Browse

1 - 10 of 1,518 items :

  • Architecture x
Clear All
Auf dem Weg zur Normalität: Planungsbezogener Protest und planerische Reaktionen

Kurzfassung

Der Beitrag plädiert für eine stärkere Unterscheidung von Planungsprotesten, die Teil der täglichen Planungspraxis sind. Es wird argumentiert, dass die Unterschiedlichkeit auch für differenzierte Reaktionen der Planungsakteure genutzt werden kann. Skizziert wird der Forschungsstand sozialwissenschaftlicher Protest- und Bewegungsforschung sowie die Besonderheit planungsbezogenen politischen Protests. Planungsprotest wird dabei als kollektives Handeln und Form kommunalpolitischer Partizipation verstanden, die unabhängig von lokalstaatlichen Beteiligungsangeboten stattfindet und einen Bezug zur lokalen räumlichen Planung aufweist. Basierend auf einer empirischen Erhebung und statistischen Untersuchung von mehr als 400 planungsbezogenen Bürgerprotesten in Berlin zwischen 2005 und 2015, die durch zwei qualitative Fallstudien ergänzt werden, wird eine – orts- und zeitspezifische –Typologie von neun Protestarten entwickelt. Die im Framing der Protestakteure artikulierten Protestanlässe und Protestanliegen werden als alternative Problemlösungsansätze verstanden. Unterschieden werden situationsbezogene und planungsabhängige sowie initiative und reaktive Protestformen. Diese inhaltliche Unterscheidung erscheint zwar in besonderem Maße für das aktuelle Protestgeschehen von Bedeutung und unterstreicht dessen politischen Charakter, sie ist allerdings nur ein Teil der phänomenologischen Vielfalt. Auch die Reaktionen sind fallspezifisch zu unterscheiden, wie das Merkmal der Betroffenheit bzw. Nicht-Betroffenheit der Protestakteure verdeutlicht.

Open access
No Sharing! Ein Mixed-Methods-Ansatz zur Analyse von Kurzzeitvermietungen und ihren sozialräumlichen Auswirkungen am Beispiel der Stadt Salzburg

Kurzfassung

Kurzzeitvermietungen im Allgemeinen und die Internet-Vermietungsplattform Airbnb im Besonderen stehen gegenwärtig im öffentlichen Fokus. Der Beitrag untersucht am Beispiel der Stadt Salzburg mit einem Mixed-Methods-Ansatz sowohl die räumliche Ausprägung als auch die Akteurstruktur, die sich mit dieser Form des Plattformurbanismus verbinden. Konkret liefert der Beitrag Erkenntnisse hinsichtlich der räumlichen Verteilung, Angebots- und Einnahmenstruktur, Motive der Anbieterinnen/Anbieter und Auswirkungen von Airbnb auf den Wohnungsmarkt. Es wird deutlich, dass die von Airbnb aufgegriffene und beworbene Idee des geteilten Wohnraums im Sinne eines „Homesharing“ eine untergeordnete Rolle spielt. Zwischen Hotelgewerbe und Wohnungsvermietung hat sich ein neuer Markt entwickelt, den vor allem kommerzielle Anbieter, die den Airbnb-Markt in Salzburg bestimmen, bedienen. Wir argumentieren, dass mittels Airbnb eine neue Form von rent gap entsteht, der nicht mehr eine vorherige Entwertung von Stadtvierteln vorausgeht. Diese Ertragslücke ergibt sich nun auch in Stadtgebieten, die sowohl in preislicher als auch soziodemographischer Hinsicht als stabil bezeichnet werden können, da innerhalb sehr kurzer Zeit und mittels geringem finanziellem Aufwand Profitsteigerungen möglich sind. Die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt sind vor allem in den touristisch stark frequentierten Innenstadtbereichen Salzburgs erheblich, wodurch Verdrängungsprozesse angestoßen oder intensiviert werden.

