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  • Keyword: Reurbanisierung x
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Thomas Pohl

Zusammenfassung

Aufgrund einer stetigen Zuwanderung junger Menschen in der Ausbildungs- und Berufsfindungsphase scheinen prosperierende Städte wie Hamburg von den Folgen des demographischen Wandels nicht an erster Stelle betroffen zu sein. Eine kleinräumige Betrachtung der demographischen Entwicklung innerhalb der Stadt verdeutlicht aber, dass insbesondere die monofunktionalen Wohnquartiere in den suburban geprägten Stadtteilen von der Zuwanderung nicht profitieren. Vielmehr weisen diese Gebiete eine starke Überalterung der Wohnbevölkerung auf. Diese Entwicklung lässt einen dringenden Handlungsbedarf für die lokale Stadtentwicklung und Stadtpolitik in den nächsten Jahren erkennen.

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Gesa Matthes

Zusammenfassung

Der Beitrag beschreibt räumlich-demographische Prozesse in der Stadtregion Hamburg und sucht dabei Antworten auf die Fragen, inwieweit die Veränderungsprozesse tatsächlich eine stabile (Re)Konzentration von Bevölkerung in verkehrssparsamen, das heißt funktionsgemischten und gut an den öffentlichen Verkehr angebundenen Räumen bewirken und ob zumindest Ansätze neuer Stadtaffinität zu entdecken sind. Ausgehend von dem Befund, dass in Hamburg Reurbanisierung nach verschiedenen Konzepten messbar ist, werden die Wanderungsmuster der Bevölkerung in der Stadtregion anhand von Daten der amtlichen Statistik genauer untersucht. So wird ersichtlich, dass der Bevölkerungsgewinn der Stadt bzw. die Bevölkerungskonzentration in der Stadt dadurch entsteht, dass sie Einwohner von außerhalb der Region – vorwiegend aus Städten – gewinnt und die Stadtbewohner seltener ins Umland ziehen. Die Ursache für die innerregionalen Veränderungsprozesse ist das veränderte Wanderungsverhalten von Personen über 30 Jahren und Kindern sowie Kohorteneffekte der über 45-Jährigen, während die Bildungswanderer und Berufseinsteiger (18- bis 29-Jährige) als Träger des zunehmenden überregionalen Austauschs bezeichnet werden können. Diese empirischen Befunde stützen bestehende Thesen zu Ursachen der Reurbanisierung. Besonders hervorzuheben ist, dass die quantitativen Daten auch der These von ,Alten' als Träger der Reurbanisierung entsprechen.

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Dieter Rink and Marie Görbing

Kurzfassung

Zwischennutzungen spielen seit 15 bis 20 Jahren eine wichtige Rolle in Forschung und Planung. Zwischennutzungen wurden früher negiert oder als Randerscheinung abgetan, heute wird ihnen eine zentrale Rolle im Umgang mit den Folgen von Schrumpfung zugesprochen. Im Beitrag wird anhand eines kontrastierenden Vergleichs der Frage nachgegangen, wie Zwischennutzungen in unterschiedlichen urbanen Kontexten funktionieren. Dabei wird eine durchgängig schrumpfende Mittelstadt (Dessau-Roßlau) mit einer Großstadt (Leipzig) verglichen, die in den vergangenen drei Jahrzehnten unterschiedliche Phasen durchlaufen hat (Schrumpfung, Reurbanisierung und Wachstum). Ergebnis des Vergleichs ist, dass urbane Kontexte, das heißt die jeweiligen Stadtentwicklungsphasen, entscheidende Rahmenbedingungen für Zwischennutzungen sind. Es bedarf einer kritischen Masse an Nachfragern von Zwischennutzungen und einer proaktiven Haltung von Stadtpolitik und Stadtverwaltung gegenüber Zwischennutzungen. Diese Voraussetzungen sind vor allem in Großstädten und Metropolen und insbesondere im Kontext von Reurbanisierung gegeben. Reurbanisierung bzw. moderates Wachstum nach Schrumpfung kann als optimaler urbaner Kontext für Zwischennutzungen gesehen werden. Aus dieser Perspektive erscheint die überwiegende Thematisierung von Zwischennutzungen als „Instrument der Schrumpfung“ als zu einseitig oder irreführend. Die Wirkungen von Zwischennutzungen fallen in einem mittelstädtischen Kontext wie in Dessau eher gering oder sogar nur marginal aus. Schrumpfenden Mittelstädten und erst recht Kleinstädten sollten daher keine übertriebenen Hoffnungen im Hinblick auf die Wirkungen des Instruments Zwischennutzung gemacht werden.

