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Kurzfassung

Beschaffung, Produktion, Absatz und Entsorgung von Gütern sind heute Gegenstand umfassender, „systemisch“ angelegter Logistikkonzepte. Sie steuern komplexe Transportketten und führen zur Herausbildung neuer „Raum- Zeit-Konfigurationen“. Die Logistik besitzt darüber hinaus konkrete Folgen für Umwelt, Städtebau und Raumentwicklung, insbesondere im Bereich der Verkehrserzeugung und der Flächennutzung. Langfristig können sich neue Distributionskonzepte zudem erheblich auf die Entwicklung der Stadtstruktur auswirken, indem sie die klassische Marktfunktion der Städte räumlich neu definieren. Aktivitäten der räumlichen Planung zum Umgang mit dem Logistiksystem sind zwischen Strategien der Expansion und der planerischen Integration angesiedelt. Ihre Steuerungserfolge waren bisher begrenzt. Anforderungen und Ziele der Planung sind vor diesem Hintergrund vorrangig darauf gerichtet, Güter- und Wirtschaftsverkehr zum Abwägungsbelang in der räumlichen Planung zu machen. Als Handlungsstrategien erscheinen Infrastruktur- und Standortkonzepte, Rahmensetzungen zur Flankierung neuer Organisationsmodelle (Stadtlogistik) sowie diskursorientierte Verfahren geeignet.

OPEN ACCESS

Kurzfassung

Der Beitrag widmet sich der Stadt- und Raumentwicklung aus einer diskursanalytischen Perspektive. Dabei geht es um den Nachvollzug der diskursiven Verarbeitung von städtischen Krisen und städtischer Erneuerung. Anlass hierfür ist die aktuell diskutierte „Renaissance der Stadt“, die von einigen Beobachtern bereits in Richtung einer „Reurbanisierung“ interpretiert wird. Die These dieses Beitrags ist, dass solche Bewertungen weniger auf entsprechenden materiellen Entwicklungen der Städte beruhen, sondern Ausdruck urbaner Diskurse sind. Diese Diskurse werden als Sprachspiel, als spezifische Art der Konstruktion von Stadt aufgefasst und kritisch hinterfragt. Der Beitrag plädiert für eine theoriegeleitete Interpretation und eine vorsichtigere Bewertung des aktuellen städtischen Wandels.

Zusammenfassung

Der Beitrag geht der Frage nach, in welchem Begründungszusammenhang die Neuorientierung der Raumentwicklungspolitik in Deutschland spätestens seit den 2000er Jahren steht. Dabei geht es um zwei Untersuchungsgegenstände: zum einen um die neuen Leitbilder der Raumentwicklung, die im Jahr 2006 durch die Ministerkonferenz für Raumordnung beschlossen wurden, hier vor allem das Leitbild 1 „Wachstum und Innovation“. Zum anderen geht es um die Metropolregionen in Deutschland – eine Kategorie der Raumordnungspolitik, die seit Mitte der 1990er Jahre in Politik, Raumplanung und -forschung zunehmend beachtet wurde. Beide Gegenstände bzw. die zugrunde liegenden Prozesse werden hier aus der Perspektive einer Diskursanalyse kritisch untersucht. Das heißt, thematische Neuorientierungen werden nicht isoliert von ihren ideologischen Kontexten betrachtet, in denen sie entstehen bzw. „gerahmt“ werden. Auch wissenschaftliche Perspektiven auf den Raum sind keineswegs deutungsunabhängig. Im Ergebnis wird das Konzept der neuen Leitbilder sowie der „politisch designierten“ Metropolregionen als theoretisch widersprüchlich, empirisch uneindeutig und konzeptionell fragil betrachtet. Daraus wird die Konsequenz einer stärkeren Pluralisierung der Diskussion abgeleitet. Diese Überlegungen sind auch als Beitrag zur Weiterentwicklung von Leitideen, Theorien und damit auch des Selbstverständnisses von Raumordnung an sich zu verstehen.

