Search Results

1 - 9 of 9 items

  • Author: Christian Holz-Rau x
Clear All Modify Search
Raum und Verkehr – ein Feld komplexer Wirkungsbeziehungen. Können Interventionen in die gebaute Umwelt klimawirksame Verkehrsemissionen wirklich senken?

Zusammenfassung

Mit dem Bild einer integrierten Standort- und Verkehrsplanung verknüpft sich die Hoffnung, die bisher verkehrsinduzierend wirkenden Wechselwirkungen zwischen Raum und Verkehr quasi umzudrehen und durch planerische Interventionen in den Bereichen von Standortstruktur und Verkehrsangebot einen nennenswerten Beitrag zur Reduzierung der klimarelevanten Emissionen zu leisten. Die planerische Gestaltung nutzungsgemischter und kompakter Standortstrukturen auf kommunaler und regionaler Ebene wird allerdings überlagert von gesellschaftlichen und räumlichen Entwicklungen, für die großräumige Mobilität politisch erwünscht oder strukturell notwendig ist. Vor diesem Hintergrund erscheinen die genannten Hoffnungen deutlich übertrieben. Wir stellen in diesem Beitrag bekannte empirische Ergebnisse zu Raumstrukturen und Verkehr in einen anderen Interpretationszusammenhang und lenken den Blick auf unseres Erachtens wichtigere Treiber der Verkehrsentwicklung, die allerdings außerhalb des Handlungsfeldes einer integrierten Standort- und Verkehrsplanung stehen. Wir ziehen die Schlussfolgerung, dass eine integrierte Standort- und Verkehrsplanung nicht mit der Vermeidung von CO2-Emissionen begründet werden sollte. Trotzdem bleibt sie aus unserer Sicht sinnvoll, da eine integrierte Standort- und Verkehrsplanung zu weiteren Zielen der Stadtentwicklung beitragen kann.

Open access
Verkehrssicherheit in den Kreisen Nordrhein-Westfalens: Wo lebt es sich am sichersten?

Zusammenfassung

Der Beitrag präsentiert nach Altersgruppen und Art der Verkehrsbeteiligung differenzierte Verkehrsunfallrisiken für die Landkreise und kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens. Dabei werden für die räumliche Differenzierung die Wohnorte der Verunglückten zugrunde gelegt. Diese werden für Kfz-Insassen anhand der Kfz-Kennzeichen ermittelt. Mit dem Rad oder zu Fuß Verunglückte werden nach dem Unfallort unterschieden, der hier als gute Näherung des Wohnortes dienen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass das bevölkerungsbezogene Risiko, im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt zu werden, in den Kernstädten wesentlich niedriger ist als im suburbanen und ländlichen Raum. Besonders stark gilt dies für die Adoleszenzphase. Volkswirtschaftlich führt dies zu deutlich unterdurchschnittlichen Unfallkosten der großen Städte.

Open access
Stadt der kurzen Wege und der weiten Reisen

Zusammenfassung

Eine Vielzahl von Untersuchungen befasst sich mit räumlichen Unterschieden des Verkehrsverhaltens, insbesondere den zurückgelegten Distanzen. Nach diesen Untersuchungen legt die Bevölkerung kleinerer Gemeinden größere Distanzen zurück als die Bevölkerung von Großstädten. Dabei fokussieren die Untersuchungen allerdings auf den Alltagsverkehr. Fernreisen werden entweder nur am Rande betrachtet oder gänzlich ausgeschlossen. Doch Fernreisen tragen trotz ihrer geringen Anzahl aufgrund der Länge der einzelnen Reisen erheblich zum Gesamtverkehrsaufwand bei. In diesem Beitrag untersuchen wir die Distanzen im Alltags- und im Fernverkehr sowie deren Summe und differenzieren nach der Einwohnerzahl des Wohnortes und zahlreichen soziodemografischen und sozioökonomischen Merkmalen. Wir verwenden Verfahren der beschreibenden Statistik, die Heckman-Schätzung und lineare Regressionsmodelle. Hierbei zeigt sich, dass die soziodemografischen und sozioökonomischen Merkmale die Distanzen im Alltags- und Fernverkehr jeweils in gleicher Richtung beeinflussen, während die räumlichen Effekte im Alltags- und Fernverkehr gegenläufig sind. Während die Alltagsdistanzen mit der Einwohnerzahl der Gemeinden abnehmen, sind die Distanzen im Fernverkehr umso größer, je höher die Einwohnerzahl ist. In der Gesamtdistanz aus Alltags- und Fernverkehr sind die Unterschiede zwischen den Gemeindegrößenklassen deutlich geringer als bei einer ausschließlichen Analyse des Alltagsverkehrs.

