Zukunftsfähige Raumplanungsausbildung: Das Beispiel der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund

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Kurzfassung

Der Bericht behandelt die vor dem Hintergrund gewandelter hochschulpolitischer Anforderungen erfolgte Umstellung der bisherigen Studiengänge der Studienrichtung Raumplanung auf die neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse. Zu Beginn werden die Rahmenbedingungen, die sich aus dem Bologna-Prozess ergeben, erläutert. Hierzu gehören u. a. das European Credit Transfer System (ECTS) und neue Anforderungen an Studiendauer und Studienstruktur. Nach der Vorstellung grundsätzlicher Überlegungen zur Raumplanungsausbildung, darunter zu den Besonderheiten raumplanerischer Fragestellungen und geeigneter Lehrformen, wird der Studienreformprozess am Beispiel der Studiengänge der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund erläutert.

Kurzfassung

Der Bericht behandelt die vor dem Hintergrund gewandelter hochschulpolitischer Anforderungen erfolgte Umstellung der bisherigen Studiengänge der Studienrichtung Raumplanung auf die neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse. Zu Beginn werden die Rahmenbedingungen, die sich aus dem Bologna-Prozess ergeben, erläutert. Hierzu gehören u. a. das European Credit Transfer System (ECTS) und neue Anforderungen an Studiendauer und Studienstruktur. Nach der Vorstellung grundsätzlicher Überlegungen zur Raumplanungsausbildung, darunter zu den Besonderheiten raumplanerischer Fragestellungen und geeigneter Lehrformen, wird der Studienreformprozess am Beispiel der Studiengänge der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund erläutert.

1 Einleitung

Die Vereinbarung der EU-Bildungsminister in Bologna von 1999, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen, führte auch in Deutschland zur Umstellung der bisherigen Diplom-Studiengänge auf die gestuften Bachelor- und Master-Studiengänge. In Folge dessen wurden in den vergangen Jahren auch alle Studiengänge der Studienrichtung Raumplanung1 auf die neue Studienstruktur umgestellt. An allen Raumplanungsfakultäten hat die Umstellung lebhafte Aktivitäten zur Reform der Studienangebote ausgelöst. Dies war teils durch die Umsetzung der formalen Bologna-Vorgaben bedingt, teils war die Umstrukturierung aber auch Anlass fiir inhaltliche Neuerungen.

Zu Beginn des Beitrags stehen ein Überblick über die sich aus dem Bologna-Prozess ergebenden grundsätzlichen Rahmenbedingungen und Überlegungen zur Anforderung an die Raumplanungsausbildung. Anhand des Beispiels der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund2 werden im Folgenden der Reformprozess und die zum Wintersemester 2007/2008 auf die neuen Bachelor- und MasterAbschlüsse umgestellten Studiengänge vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der grundständigen Ausbildung im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Raumplanung und dem konsekutiven Master-Studiengang Raumplanung. Darüber hinaus werden Aufbau und Struktur des Master-Studiengangs Spatial Planning for Regions in Growing Economies (SPRING) sowie des geplanten englischsprachigen Master-Studiengangs Spatial Planning in Europe kurz erläutert. Im letzten Abschnitt werden einige allgemeine Probleme und Perspektiven der Raumplanungsausbildung angesprochen.

2 Anforderungen und Vorgaben aus dem Bologna-Prozess

Hintergrund der Umstellung auf die Bachelor- und Master-Abschlüsse ist die Vereinbarung der EU-Bildungsminister in Bologna von 1999, bis zum Jahr 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Um die Studierendenmobilität zu fördern und die wechselseitige Anrechenbarkeit von Studienleistungen und Studienabschlüssen zu gewährleisten, sollen europaweit vergleichbar gestufte Studiengänge sowie das sogenannte European Credit Transfer System (ECTS), das auch als Leistungspunktesystem3 bezeichnet wird (vgl. KMK 2000), eingeführt werden. Ein Beschluss der Wissenschaftsminister/innen der Länder von 2003 sieht eine flächendeckende Etablierung des gestuften Studiensystems bis zum Jahr 2010 vor. Bachelor-Studiengänge können eine Regelstudienzeit von sechs bis maximal acht Fachsemestern umfassen. Darauf aufbauende, konsekutive Master-Studiengänge umfassen je nach vorherigem Bachelor-Studiengang zwei bis vier Fachsemester. In der Summe von Bachelor- und Master-Studiengang ergibt sich ein insgesamt zehnsemestriges Studium (vgl. KMK 2003: 3). Dem Bachelor-Abschluss soll im Rahmen der Reform die Rolle des „Regelabschluss eines Hochschulstudiums“ (KMK 2003: 3) zukommen; für ihn wird deshalb „ein eigenständiges berufsqualifizierendes Profil“ (KMK 2003:3) verlangt. In den meisten Fällen wird der Bachelor-Grad nach sechs und der Master-Grad nach weiteren vier Semestern Studium verliehen. Es werden je nach Fachrichtung die Abschlussbezeichnungen Bachelor-/Master ofArts, Bachelor-/Masterof Science, Bachelor-/Master of Engineering und Bachelor-/Master of Laws vergeben. In der Studienrichtung Raumplanung wird der bisherige Grad des bzw. der Diplom-Ingenieur/in in der Regel durch den Bachelor-/Master of Science abgelöst. Nach der Vorstellung der Hochschulpolitik soll der überwiegende Teil der Studierenden mit dem Bachelor-Abschluss die Hochschule verlassen und in den Beruf übergehen. Master-Studiengänge sind entweder für eine fachliche Spezialisierung oder für eine forschungsorientierte Vertiefung vorgesehen. Da jedoch die Berufschancen für Bachelor-Absolventen auch und gerade in der Raumplanung sehr fraglich sind, ist damit zu rechnen, dass eher der Master-Abschluss zum Regelabschluss wird.

Kernbestandteil des Bologna-Prozesses ist die sog. Modularisierung der Studiengänge. Hierunter wird „die Zusammenfassung von Stoffgebieten zu thematisch und zeitlich abgerundeten, in sich abgeschlossenen und mit Leistungspunkten versehenen abprüfbaren Einheiten“, den sog. Modulen, verstanden (KMK 2004: 3). Diese ähneln den bisherigen Prüfungsfächern, die mehrere Lehrveranstaltungen und auch verschiedene Lehrformen wie Vorlesungen und Übungen umfassen. Im Gegensatz zu den bisherigen Prüfungsfächern, die sich in der Regel an der Fachsystematik orientieren, soll sich die Studienstruktur der Bachelor- und MasterStudiengänge an den zu erlernenden Kompetenzen orientieren. Für jedes Modul wird eine Modulbeschreibung erstellt, in der die Struktur, die Lehrinhalte, die zu erwerbenden Kompetenzen und die Prüfungsformen zusammengefasst dargestellt werden. Alle Modulbeschreibungen eines Studiengangs bilden zusammen das Modulhandbuch, das die Prüfungsordnung des jeweiligen Studiengangs konkretisiert und damit die bisherige Studienordnung ersetzen kann.

Ein weiteres Element des Bologna-Prozesses ist eine neue Form der Qualitätssicherung: die Akkreditierung der Bachelor- und Masterstudiengänge durch externe Akkreditierungsagenturen. Das allgemeine Verfahren der Akkreditierung wird durch die ländergemeinsamen Vorgaben der Kultusministerkonferenz strukturiert und durch fachbezogene Anforderungen ergänzt (vgl. KMK 2007). Für die Raumplanung wurden die „Fachlichen Standards für die Akkreditierung von Studiengängen der Stadtplanung/Raumplanung“ (ASAP 2003) durch den Akkreditierungsverbund für Studiengänge der Architektur und Planung, dem auch Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschule und Berufsfeld angehören, entwickelt.

