Wanderungsmotive zugewanderter älterer Menschen

Ein anderer Blick auf die Entwicklungsprobleme peripherer Räume in Brandenburg

Karl Martin Born 1 , Elke Goltz 1 , and Gabriele Saupe 2
  • 1 Institut für Geographische Wissenschaften, Freie Universtät Berlin, Malteserstraße 74-100, 12249, Berlin, Germany
  • 2 Institut für Geographie, Universität Potsdam, Postfach 60 15 53, 14415, Potsdam, Germany
Karl Martin Born
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  • Institut für Geographische Wissenschaften, Freie Universtät Berlin, Malteserstraße 74-100, 12249, Berlin, Germany
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, Elke Goltz
  • Institut für Geographische Wissenschaften, Freie Universtät Berlin, Malteserstraße 74-100, 12249, Berlin, Germany
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and Gabriele Saupe

Kurzfassung

Die ländlich peripheren Räume Ostdeutschlands gelten vielfach pauschal als schwer zu behandelnder regionaler „Sanierungsfall”, dem aber im Vergleich zu den gravierenden Problemen von Bevölkerungsrückgang und Wohnungsleerstand in den Städten weniger Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Fragen nach Umfang und Beweggründen für die Zuwanderung älterer Menschen in diese Räume werden in diesem Zusammenhang ebenso als marginal betrachtet. Trotz der generellen Debatte zum demographischen Wandel wird vielfach noch nicht anerkannt, dass der Ruhestand keine „Restzeit” mehr ist, sondern ein eigener Lebensabschnitt von erheblicher Dauer für einen größer werdenden Teil der Bevölkerung, bei dem die Älteren sehr aktive Phasen durchleben. Der Beitrag stellt Ergebnisse einer Befragung von älteren Zugewanderten in den peripheren Regionen Brandenburgs vor. Auf dieser Grundlage werden Überlegungen zum „Potenzial” dieser älteren Menschen in Bezug auf die regionale Entwicklung und zu Konsequenzen für die räumliche Planung dargestellt.

1 Die Zuwanderung Älterer in ländliche Räume vor dem Hintergrund des demographischen Wandels

1.1 Demographischer Wandel und die Gruppe älterer Menschen

Die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten 1990 brachte im Zuge der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Transformation schwerwiegende Veränderungen in den peripheren Räumen Ostdeutschlands mit sich (Kapphan 1996). Neben der wirtschaftlichen Transformation des primären und sekundären Sektors – bis heute ablesbar an überproportional hohen Arbeitslosenquoten – verdienen vor allem zwei sozialräumlich wirksame Prozesse besonderes wissenschaftliches Augenmerk: Die anhaltende wirtschaftliche Krise in den neuen Bundesländern und der gleichzeitig angestiegene Arbeitskräftebedarf in den alten Bundesländern führte und führt nach wie vor zu erheblichen, vor allem selektiven Migrationsbewegungen von Ost nach West; gleichzeitig greift eine demographische Entwicklung, die zu einer stetigen Verschiebung des Altersdurchschnitts in den ländlichen Räumen führen wird.

Die Migrationsbewegung von Ost nach West hat bisher in Wissenschaft und Medien umfangreiche Aufmerksamkeit gefunden: So weist Werz (2001) nicht nur auf die dramatischen Bevölkerungsverluste in den neuen Ländern hin, sondern identifiziert mit dem mangelnden Angebot an Arbeits-bzw. Ausbildungsplätzen und den sich daraus ergebenden Zukunftsperspektiven auch die wesentlichen Motivationen für diese Wanderungsbewegungen. Weiß und Hilbig (1998) und später Weiß(2002) analysieren die Wanderungsbewegungen von Ost nach West und konstatieren eine Selektivität von Wanderungsprozessen nach Gemeindegröße, Alter, Geschlecht und Qualifikation. Als Ergebnis dieser Entwicklung beobachten sie bereits jetzt eine relative Überalterung, ein Frauendefizit und eine Überhäufigkeit Geringqualifizierter und mutmaßen eine weitere Fortsetzung dieser Entwicklung. Auch Maretzke (1998) kommt bei seiner Auswertung von Wanderungsbewegungen zwischen 1991 und 1996 zu dem Ergebnis, dass es in den neuen Bundesländen zu einer Forcierung des Alterungsprozesses der Bevölkerung und zu einer Verschiebung des Bevölkerungspotenzials zugunsten nicht-erwerbsfähiger Menschen durch Wanderungsprozesse kommt. Dieser nach wie vor bestehende allgemeine Trend der Wanderungsverluste im Osten trifft mit besonderer Schärfe dünnbesiedelte, meist peripher gelegene Regionen Ostdeutschlands.

Der zweite sozialräumliche Trend einer Verschiebung des Altersdurchschnitts im ländlichen Raum erklärt sich zum einen natürlich aus den Wanderungsbewegungen und zum anderen aus dem gerade nach 1990 einsetzenden drastischen Rückgang in der Geburtenhäufigkeit in den neuen Bundesländern. Auch wenn sich dieser Trend inzwischen wieder zugunsten einer Angleichung an die alten Bundesländer abgeschwächt hat, ergibt sich demographischen Projektionen zufolge eine deutliche Überalterung – für Brandenburg wird erwartet, dass im Jahre 2015 fast jeder vierte Bürger über 65 Jahre und nur jeder achte unter 15 Jahre alt sein wird (MLUR 2001).

Allerdings sind auch in den neuen Bundesländern gegenläufige Migrationstrends erkennbar: Die Migration hochqualifizierter Arbeitnehmer aus den alten Bundesländern bzw. aus dem Ausland, wie von Gans und Kemper (2003) beobachtet, passt in die auch international nachweisbare Gegenstromwanderung spezifischer Gruppen (Campbell und Johnson 1976). Diese Gegenströme können zur weiteren internen Differenzierung im Osten beitragen, ohne aber die innerdeutschen Disparitäten aufzuheben bzw. abzuschwächen.

Für die ländlichen Bereiche Brandenburgs ergibt sich aber nach Daten der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg eine erhebliche Zuwanderungsbewegung älterer Menschen, der wir hier nachgehen wollen. So weisen die ländlichen Bereiche Brandenburgs von 1991 bis 1998 insgesamt einen Zuzug von 10 758 Personen, die zum Zeitpunkt ihres Umzugs über 50 Jahre alt waren, auf. 45 % dieser Zuzüge kamen übrigens aus Berlin.

