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  • Author: Annick Leick x
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Zusammenfassung

Der Beitrag geht der Frage nach, in welchem Begründungszusammenhang die Neuorientierung der Raumentwicklungspolitik in Deutschland spätestens seit den 2000er Jahren steht. Dabei geht es um zwei Untersuchungsgegenstände: zum einen um die neuen Leitbilder der Raumentwicklung, die im Jahr 2006 durch die Ministerkonferenz für Raumordnung beschlossen wurden, hier vor allem das Leitbild 1 „Wachstum und Innovation“. Zum anderen geht es um die Metropolregionen in Deutschland – eine Kategorie der Raumordnungspolitik, die seit Mitte der 1990er Jahre in Politik, Raumplanung und -forschung zunehmend beachtet wurde. Beide Gegenstände bzw. die zugrunde liegenden Prozesse werden hier aus der Perspektive einer Diskursanalyse kritisch untersucht. Das heißt, thematische Neuorientierungen werden nicht isoliert von ihren ideologischen Kontexten betrachtet, in denen sie entstehen bzw. „gerahmt“ werden. Auch wissenschaftliche Perspektiven auf den Raum sind keineswegs deutungsunabhängig. Im Ergebnis wird das Konzept der neuen Leitbilder sowie der „politisch designierten“ Metropolregionen als theoretisch widersprüchlich, empirisch uneindeutig und konzeptionell fragil betrachtet. Daraus wird die Konsequenz einer stärkeren Pluralisierung der Diskussion abgeleitet. Diese Überlegungen sind auch als Beitrag zur Weiterentwicklung von Leitideen, Theorien und damit auch des Selbstverständnisses von Raumordnung an sich zu verstehen.

Kurzfassung

Dieser Beitrag behandelt das Thema der urbanen Neubaugebiete aus zwei spezifischen Perspektiven: Zum einen geht es nicht primär um das Wohnen, sondern um Wissenschaft und Forschung als Rahmenthema der Stadterweiterung, insbesondere Hochschulstandorte und Wissenschaftsparks. Zum anderen geht es um die Analyse städtischer Management- und Governance-Praktiken, vor allem die Herauslösung großer Vorhaben aus dem üblichen Kontext der Stadtplanung. Zentral ist hier die Definition dieser Vorhaben als „Projekt“ und ihre Unterordnung unter einen spezifischen Steuerungsansatz. Im Kontext der Diskussion von Großprojekten und urbaner Governance ist die These dieses Beitrags, dass sich Projekte umso mehr als Fremdkörper in der Stadtplanung entfalten können (und damit das Ziel auf urbane Integration unterlaufen), umso weniger sie Gegenstand bewährter Planungsprozesse und regulatorischer Praktiken sind. Zur empirischen Illustration dieses Arguments dient die Wissenschaftsstadt Belval im Süden Luxemburgs, die seit 2003 realisiert wird und deren Entwicklung hier kritisch analysiert wird. Als generelle Schlussfolgerungen werden planerische Anforderungen an den Umgang mit großen Neubauvorhaben formuliert.