Die Umstellung auf die gestuften Studienabschlüsse erfolgte an der TU Dortmund innerhalb eines fakultätsübergreifenden Akkreditierungsprozesses, mit dessen Durchführung das Rektorat die Zentrale Evaluations und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) beauftragte. Die Akkreditierung tritt in NordrheinWestfalen an die Stelle der früheren Überprüfung und Genehmigung durch das für Wissenschaft und Forschung zuständige Ministerium. Diese Änderung ist Teil einer politischen Hochschulsteuerung, bei der die Landesregierung auf eine Feinsteuerung weithin verzichtet, die Hochschulen jedoch über eine leistungsorientierte Ressourcenzuteilung unter einen erhöhten Leistungsdruck setzt.4

3 Grundsätzliche Überlegungen zur Raumplanungsausbildung

Die Ansprüche an ein raumplanerisches Hochschulstudium untereinander in Einklang zu bringen, ähnelt dem Bestreben nach der Quadratur des Kreises. Die Raumplanungsausbildung ist gekennzeichnet durch die Anforderungen an ein wissenschaftlich fundiertes akademisches Studium einerseits und die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt im Sinne eines Berufstrainings andererseits. Die Studierenden sollen die Problemlagen, Ziele, Methoden, Instrumente und Verfahren der wichtigsten raumwirksamen Fachplanungen kennen lernen und diese auf den Ebenen räumlicher Gesamtplanungen inhaltlich integrieren und „zusammendenken“. Die Wissensbereiche und Kompetenzen, die Studierende im Studium erwerben sollen, reichen vom ingenieurwissenschaftlichen Problemlosen bis zu analytischen Kompetenzen unter Anwendung qualitativer und quantitativer Methoden. Die Befassung mit Fragen räumlicher Entwicklungsprozesse erfordert darüber hinaus gesellschaftswissenschaftliches Reflexionswissen, rechtwissenschaftliche Kenntnisse und die Fähigkeit zur kreativ-künstlerischen Gestaltung.

Die mit den genannten Wissensbereichen vermittelten Kompetenzen sollen die Studierenden dazu qualifizieren, raumplanerische Probleme zu erkennen, zu bewerten und Lösungswege aufzuzeigen. Die Arbeitsweise von Planerinnen und Planern ähnelt häufig der Vorgehensweise in der qualitativen Forschungsmethodologie. Es gilt, offen an Aufgabenstellungen heranzugehen und die konkreten Ausgangsbedingungen und die Problemlage vor Ort zu verstehen. Das Vorwissen fungiert als Analyseheuristik, die am konkreten Fall bzw. Problem gefüllt wird (vgl. Kelle; Kluge 1999: 25 ff.). Für die Raumplanung seien an dieser Stelle beispielhaft räumlich-bauliche Situationen, sozio-ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen, naturräumliche Faktoren oder die bestehenden Akteurskonstellationen als Analyseheuristiken genannt. Sie dienen als Rahmen für die Auseinandersetzung und das Verstehen einer konkreten Aufgabenstellung.

Die Lehre in den verschiedenen Wissens- und Kompetenzbereichen darf sich daher nicht in speziellen Details der einzelnen Grundlagendisziplinen verlieren, sondern muss die für Raumplanung und Raumentwicklung entscheidenden Ansätze vermitteln und eine Schnittstelle zwischen den jeweiligen Disziplinen bzw. planerischen Fachrichtungen ausbilden. Raumplanerinnen und -planer werden nicht zu Soziologen oder Ökonominnen ausgebildet, sie lernen aber zentrale theoretische Ansätze und Begriffe dieser Disziplinen und werden dazu befähigt, sich auf dem Terrain der jeweiligen Disziplin bzw. Fachrichtung zu bewegen. Raumplanerinnen und -planer werden damit in die Lage versetzt, die Fachsprachen der unterschiedlichen Akteure zu verstehen und fachliche Konzepte, sei es einen Wohnungsmarktbericht, ein Einzelhandelsgutachten oder eine Umweltverträglichkeitsprüfung, lesen, einschätzen und einordnen zu können.

Der Quadratur des Kreises näher zu kommen, erfordert daher zum einen eine gute Vermittlung der jeweiligen fachlichen Grundlagen, in der Regel über Vorlesungen und Übungen, und zum andern das Zusammenführen der Fachinhalte. Dies kann in der Ausbildung auf verschiedenen Wegen geleistet werden: erstens durch die Beschäftigung mit gesamtplanerischen Ansätzen in Raumordnung, Regionalplanung, Stadtplanung und Städtebau, sowohl durch Vorlesungen als insbesondere auch über die Bearbeitung von interdisziplinär betreuten Entwürfen oder Übungen, zweitens über Studienprojekte, in denen die Studierenden fall- bzw. problembezogen lernen können, sowie schließlich drittens, stärker theorieorientiert, durch eine Zusammenführung der fachlichen bzw. disziplinären Inhalte nach übergeordneten Gesichtspunkten in Form so genannter Querschnittsmodule.5

Ein weiter Anspruch an die Raumplanungsausbildung besteht darin, die Studierenden auf die Auseinandersetzung mit raumplanerischen Problemen von morgen vorzubereiten. Dies gilt unabhängig vom Tätigkeitsfeld - sei es in der planerischen Praxis bei öffentlichen oder privaten Arbeitgebern, in der Forschung oder auf anderen fachnahen Berufsfeldern. Was bedeutet dieses Ziel für die Konzeption eines Studiengangs? Studiengänge, die explizit auf ein zeitgebundenes Thema ausgerichtet sind oder bestimmte aktuelle Themen prominent in eigenen Modulen verankern, sind meist schon veraltet, bevor die ersten Absolventinnen und Absolventen die Hochschule verlassen. Zudem funktioniert im Regelfall ein Studiengang für Lehrende und Studierende erst nach mehreren Semestern, in denen sukzessive Details optimiert werden, zufriedenstellend. Stattdessen sollten Studiengänge in Teilen so flexibel sein, dass aktuelle Themen auch ohne Änderungen der Studienstruktur in die Lehre eingespeist werden können. Auf der Ebene von Lehrveranstaltungen kann dies zum Beispiel über das Themenangebot von Studienprojekten, auf der städtebaulichen Ebene im Rahmen von Entwürfen und über offen definierte Wahlpflichtfächer mit wechselndem Veranstaltungsangebot realisiert werden. Diese Forderung darf jedoch nicht als Beliebigkeit des Curriculums missverstanden werden. Wie oben erläutert, nimmt die Vermittlung von Theoriekompetenz eine zentrale Rolle ein. Sie ist sowohl für das heuristische Finden als auch für die logisch konsistente Begründung von planerischen Problemlösungen unentbehrlich. Neben diesen inhaltlich-fachlichen Kompetenzen sollte ein Planungsstudium ausreichend Möglichkeiten für den Erwerb methodischer Kompetenzen, sowohl in analytischer als auch in konzeptioneller Hinsicht, bieten. Lernen und einüben lässt sich das Lösen von offenen Aufgabenstellungen am besten in Studienprojekten. Die Studierenden müssen hier nicht die eine „richtige“ Antwort finden, sondern in einem vorgegebenen Rahmen eine Problemstellung strukturieren, Lösungsansätze entwickeln und die hierfür benötigten wissenschaftlichen Methoden und das relevante theoretische Wissen eigenständig erarbeiten. Studienprojekte erfordern jedoch eine intensive Betreuung durch die Lehrenden, so dass der Umfang der Angebote meist durch die zur Verfügung stehenden Lehrkapazitäten eingeschränkt wird.

