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  • Keyword: Windenergie x
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Thomas Meister

Zusammenfassung

Staatliche Steuerungsinstrumente sind für die Diffusion von erneuerbaren Stromerzeugungstechnologien von zentraler Bedeutung. Mit ihnen können politisch erwünschte und vom Markt unzureichend berücksichtigte Effekte (z. B. Emissionsreduzierung) gefördert werden. Dieser Zusammenhang lässt sich am Beispiel des Ausbaus der Offshore-Windenergie in Deutschland zeigen: Mit der Implementierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 sollten durch finanzielle Anreize und planerische Freiheiten für Projektentwickler geeignete Rahmenbedingungen für einen Ausbau der Offshore-Windenergie geschaffen werden. Allerdings – so die grundlegende These dieses Beitrags – waren die in der Anfangsphase des Ausbaus implementierten Steuerungsinstrumente nicht nur ungeeignet, um zentrale Hindernisse zu beseitigen, sondern sie verhinderten darüber hinaus vielmehr eine zügige Entwicklung: Insbesondere die fehlende räumliche Steuerung in der Anfangsphase des Ausbaus förderte Nutzungs- und Naturschutzkonflikte und begünstigte einen ,Wildwuchs‘ der Offshore-Windparks, der einer effizienten Netzanbindung entgegenstand. Durch Modifikation bestehender und der Implementierung neuer Steuerungsinstrumente versuchten die staatlichen Akteure, die Rahmenbedingungen für den Ausbau zu verbessern. Diese Steuerungsversuche werden aus einer Innovationsperspektive mit Hilfe der Konstellationsanalyse analysiert. Hierbei wird – basierend auf einer Dokumentenanalyse und Expertengesprächen – gezielt das Wirkungsgefüge von staatlichen Steuerungsversuchen und sozioökonomischen, technischen und natürlichen Einflussfaktoren untersucht. So kann gezeigt werden, dass erst durch langwierige Lern- und Aushandlungsprozesse Steuerungsinstrumente implementiert wurden, mit denen geeignete Rahmenbedingungen für den Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland geschaffen werden konnten.

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Stephan Bosch and Nikolas Ludwig

Zusammenfassung

Die Berücksichtigung alternativer Standorte für erneuerbare Energien darf nicht erst eine Reaktion auf die schwindende Akzeptanz der Energiewende sein. Sie sollte vielmehr am Beginn jeder Standortplanung stehen und dadurch einen transparenten, demokratischen Aushandlungsprozess zur nachhaltigen Flächennutzung ermöglichen. Standortalternativen können sich zum einen daraus ergeben, dass ein Standortsuchraum durch Minimierung bzw. Maximierung von Restriktionskriterien sukzessive erweitert bzw. eingeschränkt wird. Zum anderen lässt sich ein Standortsuchraum um eine bislang nicht ins Standortkalkül miteinbezogene Flächenkategorie erweitern. Beide Aspekte werden im Folgenden aufgegriffen, wenn es darum geht, räumliche Korridore zur Umsetzung der bayerischen Windenergiewende zu erarbeiten. Die Raummuster, die sich aus den GIS-gestützten Standortanalysen für Windenergieanlagen ergeben, können der Raumordnung als Grundlage zur Ausweisung von Ausschluss-, Vorbehalts- und Vorranggebieten dienen. Allein ein einheitliches, auf Potenzialanalysen basierendes Vorgehen der regionalen Planungsverbände kann einen Flickenteppich von Energiekonzepten verhindern und Standortplanungsprozessen den Weg hin zu einer ausgewogenen Raumentwicklung weisen. Daher besteht das Ziel des Beitrags darin, die windenergetische Eignung von Offenland- und Waldstandorten zu prüfen und jene räumlichen Muster der Windenergie zu identifizieren, die nicht nur den quantitativen Vorgaben des bayerischen Windenergieerlasses, sondern darüber hinaus dem qualitativen Anspruch einer größtmöglichen sozialökologischen Verträglichkeit Rechnung tragen.

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Markus Leibenath

Zusammenfassung

Wenn man räumliche Planung verstehen möchte, ist es wichtig, die Selbstverständnisse und beruflichen Identitäten der handelnden Akteure zu kennen. Bislang ist dazu in Deutschland kaum geforscht worden. Der Beitrag basiert auf einem Forschungsansatz, der berufliche Identitäten als Ergebnis des Zusammenwirkens gesellschaftlicher Anforderungen und eigener Handlungen in den Fokus rückt. Es wird gezeigt, welche Rollen Regionalplanern von außen zugewiesen werden und wie Regionalplaner selber ihre beruflichen Identitäten wahrnehmen und daran arbeiten. Anhand von Dokumentenanalysen und autobiographisch-narrativen Interviews wird untersucht, welche Subjektpositionen in schriftlichen Diskursfragmenten, die sich auf Regionalplanung und Windenergie beziehen, zu finden sind, welchen äußeren Anforderungen sich Regionalplaner ausgesetzt sehen, welche Ansprüche sie selber an ihr berufliches Handeln stellen, welche Techniken des Selbst sie praktizieren und welche diesbezüglichen Spannungen sie wahrnehmen. Die Ergebnisse knüpfen an internationale Untersuchungen über planerische Identitäten an und können als Angebot an die Praxis gelesen werden, individuelle Praktiken und Spielräume der Identitätsarbeit zu reflektieren.