfassen Familienorientierung, Werte, finanzielle Bedingungen, Freizeitpräferenzen, Lebensformen, Wohn-situation und Altersbild. Daraus ergeben sich sieben verschiedene Typen, die wir mit Hilfe von bekannten Zeitschriften, die den dazugehörigen Typus als Zielgruppe aufweisen, benannt haben. Da wir keine Medienpräferenzen und damit auch nicht die Lesegewohnheiten erfragt haben, handelt es sich bei den Zuweisungen lediglich um plakative Konstruktionen. Die Lebensstilperspektive besitzt den Vorteil, innerhalb einer demographischen Gruppe ohne eine Berufs- bzw. Schichtfixierung zu differenzieren, was auch im Sinne einer „differentiellen Aktivitätstheorie“ vonseiten der Altersforschung als zielführend angesehen wird (vgl. Kolland/Rosenmayr 2006, S. 207).

Die Typenbildung erfolgte auf der Grundlage der qualitativen Interviews. Ihr Ziel ist (vgl. Kluge 1999), Einzelfälle zu gruppieren, die einander möglichst ähnlich sind (interne Homogenität) und sich von anderen Einzelfällen möglichst deutlich unterscheiden (externe Heterogenität). Dabei wurde ein agglomeratives Verfahren angewandt, bei dem von den Einzelfällen ausgegangen wird und man durch Zusammenfassen möglichst ähnlicher Fälle zu den Typen gelangt.4

Der erste Typus kann mit dem Motto „Meine Familie und ich“ beschrieben werden. Die Befragten dieses Typus können als familienorientiert und wertekonservativ beschrieben werden („Den größten Halt gibt einem die Familie, und wenn man das Glück hat, dass man eine Familie hat, die halt, bis der Tod einen scheidet, Zusammenhalten, das gibt einem so viel an Geborgenheit.“ – 60-jährige Grundschulleiterin, Dachau; „Die Blutsbande sind schon da; man kann wirklich auch gute Freunde haben, bestreite ich gar nicht, aber es ist nie so eine Selbstverständlichkeit wie in der Familie. „ – 59-jährige Hausfrau, Vaterstetten). Befragte dieses Typus’ sind überwiegend Frauen, die teilzeitbeschäftigt sind, in suburbanen Gemeinden im eigenen Haus wohnen und in deren Nachbarschaft oft sowohl Eltern als auch erwachsene Kinder leben. Ihr Leben und Denken kreist um das Wohl der Familie. Eigene Ansprüche werden diesen untergeordnet. Sogar die Freizeit und die Urlaube werden vorrangig mit Familienangehörigen verbracht und an den Interessen der Kinder orientiert. Auch im Ruhestand haben sie vor, ihr Engagement in erster Linie der Familie zu widmen („Es kann schon sein, dass man einige Reisen macht, aber mir ist eigentlich wichtiger, dass eine Anlaufstelle da ist, wo unsere Kinder herkommen können, wenn Not am Mann ist.“ – 60-jährige Grundschulleiterin, Dachau).

Dem zweiten Typus „Schöner Wohnen“ lassen sich in erster Linie gutsituierte Paare (Dinks) in der „empty nest“-Phase zurechnen, die entweder im repräsentativen und hochpreisigen Münchner Stadtteil Bogenhausen wohnen oder einen vergleichbaren Wohnstandort im Alter anstreben. Alle Personen leben im Wohneigentum und die meisten verfügen über einen Zweitwohnsitz im Süden (Frankreich, Spanien), in den Bergen (Tirol) oder in einer attraktiven Stadt oder Region in Deutschland. Sie schätzen zwar das reichhaltige kulturelle und infrastrukturelle Angebot, sind selbst aber eher als sportlich aktiv zu bezeichnen (Rennrad fahren). Dem Alter sehen sie gelassen entgegen; aufgrund aktuell hoher beruflicher Belastung hoffen sie im Ruhestand auf mehr Zeit für Freizeit und für sich selbst. Grundsätzlich umschreibt die Formulierung einer 53-jährigen Architektin „Man gönnt sich das Wichtigste jetzt schon“ treffend das Lebensgefühl dieser überdurchschnittlich gebildeten und finanziell sehr gut abgesicherten Gruppe.