4 Die Reform der Dortmunder Raumplanungsausbildung

4.1 Grundsätze der Umstrukturierung

Der Beginn der Dortmunder Raumplanungsausbildung geht zurück auf die Periode der sog. Planungseuphorie in den 1960er Jahren. Stadtplanung und Raumordnung waren bis dahin vor allem die Domäne von Architekten sowie von Vermessungsingenieuren, Juristen, Geographen usw. In diesen Studiengängen wurden planungswissenschaftliche und planungspraktische Inhalte allerdings nur am Rande vermittelt. Überzeugt von der großen gesellschaftlichen Bedeutung der raumbezogenen Planung, entwarfen die Gründer der Dortmunder Raumplanungs-Fakultät einen grundständigen Planungsstudiengang neuen Typs, der zu einem Modell für zahlreiche Raumplanungsstudiengänge in Europa wurde.6

Die Grundidee ging von dem Ziel aus, die für eine wissenschaftlich fundierte Planungstätigkeit erforderlichen Qualifikationen zu vermitteln. Das meint insbesondere:

  • einerseits Vermittlung von Basiskenntnissen einschlägiger sozial-, natur-, rechts- und ingenieurwissenschaftlicher Grundlagendisziplinen, andererseits deren Integration durch Querschnittsfächer und fallbezogene Analysen;

  • einerseits Ausrichtung auf die planungswissenschaftliche Forschung, andererseits Orientierung an den Belangen der Praxis,

  • einerseits Vermittlung kognitiver und analytischer Kompetenzen, andererseits die Einübung und Förderung kreativ-gestalterischer Fähigkeit,

  • die Institutionalisierung des forschenden Lernens in Kleingruppen, insbesondere durch zeit- und betreuungsaufwändige Studienprojekte,

  • die Qualifizierung für vielfältige berufliche Tätigkeitsfelder, die ausgehend vom Kernbereich Städtebau /Stadtplanung alle Ebenen der räumlichen Planung einschließlich wichtiger raumbedeutsamer Fachplanungen umfassen,

  • ein übergreifendes Verständnis der Raumplanung als Mehrebenen-Handlungssystem; die Studierenden bearbeiten Fragestellungen auf allen räumlichen Ebenen vom Quartier bis zur europäischen Ebene.

Da es damals (ebenso wie heute) keine kohärente Planungswissenschaft gab, war der Studiengang multi- und transdisziplinär angelegt. Daraus resultieren Stärken, aber auch Schwächen. Weil der Studiengang nicht auf eine bestimmte wissenschaftliche Disziplin ausgerichtet werden konnte, lag das integrierende Moment der Fakultät Raumplanung nicht in der Systematik einer bestimmten Wissenschaft und in der Forschung, sondern im Lehrprogramm. Die angestrebte Integration der beteiligten Disziplinen klappte bestenfalls ansatzweise, und die Multiperspektivität der Ausbildung stellte Lehrende und Lernende vor erhebliche Herausforderungen. Immerhin führte diese Situation dazu, dass die Fakultät Raumplanung der Lehre und Praxisorientierung einen überragenden Stellenwert zumaß. Die Kehrseite dieser für die Ausbildung sicherlich förderlichen Struktur war der nachgeordnete Stellenwert der Forschung, die sich nicht auf ein kohärentes Wissenschaftsparadigma fokussieren ließ.

Die Umstrukturierung des Dortmunder Diplom-Studiengangs Raumplanung mit dem Abschluss Dipl.-Ing. auf die neue Bachelor- und Master-Studienstruktur war auch für die Dortmunder Fakultät Raumplanung Anlass, die Konzeption des Studiengangs im Hinblick auf die oben genannten Anforderungen und Ziele kritisch zu überprüfen. Ein zentrales Kriterium hierfür war die Frage nach dem bisherigen Erfolg des DiplomStudiengangs hinsichtlich der Studierendennachfrage, der Abschlussquote und der Positionierung der Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt.

Die Studierendennachfrage überstieg in den letzten Jahren regelmäßig die Zahl der zur Verfügung stehenden Studienplätze, so dass der Diplom-Studiengang Raumplanung durch einen örtlichen Numerus Clausus beschränkt wurde. In den Jahren 2005 und 2006 haben sich über 500 Interessierte für einen der 185 Studienplätze im Diplom-Studiengang beworben. Die Abschlussquote von 70 bis 80 % eines Jahrgangs ist eine der höchsten aller Dortmunder Studiengänge. Der Anteil der Absolventinnen liegt bei ca. 40 %.

Auch auf dem Arbeitsmarkt haben sich die Dortmunder Absolventinnen und Absolventen in den letzten Jahren gut behauptet.7 So war die Wartezeit bis zur ersten Einstellung ausgesprochen gering. 55 % der Absolventinnen und Absolventen hatten bereits im Laufe der ersten drei Monate nach ihrem Abschluss eine Anstellung. Weitere 23 % wurden im Laufe der folgenden drei Monate eingestellt, so dass insgesamt nach einem halben Jahr 78 % und nach einem Jahr sogar 94 % der Befragten eine Anstellung hatten. Signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede sind hierbei nicht festzustellen (vgl.Bade et al. 2006: 5). Arbeitgeber der befragten Absolventinnen und Absolventen sind zu 41 % öffentliche Verwaltungen und zu 34 % private Arbeitgeber, wobei letztere sich in private Planungsbüros (12,5 %) und weitere Privatwirtschaft (21,5 %) untergliedern. Einen beachtlichen Anteil machen außerdem Beschäftigungsverhältnisse im Bereich „Wissenschaft, Forschung und Lehre“ mit einem Anteil von 14 % aus. (vgl. Bade et al 2006: 16). Die Tätigkeitsfelder der Dortmunder Absolventinnen und Absolventen verteilen sich auf alle räumlichen Planungsebenen. Rund ein Drittel der Tätigkeitsfelder liegt auf der städtischen bzw. kommunalen Ebene (35,7 %), während die Ebene „Kreis/Region“ eine etwas geringere Bedeutung aufweist (27 %). Die höheren Ebenen Land/Bund (16,7 %) und EU/International (14,2%) machen zusammen ebenfalls einen wichtigen räumlichen Arbeitsbereich aus. 6,7 % der Tätigkeitsbereiche lassen sich keiner räumlichen Ebene zuordnen8 (vgl. Bade et al. 2006: 24).

In Übereinstimmung mit einer externen Expertengruppe, welche im Auftrag des Rektorats die Fakultät Raumplanung bereits im Jahre 2003 evaluiert hatte, kam die Fakultät daher zu dem einhelligen Schluss, dass die Grundkonzeption der Dortmunder Raumplanungsausbildung auch nach vier Jahrzehnten als bemerkenswert modern gelten kann. Es bestand somit kein Anlass, das Ausbildungskonzept grundsätzlich zu verändern. Jedoch wurde die Gelegenheit genutzt, die einzelnen Studienfächer bzw. Module zu überprüfen, Defizite zu identifizieren und die Struktur zu optimieren.

Reformbedarf wurde insbesondere im Bereich der Methodenausbildung gesehen. So waren quantitative und qualitative empirische Erhebungs- und Auswertungsmethoden im Studienprogramm nicht ausreichend vertreten, und es gab erhebliche Schwächen im Bereich der statistischen Auswertungsverfahren. Zwar waren Kartographie und Geographische Informationssysteme im Diplom-Studiengang bereits fest etabliert, aber der Erwerb von CAD-Kompetenzen hatte noch keinen ausreichenden Platz im Studienplan gefunden.

Unbefriedigend war zudem die im Studienplan dezentral verteilte Vermittlung von rechtlichen Grundlagen als Basis für intensive Auseinandersetzung mit rechtlich verankerten planerischen Verfahren und Instrumenten im Hauptstudium. Im reformierten Studiengang sollen daher die Studierenden in konzentrierter Form an die rechtlichen Grundlagen der Raumplanung herangeführt werden. Auch das Fehlen einer fachlich integrierten Einführung in die Raumplanung zu Beginn des Studiums wurde insbesondere von den Studierenden bemängelt.

Im Hauptstudium wurde ein Problem in den fehlenden Gelegenheiten für die Studierenden gesehen, ihre Kompetenz im wissenschaftlichen Schreiben zu vertiefen. Im Hauptstudium sah die Diplom-Prüfungsordnung nur eine individuelle schriftliche Prüfungsleistung vor, so dass den Studierenden die Erarbeitung der Abschlussarbeit häufig schwer fällt. Ein weiterer Aspekt betrifft die curriculare Normierung der Prüfungsfächer. So gibt es außer den Studienprojekten kein Prüfungsfach, in dem aktuelle Themen - losgelöst von inhaltlichen Vorgaben der Prüfungs- und Studienordnung - behandelt werden können. Spannende Seminare rutschen so entweder in den weniger attraktiven Wahlbereich oder müssen mit Kompromissen in das Curriculum von Fächern mit anderen Themenschwerpunkten eingefügt werden.