Open access
Verkehr und Siedlungsstruktur — eine dynamische Gestaltungsaufgabe

Kurzfassung

Verkehrsplanung und Verkehrspolitik sind in ihrem Bemühen um eine zukunftsfähige Verkehrsentwicklung nur eingeschränkt erfolgreich. Die Diskussion konzentriert sich auf strukturelle Rahmensetzungen (Verkehrsinfrastruktur, Siedlungsstruktur, Mineralölsteuer…), die häufig nicht umsetzbar sind (5 DM / 1 Benzin) und / oder nicht im erhofften Maße wirken (Nutzungsmischung). Die heutigen Verkehrsstrukturen und die aktuelle Verkehrsentwicklung sind das Resultat von „hoheitlichen Entscheidungen”, z.B. in der Flächennutzungsplanung, und von „Individualentscheidungen”, z.B. bei Wohnstandortentscheidungen und in der Verkehrsmittelnutzung. Entsprechend müssen die planerischen Konzepte um eine „individualisierte” Komponente ergänzt und verstärkt am langfristig dominierenden Bestand ausgerichtet werden.

Open access
Pkw-Nutzung im Wandel des Geschlechterverhältnisses – Trends über drei Jahrzehnte

Zusammenfassung

Dieser Beitrag beantwortet die Frage, wie sich in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Geschlechterverhältnisses die Pkw-Nutzung von Männern und Frauen entwickelt hat. Außerdem wird beantwortet, wie sich statistische Unterschiede hinsichtlich der Pkw-Nutzung von Frauen und Männern erklären lassen. Anhand der deutschen Mobilitätserhebungen KONTIV und MiD wird für den Zeitraum 1976 bis 2008 ein langfristiger Trend der geschlechtsspezifischen Pkw-Nutzung nachgezeichnet und in den weiteren Kontext gesellschaftlicher Veränderungen eingeordnet. Die Analysen ermöglichen auch eine Annäherung an die Frage, inwiefern geschlechtsspezifische Unterschiede bezüglich der Pkw-Nutzung Resultat sozialer Rollen (z. B. Erwerbstätigkeit), Restriktionen (geringere Pkw-Verfügbarkeit der Frauen), rational-ökonomischer Haushaltsentscheidungen über eine knappe Ressource Pkw oder unterschiedlicher Normen und Präferenzen sind. Differenzierte Analysen zeigen, wie sich die Pkw-Nutzung von Männern und Frauen mit verschiedenen restriktiven Rahmenbedingungen der Mobilität (Teil-/Vollmotorisierung des Haushalts, Gemeindegrößenklassen) und verschiedenen soziodemographischen Merkmalen (z. B. Haushaltskontext, Erwerbstätigkeit) entwickelt hat. Im Wesentlichen konvergiert die Pkw-Nutzung zwischen Männern und Frauen durch ein „Aufholen“ der Frauen. In Haushalten, in denen der Pkw eine knappe Ressource darstellt, ist aber auch eine Umverteilung des Pkw zwischen Männernund Frauen zu beobachten. Zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheidet sich dieser Trend allerdings: Beispielsweise nimmt die Pkw-Nutzung der Frauen in Klein- und Mittelstädten deutlich stärker zu als in Großstädten. Die Ergebnisse deuten außerdem auf geschlechtsspezifische Normen oder Präferenzen hin, denn selbst bei gleichen Rahmenbedingungen wie Vollzeiterwerbstätigkeit und uneingeschränkter Pkw-Verfügbarkeit fahren die Frauen seltener Auto als Männer.

