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Katharina Rempt and Martin Gierus

Zusammenfassung

Die Vielfalt an Verbindungen zeichnet die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe aus. Cyanogene Glykoside entstehen aus Aminosäuren und stellen in Pflanzen eine Speicherform für Blausäure dar. Sie sind ungiftig, solange sie nicht mit den dementsprechenden spaltenden Enzymen in Kontakt kommen. Die Funktion der cyanogenen Glykoside wurde viel diskutiert, für mehrere Pflanzenarten wurde die Hypothese eines Abwehrmechanismus anerkannt. Sorghum wird aufgrund ihres Vertretungscharakters für Mais in Europa angebaut, besonders bei zunehmender Sommertrockenheit und zur Sicherung einer vielfältigen Fruchtfolge in einigen Gebieten. Weißklee (Trifolium repens) stellt trotz seiner sortenspezifisch schwankenden cyanogenen Glykosidgehalte eine bedeutende Futterpflanze dar. Aufgrund dessen wurde die Cyanogenese bei Weißklee intensiv untersucht, zwei Gene (Ac und Li) sind für die Cyanogenese verantwortlich. Die durch die Pflanzenzüchtung zur Verfügung stehenden Weißkleesorten mit niedrigen cyanogenen Glykosidgehalten werden in der Praxis bevorzugt genutzt.

Aufgrund des hohen pH-Wertes im Pansen reagieren Wiederkäuer auf cyanogene Glykoside sehr empfindlich. Weißklee wird in der Regel für Grünlandflächen auf Anteile von 20–30 % begrenzt, um zu hohen Rohproteingehalten im Herbst vorzubeugen. Die Nutzung der Sorghum-Hirsen als Grün- und Kornfutter wurde durch die Züchtung und Verwendung der Hybridlinien optimiert. Landwirte, die sich der Problematik durch cyanogene Glykoside bewusst sind, setzen keine hoch cyanogenen Sorten ein.