Neben weiteren inhaltlichen Neuerungen, auf die nicht im Detail eingegangen werden kann, brachte die Umsetzung der Bologna-Vorgaben manche organisatorische Veränderung, die sich wie das Leistungspunkte-System vergleichsweise unproblematisch umsetzen ließ. Als das größte Problem erwies sich jedoch der Kern der Bologna-Reform, die Anforderung nach einer Stufung in den Bachelor- und den Master-Abschnitt. Denn wenn die Forderung nach einer Berufsqualifizierung durch den Bachelor-Abschluss ernst genommen wird, lässt sich dieser Abschluss nicht einfach als Zwischenetappe zum „eigentlichen“ Studienabschluss des Master-Grads, also als „gehobenes Vordiplom“, auffassen. Die an der Fakultät Raumplanung entwickelten Modelle für einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang zeigten entweder in diese Richtung oder hätten den Ansprüchen an ein wissenschaftliches Studium nicht genügt. Diese Überlegungen veranlassten die Fakultät, den Bachelor-Studiengang Raumplanung auf acht Semester auszulegen, um das traditionell anspruchsvolle Ausbildungskonzept der Dortmunder Raumplanung zu sichern. Diese Option war nicht nur ein von der gesamten Fakultät einhellig getragenes Diskussionsergebnis, sondern wurde auch im Akkreditierungsprozess von den auswärtigen Fachkollegen in der Gutachtergruppe nachdrücklich begrüßt (vgl. ZEvA 2006: 7).

Der Blick auf die anderen Raumplanungsstudiengänge im deutschsprachigen Raum zeigt die Ausnahmestellung der Dortmunder Ausbildung. Während an der Technischen Universität (TU) Berlin, der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus, der FH Erfurt,9 der Hafen-City Universität (HCU) Hamburg, der TU Kaiserslautern, der Universität Kassel, der Hochschule Rapperswil (Schweiz) und der TU Wien auf einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang ein viersemestriger Master-Studiengang folgt (6+4-Modell), umfasst das Dortmunder Modell einen achtsemestrigen Bachelor-Studiengang und einen zweisemestrigen Master-Studiengang. Die 8+2-Struktur wurde neben dem Dortmunder Studiengang Raumplanung bisher nur im Bachelor-/Master-Studiengang Urbanistik eingeführt, der zum Wintersemester 2008/2009 an der Bauhaus-Universität in Weimar neu eingerichtet wurde. Vom 6+4-Modell weicht außerdem der Bachelor-Studiengang Stadtplanung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen ab, der sieben Semester einschließlich eines Praxissemesters umfasst.

Das anspruchsvolle Ausbildungsprofil der Dortmunder Raumplanungsausbildung wäre im Rahmen eines sechssemestrigen Bachelor-Studiengangs nicht zu verwirklichen und würde zwingend das Studium des konsekutiven Master-Programms nach sich ziehen, wenn man die Forderung nach der Berufsfähigkeit ernst nimmt. Damit hätte sich jedoch die Regelstudienzeit der Raumplanungsausbildung für den tatsächlich berufsqualifizierenden Abschluss von neun Semestern (Diplom) auf zehn Semester (Bachelor und Master) erhöht. Zudem schien angesichts hochschulpolitischer Vorgaben unsicher, ob alle Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen mittelfristig auch ein Master-Studium anschließen können. So war in Nordrhein-Westfalen lange Zeit vorgesehen, die Anzahl der Studienplätze der Master-Studiengänge indirekt über Kapazitätsfestlegungen zu begrenzen, so dass der sechssemestrige Bachelor-Abschluss viele Studierenden zum Verlassen der Universität gezwungen hätte.

Mit der Einführung des achtsemestrigen BachelorStudiengangs wurde die Chance gesehen, das oben beschriebene Ausbildungsprofil beizubehalten und somit einen Abschluss zu ermöglichen, der vergleichbare Kompetenzen wie der bisherige Diplomstudiengang vermittelt. Eine achtsemestrige Studiendauer ist zudem Voraussetzung zur Eintragung in die Stadtplanerliste der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und eröffnet damit den Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen wichtige Optionen im Berufsleben. Der zweisemestrige konsekutive Dortmunder Master-Studiengang Raumplanung ermöglicht eine Vertiefung in verschiedenen Themenfeldern und eröffnet insbesondere den Zugang zum städtebaulichen Referendariat sowie zur Promotion.

4.2 Bachelor of Science (B.Sc.) Raumplanung

Wie aus Abbildung 1 hervorgeht, gliedert sich der Bachelor-Studiengang Raumplanung in zwei Studienabschnitte. Der erste Abschnitt ist überwiegend durch Pflichtveranstaltungen gekennzeichnet und geht nach dem vierten Semester in den zweiten Studienabschnitt über, in dem sich die Studierenden über Wahlpflichtveranstaltungen ein individuelles Studienprofil zusammenstellen können. Innerhalb des achtsemestrigen Studiums werden durch die studienbegleitenden Prüfungen und durch die positiv bewertete Bachelor-Arbeit insgesamt 240 Leistungspunkte erworben.

Abbildung 1

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Abbildung 1

Studienverlaufsplan Bachelor of Science Raumplanung

Quelle: eigene Darstellung

Citation: Raumforschung und Raumordnung 66, 6; 10.1007/BF03183152

Der Bachelor-Studiengang Raumplanung hat zum Wintersemester 2007/2008 erstmalig Studierende aufgenommen. Wie beim vorherigen Diplom-Studiengang ist die Zulassung durch einen örtlichen Numerus clausus beschränkt. Im ersten Jahr haben von 513 Bewerberinnen und Bewerbern 160 ihr Bachelor-Studium aufgenommen. Der Studienbeginn ist jährlich zu Beginn des Wintersemesters möglich.

Die Bachelor-Studierenden absolvieren, wie zuvor die Diplom-Studierenden, zwei einjährige Studienprojekte, eines im ersten und eines im dritten Studienjahr mit einem Gesamtumfang von 41 Leistungspunkten (Module 2 und 13). Das Lernen an ungelösten Problemen im Rahmen des Projektstudiums umfasst damit ca. 17 % des gesamten Studienumfangs. In den Studienprojekten arbeiten in der Regel zwölf bis fünfzehn Studierende gemeinsam über ein Jahr an einer raumplanerischen Fragestellung. Die Prüfungsordnung und das Modulhandbuch grenzen die Projektthemen nicht näher ein, so dass über das Projektangebot flexibel sowohl auf aktuelle raumplanerische Fragestellungen als auch auf an der Fakultät bearbeitete Forschungsprojekte eingegangen werden kann. Im Mittelpunkt der Studienprojekte steht das problem- und handlungsbezogene forschende Lernen im Team. Bei den AnfängerProjekten gilt dem Erwerb von Schlüsselkompetenzen für das Arbeiten im Team und dem Erwerb der Methodenkompetenz zum wissenschaftlichen Arbeiten besondere Aufmerksamkeit. Bei den FortgeschrittenenProjekten rückt neben den genannten Kompetenzen die Bearbeitung umfangreicherer raumplanerischer Fragestellungen und fachlicher Schwerpunktsetzungen der Studierenden stärker in den Vordergrund. Hier ist auch die Bearbeitung von Fragestellungen im Ausland möglich. Abbildung 2 zeigt eine Übersicht der Studienprojekte des Studienjahres 2007/2008.10

Abbildung 2

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Abbildung 2

Themen der Studienprojekte Studienjahr 2007/2008

Quelle: eigene Darstellung

Citation: Raumforschung und Raumordnung 66, 6; 10.1007/BF03183152

Im Bachelor-Studium bearbeiten die Studierenden insgesamt drei städtebauliche Entwürfe auf verschiedenen Maßstabsebenen vom Quartier bis zur Stadtregion (Module 9, 11 und 20). Die Entwürfe umfassen eine Bearbeitungszeit von jeweils einem Semester und sind im dritten, vierten und siebten Semester vorgesehen. Im Unterschied zu den Studienprojekten bearbeiten alle Kleingruppen (bestehend aus vier bis fünf Studierenden) ein einheitliches Thema nach einem festen inhaltlichen Curriculum. Die Entwürfe werden durch inhaltlich abgestimmte fachliche Grundlagen in Form von vorlaufenden bzw. parallel angebotenen Vorlesungen und Übungen begleitet. Eine Besonderheit ist die interdisziplinäre Betreuung der städtebaulichen Entwürfe I und II durch unterschiedliche Fachgebiete. Die Studierenden lernen so an konkreten räumlichen Entwicklungsproblemen, verschiedene fachplanerische Anforderungen (Landschaftsplanung, Gewerbeplanung, Ver- und Entsorgung, Verkehrsplanung und Wohnungswesen) mit gesamtplanerischen Anforderungen (Städtebau, Stadt- und Regionalplanung) anhand der zu erstellenden Konzepte und Entwürfe in Einklang zu bringen. Während in den Entwürfen das konzeptionelle und gestalterische Arbeiten erlernt wird, steht im Modul „Bodenpolitik und Bodenmanagement“ (Modul 10) der Umsetzungsaspekt planerischer Konzepte hinsichtlich bodenpolitischer Ansätze und Strategien im Mittelpunkt. Vorlaufend zu den Entwürfen stehen außerdem raumordnerische Grundlagen auf dem Studienplan (Modul 8).