Open access
Recent Challenges of the Ecosystems Services Approach from an Interdisciplinary Point of View

Abstract

The ecosystem services approach has attracted tremendous attention from policymaking, planning and interdisciplinary sciences over the last decades. Despite its broad acknowledgement worldwide, there are a number of well-known conceptual and methodological limitations that impair its use and practical operationalisation. A brief discussion of these deficits is conducted from the integrated perspective of natural and social sciences. The paper then critically addresses the question of whether and to what extent the diversity, complexity and hybridity of the human-nature context should be shaped into a uniform scheme, disregarding the differing scales of the social, economic and ecological processes, functions and the trade-offs between them.

Open access
Die Rolle von Ankunftsräumen für die Integration Zugewanderter. Eine kritische Diskussion des Forschungsstandes

Zusammenfassung

Die neue Migrationsvielfalt und zunehmende Diversifizierung unserer Gesellschaft verändert urbane Räume. In den von Migration besonders geprägten Ankunftsräumen konzentrieren sich auch in erhöhtem Ausmaß von Armut betroffene Haushalte mit und ohne Migrationshintergrund. Dieser Quartierstypus, häufig als „Migrantenviertel" oder „ethnische Kolonie" bezeichnet, steht schon seit langer Zeit im Fokus geographischer und soziologischer Stadtforschung. Eng verknüpft mit diesen Quartieren ist die Diskussion potenziell benachteiligender Kontexteffekte. Ausgangspunkt des hier vorliegenden Beitrags ist die Beobachtung, dass Forschungen zu Kontexteffekten zumeist stark defizitorientiert sind. Es werden noch unzureichend jene Faktoren und Mechanismen in den Blick gerückt, welche die Zugänge von Migranten zu gesellschaftlichen Ressourcen beeinflussen. Der Beitrag sichtet empirische und theoretische Forschungsbeiträge und stellt dabei drei aktuelle Dynamiken, die die Ressourcenzugänge der in Ankunftsräumen Lebenden beeinflussen, in den Mittelpunkt. Dies sind die zunehmend multilokalen Bezüge Zugewanderter, die besondere Konzentration von migrantischen Gelegenheitsstrukturen in bestimmten Teilräumen unserer Städte sowie Governance-Prozesse in Reaktion auf zunehmende Diversität und sich stetig verändernde Bedarfe. Der Artikel möchte dazu beitragen, die bislang stark an Quartiersgrenzen ausgerichtete Integrationsforschung weiter zu öffnen und plädiert für eine gezieltere Betrachtung der Alltagspraktiken Zugewanderter. Die Charakteristika und Dynamiken von Ankunftsräumen illustrieren die zunehmende Durchlässigkeit räumlicher und sozialer Strukturen und damit auch die Bedeutung, Integration über den Quartierskontext hinaus zu denken.

Open access
Image and implementation of sustainable urban development: Showcase projects and other projects in Freiburg, Heidelberg and Tübingen, Germany

Abstract

The principles of sustainability are currently applied in Germany and many other countries as important guidelines for urban development. However, different forms of understanding regarding sustainable development and different approaches concerning its implementation can be found in various spatial contexts. This paper focuses on Freiburg, Heidelberg and Tübingen, three cities in southwestern Germany. These cities produce different images due to ambitious urban development plans which are based on the three pillars of ecological, economic and social sustainability in different ways. Numerous similarities between these three cities notwithstanding, they highlight different aspects of sustainable urban development and emphasise them via particularly widespread awareness of ‘showcase projects’. For Freiburg, this includes Vauban and Rieselfeld, for Heidelberg Bahnstadt, and for Tübingen Französisches Viertel and Loretto. The central questions in this paper are therefore: How do images and the implementation of sustainability differ with regard to the three pillars of sustainability? How can differences and similarities with regard to the three pillars of sustainability be explained and what consequences can be drawn for future studies in sustainable urban development? Following a classification of research perspectives on sustainable urban development, distinguishing between more practically oriented aspects, on the one hand, and theory-based critical considerations, on the other, this article examines showcase projects from the three selected cities on the basis of planning documents, websites, local newspapers and academic literature. Moreover, further projects are taken into consideration. The paper concludes with general observations and discussions concerning the image and implementation of sustainable urban development.

Open access