Mit dem Freizeitjournal „fit for fun“ lassen sich diejenigen Vertreter und Vertreterinnen der Generation 50plus umschreiben, die sich sehr körperbetont darstellen und großen Wert auf den Erhalt dieser – ihrer Ansicht nach außergewöhnlichen – körperlichen Fitness legen. Sie sind entweder überzeugte Singles, Geschiedene oder leben in einer neuen Beziehung mit einern deutlich jüngeren Partner. Sie wohnen bevorzugt in inner- und randstädtischen Bezirken und sind häufig beruflich selbstständig, haben z.T. erst kürzlich eine neue berufliche Existenz gegründet oder planen dahingehend Veränderungen und sind somit oft finanziell nicht ganz so gesichert. Da ihre Berufe (Friseurberuf, Modebranche) z.T. auch auf ihre eigene Außen-Wirkung abzielen, konstituiert sich nicht zuletzt deshalb ihre : Identität über ein attraktives, „jung gebliebenes“ Äußeres. Die Freizeitbeschäftigungen konzentrieren sich demzufolge fast ausschließlich auf sportliche Aktivitäten zum Erhalt dieser Fitness (Joggen, Fitness-Studio). Zudem wird stolz berichtet, nicht „altersgemäß“ zu agieren; z. B. erzählt eine 53jährige Sekretärin aus Allach-Untermenzing, dass sie „im zarten Alter von 43 Jahren noch den Motorradführerschein gemacht“ habe. Da im Leben dieser Gruppe von Befragten z. T. private und berufliche Neuanfänge stattfinden oder anstehen, setzen sie sich auch kaum mit einer Zukunft als älterer Mensch auseinander.

Das Reisemagazin „abenteuer und reisen“ steht für einen Typus von Befragten, die ein beruflich und finanziell abgesichertes und weitgehend zufriedenes Leben führen und auch für die fernere Zukunft keine Veränderungen erwarten. Sie leben häufig als Paare, deren Kinder das Heim verlassen haben. Auch sie schätzen den Wohnstand- ort München sehr („Es war immer mein Traum, hier [in München] mal zu wohnen.“ – 54-jährige Angestellte, Isarvorstadt), nicht zuletzt aufgrund der fußläufig gut zu erreichenden Infrastruktur und der nahen Ausflugsmöglichkeiten. Die Vertreter und Vertreterinnen dieser Gruppe planen für die Zeit nach dem Ruhestand entweder weiterhin große Fernreisen zu unternehmen oder die (aufgeschobenen) Reisen „nachzuholen“. Diese geplanten Reisen sollen entweder in ferne Länder (z. B. Tibet), in den europäischen Norden oder in Städte führen, wobei eine 60-jährige Geschäftsinhaberin aus Obergiesing das erhoffte Lebensgefühl des Reisens mit „nicht immer Grenzen haben“ umschreibt. Die Mehrzahl dieser Befragten setzt sich bereits intensiv mit dem Altern auseinander und sieht ihm deutlich gelassener entgegen als die zuvor beschriebene Gruppe („Ich finde auch, das Altern ist eine schöne Zeit.„ – 54-jährige Angestellte, Isarvorstadt).

Die Fernsehzeitschrift „Hörzu“ steht für eher häusliche Typen. Als idealen Wohn-Standort sehen die überwiegend mittleren Angestellten den Stadtrand oder suburbane Gemeinden. Manche wohnen zwar auch in innerstädtischen Wohnvierteln, sind dort aber eher unzufrieden aufgrund der Mietkosten bzw. eigener finanzieller Einschränkungen („Es ist alles zu teuer geworden, alles zu viel Schickimicki-Zeug, dadurch ist [die Isarvorstadt] auch kein gewachsenes Viertel.“ – 52-jähriger Sachbearbeiter, Isarvorstadt) und qualitativer Einschränkungen des Wohnens („Der Ausländeranteil ist auch sehr hoch in dieser Ecke und da kriegt man natürlich einiges mit, was vielleicht nicht ganz so schön ist.“ – 55-jähriger Außendienstmitarbeiter, Isarvorstadt). In der Freizeit unternehmen sie „eher nix“, sie sind „auch gerne zu Hause“, arbeiten im Garten, gehen zum Baden oder zum Radfahren. Im Urlaub verreisen sie selten und nutzen dann eher Nahziele in Deutschland oder Europa zur Entspannung. Das Alter sehen sie ambivalent: viele klagen zwar schon über „Wehwehchen“, formulieren jedoch ausdrücklich, „keine Angst vor dem Älterwerden“ (55-jähriger Frührentner, Obergiesing) zu haben.