Die städtebaulichen Entwürfe umfassen einschließlich der vorbereitenden sowie begleitenden Vorlesungen 39 Leistungspunkte und machen damit ca. 16 % des gesamten Studienumfangs aus. Betrachtet man die Entwürfe gemeinsam mit den Studienprojekten, lernen die Studierenden vom ersten bis zum siebten Semester durchgängig problemorientiertes Arbeiten in Kleingruppen. Diese für die Dortmunder Raumplanungsausbildung profilgebende Komponente macht in der Summe 33 % des gesamten Leistungspunkteumfangs aus.

Die angesprochene multidisziplinäre wissenschaftliche Grundlegung wird über drei Grundlagenmodule (Module 3 bis 5) in den ersten vier Semestern erreicht. Die Grundlagenmodule bestehen aus Vorlesungen und Übungen und umfassen insgesamt 33 Leistungspunkte, das sind ca. 14 % des gesamten Studienumfangs. Im Rahmen der Studienreform wurde der Anteil an begleitenden Übungen ausgeweitet und ein Veranstaltungspaket zu den rechtlichen Grundlagen der Raumplanung (Raum, Recht und Verwaltung) neu in das Studienprogramm aufgenommen. Die Grundlagenmodule erklären Zusammenhänge zwischen Umweltschutz, Landschaftsökologie und Raumplanung und führen in die rechtlichen und verwaltungswissenschaftlichen Grundlagen von der kommunalen bis zur europäischen Ebene ein. Weiterhin erwerben die Studierenden das notwendige Wissen, um die Bedeutung theoretischer Ansätze und zentraler Fragen der Stadt- und Regionalsoziologie, der Geschlechterperspektive und der Wirtschaftswissenschaften für die räumliche Entwicklung und Planung einschätzen zu können.

Um die Methodenkompetenz zu schulen, sind Vorlesungen und Übungen zu Empirischen Erhebungs- und Analysemethoden (Modul 6) und Graphischen Analyse- und Darstellungsmethoden (Modul 7) vorgesehen. Beide umfassen zusammen 21 Leistungspunkte, machen damit ca. 9 % des Studienumfangs aus und sind als Antwort auf die beschriebenen Defizite im DiplomStudiengang zu verstehen. Die Studierenden lernen, für die räumliche Forschung und Planung relevante Daten zu erheben und zu analysieren. Sie führen Erhebungen und Analysen selbst durch und lernen dadurch insbesondere, die für planungsbezogene Problemstellungen geeigneten qualitativen bzw. quantitativen Erhebungsund Analysemethoden auszuwählen und Analyse- und Statistikprogramme anzuwenden. Weiterhin lernen sie, planerische Sachverhalte auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen analytisch zu verarbeiten und visuell zu kommunizieren. Die graphischen Analyse- und Darstellungsfähigkeiten umfassen das gesamte Spektrum von der Datengewinnung über die Datenanalyse, die technische Bearbeitung, die Wahl geeigneter Darstellungsformen bis zur graphischen Präsentation und Kommunikation einschließlich der Anwendung von GIS- und CAD-Programmen. Direkte Anwendungsbezüge ergeben sich insbesondere im Studienprojekt und in den städtebaulichen Entwürfen.

In den so genannten Querschnittsmodulen vertiefen die Studierenden im zweiten Studienabschnitt ihre Fach- und Methodenkompetenzen entsprechend den Anforderungen an Planungsprozesse von der Analyse bis zur Umsetzung. Dabei werden raumplanerische Fragestellungen nicht aus der Sicht der Einzeldisziplinen oder Fachplanungen, sondern transdisziplinär betrachtet. Die Module unterscheiden sich dabei in ihrer empirischen oder theoretischen Herangehensweise und ihrer analytischen oder konzeptionell umsetzungsorientierten Ausrichtung. Die Module umfassen die folgenden Themenbereiche: Informationsverarbeitung in der Raumplanung (Modul 14), Theorie der Raumentwicklung (Modul 15), Planungstheorie und Planungsprozesse (Modul 16) sowie Methoden, Verfahren und Instrumente der Raumplanung (Modul 17). Die Querschnittsmodule erstrecken sich vom fünften bis zum achten Semester und umfassen insgesamt 41 Leistungspunkte und damit ca. 17 % des gesamten Studienumfangs.

Neben den Querschnittsmodulen bearbeiten die Studierenden im zweiten Studienabschnitt das bereits erwähnte Fortgeschrittenen-Projekt (Modul 13) und den dritten städtebaulichen Entwurf {Modul 20). Weiterhin vertiefen sie ihre Kenntnisse im Bereich der Fachplanungen (Modul 18) und setzen sich in Seminaren mit Aktuellen Fragen der Raumplanung auseinander (Modul 19). Insbesondere über das letztgenannte Modul wird auf den oben angesprochenen Reformbedarf im Hauptstudium des Diplomstudiengangs reagiert. Über das neue, inhaltlich offen gehaltene Modul können aktuelle Themen aus Forschung und Praxis schnell in die Fehre aufgenommen werden, und die Studierenden können über die Seminararbeiten ihre Kompetenzen im Verfassen wissenschaftlicher Texte ausbauen. Über Exkursionen, Praktika und die Erstellung einer schriftlichen und/oder zeichnerischen konzeptionellen Arbeit (Vertiefungsentwurf) sammeln die Studierenden unmittelbare Erfahrungen aus der Praxis der Raumplanung (Modul 21). Die Anrechnung von praktischen Tätigkeiten, z. B. Praktika oder studentische Tätigkeiten in einem raumplanerischen Arbeitsfeld außerhalb der Hochschule, ist dabei eine wesentliche Neuerung gegenüber dem bisherigen Diplom-Studiengang, in dem kein Pflicht-Praktikum vorgeschrieben war. Die meisten Module des zweiten Studienabschnitts bestehen aus Wahlpflichtveranstaltungen, so dass die Studierenden individuelle Schwerpunkte nach eigenen Interessen setzen können. Den Abschluss des BachelorStudiums bildet die Bachelor-Arbeit (Modul 22), die mit elf Leistungspunkten nur noch knapp ein Drittel des Arbeitsumfangs einer Diplomarbeit ausmacht.11 Wenn alle Modulprüfungen bestanden sind, wird der Grad des Bachelor of Science (B. Sc.) erworben.

