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  • Keyword: Erneuerbare Energien x
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Peter Wirth and Markus Leibenath

Zusammenfassung

In Deutschland hat die Regionalplanung eine Schlüsselrolle bei der Ausweisung von Gebieten für die Windenergienutzung. Mit Instrumenten wie Vorrang-, Eignungs- und Ausschlussgebieten kann sie Flächen verbindlich festlegen, die für die Nutzung der Windenergie geeignet sind. Dadurch ist sie zwischen die Fronten der Windkraftbefürworter und -gegner geraten. Die einen sehen Windenergie als effiziente, saubere und sichere Energiequelle sowie Alternative zu nichtregenerativen Energieträgern. Für die anderen sind Windenergieanlagen ein Gesundheitsrisiko und Treiber eines unerwünschten Landschaftswandels. Gegenstand dieses Beitrages sind die Potenziale und Grenzen der Regionalplanung im Umgang mit entsprechenden Konflikten. Konkreter Ansatzpunkt ist die Fortschreibung des Regionalplans für die sächsische Planungsregion Oberes Elbtal/Osterzgebirge. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei einem originär zu diesem Zweck eingerichteten Arbeitskreis Windenergie, der Befürworter und Gegner der Windenergie zusammenbringt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Regionalplanung einen Beitrag zur Verfahrenstransparenz leisten, den Grundkonflikt zwischen Befürwortern und Gegnern aber nicht lösen kann.

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Reinhold Kosfeld and Franziska Gückelhorn

Zusammenfassung

Für die Akzeptanz von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien in der Bevölkerung und damit als Entscheidungsdimension der Kommunalpolitik sind neben den ökologischen Effekten einer CO2-Reduktion vor allem die ökonomischen Vorteile von Relevanz. Hierbei rücken die potenziellen regionalen Wertschöpfungseffekte in den Blickpunkt des Interesses. Je größer der Wertschöpfungseffekt einer erneuerbaren Energie ist, umso nachhaltiger ist ihr Beitrag zur Regionalentwicklung, wodurch sich insbesondere auch in strukturschwachen ländlichen Räumen völlig neue Perspektiven ergeben. Ziel dieses Aufsatzes ist die Quantifizierung dieser Wertschöpfungseffekte durch die Stromerzeugung aus Wind, Wasser, Sonne und Biogas für vier Modellregionen in Deutschland: Trier, Hannover, Friesland und Nordschwarzwald. Hierfür wird ein Verfahren entwickelt, das nicht nur Rückschlüsse auf die direkten Wertschöpfungseffekte zulässt, sondern auch indirekte und einkommensinduzierte Reaktionen einschließt. Dabei werden auch die regionalen Besonderheiten berücksichtigt, die vor allem in unterschiedlichen Energieerträgen und Anlagengrößen, aber auch in der differierenden Bedeutung der Importe liegen. Der Untersuchungsfokus liegt dabei auf der Betriebsphase der Energieanlagen. Es wird deutlich, dass die Effekte zwischen den einzelnen Energiearten, aber auch zwischen den einzelnen Regionen stark differieren.

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Räume unter Strom

Eine diskurstheoretische Analyse zu Aushandlungsprozessen im Zuge des Stromnetzausbaus

Florian Weber and Olaf Kühne

Zusammenfassung

Die Energiewende verändert in Deutschland mit dem Ausstieg aus der Kernkraft und dem Ausbau erneuerbarer Energien in weitreichender Weise bisherige Strukturen der Energieversorgung und wirkt sich dabei räumlich stark aus. Einen Aspekt bilden hierbei Veränderungen im bestehenden Stromnetz. Vorhandene Leitungstrassen sollen ertüchtigt, andere umfänglich neu gebaut werden, was Widerstände und Konflikte mit sich bringt. Der Artikel untersucht vor diesem Hintergrund aus diskurstheoretischer Perspektive, wie der Stromnetzausbau und mögliche Widerstände verhandelt werden und welche Argumentationsmuster dabei vorherrschend sind. Die durchgeführten Analysen fußen auf einem Methodenmix aus quantitativ orientierten und qualitativen Analysebestandteilen, um sowohl zentrale Bezugnahmen auszudifferenzieren als auch Einzelaspekte detaillierter zu betrachten. Zusammenfassend bilden die Bedarfsfrage des Stromnetzausbaus, Beteiligung, die eingesetzte Technik, Gesundheit, Wirtschaft sowie Natur und Landschaft zentrale Konfliktfelder, die innerhalb des Stromnetzausbaus ausgehandelt werden und sich in eher kognitive, emotionale und ästhetische Bewertungsmuster einreihen.

