Search Results

1 - 3 of 3 items

  • Author: Ralph Henger x
Clear All Modify Search

Zusammenfassung

Die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme sowie die Umsetzung des 30-ha-Ziels der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie erfordert Anpassungen aller Bundesländer, Regionen und Kommunen. Eine Regionalisierung dieser siedlungspolitischen Zielvorgabe steht bis heute allerdings noch aus. Dieser Beitrag präsentiert daher ein bundeseinheitliches Zuteilungsverfahren, welches quantitative Flächensparziele für Gebietskörperschaften mit den Anteilen an der Bevölkerung und der Katasterfläche bestimmt. Die sich aus diesem Bevölkerungs-Fläche-Indikator (BeFla-Indikator) ergebenden Verteilungsmuster werden auf Ebene der Bundesländer und Raumordnungsregionen diskutiert. Hierfür erfolgt eine Gegenüberstellung der abgeleiteten Mengenvorgaben mit der vergangenen und zukünftigen Flächeninanspruchnahme. Für die zukünftige Siedlungsentwicklung werden die Simulationen des Modells Panta Rhei Regio herangezogen, welche die Entwicklung der Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr bis 2020 auf Kreisebene projizieren. Die Prognosen lassen auf ein deutlich moderateres, aber weiterhin stetiges Siedlungsflächenwachstum schließen, welches die weiterhin hohe Notwendigkeit quantitativer Zielvorgaben und ihre Relevanz zur Umsetzung einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung unterstreicht. Vor diesem Hintergrund ermöglichen die Aufteilung des 30-ha-Ziels und die Gegenüberstellung von Bedarf und zulässiger Menge eine fundierte Diskussion über die konkreten Anpassungserfordernisse und notwendigen Anstrengungen der einzelnen Länder und Regionen.

Kurzfassung

Eine Steuerung der Siedlungsentwicklung, die dem Flächensparziel verpflichtet ist, erfordert ein genaues Monitoring. Dieser Beitrag beschreibt, wie die Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke mit verschiedenen Planverfahren in Deutschland zusammenhängt. Am Beispiel 30 repräsentativ ausgewählter Gemeinden wurde empirisch ermittelt, in welchem Maße Bund, Länder und Gemeinden zur Flächeninanspruchnahme beitragen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen zeigt, dass rund zwei Drittel der Flächenneuinanspruchnahme durch Gemeinden im Rahmen ihrer kommunalen Planungen verursacht werden. Sonstige Entwicklungen, die zum Beispiel aus Planfeststellungsverfahren resultieren und von Bund und Ländern getrieben sind, tragen zu einem Drittel der Flächeninanspruchnahme bei. Der relativ hohe Anteil nicht kommunal veranlasster Flächenneuinanspruchnahmen war so nicht erwartet worden. Das Ergebnis zeigt, dass Flächensparbemühungen auf allen Raum- und Planungsebenen erforderlich sind, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Derartige Untersuchungen benötigen flächendeckende und laufend aktualisierte Geometriegrundlagen zur tatsächlichen Flächennutzung. Nur so sind Veränderungen der Flächennutzung realistisch und zeitnah messbar und eine Überprüfung der Wirkungen der Flächensteuerung möglich. Die laufenden methodisch bedingten Veränderungen in der Flächenerfassung (Geodatenmodellierung, Flächennutzungsnomenklatur) und deren zeitversetzte und unterschiedliche Umsetzung in den Bundesländern beeinträchtigen allerdings das Flächennutzungsmonitoring.

Zusammenfassung

Die Idee, handelbare Nutzungszertifikate auf den Problembereich der Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr zu übertragen, wird in Wissenschaft und Politik seit über 15 Jahren diskutiert. Dennoch blieb es in Deutschland lange Zeit bei wissenschaftlichen Erörterungen und Vorschlägen sachverständiger Politikberatungsgremien, bis 2009 mit der Koalitionsvereinbarung der Regierungsparteien eine modellhafte Erprobung eines überregionalen Handelssystems für die Flächennutzung angeregt wurde. Der vorliegende Beitrag bietet einen Überblick über die Ergebnisse des mit der fachlichen Vorbereitung dieses Modellversuchs befassten Forschungsprojektes im Auftrag des Umweltbundesamtes, das 2012 startete. Dazu wird zunächst die wissenschaftliche Debatte über die positiven wie negativen Wirkungen handelbarer Flächenzertifikate zusammengefasst. Anschließend skizziert der Beitrag das geplante methodische Design des Modellversuchs, der ein „kontrolliertes Feldexperiment“ und parallel „kommunale Fallstudien“ umfassen soll. Der Aufsatz schließt mit einem kurzen Ausblick auf die zu erwartenden Erkenntnisse aus dem Modellversuch.