4.3 Master of Science (M.Sc.) Raumplanung

Während die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Stadtplanerlisten der Architektenkammern über das vierjährige Bachelor-Studium erworben werden, ist für den Zugang zum städtebaulichen Referendariat gemäß den Anforderungen des Oberprüfungsamtes für den höheren technischen Verwaltungsdienst ein Masterabschluss der Studienrichtung Raumplanung erforderlich. Letzteres ist im Hinblick auf den Anteil der Absolventinnen und Absolventen mit Tätigkeit im öffentlichen Dienst (41 %) und für leitende Tätigkeiten im höheren Verwaltungsdienst von großer Bedeutung. Auch für die Studierenden, die im Bereich Wissenschaft und Forschung tätig werden (immerhin 15,8 %), ist der Master-Abschluss Voraussetzung für das wissenschaftliche Arbeiten mit dem Ziel einer Promotion (vgl. Bade et al 2006: 15). Der Master-Studiengang Raumplanung ist jedoch nicht nur auf diese Tätigkeitsfelder ausgerichtet. In Ergänzung zu dem breit angelegten Bachelor-Studiengang ermöglicht das zweisemestrige Masterstudium Raumplanung Vertiefungen in sechs raumplanerischen Handlungsfeldern, die mit den Arbeitsschwerpunkten und Forschungsaktivitäten der Fakultät Raumplanung korrespondieren:

  • Strategische Stadt- und Regionalentwicklung (Modul 1A)

  • Städtebau (Modul 1B)

  • Kommunale und regionale Wirtschaftspolitik (Modul IC)

  • Immobilienmanagement (Modul ID)

  • Comparative European Planning Studies (Modul IE)

  • Planning in Developing Countries (Modul 1F)

Der Studienverlauf gliedert sich in vier Module und ist in Abbildung 3 dargestellt. Die thematische Vertiefung wird über die Auswahl eines der Vertiefungsmodule (Module 1A bis 1 F) und die Bearbeitung eines thematisch zugeordneten Master-Studienprojekts (Modul 3) erreicht. Unabhängig von der vor Studienbeginn gewählten Vertiefungsrichtung können die Studierenden ihre methodischen und allgemeinen Qualifikationen (Modul 2) in den drei Bereichen Soft Skills, Planungstheorie und Forschungsmethoden ausbauen. Das Thema der das Master-Studium abschließenden Master-Arbeit (Modul 4) wird aus dem Themenfeld der Vertiefungsrichtung entwickelt und knüpft beispielsweise an die vorherige Arbeit im Master-Studienprojekt an.

Abbildung 3

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Abbildung 3

Studienverlaufsplan Master of Science Raumplanung

Quelle: eigene Darstellung

Citation: Raumforschung und Raumordnung 66, 6; 10.1007/BF03183152

Absolventinnen und Absolventen sechssemestriger Bachelor-Studiengänge der Studienrichtung Raumplanung von anderen Hochschulen absolvieren ein auf ihr vorheriges Studium abgestimmtes zweisemestriges Angleichstudium, so dass sich insgesamt eine zehn-semestrige Gesamtstudiendauer für das Bachelor- und Master-Studium ergibt. Dasselbe gilt für Absolventinnen und Absolventen fachnaher Bachelor-Studiengänge wie Architektur/Städtebau, Landschaftsarchitektur, Geographie usw., wobei allerdings teilweise zusätzliche Studienleistungen nachzuholen sind, um einen annähernd einheitlichen Kenntnisstand der Master-Studierenden zu gewährleisten.

Die Pflichtveranstaltungen der Vertiefungsrichtungen Comparative European Planning Studies (Modul IE) und Planning in Developing Countries (Modul 1F) werden in Englisch angeboten und bilden ein Verbindungsglied zu den ebenfalls an der Fakultät Raumplanung angebotenen Master-Studiengängen „Spatial Planning for Regions in Growing Economies“ (SPRING) und „Spatial Planning in Europe“ (voraussichtlich ab WS 2009/10).

4.4 Master of Science (M.Sc.) Spatial Planning for Regions in Growing Economies (SPRING)

Der viersemestrige Masterstudiengang „Spatial Planning for Regions in Growing Economies“ wurde 1984 gegründet und wird mit Partneruniversitäten in Ghana, Tansania, Chile und auf den Philippinen durchgeführt.12 Der Studiengang wurde 2006 durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst und den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit dem Qualitätslabel „Top 10 International Master’s Degree Courses Made in Germany“ ausgezeichnet.13 Das SPRING-Programm richtet sich vorwiegend an Studierende aus Entwicklungsländern, die Berufserfahrung in einem planungsrelevanten Arbeitsumfeld besitzen. An der TU Dortmund können jedes Wintersemester knapp 30 Studierende ihr Studium im SPRING-Programm aufnehmen Die Lehrinhalte des SPRING-Studiengangs sind an der beruflichen Praxis der Regionalplanung und des Entwicklungsmanagements in Entwicklungsländern orientiert.

Das erste Studienjahr wird an der TU Dortmund absolviert. Die Vermittlung von Kenntnissen über Theorien und Methoden räumlicher Entwicklungsplanung in städtischen und ländlichen Bereichen steht im Mittelpunkt der Lehre. Das zweite Studienjahr wird an einer der Partneruniversitäten durchgeführt, wo die zuvor in Dortmund erworbenen Kenntnisse in die Praxis umgesetzt werden. Im Rahmen des Akkreditierungsverfahrens wurden die Lehrinhalte gemeinsam mit allen Partneruniversitäten überarbeitet und neu definiert. Abbildung 4 zeigt den zweijährigen Studienverlauf in der Übersicht.

Abbildung 4

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Abbildung 4

Studienverlaufsplan Master of Science Spatial Planning for Regions in Growing Economies (SPRING)

Quelle: eigene Darstellung

Citation: Raumforschung und Raumordnung 66, 6; 10.1007/BF03183152

4.5 Master of Science (M.Sc.) Spatial Planning in Europe

Mit dem zweisemestrigen Master-Studiengang „Spatial Planning in Europe“ trägt die Fakultät Raumplanung der Internationalisierung des Bildungs- und Arbeitsmarktes Rechnung. Der englischsprachige Studiengang wendet sich vor allem an Studierende aus dem Ausland. Das Studium soll auf eine leitende Position in den jeweiligen Heimatländern vorbereiten und die dafür notwendigen internationalen Erfahrungen vermitteln. Der Studiengang soll in Probleme und Lösungsmöglichkeiten der Stadtentwicklung und speziell der Stadterneuerung in europäischen Ländern einführen sowie mit den Planungs- und Entscheidungssystemen in ausgewählten europäischen Staaten und auf der EU-Ebene vertraut machen. Der Masterstudiengang besteht aus vier Modulen (Abb. 5). Die Einführung des Studiengangs ist für das Studienjahr 2009/2010 vorgesehen.

Abbildung 5

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Abbildung 5

Studienverlaufsplan Master of Science Spatial Planning in Europe

Quelle: eigene Darstellung

Citation: Raumforschung und Raumordnung 66, 6; 10.1007/BF03183152

5 Probleme und Perspektiven

Die Dortmunder Raumplanungsfakultät wurde nicht nach der Systematik einer Wissenschaftsdisziplin, sondern nach den Erfordernissen der Raumplanungs-ausbildung gegründet. Seit ihrer Gründung war die Ausbildungsaufgabe das einigende Band der Fakultät, während ihre multidisziplinäre Zusammensetzung die Bildung gemeinsamer Forschungsschwerpunkte eher erschwert hat. Inzwischen rücken im Wettbewerb der Hochschulen und Fakultäten jedoch zunehmend Kriterien der Forschungsexzellenz in den Vordergrund. Damit stellt sich für die Raumplanungsfakultäten die Frage, ob das tradierte Modell eines Mosaiks unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen noch zukunftsfähig ist oder ob nicht ein planungswissenschaftlicher Paradigma-Kern benötigt wird, welcher neben der gemeinsamen Ausbildungsaufgabe die Identität der Planungsfakultäten konstituieren kann. Wenn Planungsfakultäten aus unterschiedlichen Fachvertreterinnen und -Vertretern gebildet werden, welche ihre Fachidentität nicht aus der Raumplanung, sondern aus der jeweiligen Herkunftsdisziplin beziehen, drohen vor allem in der Forschung zentrifugale Tendenzen, die letztlich auch die Lehre beeinträchtigen können. Bisher kann kaum von einer kohärenten und klar konturierten Planungswissenschaft mit eigenständigen Forschungsparadigmen, zugehörigen Theorien und empirisch gesicherten Wissensbeständen die Rede sein. Nach der Auffassung der Autoren liegt hier eine wichtige Aufgabe der Raum- und Planungswissenschaften in der Zukunft.

