Search Results

1 - 10 of 10 items :

  • Author: Markus Leibenath x
  • Architecture x
Clear All Modify Search

Zusammenfassung

Die Vokabel „Biotopverbund“ bezieht sich nicht auf einen klar umrissenen Koordinationsgegenstand, sondern ist eher als eine Art metaphorischer Werkzeugkasten zu betrachten, von dem man bei raumbezogenen Kommunikations- und Koordinationsprozessen Gebrauch machen kann, aber nicht zwangsläufig muss. Zusammen mit dem Wort „Fragmentierung“ bildet „Biotopverbund“ ein Metaphernpaar, das Deskription und Präskription in suggestiver und einleuchtender Weise integriert. Durch ihre Interpretationsoffenheit erleichtert die Biotopverbundmetapher Kooperationen unterschiedlichster Akteure. Andererseits birgt sie das Risiko, von wichtigen Konflikten beim Schutz der biologischen Vielfalt abzulenken.

Zusammenfassung

Wenn man räumliche Planung verstehen möchte, ist es wichtig, die Selbstverständnisse und beruflichen Identitäten der handelnden Akteure zu kennen. Bislang ist dazu in Deutschland kaum geforscht worden. Der Beitrag basiert auf einem Forschungsansatz, der berufliche Identitäten als Ergebnis des Zusammenwirkens gesellschaftlicher Anforderungen und eigener Handlungen in den Fokus rückt. Es wird gezeigt, welche Rollen Regionalplanern von außen zugewiesen werden und wie Regionalplaner selber ihre beruflichen Identitäten wahrnehmen und daran arbeiten. Anhand von Dokumentenanalysen und autobiographisch-narrativen Interviews wird untersucht, welche Subjektpositionen in schriftlichen Diskursfragmenten, die sich auf Regionalplanung und Windenergie beziehen, zu finden sind, welchen äußeren Anforderungen sich Regionalplaner ausgesetzt sehen, welche Ansprüche sie selber an ihr berufliches Handeln stellen, welche Techniken des Selbst sie praktizieren und welche diesbezüglichen Spannungen sie wahrnehmen. Die Ergebnisse knüpfen an internationale Untersuchungen über planerische Identitäten an und können als Angebot an die Praxis gelesen werden, individuelle Praktiken und Spielräume der Identitätsarbeit zu reflektieren.

Zusammenfassung

Es gibt zahlreiche Landschafts- oder Kulturlandschaftsbegriffe, was mitunter irritierend sein kann. In diesem Beitrag wird kein „neuer“ Landschaftsbegriff propagiert. Stattdessen untersuchen wir, wie „Landschaft“ oder „Kulturlandschaft“ in politischen Diskursen mit Bedeutung aufgeladen werden. Ziel ist es, einen Ansatz zur Analyse der diskursiven Konstituierung von Kulturlandschaft und Methoden zu dessen Umsetzung vorzustellen. Dabei stützen wir uns auf die poststrukturalistische Diskurstheorie von Ernesto Laclau. Als Beispiele werden eine bundesweite Erhebung zu den thematischen Bezügen ortsbezogener Kulturlandschaftsdiskurse und eine vertiefende Untersuchung von Landschaftskonzepten und Argumentationsmustern in politischen Diskursen über die Nutzung der Windenergie in Deutschland vorgestellt. In den Windenergiediskursen werden allgemein bekannte Landschaftskonzepte reproduziert: „Landschaft als schönes, wertvolles Gebiet“, „Landschaft als von Menschen geprägtes Gebiet“ und „Landschaft als etwas subjektiv Wahrgenommenes“. Der Pro-Windenergie-Diskurs verursacht jedoch Brüche in der scheinbaren Geschlossenheit des konservativen Landschaftsdiskurses, dessen Kernstruktur das Landschaftskonzept „schönes, wertvolles Gebiet“ darstellt, und auch in umgekehrter Richtung werden Friktionen ausgelöst. Durch bestimmte Argumentationsmuster wird versucht, die Diskurse zu schließen und gegen Störungen zu immunisieren. Insgesamt spielen Landschaftskonzepte in Windenergiediskursen eine nachgeordnete Rolle und werden teilweise unter instrumentellen, argumentationstaktischen Gesichtspunkten artikuliert.

