Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss

Regionale Disparitäten eines wachsenden Problempotenzials

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Kurzfassung

Zunehmende Klagen von Unternehmern und Wirtschaftsverbänden über den unzureichenden Bildungsstand von Schulabgängern deuten darauf hin, dass der erhöhten Nachfrage nach dem Faktor Humankapital kein adäquates qualitatives Angebot gegenübersteht. Ein Indikator hierfür ist der Anstieg sowohl der absoluten Zahl als auch des Anteils der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss seit Beginn der 90er Jahre. Männliche Jugendliche sind hiervon nahezu doppelt so stark betroffen wie weibliche Jugendliche. In Ostdeutschland gehen deutsche Jugendliche häufiger ohne Hauptschulabschluss von der Schule ab als in Westdeutschland. Die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern lassen sich durch die Bildungsausgaben je Schüler und durch die Klassengröße nicht befriedigend erklären. Innerhalb der drei näher betrachteten Länder Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg variiert der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss von Kreis zu Kreis erheblich. Unter verschiedenen Variablen, die vermutlich diese regionalen Disparitäten hervorrufen, wirkt sich das Angebot an weiterführenden Schulen im Kreis anteilssenkend aus. Spezieller bildungspolitischer Handlungsbedarf besteht in Kreisen mit permanent überdurchschnittlichem Anteil männlicher Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss.

Kurzfassung

Zunehmende Klagen von Unternehmern und Wirtschaftsverbänden über den unzureichenden Bildungsstand von Schulabgängern deuten darauf hin, dass der erhöhten Nachfrage nach dem Faktor Humankapital kein adäquates qualitatives Angebot gegenübersteht. Ein Indikator hierfür ist der Anstieg sowohl der absoluten Zahl als auch des Anteils der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss seit Beginn der 90er Jahre. Männliche Jugendliche sind hiervon nahezu doppelt so stark betroffen wie weibliche Jugendliche. In Ostdeutschland gehen deutsche Jugendliche häufiger ohne Hauptschulabschluss von der Schule ab als in Westdeutschland. Die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern lassen sich durch die Bildungsausgaben je Schüler und durch die Klassengröße nicht befriedigend erklären. Innerhalb der drei näher betrachteten Länder Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg variiert der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss von Kreis zu Kreis erheblich. Unter verschiedenen Variablen, die vermutlich diese regionalen Disparitäten hervorrufen, wirkt sich das Angebot an weiterführenden Schulen im Kreis anteilssenkend aus. Spezieller bildungspolitischer Handlungsbedarf besteht in Kreisen mit permanent überdurchschnittlichem Anteil männlicher Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss.

Keywords:

1 Einleitung und Problemstellung

Die rasche Steigerung des Anspruchsniveaus der Unternehmen an die bildungs- und berufsqualifikatorischen Voraussetzungen ihrer Mitarbeiter stellt einen sensiblen Indikator für die derzeitige Dynamik des wirtschaftlichen Strukturwandels dar. Zunehmende Klagen von Unternehmern und Wirtschaftsverbänden über den unzureichenden Bildungsstand von Schulabgängern deuten darauf hin, dass zwischen Wirtschafts- und Bildungssystem Friktionen dergestalt entstanden sind, dass der erhöhten Nachfrage nach dem Human-kapitalfaktor „gute Grundausbildung“ kein adäquates qualitatives Angebot gegenübersteht. „Die Bedeutung der Ausstattung mit Humankapital für die Produktivität und deren Wachstum zeigt sich darin, dass besser ausgebildete Erwerbspersonen komplexere Maschinen bedienen können, mit unvorhergesehenen Komplikationen besser fertig werden, eine effizientere Organisation aufbauen, neue Techniken schneller übernehmen, Produktionsprozesse optimieren und Produktinnovationen imitieren können.“1