Mit der multidisziplinären Struktur der Raumplanungsausbildung hängt ein weiteres Problem zusammen: der kaum noch überbrückbare Spagat zwischen Forschung und Lehre. Während die Lehre primär an den Erfordernissen der praktischen Planungsausbildung ausgerichtet ist, orientiert sich die Forschung großenteils auf die Forschungsfronten der jeweiligen Herkunftsdisziplin. Sicherlich haben auch andere Wissenschaften mit dem Problem zu kämpfen, dass sich die Forschung so rasch entwickelt, dass sich die Einheit von Forschung und Lehre kaum noch herstellen lässt. In den Grundlagendisziplinen der Raumplanung ist diese Diskrepanz jedoch besonders groß, weil sich die Vermittlung des Wissens in den Grundlagenfächern meist auf ein elementares Niveau beschränken muss.

Eine Schlüsselfrage für die Zukunft der Raumplanungsausbildung ist die Zahl der sehr gut qualifizierten Studienbewerberinnen und -bewerber für die BachelorStudiengänge. Trotz des gestiegenen Wettbewerbs zwischen den Universitäten und Studiengängen bieten sich hier sinnvolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Planungsfakultäten unter Einbeziehung hochschulexterner Partner wie beispielsweise der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) und der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) sowie der Berufsverbände wie dem Informationskreis für Raumplanung e.V. (IfR) und der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) e.V. Eine hochschulübergreifende Öffentlichkeitsarbeit für die Raumplanungsstudiengänge könnte erheblich mehr Wirkung entfalten als die Einzelaktivitäten der Hochschulen. Hierdurch könnte die Nachfrage für Bachelor-Studiengänge der Raumplanung gestärkt, indirekt die Nachfrage nach Master-Studiengängen sichergestellt und die öffentliche Wahrnehmung des Berufsfelds verbessert werden. Die Aktivitäten der Studierendenvertretungen aus den letzten Jahren über die Internetseite www.planungsstudium.net und die Informationsbroschüre für Studieninteressierte bieten hierfür erste Anknüpfungspunkte (vgl. Dietrich, Zeller 2001: 321). Auch der Schweizer Wettbewerb „Jugend gestaltet Lebensraum“ kann als Vorbild dienen, um über aktuelle raumplanerische Fragestellungen das Interesse an der Studienrichtung Raumplanung in Deutschland zu wecken.14

Ein ganz anderer Wettbewerbsaspekt betrifft die Frage der Qualitätssicherung der Planungsausbildung. Selbstverständlich bilden nicht nur die oben genannten grundständigen Raumplanungsstudiengänge Planerinnen und Planer aus. Auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren die Absolventinnen und Absolventen mit jenen der Angewandten Geographie, der Fachrichtung Architektur/Städtebau, der Landschaftsarchitektur, des Vermessungswesens usw. Sorge bereitet das aktuelle Bestreben vieler Architekturstudiengänge an Universitäten und Fachhochschulen, die Ausbildung um städtebauliche und stadtplanerische Inhalte zu erweitern, um ihren Absolventinnen und Absolventen in Anbetracht der aktuell schwierigen Arbeitsmarktlage für Architekten zusätzliche Beschäftigungschancen in der Planung zu eröffnen. Selbstverständlich ist dagegen nichts einzuwenden, wenn die Planungsausbildung in quantitativer und qualitativer Hinsicht den üblichen Standards entspricht, wie sie etwa von der ASAP (2003) und den Architektenkammern definiert sind (Architektenkammer Nordrhein-Westfalen 2004, Bundesarchitektenkammer 2007). Ebenso wie an manchen Geographie-Fachbereichen scheint jedoch auch an manchen Architektur-Fachbereichen die Vorstellung zu bestehen, schon durch wenige zusätzliche Kurse lasse sich eine hinreichende Kompetenz für das Berufsfeld Stadt- bzw. Raumplanung vermitteln. Hier sind vor allem die Akkreditierungsagenturen gefordert, auf eine quantitativ und qualitativ angemessene Planungsausbildung zu achten.

Literatur

  • Albers, Gerd (1999): Wie sähe heute das Gründungskonzept einer Raumplanungsfakultät aus? Betrachtungen eines Dortmunder Gründervaters. In: Schmals, Klaus M. (Hrsg.): Was ist Raumplanung? Dortmunder Beiträge zur Raumplanung. Blaue Reihe Bd. 89. Dortmund: Institut für Raumplanung, Fakultät Raumplanung, Universität Dortmund. S. 28–41.

  • Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (2004): Leitfaden Stadtplaner-Ausbildung. Anforderungsprofil für Studiengänge. Verfasser: Heinrich Kummer, Würselen.

  • ASAP (Akkreditierungsverbund für Studiengänge der Architektur und Planung) (2003): Fachliche Standards für die Akkreditierung von Studiengängen der Stadtplanung/ Raumplanung. Studiengänge Stadtplanung/Regionalplanung, Landesplanung und Raumplanung. 2. Auflage. Stand 10.3.2008. www.asap-akkreditierung.de/dateien/dokumente/de/raumplanung_2003.pdf.

  • Bade, F. J.; Brand, C.; Greiwe, U.; Terfrüchte, T.; Usunov, K. A. (2006): Absolventinnenbefragung 2005. IRPUD-Arbeitspapiere Bd. 185, Fakultät Raumplanung, TU Dortmund. Stand: 10.3.2008. www.raumplanung.uni-dortmund.de/irpud/fileadmin/irpud/content/documents/publications/apl85.pdf.

  • Bundesarchitektenkammer (2007): Leitfaden Berufsqualifikation der Stadtplaner/innen. Verfasser: BAK-Projektgruppe Bachelor/ Master. Stand: 14.9.2007.

  • Dietrich, T.; Zeller, T. (2001): Planerinnentreffen. Studierende diskutierten in der und über die Pfalz. In: Raumplanung, Nr. 99, S. 320–321.

  • Kelle, U.; Kluge, S. (1999): Vom Einzelfall zum Typus. Fallvergleich und Fallkonstrastierung in der qualitativen Sozialforschung. Opladen.

  • KMK (Kultusministerkonferenz) (2007): Ländergemeinsame Strukturvorgaben gemäß § 9 Abs. 2 HRG für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.10.2003 i. d.F. vom 15.6.2007). Stand: 10.3.2008. www.kmk.org/doc/beschl/BS_070615_Laenderge-meinsameStrukturvorgaben.pdf.

  • KMK (Kultusministerkonferenz) (2004): Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunktsystemen und die Modularisierung von Studiengängen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.9.2000 i. d. F. vom 22.10.2004) Stand: 10.3.2008. www.kultusministerkonferenz.de/doc/beschl/leistungspunktsysteme.pdf.

  • KMK (Kultusministerkonferenz) (2003): 10 Thesen zur Bachelor- und Masterstruktur in Deutschland. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.6.2003. Stand: 10.3.2008. www.kultusministerkonferenz.de/doc/beschl/BMThesen.pdf.

  • KMK (Kultusministerkonferenz) (2000): Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunktsystemen und die Modularisierung von Studiengängen. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.9.2000. Bonn. Stand: 10.3.2008. www.kultusministerkonferenz.de/doc/beschl/module.pdf.

  • ZEvA (Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover) (2006): Bewertungsbericht zum Akkreditierungsantrag der Universität Dortmund für die Studiengänge Raumplanung mit dem Abschluss Bachelor of Science Raumplanung, Raumplanung mit dem Abschluss Master of Science, Spatial Planning for Regions in Growing Economies (SPRING) mit dem Abschluss Master of Science, Spatial Planning in Europe mit dem Abschluss Master of Science. Unveröff. Bericht. 10. November 2006.

Footnotes

1

Die Studienrichtung Raumplanung umfasst Studiengänge der Raumplanung, Landesplanung, Stadt- und Regionalplanung, Stadtplanung und Urbanistik. Der Begriff Raumplanung wird hier als Oberbegriff für räumliche Gesamtplanungen einschließlich raumwirksamer Fachplanungen auf allen räumlichen Ebenen vom Quartier über Stadt und Region bis zur europäischen Ebene verstanden.

2

Zum 1.11.2007 wurde die Universität Dortmund in Technische Universität Dortmund umbenannt.