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Christian Holz-Rau and Joachim Scheiner

Zusammenfassung

Mit dem Bild einer integrierten Standort- und Verkehrsplanung verknüpft sich die Hoffnung, die bisher verkehrsinduzierend wirkenden Wechselwirkungen zwischen Raum und Verkehr quasi umzudrehen und durch planerische Interventionen in den Bereichen von Standortstruktur und Verkehrsangebot einen nennenswerten Beitrag zur Reduzierung der klimarelevanten Emissionen zu leisten. Die planerische Gestaltung nutzungsgemischter und kompakter Standortstrukturen auf kommunaler und regionaler Ebene wird allerdings überlagert von gesellschaftlichen und räumlichen Entwicklungen, für die großräumige Mobilität politisch erwünscht oder strukturell notwendig ist. Vor diesem Hintergrund erscheinen die genannten Hoffnungen deutlich übertrieben. Wir stellen in diesem Beitrag bekannte empirische Ergebnisse zu Raumstrukturen und Verkehr in einen anderen Interpretationszusammenhang und lenken den Blick auf unseres Erachtens wichtigere Treiber der Verkehrsentwicklung, die allerdings außerhalb des Handlungsfeldes einer integrierten Standort- und Verkehrsplanung stehen. Wir ziehen die Schlussfolgerung, dass eine integrierte Standort- und Verkehrsplanung nicht mit der Vermeidung von CO2-Emissionen begründet werden sollte. Trotzdem bleibt sie aus unserer Sicht sinnvoll, da eine integrierte Standort- und Verkehrsplanung zu weiteren Zielen der Stadtentwicklung beitragen kann.

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Brigitte Adam

Zusammenfassung

Angesichts der Reurbanisierung deutscher Großstädte stellt sich die Frage, ob, wo, mit welcher Intensität und welchen Tendenzen es noch Suburbanisierung gibt. Ein mehrdimensionales quantitatives Modell liefert hierzu Antworten. Zusätzlich zur Bevölkerungsentwicklung, die häufig auf Reurbanisierung oder Suburbanisierung hinweist, integriert das vorgestellte Modell die Beschäftigten- und die Flächenentwicklung. Über Stadt-Umland-Relationen hinausgehend wird untersucht, ob sich die Entwicklungen im Umland großer Städte gemäß dem Idealbild dezentraler Konzentration auf die dortigen Mittelstädte konzentrieren oder disperser auf kleinere Städte und Gemeinden verteilen. Die Berechnungen münden in einen Suburbanisierungsindex, der sich jeweils im Abstand einiger Jahre periodisch ermitteln lässt (Monitoring). Jenseits einer hauptsächlich auf die Bevölkerungsentwicklung gerichteten Perspektive wird das Bild der Suburbanisierung differenziert und vervollständigt. Der Vergleich der unterschiedlichen Dimensionen (Bevölkerung, Beschäftigte, Fläche) führt zu teils gegenläufigen Ergebnissen.

