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  • Author: Katharina Kullmann x
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Soziale Differenzierung und zunehmende soziale Heterogenität in Leipzig im Spiegel von Alltagswahrnehmung und Politik

Zusammenfassung

Soziale Differenzierung ist in den Großstädten Ostdeutschlands zu einem wesentlichen Charakteristikum urbaner Entwicklung, Alltagswahrnehmung und Politik geworden. Insbesondere lässt sich dies in den Städten beobachten, welche nach der Schrumpfung der 1990er-Jahre seit Kurzem wieder dynamisch wachsen. Die Vertiefung sozialer Ungleichheiten (soziale Differenzierung) sowie die Vervielfältigung von Lebensstilen, Lebenswelten und Identitäten (zunehmende Heterogenität) sind Teil dieser Entwicklung. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag soziale Differenzierung und zunehmende Heterogenität der Bevölkerung in Leipzig mit einem Fokus auf Alltagswahrnehmungen der Bewohner sowie der lokalen Politikentwicklung. Es wird analysiert, wie soziale Differenz und zunehmende Heterogenität zu einem Thema im Alltag und für die Politik werden und wie beide Perspektiven in Bezug zueinander stehen. Der Beitrag fußt auf einem mehrdimensionalen Verständnis von Heterogenität einschließlich der sozioökonomischen, demographischen, lebensstilbezogenen und ethnisch-migrantischen Dimensionen. Räumlich gesehen werden sowohl die gesamtstädtische als auch die Quartiersperspektive betrachtet. Die Analyse kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass soziale Heterogenität in ihrer horizontalen Dimension anerkannt und wahrgenommen wird und sich diese Anerkennung auch in der Politikformulierung findet. Das gilt nicht im gleichen Maße für Ausprägungen sozialer Ungleichheit. Das Beispiel Leipzig zeigt überdies, dass der generelle Diskurs stärker differenzieren muss zwischen dem Anliegen, horizontale Differenz (explizit) anzuerkennen, der notwendigen Bekämpfung vertikaler sozialer Ungleichheiten sowie dem Umstand, dass sich aus deren Überschneidung zahlreiche neue Unübersichtlichkeiten und Komplexitäten ergeben.

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