Von der Seite der Bildungspolitik wird in diesem Kontext häufig darauf verwiesen, dass die Zahl und der An-teil der Schulabgänger mit Realschulabschluss und Abitur im Steigen begriffen sind. Betrachtet man jedoch die Output-Werte des Schulsystems etwas genauer, so ist zu erkennen, dass in den letzten Jahren ebenfalls Zahlen im Steigen begriffen sind, die auch auf einen Misserfolg des Schulsystems verweisen. Einen wichtigen Kennwert bildet in diesem Zusammenhang der Anteil jener Jugendlichen, die das Schulsystem verlassen, ohne zumindest über einen Hauptschulabschluss zu verfügen. Diesem Segment widmen sich in Deutschland nur sehr wenige Studien, während sich in den USA seit längerer Zeit eine differenzierte Forschung zu den Schülern, die von der High School ohne Abschluss abgehen (drop-outs), etabliert hat.2

Da die Bildungs- und insbesondere die Schulpolitik in Deutschland auf der Landesebene angesiedelt sind, sind zunächst die Fragen zu klären, ob die Zahlen der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss bundesweit auf ähnlichem Niveau liegen und ob sie sich gleichgerichtet entwickeln. Gerade aus der Raumforschungsperspektive erscheint untersuchenswert, ob dies-bezüglich regionale Disparitäten auftreten. Wie Ergebnisse der Bildungsforschung aus den 70er Jahren zeigen, können auch innerhalb der Länder größere Disparitäten bei den Bildungsabschlüssen auftreten, was Hinweise für den verstärkten Einsatz bestimmter bildungspolitischer Instrumente liefern kann.

Die folgende Analyse fußt vornehmlich auf Daten der amtlichen Statistik zu den Schulabgängern und ist so aufgebaut, dass - ausgehend von den Daten für die Bundesrepublik Deutschland insgesamt - Schritt für Schritt immer kleinere Raumeinheiten (Ost- und Westdeutschland - Länder - Kreise) betrachtet werden. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Analyse auf den neuen Ländern, da von Interesse ist, ob die großen einigungsbedingten Umstellungen sich dort auch auf die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss ausgewirkt haben.

Zunächst wird der Frage nachgegangen, wie sich der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss seit 1992 in West- und Ostdeutschland verändert hat und welche Kategorien von Jugendlichen darunter besonders häufig vertreten sind. Weiter wird aufgezeigt, welche Unterschiede in dieser Hinsicht zwischen den Bundesländern existieren und in welcher Beziehung hierzu verschiedene Kennwerte ihrer Schullandschaft stehen. Schließlich wird anhand von Kreisdaten für die drei Länder Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg überprüft, ob bestimmte regionale Merkmale im Zusammenhang mit besonders hohen oder besonders niedrigen Raten von Schulabgängern ohne Haupt-schulabschluss einhergehen. Im Anschluss daran wird anhand neuerer Daten darüber informiert, welche Berufskarrieren Jugendliche ohne Hauptschulabschluss typischerweise einschlagen. Die Untersuchungsbefunde werden abschließend durch bildungs- und arbeitsmarktpolitische Überlegungen ergänzt.

2 Ergebnisteil

2.1 Die Entwicklung der Zahlen von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss zwischen 1991 und 1998

Die amtliche Bildungsstatistik informiert regelmäßig über Schulabgänger, die jährlich das Pflichtschulsystem ohne Hauptschulabschluss verlassen. Deren Anteil an den Schulabgängern insgesamt erreichte im früheren Bundesgebiet im Jahr 1988 seinen bisherigen Tiefststand und ist seitdem wieder allmählich angestiegen. Im Jahr 1998 waren dies in Deutschland insgesamt ca. 83 000 Personen (Deutsche und Ausländer, vgl. Tab. 1), von welchen

  • 30 700 (37,0 %) aus Hauptschulen,

  • 4 300 (5,2 %J aus Realschulen,

  • 1 800 (2,2 %) aus Gymnasien,

  • 11 600 (14,0 %) aus sonstigen Schulformen3 und

  • 34 700 (41,8 %) aus Sonderschulen stammen.

Tabelle 1

Gesamtzahl und Zahl der deutschen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss 1991-1998

Quelle: Statistisches Bundesamt

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss insgesamt

59 640

63 558

72 443

74 048

76 005

78 747

80 486

82 968

Deutsche Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss

42 829

46 461

56 008

57 726

59 656

61 867

63 636

66 254

Dies bedeutet, dass etwa 60 % dieser Schulabgänger aus anderen Schulen als Sonderschulen kommen. Vom Jahr 1991 bis zum Jahr 1998 hat die Zahl aller Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluss um 39,% zugenommen. Diese Zunahme geht fast ausschließlich auf das Konto deutscher Schulabgänger (Zunahme 54,%), da die Zahl der Ausländer unter ihnen (1991: 16 811; 1998: 16 714) nahezu konstant geblieben ist.