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Caroline Kramer and Carmella Pfaffenbach

Zusammenfassung

In der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion zur Wohnmobilität von Älteren werden zwei konträre Prozesse behandelt: Einerseits wird davon ausgegangen, dass sich zukünftige Ältere bezüglich ihrer Lebenskonzepte und deren Lokalisierung analog zu den jetzigen Älteren verhalten werden und in einem nennenswerten Umfang im Ruhestand die Kernstädte verlassen, um sich im suburbanen Raum niederzulassen. Andererseits wird eine fundamentale Trendwende im Sinne einer Reurbanisierung und eine Renaissance der Städte für alle Altersgruppen und damit auch für die Generation 50plus erwartet. Für eine Untersuchung in drei deutschen Großstadtregionen, deren Ergebnisse in diesem Beitrag diskutiert werden, wurde zunächst prinzipiell davon ausgegangen, dass sich die Generation 50plus als Seniorengeneration von der heute älteren Generation deutlich unterscheiden wird, andere Lebensstile ausprägt, die vermutlich auch an anderen (Wohn-)Standorten realisiert werden. Die Auswertung der empirischen Daten ergab, dass die Befragten in den Großstadtregionen weder in größerem Ausmaß planen, die Stadt im Alter zu verlassen, noch zieht es die ehemaligen „Suburbaniten“ in großer Zahl in die Städte. Für die Zeit im Ruhestand ist somit eine Persistenz bezüglich des Hauptwohnsitzes geplant. Wenn man eine Renaissance der Städte jedoch daran festmacht, dass Städte heute weniger oft als früher verlassen werden, dann sind auch für die Generation 50plus Reurbanisierungstendenzen feststellbar.

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Paul Gans, Ansgar Schmitz-Veltin and Christina West

Zusammenfassung

Die Einwohnerzahl Mannheims wird sich bis Ende 2025 auf 312.700 Personen leicht erhöhen. Die Stadt befürchtet, wie andere deutsche Großstädte auch, als Folge anhaltender Suburbanisierung und der Zuzugsüberschüsse aus dem Ausland eine andauernde soziale Entmischung. Vor diesem Hintergrund wurde von der Stadt Mannheim und der GBG-Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH eine Wanderungsmotivanalyse in Auftrag gegeben. Nach einer kurzen inhaltlichen Einordnung der Fragestellung werden die Vorgehensweise erläutert sowie ein Vergleich von Bevölkerungsstruktur und Wanderungsmotiven der zu-, fort- und umziehenden Haushalte gegeben. Ein besonderes Interesse gilt den Stadt-Umland-Wanderern und den Bedingungen für ihre Rückkehrbereitschaft. Abschließend zeigt die Analyse, dass die Wohnquartiere in Mannheim eine vielfältige Wohnungsnachfrage befriedigen können und die Stadt daher durchaus Chancen hat, ihre Attraktivität als Wohnstandort zu steigern und der Suburbanisierung entgegen zu wirken.

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Anne Rabe and Uta Hohn

Zusammenfassung

Ist die Innere Stadt ein zunehmend attraktiver Wohnstandort für die Jungen Alten"? Während über Jahrzehnte die Suburbanisierung das dominierende Stadtentwicklungsmuster in Deutschland darstellte, wird seit den 2000er-Jahren sowohl in der Forschung als auch in der Öffentlichkeit eine zunehmende Anziehungskraft innerstädtischen Wohnens und eine damit verbundene Reurbanisierung diskutiert. Vor dem Hintergrund der Steigerung von Durchschnittsalter und Lebenserwartung der Bevölkerung als einem wesentlichen Teilprozess des demographischen Wandels in Deutschland stellt sich die Frage, inwieweit die Innere Stadt auch für ältere Menschen als Wohnstandort attraktiv ist. Hierbei rücken vor allem die Jungen Alten" (im Alter zwischen ca. 50 bis 70 Jahren) in den Fokus, da sie in einer Umbruchphase ihres Lebens vermutlich eine verstärkte Bereitschaft zeigen, den Wohnstandort noch einmal zu wechseln und den neuen Bedürfnissen anzupassen.