Zusammenfassung

Der Beitrag verwirft Perspektiven, die eine allgemeingültige Definition der Wörter „Landschaft“ und „Kulturlandschaft“ anstreben. Vielmehr wird die generelle Bedeutungsvielfalt dieser Begriffe betont: Sie sind potenziell wertvoll für Wissenschaft und Praxis, weil sie Multiperspektivität befördern, positiv konnotiert werden und als verbindende Klammern raumbezogener Forschungsansätze dienen können. Der Beitrag verfolgt das Ziel, einige zentrale Topoi innerhalb spannungsgeladener semantischer Felder von „Landschaft“ paarweise zu identifizieren und zu beschreiben. Die semantischen Punkte jedes Paares (z. B. normative versus deskriptive oder subjektivistische versus objektivistische Landschaftsbegriffe) sind als entgegengesetzte Pole zu verstehen, zwischen denen sich Spannungen bilden und in produktiver Reibung entladen können. Ein weiteres Anliegen besteht darin, einige Unterschiede zwischen den Semantiken von „Landschaft“ und den kontextuell relevanten Begriffen „Raum“ und „Kultur“ darzulegen. Damit wird insgesamt eine gemäßigt konstruktivistische Perspektive vertreten, die als diskursanalytisch in einem weiten Sinne zu bezeichnen ist. Indem analysiert und systematisiert wird, wie andere Autoren „Landschaft“ und „Kulturlandschaft“ verwenden oder im Kontext anderer Begriffe definieren, werden Beobachtungen zweiter Ordnung beschrieben. Der Beitrag stellt abschließend fest, dass die Konstituierung von Bedeutungen der Wörter „Landschaft“ und „Kulturlandschaft“ stets perspektivenabhängig ist: Es kommt darauf an, aus welcher wissenschaftlichen Perspektive (zweite Beobachtungsebene) man welche Prozesse der Bedeutungszuschreibung (erste Beobachtungsebene) betrachtet.

Zusammenfassung

In Deutschland hat die Regionalplanung eine Schlüsselrolle bei der Ausweisung von Gebieten für die Windenergienutzung. Mit Instrumenten wie Vorrang-, Eignungs- und Ausschlussgebieten kann sie Flächen verbindlich festlegen, die für die Nutzung der Windenergie geeignet sind. Dadurch ist sie zwischen die Fronten der Windkraftbefürworter und -gegner geraten. Die einen sehen Windenergie als effiziente, saubere und sichere Energiequelle sowie Alternative zu nichtregenerativen Energieträgern. Für die anderen sind Windenergieanlagen ein Gesundheitsrisiko und Treiber eines unerwünschten Landschaftswandels. Gegenstand dieses Beitrages sind die Potenziale und Grenzen der Regionalplanung im Umgang mit entsprechenden Konflikten. Konkreter Ansatzpunkt ist die Fortschreibung des Regionalplans für die sächsische Planungsregion Oberes Elbtal/Osterzgebirge. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei einem originär zu diesem Zweck eingerichteten Arbeitskreis Windenergie, der Befürworter und Gegner der Windenergie zusammenbringt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Regionalplanung einen Beitrag zur Verfahrenstransparenz leisten, den Grundkonflikt zwischen Befürwortern und Gegnern aber nicht lösen kann.

Zusammenfassung

Der Beitrag skizziert die Forschungsheuristik, die dem Projektverbund „Konstituierung von Kulturlandschaft“, dessen Ergebnisse in den nachfolgenden Beiträgen vorgestellt werden, zugrunde gelegen hat. Aus soziologischer, politikwissenschaftlicher, planerischer und sozial-geographischer Perspektive hat interessiert, wie sich Kulturlandschaften durch subjektive Bedeutungszuschreibungen im alltagssprachlichen Handeln, Diskurse und Diskurskoalitionen, die Koordination sektoraler Institutionensysteme sowie durch (Kultur-)Landschaftsverständnisse in der Landschaftsplanung konstituieren.