In Abbildung 1 bleiben zum Zweck der besseren Vergleichbarkeit der west- mit den ostdeutschen Werten die ausländischen Schulabgänger unberücksichtigt.4 Aus dem OstWest-Vergleich geht hervor, dass zum Anstieg der letzten Jahre vorwiegend die ostdeutschen Schulabgänger beigetragen haben. Während der ostdeutsche Anteilswert für 1991 mit 1,3 % noch die Situation in der DDR widerspiegelt, wo es nur sehr wenige Schulabgänger ohne Abgangszeugnis gab, erfolgte 1992 und 1993 ein rasanter Anstieg.5 Darin dürften sich die mit der Umstellung des Schulsystems verbundenen Orientierungs-unsicherheiten von Lehrern, Eltern und Schülern niedergeschlagen haben.

Abbildung 1

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Abbildung 1

Anteil der west- und ostdeutschen Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss an den Schulabgängern der Jahre 1991-1997 (ohne Ausländer)

Citation: Raumforschung und Raumordnung 58, 4; 10.1007/BF03183796

Mittlerweile liegt die Rate der ostdeutschen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss mit ca. 10 % auf einem knapp drei Prozentpunkte höheren Niveau als dem in Westdeutschland, nachdem 1995 der Abstand noch fünf Prozentpunkte betragen hatte.

Aus Abbildung 1 ist auch zu entnehmen, dass Jungen deutlich häufiger ohne Abschluss von der Schule abgehen als Mädchen. Dieser Unterschied war in Westdeutschland schon seit den 70er Jahren zu verzeichnen, ist aber im Zeitverlauf angewachsen. Insgesamt überwiegen derzeit die männlichen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss im Verhältnis von 2:1.

Zu den Ursachen dieser Geschlechterproportion existieren unterschiedliche Hypothesen. Becker verweist in einer Studie zu Dresdener Schülern darauf, dass bereits in den Abschlussklassen der Hauptschule zwei Jungen auf ein Mädchen kommen, was auf einen Selektionseffekt aufgrund der höheren weiblichen Bildungsaspiration hinweist.6 Bundesweit gerechnet liegt das zahlenmäßige Verhältnis Jungen zu Mädchen an Hauptschulen (Klassen 7 bis 10) unter Berücksichtigung des demografischen Geschlechterverhältnisses jedoch bei ca. 1,2 : 1. Der hohe Anteil von Jungen ohne Abschluss müsste somit wenigstens zum Teil auch auf solche Ursachen wie geschlechtsspezifische Sozialisationsunterschiede und Erwerbschancen zurückzuführen sein.

2.2 Die Bundesländer im Vergleich

Tabelle 2 lässt einen Vergleich der Anteilswerte der Schüler ohne Hauptschulabschluss für das Jahr 1997 für alle Bundesländer zu. Aus dieser Querschnittsbetrachtung geht hervor, dass in allen neuen Bundesländern der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss über dem Bundesdurchschnitt liegt. Mit Ausnahme von Berlin ändern sich die ostdeutschen Zahlen nicht, wenn die ausländischen Schulabgänger mit berücksichtigt werden, da deren Anteil in Ostdeutschland (noch) marginal ist.

Tabelle 2

Anteil der Schulabgänger, Bildungsausgaben, Schüler je Klasse und je Lehrer nach Bundesländern

Quelle: Statistisches Bundesamt; eigene Berechnungen

Bundesland

Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss Schuljahr 1996/97 in % Deutsche

Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss Schuljahr 1996/97 in % Deutsche und Ausländer