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Zukunft der deutschen Energiegenossenschaften

Herausforderungen und Chancen aus einer Innovationsperspektive

Britta Klagge, Hanna Schmole, Irmi Seidl and Susanne Schön

Zusammenfassung

Energiegenossenschaften haben für den dezentralen Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion in Deutschland im neuen Jahrtausend eine wichtige Rolle gespielt: Sie bündeln das Kapital von Privatpersonen und erschließen damit eine weitere Finanzierungsquelle für das Erreichen der Energiewende. Dabei gelten ihre regionale Orientierung und die genossenschaftliche Mitbestimmung als akzeptanzfördernde Erfolgsfaktoren. Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2014 fallen nun die bisher sehr günstigen Förderbedingungen sukzessive weg, die für die Geschäftsmodelle vieler, vor allem regionaler Energiegenossenschaften zentral waren. Damit ist die Boomphase der Energiegenossenschaften beendet und die zunehmende Marktorientierung der Förderpolitik für erneuerbare Energien erfordert von den Energiegenossenschaften Anpassungen und Innovationen. Vor diesem Hintergrund werden Energiegenossenschaften und ihre Entwicklung aus einer Innovationsperspektive im Hinblick darauf untersucht, wie sich Energiegenossenschaften positionieren müssen, wenn sie auch in Zukunft einen bedeutsamen Beitrag zu einer dezentralen Energiewende leisten wollen bzw. sollen.

Im empirischen Teil dieses Beitrags werden auf der Basis vorhandener Daten, einer eigenen Online-Befragung mit einem Schwerpunkt auf Energiegenossenschaften unterschiedlicher Größe und Reichweite sowie ergänzt durch zwei Fallstudien die Strukturen und der Wandel im deutschen Energiegenossenschaftssektor analysiert. Wir schlussfolgern, dass Größenvorteile und Risikostreuung durch überregionale Aktivität zwar Vorteile bieten können, dass es daneben aber auch für regionale Energiegenossenschaften weitere erfolgversprechende Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Ansatzpunkte für erfolgreiche regionale Strategien bilden die Diversifikation der Geschäftsfelder, die neben Energiedienstleistungen auch weitere Tätigkeiten der örtlichen Daseinsvorsorge beinhalten können, sowie Kooperationen auf regionaler Ebene und mit anderen Energiegenossenschaften bzw. deren Dachverbänden. Generell bildet die Direktvermarktung ein potenziell relevantes Element der innovativen Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen, da sie – entsprechend den genossenschaftlichen Kernprinzipien Mitgliederorientierung und Identitätsprinzip – die Fokussierung auf bestimmte Zielgruppen mit der Vermittlung eines regionalen bzw. ideellen Mehrwerts verknüpft.

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Ludger Gailing and Andreas Röhring

Zusammenfassung

Ein Schlagwort der Energiewende ist „Dezentralisierung“, schon allein weil die zugrunde liegenden Primärenergiequellen (z. B. Solarstrahlung und Wind) – bei räumlich differenzierten Nutzungspotenzialen – prinzipiell ubiquitär sind. Dadurch haben sich insbesondere im ländlichen Raum neuartige Infrastrukturen entwickelt. Ziel des Beitrags ist es, diese mit dem institutionellen und strukturellen Wandel des Large Technical Systems der Energieversorgung verbundenen dezentralen Wirkungen der Energiewende im ländlichen Raum darzustellen und die dortigen skalaren Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit den Herausforderungen und Chancen der Energiewende aufzuzeigen. Dazu werden in einem ersten Schritt die neuen Energieinfrastrukturen im ländlichen Raum im Spannungsfeld zwischen Zentralität und Dezentralität sowie die dezentralen Wirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien erörtert. Weil die Funktionen erneuerbarer Energien sich nicht nur auf eine regionale Daseinsvorsorge erstrecken, ist mit der Dezentralität der Anlagen nicht per se die Dezentralität des daraus erwachsenden Nutzens verbunden. Die Bereitstellung von Flächen für Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen wird in einem Landschaftswandel sichtbar, der mit Konflikten verbunden ist. Der ländliche Raum ist oftmals lediglich ein ,Installationsraum', der sich auf der Basis von außerhalb des jeweiligen räumlichen Kontextes getroffenen Investitionsentscheidungen entwickelt. Auf dieser analytischen Grundlage werden in einem zweiten Schritt die dezentralen Handlungsmöglichkeiten und die von den Akteuren verfolgten Gemeinwohlziele untersucht sowie Kriterien für kollektives Handeln abgeleitet. Demnach erscheint ein Engagement von Akteuren kommunaler und regionaler Handlungsräume erforderlich, um mit erneuerbaren Energien Gemeinwohlziele ökonomischer und sozialer Teilhabe zu erschließen. Indem kollektive Akteure Handlungsräume konstituieren, kann sich eine neue skalare Ebene der Erzeugung erneuerbarer Energien in regionalen ,Gestaltungsräumen' herausbilden.