3

Leistungspunkte sind ein quantitatives Maß für die Arbeitsbelastung der Studierenden. „Sie umfassen sowohl den unmittelbaren Unterricht als auch die Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Lehrstoffes (Präsenz- und Selbststudium), den Prüfungsaufwand und die Prüfungsvorbereitungen einschließlich Abschluss- und Studienarbeiten sowie gegebenenfalls Praktika. In der Regel werden pro Studienjahr 60 Leistungspunkte vergeben, d.h. 30 pro Semester. Auf der Grundlage des Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom 24.10.1997 wird für einen Leistungspunkt eine Arbeitsbelastung (sog. work load) des Studierenden im Präsenz- und Selbststudium von 30 Stunden angenommen.“ (KMK 2004: 3)

4

Durch das nordrhein-westfälische Hochschulfreiheitsgesetz von 2006 sind die Hochschulen zum 1.1.2007 als Körperschaften öffentlichen Rechts in eine selbstständige Rechtsform überführt worden. Die Finanzhaushalte werden in Eigenregie der Hochschulen geführt (Globalhaushalt), und die formale Entscheidungsfreiheit der Hochschule wurde erhöht. Die neue Stellung der Hochschulen wird durch eine Änderung des Steuerungsinstrumentariums begleitet. So erhalten die Hochschulen Ihre Mittel auf der Basis von Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit dem Land NRW. Allerdings nimmt die Landesregierung über die Genehmigung der Zulassungsbeschränkungen und die Festlegung der hierfür maßgeblichen Berechnungsparameter auch weiterhin maßgeblichen Einfluss auf die quantitativen Studienbedingungen an den Hochschulen.

5

Zur Veranschaulichung dieses Aspekts sei hier vorab auf die Querschnittsmodule des Dortmunder Bachelor-Studiengangs Raumplanung verwiesen. In ihnen werden die fachlichen Grundlagen in den Modulen „Planungstheorie und Planungsprozesse“, „Theorien der Raumentwicklung“, „Methoden, Verfahren und Instrumente der Raumplanung“ und „Raumbezogene Informationsverarbeitung“ zusammenfassend und integriert vermittelt.

6

Die Universität Dortmund nahm 1968 ihren Lehrbetrieb auf; der Diplomstudiengang Raumplanung folgte ein Jahr später. Zur Gründungsgeschichte der Dortmunder Raumplanung siehe auch Albers 1999.

7

An der Fakultät Raumplanung werden regelmäßig Befragungen der Absolventinnen und Absolventen durchgeführt. Sie sind fester Bestandteil des Qualitätsmanagements der Fakultät. Die dargestellten Ergebnisse stammen aus der Befragung 2005, die die Abschlussjahrgänge 2000 bis 2004 umfasst (vgl. Bade et al 2006). Inzwischen sind auch die Ergebnisse der Absolventinnenbefragung von 2007 verfügbar: www.raumplanung.tu-dortmund.de/rp/absolventinnenbefragung.html

8

Bei der Frage nach den Hauptaufgaben in den Beschäftigungsverhältnissen waren Mehrfachnennungen möglich.

9

An der FH Erfurt startet zum Wintersemester 2008/2009 erstmalig der Studiengang Stadt- und Raumplanung mit den Abschlüssen Bachelor und Master of Science (www.fh-erfurt.de).

10

Die Themen der Fortgeschrittenen-Projekte sind aus dem Diplom-Studiengang entnommen. Das künftige Angebot für die Bachelor-Studierenden wird jedoch ähnlich sein.

11

Die rechtlichen Vorgaben sehen eine Obergrenze von zwölf Leistungspunkten für die Bachelor-Arbeit vor (vgl. KMK 2007: 4).

12

Der Master-Studiengang SPRING wird gemeinsam mit folgenden Partnern angeboten: Department of Planning, Faculty of Planning and Land Economy, College of Architecture and Planning, Department of Planning, Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), Kumasi, Ghana; University College of Lands and Architectural Studies (UCLAS), University of Dar es Salaam, Tanzania. School of Urban and Regional Planning; University of the Philippines (UP-SURP); Faculty of Economic and Administrative Sciences, Universidad Austral, Valdivia, Chile.

13

Weitere Informationen zum Wettbewerb des DDA finden sich unter: www.daad.de/imperia/md/content/en/deutschland/downloads/10beste_master_broschuere.pdf.

14

Informationen zum Wettbewerb finden sich im Internet unter: www.jgl-wettbewerb.ch.

Albers, Gerd (1999): Wie sähe heute das Gründungskonzept einer Raumplanungsfakultät aus? Betrachtungen eines Dortmunder Gründervaters. In: Schmals, Klaus M. (Hrsg.): Was ist Raumplanung? Dortmunder Beiträge zur Raumplanung. Blaue Reihe Bd. 89. Dortmund: Institut für Raumplanung, Fakultät Raumplanung, Universität Dortmund. S. 28–41.

Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (2004): Leitfaden Stadtplaner-Ausbildung. Anforderungsprofil für Studiengänge. Verfasser: Heinrich Kummer, Würselen.

ASAP (Akkreditierungsverbund für Studiengänge der Architektur und Planung) (2003): Fachliche Standards für die Akkreditierung von Studiengängen der Stadtplanung/ Raumplanung. Studiengänge Stadtplanung/Regionalplanung, Landesplanung und Raumplanung. 2. Auflage. Stand 10.3.2008. www.asap-akkreditierung.de/dateien/dokumente/de/raumplanung_2003.pdf.

Bade, F. J.; Brand, C.; Greiwe, U.; Terfrüchte, T.; Usunov, K. A. (2006): Absolventinnenbefragung 2005. IRPUD-Arbeitspapiere Bd. 185, Fakultät Raumplanung, TU Dortmund. Stand: 10.3.2008. www.raumplanung.uni-dortmund.de/irpud/fileadmin/irpud/content/documents/publications/apl85.pdf.

Bundesarchitektenkammer (2007): Leitfaden Berufsqualifikation der Stadtplaner/innen. Verfasser: BAK-Projektgruppe Bachelor/ Master. Stand: 14.9.2007.

Dietrich, T.; Zeller, T. (2001): Planerinnentreffen. Studierende diskutierten in der und über die Pfalz. In: Raumplanung, Nr. 99, S. 320–321.

Kelle, U.; Kluge, S. (1999): Vom Einzelfall zum Typus. Fallvergleich und Fallkonstrastierung in der qualitativen Sozialforschung. Opladen.

KMK (Kultusministerkonferenz) (2007): Ländergemeinsame Strukturvorgaben gemäß § 9 Abs. 2 HRG für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.10.2003 i. d.F. vom 15.6.2007). Stand: 10.3.2008. www.kmk.org/doc/beschl/BS_070615_Laenderge-meinsameStrukturvorgaben.pdf.

KMK (Kultusministerkonferenz) (2004): Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunktsystemen und die Modularisierung von Studiengängen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.9.2000 i. d. F. vom 22.10.2004) Stand: 10.3.2008. www.kultusministerkonferenz.de/doc/beschl/leistungspunktsysteme.pdf.

KMK (Kultusministerkonferenz) (2003): 10 Thesen zur Bachelor- und Masterstruktur in Deutschland. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.6.2003. Stand: 10.3.2008. www.kultusministerkonferenz.de/doc/beschl/BMThesen.pdf.

KMK (Kultusministerkonferenz) (2000): Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunktsystemen und die Modularisierung von Studiengängen. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.9.2000. Bonn. Stand: 10.3.2008. www.kultusministerkonferenz.de/doc/beschl/module.pdf.

ZEvA (Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover) (2006): Bewertungsbericht zum Akkreditierungsantrag der Universität Dortmund für die Studiengänge Raumplanung mit dem Abschluss Bachelor of Science Raumplanung, Raumplanung mit dem Abschluss Master of Science, Spatial Planning for Regions in Growing Economies (SPRING) mit dem Abschluss Master of Science, Spatial Planning in Europe mit dem Abschluss Master of Science. Unveröff. Bericht. 10. November 2006.

Raumforschung und Raumordnung

Spatial Research and Planning

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    Studienverlaufsplan Bachelor of Science Raumplanung

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    Themen der Studienprojekte Studienjahr 2007/2008

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    Studienverlaufsplan Master of Science Raumplanung

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    Studienverlaufsplan Master of Science Spatial Planning for Regions in Growing Economies (SPRING)

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    Studienverlaufsplan Master of Science Spatial Planning in Europe

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