Bildungsausgaben je Schüler in DM 1996

Hauptschulen Klassenstufe 7 bis 10 Schuljahre 1995

insgesamt

männlich

weiblich

insgesamt

männlich

iWeiblich

Schüler je Klasse

Schüler je Lehrer

Westdeutschland

Baden-Württemberg

6,0

7,1

4,7

8,1

9,7

6,3

8 800

20,9

14,0

Bayern

7,1

8,8

5,2

8,7

10,8

6,5

9 200

24,0

14,6

Bremen

7,3

8,6

6,1

8,9

10,7

7)1

11 000

18,9

12,0

Hamburg

9,7

11,7

8,2

11,1

13,4

9,2

12 600

20,5

14,0

Hessen

6,8

8,7

4,7

8,9

11,2

6,6

8 500

19,7

14,2

Niedersachsen

8,9

11,4

6,3

10,1

12,8

7,4

9 000

20,3

13,4

Nordrhein-Westfalen

5,0

6,2

3,7

6,1

7,6

4,6

8 600

23,4

14,8

Rheinland-Pfalz

8,5

11,0

6,0

9,4

12,0

6,7

8 800

22,9

15,0

Saarland

9,5

11,8

6,8

10,5

13,1

7,7

8 400

21,6

15,4

Schleswig-Holstein

9,5

11,6

7,3

10,3

12,7

7,8

9 200

20,0

15,1

Ostdeutschland

Berlin

9,7

12,4

7,0

12,2

15,3

8,9

10 100

17,7

10,7

Brandenburg

8,5

12,1

4,7

8,5

12,1

4,7

7 300

LA.

k.A.

Mecklenburg-Vorp.

9,2

12,8

5,4

9,2

12,8

5,4

7 200

15,2

11,0

Sachsen

9,5

13,0

5,9

9,5

13,0

5,9

7 000

LA.

k.A.

Sachsen-Anhalt

10,1

13,6

6,3

10,1

13,6

6,3

8 100

15,1

11,7

Thüringen

12,3

16,1

8,4

12,3

16,1

8,4

8 300

20,2

13,4

Deutschland

7,7

9,9

5,4

8,8

11,1

6,3

8 700

21,7

14,2

Es ist nicht auszuschließen, dass Länder mit einem Gesamtschulkonzept niedrigere Drop out-Quoten „produzieren“, da im Westen das Land Nordrhein-Westfalen und im Osten Brandenburg am günstigsten abschneiden.

Setzt man die in Spalte 9 in Tabelle 2 dargestellten Landeswerte der Schüler-Lehrer-Relation in Beziehung zum jeweiligen Anteil von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss, so ist zu erkennen, dass die in Ostdeutschland besonders günstige Schüler-Lehrer-Relation sich nicht in niedrigeren Anteilen von Schul-abgängern ohne Hauptschulabschluss niederschlägt.7 Dass in den neuen Ländern die Bildungsausgaben je Schüler noch durchweg unter dem Bundesdurchschnitt liegen (Sp. 7 inTab. 2), dürfte primär auf die niedrigeren Lehrergehälter zurückzuführen sein. Da in Ostdeutschland bereits jetzt die Lehrer-Schüler-Relation günstiger ist als in Westdeutschland (vgl. Sp. 9 in Tab. 2), wäre zweifelhaft, ob die häufig vorgebrachte Forderung, die Mittel für die Einstellung von mehr Lehrern zu erhöhen, den Effekt hervorbringen würde, dass weniger Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen.

Allgemeine Aussagen zu den Einflussfaktoren auf Länderebene werden allerdings durch die länderspezifischen Schulpolitiken erschwert. Diese tragen dazu bei, dass die Schüler sich von Land zu Land anders auf die einzelnen Schulformen verteilen und die Hauptschulabschlüsse von Land zu Land mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen verknüpft werden. Eine tiefergehende Untersuchung der Effekte dieser Faktoren müsste länderspezifische Regelungen im Detail berücksichtigen, was jedoch den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen würde.8

Angesichts der hohen Abwanderung ostdeutscher Personen in die alten Länder anfangs der 90er Jahre könnte man auch die Vermutung hegen, dass die höheren ostdeutschen Drop-out-Raten als Effekt selektiver Migration (Abwandern des intelligenteren Teils der Jugendlichen) zu begreifen sind. Gegen diese These spricht, dass das Hauptkontingent an der Ost-West-Wanderung vor allem die 18- bis 35-Jährigen stellen, während die meist noch familienabhängigen jüngeren Jugendlichen kaum überrepräsentiert sind.9

2.3 Regionale Disparitäten in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg

Im Folgenden werden die Länder Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg, für die Daten zu Schulabschlüssen auf Kreisebene für das Jahr 1997 vorliegen, einer detaillierteren Betrachtung unterzogen. Wie aus Tabelle 2 hervorgeht, verzeichnet in diesem Jahr das Land Brandenburg mit 8,5 % den niedrigsten, das Land Sachsen-Anhalt mit 10,1 % einen mittleren und Thüringen mit 12,3 % unter den ostdeutschen Ländern den höchsten Anteil von Schulabgängern ohne Haupt-schulabschluss.