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Jörg Radtke

Zusammenfassung

Dieser Beitrag untersucht die Auswirkungen der Energiewende auf gesellschaftlicher, speziell räumlicher Ebene. Dazu wird auf ein Raumverständnis rekurriert, das Anknüpfungspunkte für eine Bewertung von Technikräumen der Energiewende bietet. Der Ansatz basiert auf einer Differenzierung in Umwelt- und konventionelle sowie alternative Technikräume der Erneuerbaren Energien. Außerdem wird die Frage behandelt, was geschieht, wenn die Technik der Erneuerbaren Energien (wie Energieanlagen und Stromleitungen) auf den bereits strukturierten Raum trifft. Hierbei stehen drei Aspekte im Vordergrund:

• Hybridisierung: Bilden Technik, Individuen und Natur eine untrennbare Einheit, die nicht (mehr) auseinander dividiert werden kann?

• Auflösung von Gegenräumen: Führen Erneuerbare Energien dazu, dass die klare Abgrenzung von Technikräumen gegenüber ihrer Umwelt zunehmend schwindet?

• Gestaltung des Raumes: Welche Gestaltungs- und Partizipationsmöglichkeiten ergeben sich insbesondere für die lokale Bevölkerung?

Dazu werden einerseits gesellschaftliche Gegebenheiten untersucht, die durch technologische Veränderungen beeinflusst werden, und andererseits die direkten und indirekten Einflüsse der Technik auf den Menschen. Bei der Etablierung Erneuerbarer Energien in Deutschland ist beides anzutreffen: Jedes aufgestellte Windrad findet an einem bestimmten Ort seinen Platz, der zuvor schon mit einer Bedeutung, einer Nutzung oder einer spezifischen Identität verbunden ist. Die Technik selbst wiederum beeinflusst das Individuum auf vielfältige Art und Weise: sei es in ihrer optischen Wahrnehmung, in Alltagsroutinen oder auch durch ihre rein ideelle Bedeutung.

Es wird gezeigt, dass der „Raum“ unterschiedliche Bedeutungen in denjenigen Kontexten aufweist, in denen es um den Einsatz neuer Technologie geht. Ein gutes Beispiel hierfür stellt die Nutzung von Windenergie dar – vor allem dann, wenn Windenergieanlagen in großer Anzahl ganze Landstriche prägen. Neben theoretischen Überlegungen zum Einbezug von Technik in die Gesellschaft von Bruno Latour sowie zur Bestimmung von sogenannten „Anderen Räumen“ nach Michel Foucault werden praktische Fragen im Zusammenhang mit der aktuell vollzogenen Energiewende in Deutschland behandelt. Hierzu wird in zwei Fallstudien beispielhaft auf die Bereiche Windenergienutzung und den Ausbau der Stromnetze eingegangen.

Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, die These einer zunehmenden Hybridisierung von Natur und Technik in Form der Ausbreitung Erneuerbarer Energien zu diskutieren. Hierdurch erhält der aktuelle Energiewende-Diskurs um soziotechnische Transformationen der Gesellschaft einen theoretischen Rahmen.