Die Frage nach Umfang und Beweggründen für die Zuwanderung älterer Menschen in ländlich periphere Räume Brandenburgs, die durch die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg aufgeworfen und der wir uns angenommen haben (Born/ Goltz/Saupe 2002), scheint – gemessen an den Kernfragen zur Debatte um den demographischen Wandel, die heute sowohl die aktuelle Forschung als auch die politische Praxis bewegen – eher marginal. Um Missverständnissen vorzubeugen, wir anerkennen selbstverständlich die vielfältigen Forschungsaktivitäten, die auch im Verbund mit der Praxis zu Fragen des demographischen Wandels stattfinden (z.B. beim Ad-hoc-Arbeitskreis der Akademie oder bei der Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ im Forum Raumbeobachtung in Bund und Ländern). Dennoch fokussieren die daraus resultierenden Debatten auf die Kernfragen, die Konsequenzen häufig sektoral beleuchten oder aber sehr komplex angelegt und auf generelle Lösungswege gerichtet sind. Sowohl Zuwanderung Älterer als auch ländlich periphere Räume sind dabei keine zentralen Themen. So gelten die ländlich peripheren Räume vielfach pauschal als schwer zu behandelnder regionaler „Sanierungsfall“, dem aber im Vergleich zu den gravierenden Problemen von Bevölkerungsrückgang und Wohnungsleerstand in den Städten weniger Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Vielfach wird noch nicht anerkannt, dass der Ruhestand keine „Restzeit“ mehr ist, sondern ein eigener Lebensabschnitt von erheblicher Dauer für einen größeren Teil der Bevölkerung, bei dem die Älteren sehr aktive Phasen durchleben (Kühnemund 2001). Der Tatbestand der Zuwanderung Älterer in die ländlichen Räume wird nur als problemverstärkend für diese Räume bewertet und vordergründig in seinen Konsequenzen bzgl. der Betreuung und Versorgung gesehen. Den teils ignoranten, teils fatalistischen, in jedem Fall aber einseitigen Sichtweisen soll mit den Ausführungen in diesem Beitrag begegnet werden.

Aus dem theoretischen Hintergrund von demographischen Veränderungen und Gegenstromwanderungen einerseits und dem statistischen Nachweis einer Wanderung lebensälterer Personen andererseits lassen sich in Verbindung mit der Analyse von Motiven für diese Wanderung nun Fragestellungen entwickeln, die diesen Prozess nicht nur explanatorisch und analytisch beleuchten, sondern auch neue Perspektiven für die Entwicklung der ländlichen Räume konzipieren.

Dabei soll zunächst versucht werden, die Motivationen für die Wanderungen älterer Menschen in die peripheren Räumen zu ergründen, um dann der Frage nachzugehen, welche raumstrukturellen Konsequenzen ein solches Wanderungsverhalten haben muss. Aus geographischer Sicht ist die Auseinandersetzung mit den sozialräumlichen Interaktionsmustern älterer Menschen keine unbekannte Fragestellung: Friedrich (1995) geht in seiner Studie zu räumlichen Teilhabemustern älterer Menschen in der Bundesrepublik Deutschland und den USA vor allem Fragen der Migration und der aktionsräumlichen Umwelterschließung nach. Seine Erkenntnisse münden in ein Interaktionsmodell, das Wohnqualität, persönliche Ressourcen, Raumnutzung und interpretative Aneignung miteinander verbindet und Integration, Mobilität und Identität zu den Kernelementen der Person-Umweltinteraktionen im höheren Erwachsenenalter erklärt (ebd., S. 210-213).

1.2 Raumwirksamkeit der Zuwanderung Älterer

Im Unterschied zu den o.g. Untersuchungen wird in diesem Beitrag die Bedeutung älterer Zuwanderer (betrachtet werden hier Personen mit einem Lebensalter von mindestens 50 Jahren) für die Gestaltung und Entwicklung peripherer Räume thematisiert. Im Gegensatz zu Friedrich, der sich auf das südliche Rhein-Main-Gebiet beschränkt (eine Region mit Bevölkerungswachstum) sollten für die ländlichen Regionen Brandenburgs andere Fragestellungen dominieren. In diesem Zusammenhang wäre zunächst danach zu fragen, ob und wieweit die Zuwanderung älterer Personen die demographische Entwicklung des Bevölkerungsverlustes in Bezug auf das Qualifikationsniveau bremsen könnte. Unbestreitbar führt der Zustrom älterer Menschen zwar nicht zu einer Verjüngung der Bevölkerung, aber er kann dazu beitragen, die Einwohnerzahl in den peripheren ländlichen Räumen zu stabilisieren. Im Wesentlichen lassen sich daraus drei Prozesse ableiten: Persistenz bestehender Gebäudenutzungen, Regression bestehender nicht klientelgerechter Dienstleistungen und Infrastruktureinrichtungen und Expansion neuer, bedarfsgerechter Dienstleitungen und Einrichtungen.

Ein weiterer Aspekt der Zuwanderung älterer Menschen in ländliche Räume umfasst das mögliche „Erneuerungspotential“ einer solchen selektiven Wanderung: Schwitzer (1996) konstatiert bei den von ihm befragten älteren Menschen hohe Anteile von Personen in Mietwohnungen bei gleichzeitiger relativer Wohnunzufriedenheit (S. 286). Diese Wohnunzufriedenheit, die gesteigerte Bewertung von Umweltqualitäten und die offenbar gute ökonomische Lage der Senioren (S. 282) können auf Wanderungsmotivationen hinweisen. Es ist dabei nur offenkundig, dass ältere Menschen als Träger einer Wanderungsbewegung auch Träger von innovativen Impulsen, vor allem aus dem städtischen Raum, sein können – diese Impulse können dabei sowohl auf das soziale Zusammenleben im Dorf als auch auf die Lage des Dorfes im Gesamtraum (hinsichtlich der Erreichbarkeit und Nutzbarkeit infrastruktureller Einrichtungen) gerichtet sein.

Daran schließt sich aus regionalwissenschaftlicher und raumplanerischer Sicht die Frage nach der Passfähigkeit der vorhandenen Instrumente, Maßnahmen und Verfahrensweisen in Bezug auf die Unterstützung endogener Regionalentwicklung an. Die vorhandenen Pläne spiegeln in ihren Festsetzungen die veränderten Wirkungsbedingungen noch nicht wider. Mit den informellen Instrumenten wird aber an der Analyse verschiedener Problemlagen gearbeitet (z.B. Modellvorhaben der Raumordnung: „Anpassungsstrategien für ländliche/periphere Regionen mit starkem Bevölkerungsrückgang in den neuen Bundesländern“) und es wird nach Lösungen gesucht.

