Browse

1 - 10 of 1,499 items :

  • Architecture x
Clear All
„Hägerstrand online“: Ein methodisches Konzept zur Analyse raumzeitlicher Trajektorien in Kollaborationen

Kurzfassung

In der Wirtschaftsgeographie stieg in den letzten Jahren das Interesse an Fragen der Temporalität, wobei sowohl kurz- als auch längerfristige physische Interaktionskonstellationen in den Fokus rückten. Trotz der starken empirischen wie theoretischen Ausdifferenzierung physischer Kopräsenzen wurden zwei Aspekte bisher kaum ausreichend problematisiert: erstens das dichotome Verständnis physischer Kopräsenz (das sich auf die binäre Differenzierung von Abwesenheit und Anwesenheit reduziert) und zweitens die Konzeption virtueller Kopräsenz als eine defizitäre Version von Kommunikation (der das breite Spektrum sinnlicher Dimensionen von Face-to-face-Interaktionen fehlt). Zur Problematisierung dieser Aspekte von Kopräsenz reichern wir unsere geographische Argumentation mit Befunden aus benachbarten Disziplinen an und fokussieren die durch die Virtualisierung implizierten Veränderungen der Kommunikationskontexte. Hierbei stellen insbesondere die komplexen Verflechtungen von Offline- und Online-Interaktionen die etablierten geographischen Zugänge vor methodische und konzeptionelle Herausforderungen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen wird eine Erweiterung des zeitgeographischen Modells von Torsten Hägerstrand um eine virtuelle Dimension vorgeschlagen. Ziel unserer Erweiterung ist es, raumzeitliche Beschränkungen kollaborativer Prozesse sowohl in physischen als auch in virtuellen Kontexten sowie in (physisch-virtuellen) synthetischen Situationen empirisch erfassbar und vergleichbar zu machen. Unsere methodisch-konzeptionelle Erweiterung der Zeitgeographie illustrieren wir mit empirischen Vignetten kollaborativer Prozesse aus den Feldern Kunst (Musikproduktion im Studio) und Wissenschaft (Pharmaforschung im Labor).

Open access
Choreographies of entrepreneurship. How different formats of co-presence are combined to facilitate knowledge creation in seed accelerator programs

Abstract

This paper explores different functions of co-presence for collaborative knowledge creation in the context of seed accelerator programs. Seed accelerators offer programs of three to six months to enhance the growth of early-stage start-ups through various means of training and organizational development. In this paper, seed accelerator programs are analysed as orchestrated sequences of different types of physical co-presence. By drawing on qualitative case study data, the paper identifies eight different ways in which physical co-presence is used during seed accelerator programs. Through these eight types of co-presence, the analysis reveals that physical co-presence unfolds unique social dynamics that are utilized in a carefully designed combination of presence and absence. It is shown that physical co-presence is a means to enact relational distance and to bridge this distance for the benefit of the entrepreneurial process. Therefore, this paper adds a new perspective on how co-presence is used to facilitate the generation of value through collaborative knowledge creation.

Open access
Temporär genutzte Räume von berufsbedingt multilokal Lebenden. Herausforderungen und Potenziale für betriebliche und regionale Entwicklungen in ländlichen Räumen Niedersachsens

Kurzfassung

Aufgrund von Globalisierungsprozessen in Zusammenhang mit zunehmender Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen sowie flexibilisierten Arbeitswelten nimmt räumliche Mobilität zu. Dabei werden multilokale Lebensweisen, also Lebensführungen an mehreren Orten und über mehrere Orte hinweg, immer bedeutsamer. In diesem Beitrag werden erste Ergebnisse einer Analyse berufsbedingt multilokaler Lebensweisen in ländlichen Räumen vorgestellt. Ziel des Beitrages ist es, Herausforderungen und Potenziale multilokaler Lebensweisen für betriebliche und regionale Entwicklungen aufzuzeigen sowie damit zusammenhängende mögliche Handlungsfelder für die politisch-planerische und unternehmerische Praxis zu formulieren. Mithilfe von qualitativen Forschungsmethoden wurde eine Fallstudienanalyse im niedersächsischen Landkreis Diepholz durchgeführt. Der Beitrag diskutiert zunächst die Beweggründe und Umstände, die dazu führen, dass Beschäftigte an mehreren Orten leben (müssen). Danach wird die Gestaltung des Alltags- und Berufslebens der mehrörtig lebenden Personen in temporären, das heißt zeitweise bewohnten Räumen, erläutert. Des Weiteren wird gezeigt, welche betrieblichen und regionalen Rahmenbedingungen und Strukturen diese Lebensweisen beeinflussen und welche Bedeutung berufsbedingte Multilokalität für betriebliche und regionale Entwicklungen haben kann.