Open access
Erzwungenes oder exzessives Pendeln?
Zum Einfluss der Siedlungsstruktur auf den Berufspendelverkehr

Zusammenfassung

In welchem Maße lässt sich das anhaltende Wachstum des Berufspendelverkehrs (Wohnort und Arbeitsort in verschiedenen Gemeinden) mit Veränderungen der Siedlungsstruktur erklären? Zur Beantwortung dieser Frage werden gemeindescharfe Datensätze zur Erwerbstätigkeit und Beschäftigung sowie zu den regionalen Berufsverkehrsverflechtungen über einen Zeitraum von 37 Jahren analysiert (1970–2007). In den betrachteten acht Agglomerationsräumen steigen über den gesamten Betrachtungszeitraum der Anteil des gemeindeübergreifenden Berufspendelns und die Pendeldistanzen. Die räumliche Entwicklung hat trotz Beschäftigungssuburbanisierung in keiner Region zu einer Reduzierung des Pendelns geführt. Dabei ist in allen betrachteten Agglomerationsräumen die Zunahme des Pendelns deutlich stärker, als dies nach den Veränderungen der Strukturindikatoren zu erwarten gewesen wäre.

Open access
Beschäftigungssuburbanisierung, Siedlungsstruktur und Berufspendelverkehr: Ergebnisse für deutsche Agglomerationsräume 1999-2007

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht den Einfluss der Beschäftigungssuburbanisierung auf den Pendelverkehr am Beispiel deutscher Agglomerationsräume. Um die Entwicklung des Berufsverkehrs im Kontext unterschiedlicher Siedlungsstrukturen zu beleuchten, werden monozentrische (Hamburg, München) und polyzentrische Regionen (Frankfurt am Main, Stuttgart) gegenübergestellt. Im Fokus der Untersuchung steht zunächst eine Analyse der (raum)strukturell bedingten Mindestanzahl an Pendelvorgängen, die sich als Maß regionaler Funktions(ent)mischung interpretieren lässt. Anschließend wird das tatsächliche Pendelaufkommen betrachtet. Für beide Analysen werden Indikatoren entwickelt, die einen Vergleich unterschiedlicher Regionen und/oder Zeitschnitte ermöglichen. Abschließend erfolgt eine Berechnung der zurückgelegten Berufswegedistanzen. Die Auswertungen stützen sich auf Daten der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit der Jahre 1999 und 2007.

Open access
Rezensionen
Open access
Standortpräferenzen, intraregionale Wanderungen und Verkehrsverhalten
Ergebnisse einer Haushaltsbefragung in der Region Dresden

Kurzfassung

Der Beitrag fragt nach den Abhängigkeiten des intraregionalen Wanderungsverhaltens von den Wanderungsmotiven, Wohnbedürfnissen und Standortanforderungen privater Haushalte sowie nach den Wechselwirkungen der Standortwahl mit dem individuellen Verkehrsverhalten. Die Ergebnisse basieren auf einer Haushaltsbefragung in der Region Dresden, die im Kontext empirischer Ergebnisse aus anderen Studien dargestellt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass das Wanderungsverhalten deutlich mit den Wohnansprüchen und Standortpräferenzen des jeweiligen Haushalts korrespondiert, aber auch durch äußere Rahmenbedingungen geprägt wird. Aus dem Standortverhalten ergeben sich einerseits Konsequenzen für die Verkehrsmittelwahl und Aktionsräume der Haushaltsmitglieder. Andererseits spielt die Motorisierung des Haushalts für das Standortverhalten eine wichtige Rolle. Der Beitrag schließt mit Überlegungen zur Vereinbarkeit der Standortpräferenzen privater Haushalte und Individuen mit dem planerischen Leitbild kompakter Siedlungsstrukturen.

Open access