Schließlich muss die regionale Wirksamkeit der Zuwanderer beleuchtet werden: Welchen Beitrag können zugewanderte Senioren zur Erhaltung der Physiognomie ländlicher Siedlungen und damit zur Erhaltung der gewachsenen Kulturlandschaft leisten, wie stabilisieren sie die Infrastruktur und wie verstärken sie tendenziell die Zahl der aktiven Dorfbewohner?

Die Ergebnisse, die im Beitrag wiedergegeben und zur Diskussion gestellt werden, fußen auf einer Studie, die wir im zweiten Halbjahr 2002 im Auftrag der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg durchgeführt haben. Sie gründet sich auf einer quantitativen Erfassung älterer Zuwanderer aus anderen Bundesländern in ländlich periphere Gemeinden Brandenburgs im Zeitraum 1991 bis 1998. Unter Mithilfe der Kommunen konnten aus allen Kreisen des so genannten äußeren Entwicklungsraumes insgesamt 543 zugezogene Personen in Interviews (Fragebogen mit geschlossenen, halboffenen und offenen Fragen) zu ihren Zuzugsmotiven befragt werden.

Die so gewonnenen Daten spiegeln sowohl in räumlicher als auch demographischer Dimension die Gesamtgruppe der älteren Zuwanderer in den ländlichen Raum Brandenburgs wider; lediglich in den Landkreisen Prignitz bzw. in Potsdam-Mittelmark ergaben sich geringe Unter- bzw. Überrepräsentierungen. Die Größe der von uns untersuchten Gemeinden schwankte zwischen 119 und 15 000 Einwohnern und entspricht somit auch der tatsächlichen Verteilung der Siedlungsgrößen im ländlichen Brandenburg.

2 Zuwanderung Älterer in die peripheren Räume Brandenburgs

2.1 Zuzüge vs. Fortzüge – Wanderungsbilanzen ländlicher Kreise

Welchen Einfluss der überregionale* Zuzug älterer Menschen auf die quantitative Zusammensetzung der Bevölkerung in ländlichen Räume Brandenburgs hat, soll am Beispiel der Prignitz – einem typisch ländlichen Kreis (Bevölkerungsdichte 47 Ew./km2 1999) – kurz Umrissen werden. Diese spezifische Analyse nach Dörfern und Kleinstädten sowie Altersgruppen war nur in Kooperation mit dem Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg möglich. Der Landkreis Prignitz im Nordwesten des Landes Brandenburg verlor im Zeitraum 1991 bis 1999 insgesamt 5 324 Menschen durch Wanderungen (vgl. Zu- und Wegzüge in Tab. 1). Mit einem Saldo von -4 881 resultierten die Wanderungsverluste vorrangig aus der Entwicklung in den Städten. In den Dörfern blieb der migrationsbedingte Einwohnerrückgang durch Binnenwanderungsgewinne in der Altersgruppe bis 49 Jahre sowie Außenwanderungsgewinne älterer Menschen vergleichsweise moderat.

Tabelle 1

Wanderungsbewegungen im Landkreis Prignitz 1991 bis 1999

Alter der Migranten

Siedlungstyp

Zuzüge

Fortzüge

Gesamt

Binnen*

Außen**

Gesamt

Binnen*

Außen**

0-49 Jahre

Dörfer

19 136

12 436

6 700

19 798

11 096

8 702

Kleinstädte

11 809

6 888

4 921

16 399

6 701

9 698

50 Jahre

Dörfer

3 724

2 303

1 421

3 506

2 270

1 236

u. älter

Kleinstädte

2 127

1 258

869

2 418

1 191

1 227

Gesamt

36 796

22 885

13 911

42 121

21 258

20 863

*/**

Quelle bzw. Ziele der Wanderung innerhalb/außerhalb des Landes Brandenburg Quelle: Landesbetrieb für Statistik des Landes Brandenburg; eigene Berechnung

Quelle: Landesbetrieb für Statistik des Landes Brandenburg; eigene Berechnung

Anhand von Abbildung 1 lässt sich grob ableiten, welche strukturellen Folgen die Migration auf die Bevölkerungsgliederung insbesondere in den Dörfern hat: Zum einen führen die Wanderungsgewinne durch ältere Menschen im Kontext mit Wanderungsverlusten in dur Altersgruppe bis 49 Jahre zu einer beschleunigten Überalterung. Zum anderen verändert sich durch den vorrangig überregionalen Zuzug – hauptsächlich aus städtischen Räumen – eine weitere qualitative Komponente der Bevölkerung, die in ihren Konsequenzen zu berücksichtigen ist.

Landkreis Prignitz – Wanderungseffektivität* 1991 bis 1999 nach Siedlungstyp, Alter der Migranten und Quelle/Ziel der Wanderung

Quelle: Landesbetrieb für Statistik des Landes Brandenburg; eigene Berechnung

Citation: Raumforschung und Raumordnung Spatial Research and Planning 62, 2; 10.1007/BF03184363

2.2 Räumliche Differenzierung nach der Befragung

2.2.1 Herkunft der Zugewanderten

Ein erster Anhaltspunkt für die Erklärung des Wanderungsverhaltens älterer Personen in die ländlichen Räume Brandenburgs stellt sicherlich die Analyse der jeweiligen Herkunftsgebiete und die Klärung möglicher Bezugspunkte zum Zielraum dar. Die so gewonnenen Angaben weisen zum einen auf die Wanderungsdistanz, zum anderen aber auch auf eventuell noch bestehende Beziehungen zum Zielort der Wanderung hin.

Bei der Analyse der Herkunftsorte der Zuwanderer (Karte 1) fällt zunächst die Dominanz Berlins und der an Brandenburg angrenzenden Bundesländer auf: 44.2 % der Zuwanderer kamen aus Berlin, weitere 32 % aus den angrenzenden Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Als Erklärung für diesen Trend kann hier zunächst nur auf die räumliche Entfernung hingewiesen werden, so dass Wanderungsbewegungen also als eine räumlich weitergehende Wanderung in den ländlichen Raum zu erklären sind. Eine Analyse der hier wiedergegebenen Daten muss berücksichtigen, dass es sich um den Sonderfall der Wanderung in den peripheren ländlichen Raum handelt – insofern widersprechen die Daten nicht den Befunden von Friedrich (2002, S. 91), der eine Abwanderung älterer Menschen aus den Kernstädten in die angrenzenden Gebietseinheiten konstatiert. Allerdings ergibt eine räumliche Analyse der Herkunftsorte keine deutlichen Anzeichen für eine Überrepräsentierung städtischer Herkunftsorte, abgesehen von Berlin. Wichtiger erscheint hier aber die regionale Differenzierung der Wanderungsbewegungen im Hinblick auf die Zielgebiete der Wanderungen. Die Landkreise Oberhavel, Prignitz und Dahme-Spree gelten als die am häufigsten gewählten Landkreise (16,4, 13,4 bzw. 10,1 % aller Zugewanderten). Gemessen an den Herkunftsgebieten der Zuwanderer zeigen sich weitere räumliche Differenzierungen, die erste Präferenzen für bestimmte Landesteile Brandenburgs erkennen lassen (Karte 1). Relativ betrachtet bevorzugen die Zuwanderer aus Berlin offenbar die unmittelbar an Berlin angrenzenden Landkreise, während für Zuwanderer aus den neuen Bundesländern eine Konzentration in den südlichen Landkreisen zu beobachten ist. Weitaus undifferenzierter gibt sich die Zuwanderung aus den alten Bundesländern: Der hohe Anteil in der Prignitz deutet auf die Nähe zu Niedersachsen hin.