Um Rückschlüsse auf die Attraktivität der Inneren Stadt als Wohnstandort der Jungen Alten" ziehen zu können, wurden am Beispiel der Stadt Bonn Wohnstandortentscheidungen von Jungen Alten" untersucht, die zwischen 2010 und 2012 realisiert wurden. Die Ergebnisse eigener quantitativer Befragungen und qualitativer Interviews zeigen, dass die Innere Stadt nicht als homogener Raum betrachtet werden kann, sondern dass kleinräumliche Unterschiede in der Attraktivität als Wohnstandort für die Jungen Alten" bestehen. Insgesamt wird das Wohnen am Innenstadtrand präferiert, während die Innenstadt zwar für das Einkaufen und die Freizeitgestaltung bedeutsam ist, als Wohnstandort aber weniger stark nachgefragt wird. Doch auch innerhalb des Innenstadtrands muss zwischen attraktiven und weniger attraktiven Lagen unterschieden werden, die sich wiederum in einer entsprechenden Differenzierung der Wohnstandorte der Jungen Alten" nach Lebensstil und Einkommen widerspiegeln.

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Reurbanisierung?

Urbane Diskurse, Deutungskonkurrenzen, konzeptuelle Konfusion

Markus Hesse

Kurzfassung

Der Beitrag widmet sich der Stadt- und Raumentwicklung aus einer diskursanalytischen Perspektive. Dabei geht es um den Nachvollzug der diskursiven Verarbeitung von städtischen Krisen und städtischer Erneuerung. Anlass hierfür ist die aktuell diskutierte „Renaissance der Stadt“, die von einigen Beobachtern bereits in Richtung einer „Reurbanisierung“ interpretiert wird. Die These dieses Beitrags ist, dass solche Bewertungen weniger auf entsprechenden materiellen Entwicklungen der Städte beruhen, sondern Ausdruck urbaner Diskurse sind. Diese Diskurse werden als Sprachspiel, als spezifische Art der Konstruktion von Stadt aufgefasst und kritisch hinterfragt. Der Beitrag plädiert für eine theoriegeleitete Interpretation und eine vorsichtigere Bewertung des aktuellen städtischen Wandels.

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Ruhestandsmigration und Reurbanisierung

Trends in Deutschland 1995-2012

Uwe Engfer

Zusammenfassung

In der Diskussion über die aktuellen Tendenzen der Binnenmigration der älteren Generation gibt es eine Kontroverse über einen möglichen Trendwechsel. Für frühere Generationen von Personen im Ruhestand ist in vielen Untersuchungen (in verschiedenen Ländern) nachgewiesen worden, dass ihre Umzüge eine Art counterurbanisation waren. Im Saldo zog die ältere Bevölkerung aus den Kernen der Agglomerationen an die Peripherie oder generell aus den Städten in die ländlichen Regionen. Strittig ist nun, ob es dieses Muster der Ruhestandsmigration weiterhin gibt, oder ob es neuerdings auch die Älteren zurück in die Städte zieht. Obwohl dieser neue Trend in den Medien, in der Politik und in der Immobilienwirtschaft häufig als Tatsache hingestellt wird, gibt es wenig empirische Belege dafür. In der hier vorgestellten Untersuchung wird der Frage nach dem Trendwechsel zur Reurbanisierung mit einer Aggregatdaten-Analyse nachgegangen. Basis ist eine Auswertung der Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung (INKAR) für die Periode 1995-2012. Ergebnis der Analysen ist, dass es in Deutschland in der Tat einen bemerkenswerten Strukturwandel der Ruhestandsmigration gibt. Die ,Stadtflucht‘ der Senioren ist deutlich zurückgegangen und es gibt immer mehr Großstädte (insbesondere in Ostdeutschland), die für diese Bevölkerungsgruppe positive Migrationssalden aufweisen.