Das Musikmagazin „Rolling Stone“ steht für eher alternative Alt-68er. Es sind zumeist Männer, die in Innenstadt vierteln wohnen und die urbane Atmosphäre und die Altbauwohnung schätzen (“Einfach die Atmosphäre hier: Schwabingund nicht Leopoldstraße – da ist es angenehm, die Kneipen drum herum. Hier wohnen nicht die unbedingt „Gespickten“, sag ich mal. Es ist so eine Melange.“ – 58-jähriger Freiberufler, Schwabing). Man findet unter ihnen sowohl Singles, Väter in Patchwork-Familien als auch alleinerziehende Mütter. Viele sind selbstständig und befinden sich aufgrund schlechter Auftragslagen in finanziell unsicheren Situationen. Sie sind politisch interessiert und verbringen ihre Freizeit bevorzugt mit Gesprächen im Freundeskreis und kreativen Tätigkeiten. Für Urlaubsreisen bevorzugen sie Fernreiseziele und eine individuelle Organisation. Im Ruhestand planen einige längere und weiter entfernte Reisen z.B. nach Japan und Südamerika. Da sie zumeist selbst aus Jugendzeiten über WG-Erfahrung verfügen, können sie sich im Alter Wohngemeinschaften mit angepassten Modalitäten vorstellen („Drum täte ich lieber in so einer Wohngemeinschaft [wohnen], wenn auch vielleicht ein paar [Bewohner] deppert sind, aber um die kümmert man sich halt dann, dass jeder halt noch wirklich eine Aufgabe hat.“ – 54-jährige Angestellte, Isarvorstadt).

Mit dem „Feuilleton der Zeit“ kann ein kulturell sehr inte interessierter Typus beschrieben werden. Die Befragten sind überwiegend finanziell gut gestellte Frauen, die sowohl in innerstädtischen Wohnvierteln als auch in suburbanen Gemeinden leben. Sie sind Singles und kinderlos bzw. leben ihr Leben auch als verheiratete Mütter erwachsener Kinder weitgehend für sich. Sie nutzen als einziger Typus intensiv das vielfältige Kulturangebot Münchens, besuchen Ausstellungen und Konzerte, gehen in Museen und ins Theater. Die meisten sind sportlich bestenfalls an Schwimmen und Wassergymnastik interessiert, weil sie bereits körperliche Einschränkungen haben (Knie- oder Rückenschmerzen). Auch die Reisen orientieren sich an kulturellen Interessen und gesundheitlichen Bedürfnissen und führen daher in Städte und in mediterrane Länder. Das Alter sehen sie als normal („Älterwerden ist für mich eine normale Tatsache.“ – 53-jährige Beamtin, Dachau) und sie betonen die Erfahrungen, über die man im Alter verfügt.

Die Trennlinien der sieben ausdifferenzierten Typen zeichnen sich entlang der Gegensatzpaare Familienorientierung – Individualisierung, finanziell/beruflich abgesichert – finanziell/beruflich unsicher, wertekonservativ – alternativ/liberal, körperbetont/jugendlich – gelassen/altersbewusst, kulturell interessiert – kulturell desinteressiert ab. Die beschriebenen Typen „Meine Familie und ich“ und „Hör zu“ können dabei als eher traditionelle Typen bezeichnet werden, wohingegen die Typen „abenteuer und reisen“, „Schöner Wohnen“ und „Feuilleton Die Zeit“ das moderne Bildungsbürgertum repräsentieren. Diese fünf Typen sind in der Lebensstilforschung bereits als Älteren-Typen beschrieben worden (vgl. Klee 2001, 2003). Dagegen lassen sich als „neue“ Ältere die Vertreter des „Rolling Stone“- und des „fit for fun“-Typus identifizieren. Sie stellen zwei Typen dar, die man bisher als Lebensstiltypen in der Altersgruppe noch nicht kannte und deren zukünftiges – räumliches – Handeln am schwersten abzuschätzen sein wird. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Typen bundesweit in der Altersgruppe neu und stark vertreten sind oder ob München als durchschnittlich junge Stadt mit entsprechenden Stilisierungsmöglichkeiten eine größere Bedeutung von Fitness und Jugendlichkeit auch bei Älteren impliziert und dahingehend eine Ausnahme bildet.