Zusammensetzung der befragten Zuge/ogenen in den äußeren Entwicklungsraum Brandenburgs

Quelle: Eigene Befragung

Citation: Raumforschung und Raumordnung Spatial Research and Planning 62, 2; 10.1007/BF03184363

Als ein erstes Erklärungsmuster für die Wahl des ländlichen Brandenburgs als Alterswohnort kommt ein möglicher persönlicher Bezug zum Zielort bzw. zur Zielregion in Frage. Allerdings ergab unsere Befragung, dass nur ein geringer Anteil (ca. 27 %) der Befragten einen Bezug zu Brandenburg angaben, da sie entweder dort ihre Kindheit verbrachten, dort einmal wohnten oder ihre Familie aus der näheren Umgebung kam. Allerdings darf man diese Angaben nicht überbewerten, da ein erheblicher Anteil der Befragten erst nach 1945 aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach Deutschland kam.

2.2.2 Affinität zu Stadt/Land

In einer weiteren Aufdeckung eines möglichen Zusammenhanges zwischen früherem und heutigem Wohnort wurde summarisch die Affinität zu städtischen oder ländlichen Räumen anhand der jeweiligen Wohndauer abgefragt.

Offensichtlich ergibt sich hier kein deutlicher Zusammenhang zwischen einer früheren Wohndauer im ländlichen Raum und dem Alterswohnsitz – im Gegenteil, ein Großteil der Probanden gab an, länger in städtischen als ländlichen Räumen gewohnt zu haben (Abb. 2).

Affinität der Befragten zu städtischen oder ländlichen Räumen anhand der Wohndauer vor dem Zuzug (in %)

Quelle: liigene Befragung

Citation: Raumforschung und Raumordnung Spatial Research and Planning 62, 2; 10.1007/BF03184363

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass in Bezug auf die Herkunftsgebiete der befragten Zuwanderer die Stadt Berlin vor den unmittelbar an Brandenburg angrenzenden Bundesländen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen dominiert. Die Erhebung möglicher biographischer Zusammenhänge zwischen früherem und heutigem Wohnort ergab keinen positiven Zusammenhang im Sinne eines Anknüpfens der letzten Wohnortwahl mit früheren Wohnorten oder Affinitäten zu städtischen oder ländlichen Räumen, was eher den Schluss nahe legt, dass die Wahldes Wohnortes im ländlichen Raum als bewusste Abkehr von städtischen Umfeldern (gerade im Falle Berlins) gesehen wird.

2.2.3 Alter

Weitere Aufschlüsse über die Besonderheiten der Wanderungsbewegungen in den ländlichen Raum Brandenburgs gibt die Betrachtung der befragten Altersgruppen. Mit fast der Hälfte aller Befragten (48,9 %) bilden die 61- bis 70-Jährigen die größte Zuwanderergruppe; demgegenüber waren 21,4 % zwischen 51 und 60 Jahre alt und knapp 30 % 71 Jahre und älter. In Anlehnung an gängige Altersdifferenzierungen der Altenforschung (z.B. Statistisches Bundesamt 1992) sollen im Folgenden vor allem zwei Altersgruppen betrachtet werden: Die „Jüngeren Alten“ (bis 65 Jahre) – charakterisiert durch eine teilweise Einbindung in den Arbeitsprozess, höhere Mobilität, höhere Einkommen und höheres Aktivitätsniveau – und die „Älteren Alten“ (über 65 Jahre). Beide Gruppen waren in der Untersuchung in gleicher Anzahl vertreten.

Betrachtet man den Zuwanderungsprozess nun aus Sicht dieser beiden Altersgruppen, so fallen zunächst die Landkreise Oberhavel, Prignitz, Märkisch-Oderland und Ostprignitz-Ruppin als bevorzugte Zielregionen der „Jüngeren Alten“ auf; demgegenüber wurden Über-65-Jährige vor allem in Oberspreewald-Lausitz und Oder-Spree angetroffen.

2.2.4 Einkommen

Ein letztes Strukturmerkmal der Zuwanderer in den ländlichen Raum Brandenburgs betrifft die Einkommenssituation, von der wesentliche Aufschlüsse über die raumplanerische Relevanz der betrachteten Altersgruppe zu erwarten sind. Als Arbeitshypothese dient hierbei die Annahme, dass Personen mit einem höheren Haushaltseinkommen auch eine entsprechend höhere Nachfrage nach Konsumgütern, Dienstleistungen und Infrastrukturangeboten generieren.

Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht das hohe Niveau des Haushaltsnettoeinkommens der zugewanderten Haushalte in den ländlichen Räumen Brandenburgs. Unter Zugrundelegung der jeweiligen Mittelwerte der einzelnen Klassen ergibt sich ein Mittelwert von 1 523 €.

Demgegenüber verfügt die Gruppe der Rentner in der ganzen Bundesrepublik über ein verfügbares Einkommen von 1 127€ (Reil-Held/Schnabel 1999, S. 9). In Brandenburg hingegen liegen die Einkommen aus der Rentenversicherung für nichterwerbstätige Haushalte bei nur 1 039 € (Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg 2002, S. 502). Anhand dieser Angaben lässt sich abschätzen, dass die Zugewanderten gegenüber den Einheimischen über einen signifikanten Einkommensvorsprung verfügen. Sollten sie diesen Einkommensvorsprung auch konsumtiv nutzen, ergibt sich für die Zuwanderungsorte innerhalb des zentralörtlichen Systems ein nachfragebasierter Vorteil, der zu einer Stabilisierung der bestehenden Versorgungseinrichtungen beitragen kann.

