Frauenfiguren in der deutsch-jüdischen Gegenwartsliteratur. Rafael Seligmanns Roman Die jiddische Mamme

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Abstrakt

In der vorliegenden Arbeit soll der Umgang mit dem Stereotyp der jiddischen Mamme im gleichnamigen Roman des deutsch-jüdischen Schriftstellers Rafael Seligmann behandelt werden: ob - und in welchem Maß - Seligmanns Darstellung dem stereotypen Mutterbild entspricht. Begnügt er sich mit der einfachen Präsentation der Stereotypen, will er diese verwerfen oder etwa verstärken? Es geht nicht nur um „Mammes“, sondern um jüdische und nicht-jüdische Frauenfiguren, die der Stereotypisierung zum Opfer gefallen sind. Zuerst muss geklärt werden, welche Probleme das Leben für Juden und Nicht-Juden „im Land der Täter“ aufwirft. Wenn Juden schon wegen der Niederlassung in Deutschland Gewissensbisse und Verachtung erfahren müssen, wie ist es dann möglich, über eine deutsch-jüdische Literatur zu sprechen? Und wie kommt es dazu, dass Autoren - in erster Linie Rafael Seligmann -, die überhaupt nicht in Deutschland leben dürften, sich entschlossen haben das Schweigen und die Tabus zu brechen und zu reizen?

Nach der kurzen sozialhistorischen und literaturgeschichtlichen Einordnung wird geschildert, wie das Stereotyp der „jiddischen Mamme“ ihren Weg in die Literatur bis hin zu Seligmanns Roman gefunden hat. Frauenund Mutterfiguren des Romans werden untersucht um zu sehen, inwiefern diese dem vorhandenen Bild der Mutter und der Frau entsprechen.

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