4 Fazit: Auswirkungen der neuen Generation 50plus auf die Großstadtregion München

Betrachtet man die zukünftigen Lebenskonzepte der heutigen Generation 50plus im Lichte der Befragten, so zeigt sich, dass einerseits eher positive Bilder der eigenen Lebenssituation und optimistische Erwartungen an die Zukunft vorherrschen, andererseits aufgrund eingeschränkter finanzieller Spielräume nur mit eher verhaltenem Optimismus in die Zukunft geblickt wird. Die eigene Einkommenssituation und der Münchner Wohnungsmarkt erweisen sich als bedeutende strukturelle Constraints.

Zudem sind Variationen zu erkennen, die sich durch verschiedene soziale Kontexte, d.h. Biographien und Altersstereotype begründen lassen (Abb. 2). Die biographischen Variationen zeigen sich vor allem dadurch, dass Menschen, die in langjährigen und stabilen Familien- oder Partnerkonstellationen leben, bezüglich der Wohnstandorte und auch der konkreten Wohnsituation deutlich stärker gebunden sind. Verfügen sie zudem über Wohneigentum, so empfinden sie sich selbst als gut abgesichert. Wenn ihre Kinder auch in ihrer Nähe leben und ebenfalls bereits Familie gegründet haben, erreicht die Ortsbindung den höchsten Grad. Dagegen sind Personen, deren private Lebenssituation variabler ist oder war, meist weniger stark auf konkrete Wohnorte und Wohnsituationen als vielmehr auf ein bestimmtes „Setting“ ausgerichtet, das entweder aus Prestigegründen oder aufgrund des dortigen Lebensgefühls ihren Ansprüchen entspricht. Sie sind innerhalb der Stadtteile, die dieses „Setting“ aufweisen, wiederum flexibler und wären auch bereit, in passende Stadtteile zu wechseln, nicht jedoch München zu verlassen.

Die vorwiegend positiven Altersbilder finden ihren Ausdruck in einer geplanten Fortführung der bestehenden Situation, wobei Personen mit mittlerem oder niedrigerem Einkommen bzw. in unsicherer Einkommenssituation durchaus besorgt sind, ob ihre derzeitige Wohnsituation am hochpreisigen Standort München in fernerer Zukunft weiterhin realisiert werden kann. Dies zeigt, welche zentrale Bedeutung dem spezifischen räumlichen Kontext und den makrostrukturellen Rahmenbedingungen beim Entwurf eines Lebenskonzepts für den Ruhestand bzw. dessen Umsetzbarkeit zukommt.

Dass die Generation 50plus keine homogene Gruppe darstellt, wurde bereits vermutet und hat sich durch die Auswertung der qualitativen Interviews bestätigt. Es befinden sich in dieser Generation sowohl Personen, die z.T. aktiv die genannten gesellschaftlichen Veränderungen (Emanzipation, Bildungsexpansion usw.) mitgestaltet haben, als auch Personen, die an traditionelle Wertesysteme ihrer Eltern angeknüpft haben.

Wie ist nun München als Lebensmittelpunkt der künftigen Senioren zu bewerten? Dazu soll zunächst nochmals die Perspektive der Generation 50plus eingenommen werden:

München wird von den Befragten generell als ideal für ältere Menschen betrachtet. Begründet wurde die Ansicht mit der dichten und damit wohnungsnahen infrastrukturellen Ausstattung mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, einem vielfältigen kulturellen Angebot und attraktiven Grünflächen, die entweder zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist. So äußert sich eine 53-jährige Architektin: „Ich empfinde München als sehr angenehme Stadt, auch gerade für alte Leute. „

Um weiterhin ideal für ältere Menschen zu bleiben, ist die Stadt München gefordert, bestehende Strukturen in der bestehenden Dichte zu erhalten. Ähnliches gilt für die Umlandgemeinde Dachau, in der allerdings der Bestand der Infrastruktur in einigen Bereichen als gefährdet erachtet wird (z. B. innerstädtische Geschäfte und Cafés). In Vaterstetten wurde die Dichte der Infrastruktur häufiger bemängelt: wobei fraglich ist, ob Gemeinden dieser Größe die finanziellen Ressourcen für einen weiteren Infrastrukturausbau aufbringen können und wollen. Aufgrund der guten Erreichbarkeit und des ungleich attraktiveren Angebots der Großstadt München muss abgewogen werden, welches Angebot die Umlandgemeinden ihren Bürgerinnen und Bürgern anbieten müssen und können.