Gruppierung der Befragten nach dem Haushaltsnettoeinkommen (n = 543)

Quelle: Eigene Befragung

Citation: Raumforschung und Raumordnung Spatial Research and Planning 62, 2; 10.1007/BF03184363

3 Regionale Stabilisierung durch Zuwanderung Älterer?

In Gesprächen mit Kommunalpolitikern in den ländlichen bzw. peripheren Räumen über Entwicklungsprobleme werden neben fehlenden Arbeitsplätzen vor allem die Abwanderung Junger bzw. der fehlende Zuzug junger Familien beklagt. Vielen politischen Verantwortungs- und Entscheidungsträgern ist dabei das Illusorische des Wunsches nach zuwandernden Jüngeren gerade in solche Regionen angesichts einer zunehmend alternden Gesellschaft nicht bewusst. Auch aus diesem Grunde muss man der Frage nachgehen, ob sich aus dem Wanderungsgewinn an Älteren positive Effekte für die Raumentwicklung ergeben bzw. generieren lassen, um regionale Akteure auf dieses Potenzial aufmerksam zu machen.

Allgemeine Argumente für einen positiven Einfluss finden sich vor allem aus soziologischen Untersuchungen zur Entwicklung der Lebensumstände Älterer. Kühnemund kommt bei seinen Untersuchungen zu gesellschaftlicher Partizipation und Engagement in der zweiten Lebenshälfte (Kühnemund 2001) unter Nutzung der Daten des Alters-Survey zu dem Schluss: „Die Produktivität der Älteren im Sinne einer gesellschaftlichen Ressource ist heute schon beträchtlich, auch wenn dies bisher …noch nicht hinreichend erkannt worden ist.“ (ebd. S. 155). Es wurden bei einer Stichprobe von mehr als viertausend Personen ab einem Alter von vierzig Jahren sowohl die produktiven Tätigkeiten (Betreuung von Enkelkindern, Pflegetätigkeit, freiwilliges Engagement und Erwerbstätigkeit) als auch informelle Unterstützungsleistungen, politische Partizipation und weitere „Freizeit“-Tätigkeiten (Bildung, Kultur u. a.) untersucht. In Bezug auf die Zukunft erwartet der Autor im Allgemeinen ein Zunehmen der Aktivitäten der Älteren, denn sie werden älter, gesünder, von besserem Bildungsniveau und einkommensstärker. Die Aktivitäten der Älteren stehen häufig in Wechselbeziehung zur jüngeren Generation bzw. erbringen für diese Leistungen. Allerdings stellt der Autor auch einen erheblichen Unsicherheitsgrad in Bezug auf die künftige Ausprägung der einzelnen Aktivitäten und Leistungen fest, was unter anderem durch Veränderungen in den sozialstaatlichen Rahmenbedingungen, die kritische Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die zunehmende Deinstitutionalisierung des Lebenslaufes im Hinblick auf das Alter (Kühnemund 2001, S.160) begründet ist.

Die oben genannten Untersuchungen unterscheiden bei ihren Ergebnissen zwar Altersgruppen, Männer und Frauen, Ost- und Westdeutschland, aber nicht ländliche und städtische Räume. Trotzdem soll versucht werden, aus den allgemeinen Erkenntnissen zur Partizipation mit der notwendigen Zurückhaltung Bezüge zu unseren Aussagen über die zugewanderten Älteren herzustellen.

3.1 Wanderungsmotivation als differenzierender Hintergrund

Die Beweggründe zu einer Wanderung können Einblicke in zurückliegende Lebenssituationen geben, vor allem aber Erwartungen, Ansprüche oder Vorhaben im Bereich des neuen Wohnstandortes offenbaren. Um hier unvoreingenommene Aussagen zu erhalten, war die Frage nach den Motiven offen gestellt worden, und erst im Nachhinein wurden die Antworten kategorisiert. Obwohl mehrere Motive genannt werden konnten, wurde von 270 der 543 Befragten nur ein einziges Motiv genannt. In 106 Fällen war es das Motiv „Familie“ und eine Zahl von ebenfalls 106 Fällen ergibt sich aus den Einzelnennungen „Eigentum“, „Ruhe/ländliches Leben“ und „Arbeit“. Die Teilung in zwei Hauptgruppen, die sich bei den Einzelnennungen andeutet, wurde auf die Gesamtmenge der Probanden angewandt. So entsteht eine Motivgruppe, die das Motiv Familie und alle Kombinationen damit umfasst (228 von 543 Fällen), und eine zweite Gruppe, die sämtliche Kombinationen zusammenfasst, bei denen „Familie“ nicht auftaucht (315 von 543 Fällen).

Während die erste Gruppe die klassische individuell ausgerichtete Alterswanderung umfasst (mit den Kindern ziehen, zu den Kindern ziehen), kann die letztgenannte Wanderungsgruppe Ausgangspunkt für planerische Überlegungen sein, denn offensichtlich spielen hier Erwartungen an räumliche Ausstattungs- und Milieubedingungen bei der Entscheidung zum Umzug eine wichtige Rolle. In 289 dieser 315 Wanderungsfälle waren Motive und Motivkombinationen kategorisierbar. Vier Motive traten dabei allein oder in Kombination mit anderen in den Vordergrund: Eigentum; Ruhe/ländliches Leben; Arbeit; Natur. Als Einzelmotive begründen sie bei 47 % aller Befragten die Wanderung, und rechnet man sämtliche Kombinationen mit diesen vier Grundmotiven hinzu, so werden 77 % der Befragten erfasst.

3.2 Bewertung der Raumsituation durch die Zugewanderten

Eine Bewertung der Vor- und Nachteile des neuen Wohnortes gegenüber dem alten durch die Probanden spiegelt teilweise ihre Grundmotive. Jeder dritte Befragte hat bei den Vorteilen die Stichworte Ruhe und/ oder Natur genannt, auch viele andere Nennungen (Klima, gute Luft, viel Freiraum) ließen sich diesen Kategorien zuschlagen. Die insgesamt weniger häufig genannten Nachteile (insgesamt wurden 680 mal Vorteile und 580 mal Nachteile genannt) stellen den Bezug zum früheren, meist städtischen Leben her; so werden vorrangig Infrastruktur und Versorgungsleistungen, häufig auch die Erreichbarkeitsverhältnisse bemängelt. Das Defizit an kulturellen Angeboten, das vermerkt wird, wäre in gleicher Weise zu interpretieren. Die Zufriedenheit der Zugezogenen ist – gemessen an ihren Erwartungen – insgesamt gesehen groß: 86 % sehen ihre Erwartungen voll bzw. überwiegend erfüllt. Sowohl bezüglich Arbeit als auch Eigentum gibt es vereinzelt Enttäuschungen.