Aus der kleinräumig nach Kreisen gegliederten kartographischen Darstellung der drei Länder in Abbildung 2 lässt sich entnehmen, dass die Raten von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss von Kreis zu Kreis stark streuen. Um die Streuungen der Kreiswerte zwischen den drei Ländern besser vergleichen zu können, wurde in Abbildung 2 der jeweilige Landeswert gleich 100 gesetzt. Die Extreme bilden im Land Brandenburg der Kreis Prignitz mit 12,3 % (und damit mehr als 20 % über dem Landesdurchschnitt von 8,5 %) und die Stadt Potsdam mit 5,3 % (mehr als 20 % unter dem Landesdurchschnitt), in Sachsen-Anhalt der Kreis Bernburg mit 9,3 % und der Kreis Wernigerode mit 4.3 % sowie in Thüringen der Kreis Weimar-Land mit 16,9 % und die Stadt Jena mit 8,4 %. Während sich im Land Brandenburg hohe Anteile von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss im nördlichen Landesteil massieren, lässt sich für die beiden anderen Länder kein derartiges Muster erkennen.

Abbildung 2

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Abbildung 2

Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss 1997 in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg nach Kreisen

Citation: Raumforschung und Raumordnung 58, 4; 10.1007/BF03183796

Diese deutlichen regionalen Disparitäten dienen zum Ausgangspunkt für Überlegungen dazu, welche Faktoren als Ursache hierfür in Frage kommen könnten. Diese sind im folgenden in Form von vier Hypothesen (H 1 - H 4) gebündelt. Zu jeder Hypothese ist jeweils in Klammern aufgeführt, wie die unabhängige Variable für die nachfolgende Überprüfung operationalisiert wird. Da die verschiedenen Variablen auf Kreisebene gemessen werden, ist zu berücksichtigen, dass es sich um Hypothesen über Kontexteffekte handelt.

Ein erster Hypothesenblock bezieht sich auf das Schulangebot in den Kreisen:

  • Eine hohe Zahl von Sonderschulen im Kreis führt zu einem erhöhten Anteil von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss (Zahl der Sonderschulen pro 100 000 Einwohner im Kreis).

  • Eine geringe Zahl weiterführender Schulen im Kreis erhöht den Anteil von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss (Zahl der Gymnasien pro 100 000 Einwohner im Kreis).

Entsprechend der Hypothese H 2 müssten kreisfreie Städte relativ niedrige Anteile von Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluss aufweisen, da dort das Angebot an weiterführenden Schulen im Vergleich zu den Landkreisen üblicherweise besser ist.

Ein zweiter Hypothesenblock nimmt Bezug auf Faktoren, die Einfluss auf die Bildungsmotivation der Schüler nehmen können; hier ist vorstellbar, dass bestimmte Umweltsignale (inkl. Elternhaus), wie hohe Arbeits-losigkeit, demotivierend auf Schulleistungen wirken:10

  • Hohe Arbeitslosigkeit in einem Kreis verringert die Motivation für schulische Leistungen (Arbeitslosenquote im Kreis).

  • Hohe Arbeitslosigkeit von Jugendlichen in einem Kreis verringert die Motivation für schulische Leistungen (Anteil der unter 25-Jährigen an den Arbeitslosen im Kreis).

Zur Überprüfung dieser Hypothesen wurden vier lineare Regressionsmodelle mit N = 64 Kreisen gerechnet, deren Ergebnisse in Tabelle 3 zusammengefasst sind.

