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  • Author: Gotthard Meinel x
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Zusammenfassung

Eine nachhaltige Flächennutzungsentwicklung erfordert ein Berichtssystem, welches die formulierten Ziele und Leitbilder einer Flächenhaushaltspolitik mit der tatsächlichen Entwicklung vergleicht. Die derzeitige amtliche Flächenerhebung in Deutschland kann die stetig wachsenden Anforderungen bezüglich Genauigkeit, Verlässlichkeit, Aktualität und Aussagekraft nicht mehr erfüllen. Sowohl die Nutzung von Katasterdaten als Primärdatenquelle der sekundärstatistischen Flächenerhebung als auch die alleinige Ausweisung von Flächensummen ausgewählter Nutzungsarten sollten in diesem Zusammenhang überdacht werden. Der Beitrag zeigt die Probleme der Datengrundlage der derzeitigen Flächenstatistik auf, die sich im Zuge technologischer Veränderungen des Katasters weiter verschärfen. Dem werden die Vorteile der Nutzung topographischer Geobasisdaten für die Flächenerhebung gegenübergestellt. Der Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Monitor) analysiert diese Daten und stellt die indikatorbasierten Ergebnisse in Form von interaktiven Karten und Tabellen im Internet bereit. Ergänzend könnten auf der Grundlage der Gebäudedaten des Liegenschaftskatasters Analysen des Gebäudebestandes und seiner Veränderung erfolgen und die Erreichung flächenpolitischer Nachhaltigkeitsziele wie „Innen vor Außen“ überprüfbar werden. Der Beitrag soll eine breite Debatte in dieser komplexen, interdisziplinären Thematik zwischen Statistik, Vermessungs- und Liegenschaftswesen, Geoinformatik und Raumentwicklungspolitik anstoßen.

Kurzfassung

Eine Steuerung der Siedlungsentwicklung, die dem Flächensparziel verpflichtet ist, erfordert ein genaues Monitoring. Dieser Beitrag beschreibt, wie die Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke mit verschiedenen Planverfahren in Deutschland zusammenhängt. Am Beispiel 30 repräsentativ ausgewählter Gemeinden wurde empirisch ermittelt, in welchem Maße Bund, Länder und Gemeinden zur Flächeninanspruchnahme beitragen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen zeigt, dass rund zwei Drittel der Flächenneuinanspruchnahme durch Gemeinden im Rahmen ihrer kommunalen Planungen verursacht werden. Sonstige Entwicklungen, die zum Beispiel aus Planfeststellungsverfahren resultieren und von Bund und Ländern getrieben sind, tragen zu einem Drittel der Flächeninanspruchnahme bei. Der relativ hohe Anteil nicht kommunal veranlasster Flächenneuinanspruchnahmen war so nicht erwartet worden. Das Ergebnis zeigt, dass Flächensparbemühungen auf allen Raum- und Planungsebenen erforderlich sind, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Derartige Untersuchungen benötigen flächendeckende und laufend aktualisierte Geometriegrundlagen zur tatsächlichen Flächennutzung. Nur so sind Veränderungen der Flächennutzung realistisch und zeitnah messbar und eine Überprüfung der Wirkungen der Flächensteuerung möglich. Die laufenden methodisch bedingten Veränderungen in der Flächenerfassung (Geodatenmodellierung, Flächennutzungsnomenklatur) und deren zeitversetzte und unterschiedliche Umsetzung in den Bundesländern beeinträchtigen allerdings das Flächennutzungsmonitoring.