Alle diese Befunde deuten darauf hin, dass bei den Umzugsentscheidungen der nicht familiengebunden Wandernden bestimmte Qualitäten in ländlichen Räumen in besonderem Maße Eingang finden: Ruhe, ländliches Flair, intakte Natur und Landschaft, kostengünstiges Wohnen und gute Verkehrsanbindung sind Ausstattungsmerkmale, die augenscheinlich in Teilen der Brandenburger Peripherie von den Zuwandernden geschätzt werden. In der regionalen Übersicht (Karte 2) sind das vor allem Ämter in den Kreisen Barnim, Märkisch Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Uckermark. Der nahe gelegene Ballungsraum Berlin ist dabei ein wichtiges Quellgebiet. So wanderte ein Fünftel der Berliner aus der betrachteten Stichprobe allein in Ämter des Kreises Oberhavel. Vor allem in der nordwestlich gelegenen Prignitz war der Anteil zugewanderter Westdeutscher (überwiegend aus Hamburg und Niedersachsen) auffällig. Die tiefer gehende Analyse zeigte, dass bei den Zuwanderungen in derartige „Vorzugsämter“ der Anteil der jungen Alten deutlich höher war und in einem Teil der Zuzugsorte eine überwiegend gute Verkehrsanbindung gegeben war. Bezogen auf das Alter überwiegen bei den raumorientiert Wandernden die jungen Alten (bis 65 Jahre) mit 65 % deutlich im Vergleich zu den familienorientiert Wandernden, wo nur 29 % dieser Altersgruppierung angehören.

Grundtypen von Zuzugsmotiven älterer Menschen in den äußeren Entwicklungsraum Brandenburgs

Quelle: Eigene Befragung

Citation: Raumforschung und Raumordnung Spatial Research and Planning 62, 2; 10.1007/BF03184363

In Bezug auf Stabilisierung im ländlich peripheren Raum lässt sich aus dem oben Dargestellten Folgendes ableiten: Der hohe Stellenwert, den Wohneigentum – verbunden mit Kostenvorteilen – bei den Zugewanderten einnimmt, weist diese als wichtige Nachfragergruppe für frei werdende bzw. leer stehende Wohnbausubstanz in Dörfern aus. Zugleich ist diese Nachfrage häufig mit dem Anspruch an intakte Natur und Landschaft verknüpft. (Bei den raumorientiert Wandernden wohnen 78 % nicht zur Miete, bei den familienorientiert Wandernden nur 58 %). Das bedeutet, dass zur Sicherung von gewachsener Kulturlandschaft die Klientel der jungen Alten eine wichtige Unterstützergruppe ist, die von den Kommunen zielgerichteter gewonnen werden könnte. Obwohl auch die Kleinstädte der Peripherie diese Zuwanderungsgruppe aufweisen, dürfte diese hier im Vergleich zu den Dörfern bei der Beseitigung von Leerstand und Verfall auf Grund des zahlenmäßig geringen Umfangs (siehe auch unter 2) eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Die starke Unzufriedenheit der Zugewanderten mit den Erreichbarkeitsverhältnissen, dem Versorgungsund dem kulturellen Angebot signalisiert die Wahrnehmung bereits bekannter Defizite ländlich peripherer Räume. In welchem Maße sich die Kommunal- und Regionalpolitik mit dieser stärkeren Unzufriedenheit konfrontiert sieht bzw. inwieweit Potenziale der Zugewanderten für Entwicklungsmaßnahmen kanalisiert werden können, hängt eng mit der Integration der Zugewanderten in den Zielräumen zusammen und mit dem Gestaltungswillen, der von ihnen ausgeht.

3.3 Potenzial für soziale und andere Aktivitäten

Die Aussagen der Probanden zu Nachbarschaftskontakten, zur Teilnahme am öffentlichen Leben im Dorf bzw. in der Kleinstadt und zu Vereinsmitgliedschaften liefern Indizien zur Integration der Zugewanderten in die sozialen Gemeinschaften der Zuzugsorte. Einige Befunde sprechen dafür, dass die eher raumorientiert Wandernden aufgeschlossener gegenüber der neuen Lebensumwelt sind als die übrigen Zugezogenen. Unter ihnen geben Probanden intensive nachbarschaftliche Kontakte an. Der ausschließliche Kontakt zu Neubürgern ist bei familienorientiert Wandernden erheblich höher als bei raumorientiert Wandernden (13,7 % gegenüber 7,9 %). Obwohl die bloße Mitgliedschaft in Vereinen am neuen Wohnort bzw. in dessen Umgebung keine Aussagen über tatsächliche Aktivitäten macht, so gibt sie doch Hinweise auf Interessenlagen. Es zeigt sich zunächst, dass ein höherer Anteil der raumorientiert Zugewanderten Vereinsmitgliedschaft angibt als familienorientiert Zugewanderte (44,9 % gegenüber 37,9 %). Dieser Unterschied ist nicht allein durch den höheren Anteil junger Alter bei den raumorientiert Wandernden erklärbar, weil auch die ältere Altersgruppe dieser Teilstichprobe anteilig mehr Vereinsmitgliedschaften aufweist. Beim Spektrum der Vereine und Organisationen, die genannt wurden, unterscheiden sich die beiden Teilstichproben des Weiteren dadurch, dass familienorientierte Zuwanderer eher in traditionellen und altersgruppenspezifischen Vereinen organisiert sind, während bei den raumorientiert Zugewanderten neben diesen häufig auch informelle Gruppierungen wie Bürgerinitiativen und Fördervereine genannt werden. Wenn auch Bürgerinitiativen zeitlich begrenzte Aktionen sind, so signalisieren gerade sie das Mitgestaltungsinteresse der Zugewanderten an der Lebensumwelt.

Potenziale und Bereitschaft der Älteren für Aktivitäten im Interesse der kommunalen Entwicklung sollten systematischer von den Entscheidungsträgern ins Kalkül gezogen werden. Jüngere Bewohner in peripheren ländlichen Gebieten sind durch ihr „Eingespannt-Sein“ in die Arbeitswelt (längere tägliche Pendelwege) häufig für Belange der dörflichen oder kleinstädtischen Gemeinschaften schwer zu gewinnen. Insbesondere die zugewanderten Älteren können mit ihrem „Blick von außen“ neue Impulse für die Dorfentwicklung geben.

