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  • Keyword: Multilokalität x
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Knut Petzold

Abstract

Der Beitrag untersucht, ob und warum beruflich multilokalisierte Akteure (hier Shuttles) an ihrem Arbeitsort folgende politische Aktivitäten zeigen: Parteimitgliedschaft oder Bürgerinitiative, Teilnahme an politischen Veranstaltungen und lokale Spenden. Auf der Basis der Theorien Hirschmans, Olsons und Ajzens werden Hypothesen abgeleitet und im Rahmen einer multivariaten Vergleichsgruppenanalyse vorläufig geprüft. Es werden Daten einer Onlineerhebung unter den Nutzern einer Internetplattform für Mitfahrgelegenheiten und eines Businessnetzwerks genutzt. Es zeigt sich, dass auch Shuttles politisch aktiv sind, wobei sie insgesamt wenig zeitintensive Aktivitäten bevorzugen. Im Vergleich zu Locals scheint die politische Aktivität von Shuttles ausserdem stärker auf selektiven Anreizen zu beruhen.

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Andrea Dittrich-Wesbuer and Jörg Plöger

Zusammenfassung

Multilokalität und Transnationalität stellen wichtige Ausprägungen spätmoderner Lebensweisen dar. Gemeinsames Kennzeichen der vielfältigen, darunter diskutierten Einzelformen ist eine ausgeprägte Mehrfachverortung, in deren Zuge Menschen immer weniger auf einen (Wohn-)Standort festgelegt sind. Dies wird vor allem über Netzwerke zwischen Gruppen und Individuen ermöglicht, wobei sich zwischen den relevanten Orten differenzierte Sozialräume aufspannen. Die Bedeutung von Multilokalität und Transnationalität für die Stadtentwicklung wird bislang kaum dezidiert behandelt. Dies gilt für die Forschung, aber auch für die Städte, die in ihren Strategien wie auch Handlungen nur vereinzelt Bezug auf multilokale und transnationale Phänomene nehmen und in ihrer territorialen Logik verhaftet bleiben. Dabei spricht die quantitative wie qualitative Relevanz für eine stärkere Beachtung im Rahmen städtischer Governance. Der Beitrag skizziert einzelne Auswirkungen dieser Prozesse und nennt Ansatzpunkte für die Berücksichtigung veränderter raumzeitlicher Handlungsmuster in der Stadtentwicklung.

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Nils Hans, Heike Hanhörster, Jan Polívka and Sabine Beißwenger

Zusammenfassung

Die neue Migrationsvielfalt und zunehmende Diversifizierung unserer Gesellschaft verändert urbane Räume. In den von Migration besonders geprägten Ankunftsräumen konzentrieren sich auch in erhöhtem Ausmaß von Armut betroffene Haushalte mit und ohne Migrationshintergrund. Dieser Quartierstypus, häufig als „Migrantenviertel" oder „ethnische Kolonie" bezeichnet, steht schon seit langer Zeit im Fokus geographischer und soziologischer Stadtforschung. Eng verknüpft mit diesen Quartieren ist die Diskussion potenziell benachteiligender Kontexteffekte. Ausgangspunkt des hier vorliegenden Beitrags ist die Beobachtung, dass Forschungen zu Kontexteffekten zumeist stark defizitorientiert sind. Es werden noch unzureichend jene Faktoren und Mechanismen in den Blick gerückt, welche die Zugänge von Migranten zu gesellschaftlichen Ressourcen beeinflussen. Der Beitrag sichtet empirische und theoretische Forschungsbeiträge und stellt dabei drei aktuelle Dynamiken, die die Ressourcenzugänge der in Ankunftsräumen Lebenden beeinflussen, in den Mittelpunkt. Dies sind die zunehmend multilokalen Bezüge Zugewanderter, die besondere Konzentration von migrantischen Gelegenheitsstrukturen in bestimmten Teilräumen unserer Städte sowie Governance-Prozesse in Reaktion auf zunehmende Diversität und sich stetig verändernde Bedarfe. Der Artikel möchte dazu beitragen, die bislang stark an Quartiersgrenzen ausgerichtete Integrationsforschung weiter zu öffnen und plädiert für eine gezieltere Betrachtung der Alltagspraktiken Zugewanderter. Die Charakteristika und Dynamiken von Ankunftsräumen illustrieren die zunehmende Durchlässigkeit räumlicher und sozialer Strukturen und damit auch die Bedeutung, Integration über den Quartierskontext hinaus zu denken.

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Heiko Rüger and Harun Sulak

Zusammenfassung

Sind Entfernungen zwischen Wohn- und Arbeitsort bis zu einem gewissen Umfang mit täglichem Pendeln überbrückbar, machen größere Distanzen häufig einen (Familien-)Umzug oder eine Zweitunterkunft in der Nähe des Arbeitsortes notwendig. In letzterem Falle besteht dann ein multilokales Wohnarrangement, wobei sich die Erwerbstätigen in der Regel unter der Woche am Zweit- und an den Wochenenden am Hauptwohnsitz aufhalten (Wochenendpendeln). Der Beitrag untersucht auf der Grundlage des Mikrozensus erstens für den Zeitraum 19912012 die Verbreitung des Wochenendpendelns unter den Erwerbstätigen in Deutschland. Zweitens wird mittels multipler Regressionsanalysen untersucht, welche soziodemographischen, beruflichen sowie raumbezogenen Merkmale die Wahrscheinlichkeit des Wochenendpendelns beeinflussen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich die Effekte nach Geschlecht unterscheiden. Die Ergebnisse zeigen eine kontinuierliche Zunahme des Anteils der Wochenendpendler unter den Erwerbstätigen mit einer Verdreifachung von 0,34 % im Jahr 1991 auf 1,02 % im Jahr 2008 (Anzahl etwa 339.000). Berücksichtigt man zusätzlich Partner und Kinder der pendelnden Personen, verdoppelt sich die Zahl der betroffenen Personen. Für 2012 zeigt sich hingegen ein Rückgang des Anteils, wofür insbesondere methodische Gründe diskutiert werden. Die Analysen verweisen auf Geschlechterunterschiede bei den Faktoren des Wochenendpendelns, hauptsächlich im Hinblick auf die Lebensform und den Berufsstatus. Im Vergleich zu bisherigen Untersuchungen erlauben die großen Fallzahlen die Identifikation der nuancierten Zusammenhänge zwischen Geschlecht, Alter, Region und weiteren Faktoren des Wochenendpendelns.