Open access
Wandel des ländlichen Raumes in der Wissensgesellschaft

Kurzfassung

In der Wissensgesellschaft differenziert sich die Raumstruktur in eine Vielzahl von Raumtypen aus; auch der ländliche Raum stellt sich nicht als ein homogenes Gebilde dar. Die „reflexive Moderne“ der Wissensgesellschaft scheint keinen Determinismus in Bezug auf räumliche Entwicklungsunterschiede zu kennen, sondern den Menschen Spielräume für eine Aneignung und Inwertsetzung unterschiedlicher Räume zu öffnen. Diese erweiterten Gestaltungsmöglichkeiten könnten auch in dem bisher als zurückbleibend eingeschätzten ländlichen Raum neue Entwicklungsimpulse auslösen. Zur Überprüfung dieser Annahmen wird in diesem Beitrag aus einem theoretischen Blickwinkel gefragt, wie die kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und technischen Dimensionen der Wissensgesellschaft mit dem Raum interagieren und welche Herausforderungen sowie Strategien sich daraus für den ländlichen Raum ergeben können. Die empirische Überprüfung stützt sich auf Ergebnisse einer Arbeitsgruppe der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) zur Wissensgesellschaft in ländlich-peripheren Regionen sowie ergänzend auf weitere quantitative und qualitative Studien zum Thema. Aus diesen Untersuchungen geht hervor, dass sich in vielen, wenn auch nicht in allen Regionen neuartige wissensgesellschaftlich geprägte Lebenskulturen in Abgrenzung zu städtischen Lebensmodellen entfalten. Sie belegen eine neue Attraktivität des ländlichen Raumes, die sich auch in wissensbasierten Projekten der Kultur, Bildung, Daseinsvorsorge und des unternehmerischen Engagements niederschlägt. Beispiele finden sich besonders in wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Regionen, aber auch in den peripheren Regionen, die unter Bevölkerungsverlusten leiden. Es bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten zu eruieren, wie diese Ansätze von öffentlichen Akteuren strategisch genutzt werden können, um den wissensgesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Sie können helfen, in erfolgreichen Regionen gesammelte Erfahrungen für eine politische und planerische Unterstützung peripherer Städte und Regionen im ländlichen Raum zu nutzen.

Open access
Zwischen Realitätsverweigerung und Pragmatismus: Migration-led regeneration in Genua und Manchester

Zusammenfassung

Ausgehend von der These, dass Stadtentwicklungspolitik ein wesentlicher Bestandteil einer zunehmenden local governance of migration ist, untersucht dieser Beitrag die Schnittstellen zwischen migrationsbezogenen Politiken und migrantischen Handlungspraxen einerseits und Stadtentwicklungsstrategien andererseits. Es wird davon ausgegangen, dass europäische Städte in übergeordnete (supra)nationale Migrationsregime eingegliedert sind, die deren institutionelles Handeln im Umgang mit Migration beeinflussen. Der Vergleich zweier Städte in unterschiedlichen Migrationsregimen ermöglicht es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verbindung zwischen Migrations- und Stadtentwicklungsfragen, die sich trotz oder aufgrund der Einbindung in unterschiedliche Regime ergeben, herauszuarbeiten. Betrachtet werden Genua in Italien und Manchester in Großbritannien. Der Vergleich zeigt, dass sowohl Städte mit wenig institutionalisierten Migrationspolitiken als auch mit langjährigen migrationsbezogenen Politiken sich insbesondere auf zivilgesellschaftliche Akteure verlassen. Migration-led regeneration findet statt, wird in den Regenerierungsstrategien jedoch nicht explizit thematisiert.

Open access
Akteurslogiken bei kommunalen Integrationspolitiken für Geflüchtete in nordrhein-westfälischen Groß- und Kleinstädten

Kurzfassung

Mit dem deutlichen Anstieg der Zuwanderung Geflüchteter seit Mitte der 2010er-Jahre stehen die Städte und Gemeinden mit ihrer kommunalen Ausländer- und Migrationspolitik vor neuen Herausforderungen der gesellschaftlichen Integration. Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfolgt im Zusammenspiel verschiedener, zum Teil neuer lokaler Akteure aus dem öffentlichen (z. B. kommunale Verwaltung, Wohlfahrtsorganisationen), privatwirtschaftlichen (z. B. Arbeitgeber) und zivilgesellschaftlichen Bereich (z. B. ehrenamtliche Initiativen). In diesem Beitrag werden die verschiedenen Logiken zentraler, am Integrationsprozess beteiligter Akteure beleuchtet, um aufzuzeigen, wer unter welchen Voraussetzungen die Integrationsbedingungen vor Ort in welcher Weise gestaltet und steuert. Die Untersuchung wurde in zwei unterschiedlichen lokalen Kontexten, der Stadt Köln und dem Kreis Heinsberg, mit dem Ziel durchgeführt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten lokaler Governance aufzuzeigen. Die Ergebnisse beruhen auf 29 Experteninterviews mit Vertretern der Stadt- und Kreisverwaltungen, der Stadtgesellschaften und der Landesebene, die im Rahmen beruflicher oder ehrenamtlicher Tätigkeit am Integrationsprozess Geflüchteter beteiligt sind. Im Ergebnis zeigen sich bei einigen Maßnahmen der Integrationspolitik verschiedene Handlungslogiken. Dies trifft erstens für das Verhältnis zwischen staatlichen Akteuren der Bundes- und Landesebene und kommunalen Akteuren zu. Dies trifft zweitens aber auch auf das Verhältnis zwischen kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu. Dabei spielen die räumlichen und situativen Kontexte eine differenzierende Rolle.