4 Regionale und lokale Strategien und Handlungsansätze

Aus den hier identifizierten Tendenzen der Wanderung älterer Menschen in den ländlichen Raum Brandenburgs lassen sich regionale und lokale Strategien und Handlungsansätze entwickeln; allerdings muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den nachfolgend dargelegten Überlegungen nicht um allgemeine Strategien zur Regionalentwicklung ländlicher Räume in den neuen Bundesländern handelt, sondern lediglich um Reflexionen zur raumplanerischen Nutzbarmachung des Zuwanderungspotenzials älterer Menschen.

Aus regionalwissenschaftlicher Sicht ergeben sich durch die Zuwanderung älterer Menschen die folgenden Entwicklungstrends:

  1. die Bevölkerungszahl wird zumindest stabilisiert bzw. deren Rückgang verlangsamt;
  2. Wohngebäude werden in ihrer Funktion erhalten bzw. teilweise sogar vorhandene Gebäude zum Wohnen umgenutzt;
  3. unbestritten bleibt der Beitrag zur weiteren Überalterung der Bevölkerung;
  4. die Zuwanderung aus städtischen Räumen birgt das Potenzial zu einer positiven Entwicklung der Einkommens- und Bildungssituation;
  5. die im ländlichen Raum wohnende Bevölkerung differenziert sich in ihrer Haltung zur Lebenssituation: Denjenigen, die sich im ländlichen Raum „gefangen“ oder „zurückgeblieben“ fühlen, stehen die Zuwanderer gegenüber, die – wenn sie nicht aus Pflegegründen zugewandert sind – sich aus freien Stücken und mit klar definierten Zielen für den Wohnort entschieden haben;
  6. letztlich können sich auch Konflikte zwischen den sich mit ihrem Wohnort identifizierenden Alteingesessenen und den Zuwanderern ergeben: Die ursprünglichen Bewohner könnten sich von den Zuwanderern gestört fühlen.

Insgesamt kann also aus der Zuwanderung älterer Menschen eine Stabilisierung der Nachfrage, des Gebäudebestandes und ein Beitrag zur Mobilisierung der lokalen Gemeinschaft und mithin unbestreitbar ein positiver Entwicklungseffekt erwachsen. Aus Sicht der Regionalwissenschaften stellt sich nun die Frage, wie dieser Effekt verstetigt oder sogar gestärkt werden kann.

Neben den sicherlich allgemeinen Aufgaben des Regionalmarketings, das sich nicht nur auf die Gewinnung potentieller gewerblicher Investoren, sondern auch auf die Anziehung von Zuwanderern konzentrieren sollte, genießt der Aspekt der gezielten Verstärkung der positiven Eigenschaften des Zuwanderungsraums Priorität. Hierbei ist zunächst an die Bereitstellung von Wohnraum bzw. von Informationen über Förderungsmöglichkeiten zur Umnutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude zu denken. Zu diesen angebotsorientierten Maßnahmen zählt dann auch die Verbesserung der von den bisherigen Zuwanderern genannten positiven Eigenschaften der natürlichen Umwelt, des direkten Wohnumfeldes und des dörflichen/ kleinstädtischen Lebens. Aus raumplanerischer Sicht bedeutet dies im weitesten Sinne eine Erhaltung der Kulturlandschaft bzw. der Persistenz des heutigen Offenland-Wald-Verhältnisses. Weiterhin kann das direkte Wohnumfeld und die Qualität des dörflichen Lebens mit gutem Erfolg durch Maßnahmen der Dorferneuerung in seiner heutigen Qualität erhalten bzw. verbessert werden.

Weitaus anspruchsvoller gestaltet sich die Aufgabe des Aufbaus eines altengerechten Versorgungssystems – ein Bereich, der durch die vorherrschende Abwanderung jüngerer Menschen schon jetzt an Bedeutung gewinnt, aber aus Perspektive der Zugewanderten in Qualität und Quantität geschärft werden muss: Obgleich die Zugewanderten heute noch in hohem Maße individuell mobil sind, ist abzusehen, wann ihr weiterhin bestehendes Mobilitätsinteresse durch den ÖPNV gewährleistet werden muss; so führt Mollenkopf (2002, S. 141) die von ihr identifizierten Zufriedenheitsdisparitäten zwischen den beiden Untersuchungsgruppen im ländlichen Raum auch auf vorherige Mobilitätsmuster zurück. Für den ländlichen Raum als Zuwanderungsgebiet älterer Menschen bedeutet dies neben den allgemeinen Forderungen nach ambulanten Leistungen im Bereich der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Pflege- und anderen personenbezogenen Dienstleistungen auch die Verbesserung des ÖPNV. Entsprechende, technisch und finanziell tragfähige Lösungsmöglichkeiten sind bereits entwickelt, warten aber in vielen ländlichen Bereichen noch auf ihre Umsetzung. Wichtiger erscheint hier der Hinweis auf die möglicherweise veränderten Nachfragebedingungen zugewanderter älterer Menschen mit höherem Einkommen und vormaligem städtisch geprägten Konsumentenverhalten: Ihrem Interesse an einem qualitativ abwechslungsreichen Angebot kann nicht ausschließlich durch ambulante Dienste abgeholfen werden. Für diese Personengruppe bedeutet eine weitere Verödung der Kleinstädte eine Verschlechterung der Lebensqualität.

Generell spielen die Landstädte mit ihren von Hannemann (2002) analysierten positiven Eigenschaften eine wichtige Rolle im Entwicklungs- und Stabilisierungsprozess ostdeutscher Regionen: Als Standorte eines differenzierten Warenangebots kommt ihnen gerade für Zugewanderte besondere Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang ist an eine Überarbeitung des Zentrale-Orte-Systems und der Anforderungskataloge zu denken: Die Befragung der Zugewanderten ergab beispielsweise im medizinischen Bereich eine hohe Persistenz der Nutzung von Dienstleistungen am Quellort der Wanderung; nimmt deren Mobilität ab, müssen medizinische Versorgungseinrichtungen in den nächstliegenden Kleinstädten etabliert werden. Hier macht sich schon bei aktuellen Entscheidungen zur Ärzteversorgung der heterogene Zuschnitt der Brandenburger Landkreise (Teile des Verflechtungsraumes Berlin und der Peripherie sind einem Kreis zugehörig) nachteilig bemerkbar, weil bei den Prüfkriterien die unterversorgten peripheren Gebiete durch die besser versorgten Berlin nahen Räume verschleiert werden. Hier fehlen gegenwärtig noch angepasste Entscheidungsmechanismen.