Tabelle 3

Regression von Schuldichte und Arbeitslosigkeit auf den Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss für Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg 1997 (Kreiswerte) (multiple lineare Regression; nicht-standardisierte Koeffizienten; in Klammern: Standardfehler)

Unabhängige Variablena

Model

1

2

3

4

(Hl) Dichte der Sonderschulen

-0,512

(0,369)

-0,344

(0,347)

0,261

(0,230)

0,273

(0,206)

(H2) Dichte weiterführender Schulen

-0,380

(0,348)

-0,453

(0,326)

-0,659*

(0,208)

-0,517***

(0,190)

(H3) Arbeitslosenquote

-0,398**

(0,143)

-9.401E-03

(0,100)

9.740E-02

(0,120)

(H4) Anteil unter 25-Jähriger an Arbeitslosen

-0,508*

(0,198)

-8.769E-02

(0,134)

-9.322E-02

(0,120)

Kreis in Thüringen (Dummy)

5,614***

(0,616)

4,393***

(0,643)

Kreis in Sachsen-Anhalt (Dummy)

-2,287***

(0,612)

Korrigiertes R2

0,027

0,159

0,662

0,728

N

60

60

60

60

Die beiden Schuldichte-Variablen, auf die sich die Hypothesen H 1 und H 2 beziehen, haben für sich genommen keinen Erklärungswert (vgl. Modell 1 in Tab. 3). Die erklärte Varianz (Wert für korrigiertes R2) steigt zwar leicht auf 15,9 % an, wenn man in Modell 2 die beiden auf die Arbeitslosigkeit im Kreis Bezug nehmenden Variablen der Hypothesen H 3 und H 4 mit aufnimmt; jedoch scheinen sie aufgrund der negativen Vorzeichen ihrer nicht-standardisierten Koeffizienten auf einen den Hypothesen genau entgegengesetzten Zusammenhang hinzudeuten.

Dramatisch wächst die erklärte Varianz, sobald man die Länder-Dummies dem Modell hinzufügt, wie in Modell 3 und 4 der Fall. Die Höhe der Arbeitslosigkeit im Kreis verliert jedoch in diesen beiden Modellen ihren Erklärungswert. Das Gegenteil ist der Fall für die Variable „Anteil weiterführender Schulen im Kreis“, die zwar keinen hohen, aber doch signifikanten Erklärungsbeitrag liefert.

Von den Ausgangshypothesen H 1 - H 4 wird also nur die Hypothese H 2 empirisch gestützt. Dieses Resultat ist ein deutliches Indiz dafür, dass die Unterschiede zwischen den Ländern - beispielsweise bezüglich ihres Schulsystems und ihrer Leistungsstandards - die Wirkung aller anderen betrachteten Einflussfaktoren stark überlagern. Dementsprechend müsste eine weitergehende Analyse an solchen Länderspezifika ansetzen.

2.4 Einige Befunde zu Karriereverläufen von Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss

Probleme für Jugendliche ohne Schulabschluss treten sowohl beim Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung (erste Schwelle) als auch von der Ausbildung in die Erwerbstätigkeit (zweite Schwelle) auf. Ein Grund dafür ist, dass in den letzten Jahren eine steigende Zahl von Abiturienten eine Ausbildung im dualen System anstrebt. Von den Abiturienten des Jahres 1998 war das fast jeder Dritte. Der Abiturientenanteil an den Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Vertrag stieg von 13,8 % 1993 auf 16,5 % 1998.11 Damit verschlechtern sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in diesem Segment der beruflichen Bildung für Schulabgänger mit niedrigeren Abschlüssen.

So bleibt häufig nur der Weg in eine außerbetriebliche Ausbildung. Vor allem in den neuen Bundesländern existieren zahlreiche Förderinstrumente, die diesen Weg erleichtern. War eine solche Karriere lange Zeit vor allem den „klassisch“ (vor allem gesundheitlich, intellektuell und sozial-familiär) benachteiligten Jugendlichen vorbestimmt, so finden sich inzwischen hier auch marktbenachteiligte Jugendliche, die die Ausbildungsreife besitzen, sich aber aus unterschiedlichen Gründen nicht im dualen System platzieren konnten. Sie konkurrieren an der zweiten Schwelle mit den Schulabgängern ohne Abschluss um den Start ins Erwerbsleben und drängen diese Gruppe noch mehr ins Abseits. So kann sich aus dem nicht erzielten Schulabschluss eine Maßnahmekarriere entwickeln, die für die Betroffenen den Weg in prekäre Beschäftigungsverhältnisse vorprogrammiert.