Open access
Creativity-enhancing work environments: Eventisation through an inspiring work atmosphere in temporary proximity

Abstract

The objective of this paper is to understand how work processes and the quality of physical places support creative knowledge generation. The creation of knowledge is linked to both social space and physical place, and is influenced by steady socio-spatial dynamics. In workplaces, the space-time dynamics of knowledge creation coincide with the physical characteristics of place. On the basis of qualitative interviews with Design thinking workshop facilitators, as well as participants, the influence of three types of creative support (psychosocial, inspirational and functional) is linked to the elements of place, people and process in this specific innovation method. This paper discusses in which ways place, people and process contribute to creating a creativity-enhancing workspace and inspiring atmosphere in temporary spatial proximity. Eventisation of the innovation process, and interaction in temporary spatial proximity, are important prerequisites for keeping knowledge creation exciting.

Open access
Zwischennutzungen in unterschiedlichen urbanen Kontexten. Die Beispiele Leipzig und Dessau-Roßlau

Kurzfassung

Zwischennutzungen spielen seit 15 bis 20 Jahren eine wichtige Rolle in Forschung und Planung. Zwischennutzungen wurden früher negiert oder als Randerscheinung abgetan, heute wird ihnen eine zentrale Rolle im Umgang mit den Folgen von Schrumpfung zugesprochen. Im Beitrag wird anhand eines kontrastierenden Vergleichs der Frage nachgegangen, wie Zwischennutzungen in unterschiedlichen urbanen Kontexten funktionieren. Dabei wird eine durchgängig schrumpfende Mittelstadt (Dessau-Roßlau) mit einer Großstadt (Leipzig) verglichen, die in den vergangenen drei Jahrzehnten unterschiedliche Phasen durchlaufen hat (Schrumpfung, Reurbanisierung und Wachstum). Ergebnis des Vergleichs ist, dass urbane Kontexte, das heißt die jeweiligen Stadtentwicklungsphasen, entscheidende Rahmenbedingungen für Zwischennutzungen sind. Es bedarf einer kritischen Masse an Nachfragern von Zwischennutzungen und einer proaktiven Haltung von Stadtpolitik und Stadtverwaltung gegenüber Zwischennutzungen. Diese Voraussetzungen sind vor allem in Großstädten und Metropolen und insbesondere im Kontext von Reurbanisierung gegeben. Reurbanisierung bzw. moderates Wachstum nach Schrumpfung kann als optimaler urbaner Kontext für Zwischennutzungen gesehen werden. Aus dieser Perspektive erscheint die überwiegende Thematisierung von Zwischennutzungen als „Instrument der Schrumpfung“ als zu einseitig oder irreführend. Die Wirkungen von Zwischennutzungen fallen in einem mittelstädtischen Kontext wie in Dessau eher gering oder sogar nur marginal aus. Schrumpfenden Mittelstädten und erst recht Kleinstädten sollten daher keine übertriebenen Hoffnungen im Hinblick auf die Wirkungen des Instruments Zwischennutzung gemacht werden.

Open access
Collecting and analyzing soccer-related graffiti with the spatial video technology and GIS: a case study in Krakow, Poland

Abstract

In this research, the spatial video technology is applied to the collection of soccer-related graffiti locations in the city of Krakow, Poland. Krakow is predestined for this research due to the long and often violent rivalry between fan groups of the two major soccer teams, MKS Cracovia and Wisla Krakow. This form of rivalry is often expressed by the application of graffiti by fans from both clubs, which can be observed in large parts of the city. Graffiti locations were digitized from spatial videos, stored in a Geographic Information System (GIS), and subsequently analyzed to explore (1) the overall spatial pattern, (2) the existence of spatial hotspots, and (3) changes to a previously conducted survey of graffiti locations in 2016. As expected, results indicate that graffiti locations are statistically significantly clustered, with pro-Wisla graffiti mainly concentrating in the north, pro-Cracovia graffiti dominating the south, and pro-Hutnik graffiti mostly found in the east of Krakow. The overall spatial pattern of graffiti locations remained relatively unchanged between the 2016 and 2018 surveys. Besides scientific inquiry, this research provides city officials with important information regarding graffiti locations in Krakow for a broader and more in-depth understanding of their spatial patterns.

Open access