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Claudia R. Binder, Christof Knoeri and Maria Hecher

Abstract

Decentralized energy systems are increasingly seen as a key factor for a transition towards a low-carbon, renewable energy based society. Within the transition process, regional demand and supply of renewable energy carriers have to be aligned, while considering the environmental conditions of the region. This paper focuses on the energy demand from buildings, which makes up 35% of the total energy demand. It presents an approach for aligning the regional supply potential of renewable energy carriers with the dynamics of regional energy demand from buildings. The approach consists of two components. First, a dynamic model simulates regional energy demand from buildings taking into consideration envelope renovation, legislative standards, and adoption of heating technologies. Second, the regional supply is estimated based on the technical maximum possible, taking into consideration competing uses and spatial limitations. We show a first application in the case of the energy region Weiz-Gleisdorf, Austria, which aims to achieve CO2 neutrality and energy self-sufficiency by the year 2050. Our results show that in the year 2050 (i) energy demand from buildings will decrease by 40–55%, depending on envelope renovation rates and legislative standards; (ii) demand for the different renewable energy carriers will be determined by the choice of heating technology; (iii) the demand for wood could be met from regional forest resources, as long as there are no additional demands for other purposes; (iv) the demand for biomass for district heating would require 5–10% of the agricultural area to be used for the production of energy plants rather than food; and (v) in contrast to other forms of energy, the demand for electricity will remain constant or increase slightly over time. This demand could only be regionally met if significant areas of façades or gardens are used for photovoltaic electricity production in addition to roofs. Overall we identified several issues related to spatial planning and a need for further research regarding the transition towards decentralized energy systems. First, if biomass for central district heating systems is to come from regional production, areas should be allocated for cultivating energy crops used specifically to produce fuel. Second, if wood is used for district heating purposes, the extent to which the import of wood from neighboring regions would be a useful ecological solution must be evaluated; this would involve extending regional energy planning beyond the typical jurisdictional boundaries while considering ecological issues.

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Holger Kreft, Heidi Sinning and Christiane Steil

Zusammenfassung

Klimaschutz ist seit dem Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change und dem Stern-Report ein zentrales Thema auf allen Ebenen. Zwar haben die Kommunen im Rahmen der nationalen Bemühungen eine hohe Bedeutung, doch in der Praxis zeigen sich Defizite, welche die CO2-Minderungsstrategien in ihrer Wirkung herabsetzen. Der Beitrag diskutiert Handlungsrahmen und -ansätze eines Kommunalen Klimaschutzmanagements unter Einbeziehung des bereits erprobten Instrumentariums des Nachhaltigkeitsmanagements. Vor dem empirischen Hintergrund eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsvorhabens wird untersucht, wie ein strategischer Managementansatz in Kommunen zum Klimaschutz beitragen kann.

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Stephan Bosch and Nikolas Ludwig

Zusammenfassung

Die Berücksichtigung alternativer Standorte für erneuerbare Energien darf nicht erst eine Reaktion auf die schwindende Akzeptanz der Energiewende sein. Sie sollte vielmehr am Beginn jeder Standortplanung stehen und dadurch einen transparenten, demokratischen Aushandlungsprozess zur nachhaltigen Flächennutzung ermöglichen. Standortalternativen können sich zum einen daraus ergeben, dass ein Standortsuchraum durch Minimierung bzw. Maximierung von Restriktionskriterien sukzessive erweitert bzw. eingeschränkt wird. Zum anderen lässt sich ein Standortsuchraum um eine bislang nicht ins Standortkalkül miteinbezogene Flächenkategorie erweitern. Beide Aspekte werden im Folgenden aufgegriffen, wenn es darum geht, räumliche Korridore zur Umsetzung der bayerischen Windenergiewende zu erarbeiten. Die Raummuster, die sich aus den GIS-gestützten Standortanalysen für Windenergieanlagen ergeben, können der Raumordnung als Grundlage zur Ausweisung von Ausschluss-, Vorbehalts- und Vorranggebieten dienen. Allein ein einheitliches, auf Potenzialanalysen basierendes Vorgehen der regionalen Planungsverbände kann einen Flickenteppich von Energiekonzepten verhindern und Standortplanungsprozessen den Weg hin zu einer ausgewogenen Raumentwicklung weisen. Daher besteht das Ziel des Beitrags darin, die windenergetische Eignung von Offenland- und Waldstandorten zu prüfen und jene räumlichen Muster der Windenergie zu identifizieren, die nicht nur den quantitativen Vorgaben des bayerischen Windenergieerlasses, sondern darüber hinaus dem qualitativen Anspruch einer größtmöglichen sozialökologischen Verträglichkeit Rechnung tragen.