Abschließend ist auf den starken raumdifferenzierenden Charakter selektiver Wanderungsprozesse hinzuweisen. Raumentwicklung in so genannten Schrumpfungsregionen wird zunehmend uneinheitlicher und muss stärker als unter Wachstumsbedingungen von den Akteuren vor Ort gestaltet werden. Das bedeutet, dass übergeordnete Planungen mit ihren Instrumenten vor allem flexibles Handeln vor Ort unterstützen müssen. Darüber hinaus müssten angesichts eingeschränkter kommunaler Haushalte öffentliche Investitionen in die Erhaltung oder den Ausbau der Infrastruktur stärker räumlich gebündelt werden, um eine größere Wirkung zu entfalten – ein Postulat, wie es auch von anderer Seite für Brandenburg formuliert wurde (Klesmann 2003). Das wiederum setzt aber detaillierte Kenntnisse zur Raumentwicklung auch außerhalb der Städte voraus.

Bereits die durch raumbezogene Motive differenzierte Zuwanderung Älterer ist ein Indiz für unterschiedliche Attraktivität oder Wahrnehmung von Attraktivität. Ländlich periphere Räume bieten demnach nicht in gleichem Maße Anziehungspunkte für den Zuzug Älterer. Gerade für junge Alte könnte die Verbesserung der Versorgungs- und Erreichbarkeitsbedingungen einen Anreiz bilden, den Lebensmittelpunkt in den ländlichen Raum zu verlegen. Damit soll nicht einer Counterurbanisierung das Wort geredet werden, vielmehr geht es um Revitalisierungsimpulse für den ländlichen Raum. Die in der Perspektive weiter zunehmende Deinstitutionalisierung von Lebensläufen, die sich auch im Alter fortsetzt, vergrößert die Individualisierung und damit die Quelle für städtische Zuwanderer in ländliche Räume. Für planerisches Gestalten besteht ein Schlüsselproblem darin, eine Sensibilisierung der lokalen Verantwortungs- und Entscheidungsträger dafür zu erreichen, dass auch durch die Zuwanderung Älterer lokale Entwicklungsmöglichkeiten verbessert werden können. Informelle Planungsinstrumente im Sinne von Impulsgebungen durch die Landes- bzw. Regionalplanung scheinen dafür am geeignetsten. Sie sollten in erster Linie die örtlichen Eigenkräfte unterstützen und die Schlüsselpersonen auf diesen Ebenen für flexible Handlungsstrategien qualifizieren.

Literatur

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  • Friedrich, Klaus (1995): Altern in räumlicher Umwelt. Darmstadt

  • Friedrich, Klaus (2002): Migrationen im Alter. In: Schlag, Bernhard; Megel, Katrin (Hrsg.): Mobilität und gesellschaftliche Partizipation im Alter. Stuttgart, S. 87–96

  • Gans, Paul; Kemper, Franz-Josef (2003): Ost-West-Wanderungen in Deutschland–Verlust von Humankapital für die neuen Länder? In: Geographische Rundschau 6/2003, S. 16–18

  • Hannemann, Christine (2002): Neue Länder–neue Sitten? Transformationsprozesse in Städten und Regionen Ostdeutschlands. Berlin

  • Kapphan, Andreas (1996): Wandel der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. In: Strubelt, Wendelin; Genosko, Joachim; Bertram, Hans; Friedrichs, Jürgen; Gans, Paul; Häußermann, Hartmut; Herlyn, Ulfert; Sahner, Heinz (Hrsg.): Städte und Regionen–Räumliche Folgen des Transformationsprozesses. (Berichte der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (KSPW) Band 5).–Opladen, S. 217–254

  • Klesmann, Martin (2003): Zuzug von Senioren soll Brandenburg retten. In: Berliner Zeitung vom 12./13.

  • Kühnemund, Harald (2001): Gesellschaftliche Partizipation und Engagement in der zweiten Lebenshälfte. Beiträge zur Alterns-und Lebenslaufforschung. Band 3.–Berlin

  • Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg (Hrsg.) (2002): Statistisches Jahrbuch Brandenburg 2002.–Potsdam

  • Maretzke, Steffen (1998): Regionale Wanderungsprozesse in Deutschland neun Jahre nach der Wiedervereinigung. In: Informationen zur Raumentwicklung, H. 11/12, S. 743–760

  • Metzner, Thorsten: neue Bewohner braucht das Land. In: Tagesspiegel vom 23.11.2001

  • Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg (MLUR) (2001): Prognose der Bevölkerungsentwicklung im Land Brandenburg. In: Brandenburger Agrar- und Umwelt Journal 9, S. 32–33

  • Mollenkopf, Heidrun (2002): Die Mobilität Älterer in städtischen und ländlichen Regionen Ost- und Westdeuschlands. In: Schlag, Bernhard; Megel, Katrin (Hrsg.): Mobilität und gesellschaftliche Partizipation im Alter.–Stuttgart, S. 130–146

  • Reil-Held, Annette; Schnabel, Reinhold (1999): Vom Arbeitsmarkt in den Ruhestand: Die Einkommen deutscher Rentner und Rentnerinnen. Discussion Paper des SFB 504 am Lehrstuhl für Makroökonomik und Wirtschaftspolitik der Universität Mannheim

  • Schwitzer, Klaus-Peter (1996): Lebensbedingungen und Handlungsintentionen älterer Menschen im Zuge des Transformationsprozesses in den neuen Ländern. In: Bertram, Hans; Hradil, Stefan; Kleinhenz, Gerhard (Hrsg.): Sozialer und demographischer Wandel in den neuen Bundesländern (= Schriftenreihe der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländen Band 6).–Opladen, S. 277–305

  • Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (1992): Im Blickpunkt: Ältere Menschen.–Stuttgart

  • Weiß, Wolfgang; Hilbig, Antje (1998): Selektivität von Migrationsprozessen am Beispiel Mecklenburg-Vorpommern. In: Informationen zur Raumentwicklung, H. 11/12, S. 793–802

  • Weiß, Wolfgang (2002): Der ländlichste Raum. Regional-demographische Begründung einer Raumkategorie. In: Raumforschung und Raumordnung 60 (3/4), S. 248–254

  • Werz, Nikolaus (2001): Abwanderung aus den neuen Bundesländern von 1989 bis 2000. In. Aus Politik und Zeitgeschichte. 39/40, S. 23–31

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  • Born, Karl Martin; Goltz, Elke; Saupe, Gabriele (2002): Untersuchung von Wanderungsmotiven lebensälterer Personen, die ihren neuen Wohnort in ländlichen Gebieten des äußeren Entwicklungsraumes gewählt haben. Studie für die Gemeinsame Landesplanungsabteilung der Länder Berlin und Brandenburg.

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