Search Results

You are looking at 1 - 3 of 3 items for

  • Author: Dieter Rink x
Clear All Modify Search
Open access

Dieter Rink and Marie Görbing

Kurzfassung

Zwischennutzungen spielen seit 15 bis 20 Jahren eine wichtige Rolle in Forschung und Planung. Zwischennutzungen wurden früher negiert oder als Randerscheinung abgetan, heute wird ihnen eine zentrale Rolle im Umgang mit den Folgen von Schrumpfung zugesprochen. Im Beitrag wird anhand eines kontrastierenden Vergleichs der Frage nachgegangen, wie Zwischennutzungen in unterschiedlichen urbanen Kontexten funktionieren. Dabei wird eine durchgängig schrumpfende Mittelstadt (Dessau-Roßlau) mit einer Großstadt (Leipzig) verglichen, die in den vergangenen drei Jahrzehnten unterschiedliche Phasen durchlaufen hat (Schrumpfung, Reurbanisierung und Wachstum). Ergebnis des Vergleichs ist, dass urbane Kontexte, das heißt die jeweiligen Stadtentwicklungsphasen, entscheidende Rahmenbedingungen für Zwischennutzungen sind. Es bedarf einer kritischen Masse an Nachfragern von Zwischennutzungen und einer proaktiven Haltung von Stadtpolitik und Stadtverwaltung gegenüber Zwischennutzungen. Diese Voraussetzungen sind vor allem in Großstädten und Metropolen und insbesondere im Kontext von Reurbanisierung gegeben. Reurbanisierung bzw. moderates Wachstum nach Schrumpfung kann als optimaler urbaner Kontext für Zwischennutzungen gesehen werden. Aus dieser Perspektive erscheint die überwiegende Thematisierung von Zwischennutzungen als „Instrument der Schrumpfung“ als zu einseitig oder irreführend. Die Wirkungen von Zwischennutzungen fallen in einem mittelstädtischen Kontext wie in Dessau eher gering oder sogar nur marginal aus. Schrumpfenden Mittelstädten und erst recht Kleinstädten sollten daher keine übertriebenen Hoffnungen im Hinblick auf die Wirkungen des Instruments Zwischennutzung gemacht werden.

Open access

Dieter Rink and Manuel Wolff

Zusammenfassung

Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist derzeit von gegensätzlichen Tendenzen geprägt: Angespannten Märkten mit zum Teil ausgeprägter Wohnungsknappheit stehen entspannte Märkte mit hohen, zum Teil sogar sehr hohen Wohnungsleerständen gegenüber. Für beide Situationen ist die Leerstandsquote eine maßgebliche Bezugs- und Messgröße, sie fungiert als Indikator für die Bewertung. Jedoch ist die Leerstandsquote bislang kein systematisch untersuchter bzw. elaborierter Indikator, sie wird in den unterschiedlichen wissenschaftlichen und politischen Diskursen unterschiedlich quantifiziert und qualifiziert. Hier setzt der Artikel an, indem er auf der Basis einschlägiger Literatur eine systematische Kategorisierung von Leerständen vorschlägt und eine Heuristik für die differenzierte Bewertung von Wohnungsleerständen aus verschiedenen Perspektiven entwickelt. Diese Heuristik wird anschließend mit den Daten der Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) 2011 empirisch veranschaulicht. Anhand dessen kann gezeigt werden, dass zwar der Großteil deutscher Kommunen eine angemessene Leerstandsquote zwischen 3 und 5 % aufweist, jedoch erhebliche regionale und raumstrukturelle Unterschiede auftreten. Aus der Analyse der Leerstandsquoten können insofern keine flächenhaften Generalisierungen bzw. vereinfachende Aussagen für dieWohnungs- bzw. Stadterneuerungspolitik abgeleitet werden. Dies macht deutlich, dass die Leerstandsquote der Qualifizierung bedarf, wenn sie für planerische und politische Entscheidungen genutzt werden soll.

Open access

Manuel Wolff and Dieter Rink

Zusammenfassung

Die Leerstandsquote ist ein zentraler Indikator der Wohnungsmarktbeobachtung und wird zur Beurteilung von Wohnungsmarktsituationen herangezogen. In Deutschland variieren die Leerstandsquoten der Städte und Gemeinden stark, was unter anderem durch die Merkmale unterschiedlicher Bestände des Wohnungsmarktes bedingt ist, wie z. B. Baualter oder Wohnungsgröße. Für die Abbildung der gesamten dabei auftretenden Variationen wurde bislang kaum eine systematische Analyse von Leerstandsstrukturen erstellt. Vor diesem Hintergrund wird im vorliegenden Beitrag das Ziel verfolgt, die differenzierte Struktur des Leerstandes für deutsche Gemeinden aufzuzeigen. Dafür werden Daten der Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ)2011 verwendet, die flächendeckend und kleinräumig Leerstand differenziert nach 50 Ausprägungen erfassten. Diese Ausprägungen werden auf ihren Erklärungsgehalt für die Leerstandsquote geprüft. Darauf aufbauend werden räumliche Leerstandstypen gebildet, die die Leerstandsstruktur in Deutschland auf kommunaler Ebene wiedergeben. Der Beitrag macht deutlich, dass in erster Linie Merkmale des Baualters sowie der Gebäude- und Wohnungsgröße die Leerstandsquote erklären, sich aber deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland etwa in Bezug auf die Eigentumsform zeigen. Die kommunale Typisierung schärft und verräumlicht diese Erkenntnisse und unterstreicht, dass neben Ost-West- sowie Stadt-Land-Unterschieden auch Typen der Leerstandsstruktur existieren, die im gesamten Bundesgebiet vorkommen. Der Beitrag stellt eine Analyse vor, die mithilfe der entwickelten Typologie helfen soll, Leerstand zu differenzieren, zu bewerten und einzuordnen. Daraus lassen sich dann nicht nur Aussagen zum Einsatz von städtebaulichen und wohnungspolitischen Maßnahmen ableiten, auch die Raum- bzw. Wohnungsmarktbeobachtung auf Bundesebene lässt sich weiter qualifizieren.