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  • Author: Marie Görbing x
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Zwischennutzungen in unterschiedlichen urbanen Kontexten. Die Beispiele Leipzig und Dessau-Roßlau

Kurzfassung

Zwischennutzungen spielen seit 15 bis 20 Jahren eine wichtige Rolle in Forschung und Planung. Zwischennutzungen wurden früher negiert oder als Randerscheinung abgetan, heute wird ihnen eine zentrale Rolle im Umgang mit den Folgen von Schrumpfung zugesprochen. Im Beitrag wird anhand eines kontrastierenden Vergleichs der Frage nachgegangen, wie Zwischennutzungen in unterschiedlichen urbanen Kontexten funktionieren. Dabei wird eine durchgängig schrumpfende Mittelstadt (Dessau-Roßlau) mit einer Großstadt (Leipzig) verglichen, die in den vergangenen drei Jahrzehnten unterschiedliche Phasen durchlaufen hat (Schrumpfung, Reurbanisierung und Wachstum). Ergebnis des Vergleichs ist, dass urbane Kontexte, das heißt die jeweiligen Stadtentwicklungsphasen, entscheidende Rahmenbedingungen für Zwischennutzungen sind. Es bedarf einer kritischen Masse an Nachfragern von Zwischennutzungen und einer proaktiven Haltung von Stadtpolitik und Stadtverwaltung gegenüber Zwischennutzungen. Diese Voraussetzungen sind vor allem in Großstädten und Metropolen und insbesondere im Kontext von Reurbanisierung gegeben. Reurbanisierung bzw. moderates Wachstum nach Schrumpfung kann als optimaler urbaner Kontext für Zwischennutzungen gesehen werden. Aus dieser Perspektive erscheint die überwiegende Thematisierung von Zwischennutzungen als „Instrument der Schrumpfung“ als zu einseitig oder irreführend. Die Wirkungen von Zwischennutzungen fallen in einem mittelstädtischen Kontext wie in Dessau eher gering oder sogar nur marginal aus. Schrumpfenden Mittelstädten und erst recht Kleinstädten sollten daher keine übertriebenen Hoffnungen im Hinblick auf die Wirkungen des Instruments Zwischennutzung gemacht werden.

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