Kurzfassung

Ausgangspunkt des Beitrags ist die im Kontext nachhaltiger Entwicklung zunehmend diskutierte Politik der Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe (Regionalisierung). Diese wird hier unter dem Aspekt von Warenwirtschaft, Logistik und Verkehr überprüft. Gefragt wird, ob regionale Wirtschaftskreisläufe heute zur Verkehrsreduzierung beitragen (können). Mit Blick auf die Eigendynamik und den Eigensinn der Logistik, vor allem aber die Bedeutung ökonomischer Skaleneffekte erscheinen Strategien der Regionalisierung zunehmend fraglich. Die großräumige Arbeitsteilung hat heute einen Grad der — relativen — Effizienz erreicht, den regionale Kreisläufe nur bedingt erreichen können. Trotzdem wird die These vertreten, dass regionale Lebenszusammenhänge weiter gestärkt werden sollten.

Abstract

This paper provides a brief overview of recent developments and debates concerned with suburbanisation in continental Europe. While current discourses in urban research and practice still focus on processes of reurbanisation and the gentrification of inner-city areas, suburbia continues to exist and thrive. Depending on the definition applied, suburban areas still attract a large share of in-migration and employment growth in cities of the developed countries. Given that popular meta-narratives on suburbia and suburbanisation are often spurred by, or refer to, North American suburban studies, we take a different perspective here, one based on continental European trajectories of development in and across city-regional areas that are considered to be suburban, and on social processes that are associated with suburbanisation (suburbanisms). Thus, we aim to avoid a biased understanding of suburbia as a spatial category, which is often considered mono-functional, non-sustainable, or in generic decline. Instead, we observe that suburban variety is huge, and the distinction between urban core and fringe seems to be as ambiguous as ever. The paper, which also introduces the theme of this special issue of “Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning”, bundles our findings along four themes: on suburbia as a place of economic development, on the shifting dynamics of housing between core and fringe locales, on the life-cyclic nature of suburbanisation, and on strategies for redevelopment. Finally, we discuss certain topics that may deserve to be addressed by future research, particularly on the European variant of suburbanisation and suburbs.

Abstract

This paper takes a spatially differentiated and temporally variegated perspective on suburban areas. It proposes a conceptual framework for studying the temporal variation and related trajectories of the subject matter, with suburban lifecycles being the key to our analysis. In empirical terms, the paper summarises the findings of research undertaken in 12 selected locales of four major metropolitan regions in Germany. Against the background of assessing the broader socioeconomic development of these regions, detailed local case studies have been conducted in order to reconstruct past and current development trajectories. Our analyses detected particular life cycles (and related segments) in the study areas, based on age and social composition, the physical conditions of the built environment and broader developments in the real-estate market. The different cycles include, in most cases, growth, maturity, transition and resilience, and they are also discussed in terms of their relevance for strategies responding to recent changes.

Kurzfassung

Dieser Beitrag behandelt das Thema der urbanen Neubaugebiete aus zwei spezifischen Perspektiven: Zum einen geht es nicht primär um das Wohnen, sondern um Wissenschaft und Forschung als Rahmenthema der Stadterweiterung, insbesondere Hochschulstandorte und Wissenschaftsparks. Zum anderen geht es um die Analyse städtischer Management- und Governance-Praktiken, vor allem die Herauslösung großer Vorhaben aus dem üblichen Kontext der Stadtplanung. Zentral ist hier die Definition dieser Vorhaben als „Projekt“ und ihre Unterordnung unter einen spezifischen Steuerungsansatz. Im Kontext der Diskussion von Großprojekten und urbaner Governance ist die These dieses Beitrags, dass sich Projekte umso mehr als Fremdkörper in der Stadtplanung entfalten können (und damit das Ziel auf urbane Integration unterlaufen), umso weniger sie Gegenstand bewährter Planungsprozesse und regulatorischer Praktiken sind. Zur empirischen Illustration dieses Arguments dient die Wissenschaftsstadt Belval im Süden Luxemburgs, die seit 2003 realisiert wird und deren Entwicklung hier kritisch analysiert wird. Als generelle Schlussfolgerungen werden planerische Anforderungen an den Umgang mit großen Neubauvorhaben formuliert.