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  • Keyword: Kontexteffekte x
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Sebastian Kurtenbach

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht, wie es in einer Mittelstadt Normalität wird, Geflüchtete auszugrenzen. Dazu wird das analytische Modell feindseliger Orte formuliert, welches die Ausgrenzung der als fremd markierten Gruppe erklärt. Voraussetzung ist eine Normalitätsverschiebung, wodurch sich die Normen einer (Stadt)gesellschaft so justieren, dass Ausgrenzung als legitim erscheint. Am Beispiel der ostsächsischen Stadt Bautzen werden mittels einer vorgelagerten Untersuchung des lokalen Diskurses sowie der Auswertung von 106 leitfadengestützten Interviews sowohl die Normalitätsverschiebung als auch die Ausgrenzung Geflüchteter, verstanden als Kontexteffekt, untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass es in Bautzen zu einer Normalitätsverschiebung gekommen ist und die Ausgrenzung Geflüchteter von weiten Teilen der Bevölkerung als legitim angesehen oder nicht sanktioniert wird. Geflüchtete berichten von Ausgrenzung und Gewalt in unterschiedlichen Arenen wie Bildungseinrichtungen, dem öffentlichen Raum oder dem ÖPNV. Der Beitrag schließt mit der Formulierung weitergehenden Forschungsbedarfs und der Frage, welche sozialstrukturellen Dynamiken Voraussetzung zur Herausbildung eines feindseligen Ortes sind.

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Nils Hans, Heike Hanhörster, Jan Polívka and Sabine Beißwenger

Zusammenfassung

Die neue Migrationsvielfalt und zunehmende Diversifizierung unserer Gesellschaft verändert urbane Räume. In den von Migration besonders geprägten Ankunftsräumen konzentrieren sich auch in erhöhtem Ausmaß von Armut betroffene Haushalte mit und ohne Migrationshintergrund. Dieser Quartierstypus, häufig als „Migrantenviertel" oder „ethnische Kolonie" bezeichnet, steht schon seit langer Zeit im Fokus geographischer und soziologischer Stadtforschung. Eng verknüpft mit diesen Quartieren ist die Diskussion potenziell benachteiligender Kontexteffekte. Ausgangspunkt des hier vorliegenden Beitrags ist die Beobachtung, dass Forschungen zu Kontexteffekten zumeist stark defizitorientiert sind. Es werden noch unzureichend jene Faktoren und Mechanismen in den Blick gerückt, welche die Zugänge von Migranten zu gesellschaftlichen Ressourcen beeinflussen. Der Beitrag sichtet empirische und theoretische Forschungsbeiträge und stellt dabei drei aktuelle Dynamiken, die die Ressourcenzugänge der in Ankunftsräumen Lebenden beeinflussen, in den Mittelpunkt. Dies sind die zunehmend multilokalen Bezüge Zugewanderter, die besondere Konzentration von migrantischen Gelegenheitsstrukturen in bestimmten Teilräumen unserer Städte sowie Governance-Prozesse in Reaktion auf zunehmende Diversität und sich stetig verändernde Bedarfe. Der Artikel möchte dazu beitragen, die bislang stark an Quartiersgrenzen ausgerichtete Integrationsforschung weiter zu öffnen und plädiert für eine gezieltere Betrachtung der Alltagspraktiken Zugewanderter. Die Charakteristika und Dynamiken von Ankunftsräumen illustrieren die zunehmende Durchlässigkeit räumlicher und sozialer Strukturen und damit auch die Bedeutung, Integration über den Quartierskontext hinaus zu denken.