In zwei Interviews wurde jedoch auf die Schattenseiten der Großstadt für das Älterwerden hingewiesen: der Lärm, die Hektik und die Schnelligkeit des Verkehrs, wie dies eine 59-jährige Technische Zeichnerin beschrieb: „München ist speziell in dieser Beziehung, vom Tempo und von der Egozentrik her, also von diesem Tunnelblick, den alle haben. Der ist München. Da ist man als älterer langsamer Mensch fast ein Hindernis, und Du wirstauch entsprechend behandelt.“ Auf diesen Sachverhalt kann die Stadt jedoch selbst kaum Einfluss einnehmen, wie es auch von den Befragten eingeräumt wurde.

Abschließend stellt sich die Frage, welche Implikationen die empirischen Ergebnisse für München aus einer geographisch-analytischen Perspektive aufweisen.

Bei den Wohnortpräferenzen sind kaum Suburbanisierungs-Tendenzen, sondern eher Reurbanisierungs-Tendenzen erkennbar. Insbesondere in den Umlandgemeinden wurde mehrfach die Überlegung geäußert, das „leere Nest“ des suburbanen Eigenheims zu verlassen und nach München zurückzuziehen. Wenn zudem die zukünftigen Senioren stärker als vorherige Generationen an innerstädtischen Wohnstandorten festhalten, wird dies einen weiteren Druck auf den Wohnungsmarkt zur Folge haben. Die künftigen Senioren verfügen jedoch zum Teil nur über eingeschränkte finanzielle Handlungsspielräume. Altersgerechtes Wohnen muss daher in Zukunft mehr als aktuell auch kostengünstig sein und alternative Wohnformen vorsehen.

Aufgrund der positiven Altersbilder wird in der Regel ein Fortführen des bestehenden Lebensstils (Wohn- und Freizeitpräferenzen) geplant, die Lebenssituation des „middle age“ bzw. des „best age“ soll in ein höheres Alter ausgedehnt werden. Um die Freizeitinteressen der zukünftigen Senioren zu befriedigen, bedarf es deshalb – zumindest zunächst – keiner „altengerechten“ Infrastruktur, sondern eines Ausbaus der Infrastruktur für „das gut erhaltene mittlere Alter“. Erst in einem sehr hohen Alter wird die künftige Seniorengeneration altengerechte Infrastrukturen nachfragen – dann jedoch in großem Umfang, da es sich um starke Jahrgänge handelt.

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Footnotes

1

Plötzlich eintretende Einschränkungen, wie z.B. durch einen Schlaganfall, sind dagegen nicht vorhersehbar und werden in die Planungen nicht einbezogen.

2

In dieser Phase kommen dann eher die aus der Gerontoökologie bekannten Kompetenz-, Kongruenz- und Stressverarbeitungs-/ Prozessmodelle zum Einsatz, mit deren Hilfe die Beziehungen zwischen den sich verändernden individuellen Kompetenzen und den konkreten Umweltbedingungen analysiert werden können (vgl. Saup 1993, S. 58 ff).

3

Aktivitäts- und Kontinuitätstheorien sind die seit einem Paradigmenwechsel in den 1970er Jahren gängigen Alterstheorien. Zuvor überwogen Defizit- und Disengagementtheorien, wonach Alter mit geistigen und körperlichen Mängeln sowie Krankheit und durch einen sukzessiven Rückzug aus der Gesellschaft gekennzeichnet wurde. Diese Alterstheorien weisen einen engen Bezug zu einem negativen Altersbild auf, das ältere Menschen als hilfebedürftig und passiv ansieht (vgl. Baumgartl 1997, Prahl/Schroeter 1996).

4

Im Unterschied zum agglomerativen Verfahren der Typenbildung geht man bei divisiven Verfahren von der Gesamtgruppe aus und bildet durch schrittweise Untergliederung Teilgruppen bzw. Typen (vgl. Kluge 1999).

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