Die schulische Bildung Jugendlicher hat für ihre weitere berufliche Integration nach wie vor eine hohe Bedeutung. Wie eine repräsentative Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung zur Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen aufzeigt, weisen sowohl deutsche als auch ausländische Jugendliche ohne Hauptschulabschluss im Durchschnitt die höchsten Ungelerntenanteile auf. Während sie sich in dieser Kategorie auf 33,6 % bzw. 83,3 % (ausländische Jugendlichen) belaufen, verringern sich diese Anteile bei den Jugendlichen mit Hauptschulabschluss auf 11,9 % (deutsche Jugendliche) bzw. 32,7 % (Ausländer).12

Die größte Gruppe unter den Jugendlichen ohne Schulabschluss (ca. jeder Vierte) realisiert im Anschluss an die Schulzeit den Übergang in eine Erwerbstätigkeit (nicht mit Ausbildung verbunden), ca. 16 % kümmern sich um den Haushalt und/oder die Kindererziehung. Durch diese Vorentscheidung, nicht unmittelbar nach Abgang von der Schule eine Berufsausbildung zu beginnen oder eine ausbildungsnahe bzw. -fördernde Alternative zu wählen, steigt für die Betreffenden die Wahrscheinlichkeit, im Erwerbsleben als ungelernte Arbeitskraft zu verbleiben.13

Verglichen mit der Erwerbstätigenquote von jungen Erwachsenen, die einen Berufsabschluss haben (68,4 %), liegt diese bei Jugendlichen ohne Abschluss bei 43,5 %. Ihr Anteil an den Arbeitslosen ist dagegen mehr als doppelt so hoch.14

Etwa ein Drittel der Jugendlichen ohne Berufsabschluss bemüht sich gar nicht erst um eine Ausbildung. Ein weiteres Drittel bricht sie ab. Unter ihnen befinden sich viele Personen ohne Schulabschluss. Sie halten sich entweder von ihren persönlichen Voraussetzungen her nicht für geeignet oder resignieren auch angesichts der schwierigen Arbeitsmarktsituation. Ein weiteres Motiv ist die fehlende Lernbereitschaft, und einige wollen die Entscheidung über die Berufswahl und -ausbildung zunächst aufschieben.15

Trotz des fehlenden Abschlusses gelingt es einem Teil der betroffenen Jugendlichen, in eine Berufsausbildung einzumünden und somit eine Zertifizierung zu erwerben. Tabelle 4 zeigt aber, dass die meisten Schul-abgänger ohne Hauptschulabschluss Berufsfelder besetzen, die häufig durch gering qualifizierte Tätigkeiten charakterisiert sind, entsprechend schlecht bezahlt werden und wenig zukunftsträchtig sind. Eine andere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss oft un- und angelernte Tätigkeiten in Bereichen ausüben, in denen das Arbeitsplatzangebot rückläufig ist, wie z.B. in der Landwirtschaft oder im Einzelhandel.16

Tabelle 4

Wichtige Berufsgruppen für Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss (Deutschland insgesamt)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Berufsbildungsstatistik 1997; eigene Berechnungen

Berufsgruppe

Neu abgeschlossene Verträge 1997 von Auszubildenden ohne Hauptschulabschluss

Anteil an allen neu abgeschlossenen Verträgen der jeweiligen Berufsgruppe (in %)

Maler/Lackierer

2 555.

13,1

Hochbauberufe

1 618

8,2

Holz- und Kunststoffbearbeitung

1 497

7,3

Haus- und Ernährungswirtschaftliche Berufe

1 142

21,0

Ausbauberufe

905

4,4

Gartenbauberufe

783

6,2

Verkaufspersonal

776

3,3

Metall- und Anlagenbauberufe

688

5,9

3 Bildungs- und arbeitsmarktpolitische Überlegungen

Um das Ziel der Verringerung des Personenkreises mit Bildungsdefiziten zu erreichen, sind verschiedene Wege vorstellbar. Für die Gestaltung politischer Maßnahmen im Hinblick auf dieses Ziel gilt es zu berück-sichtigen, dass sich hinter der statistischen Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss eine Reihe unterschiedlicher Teilgruppen verbergen. Sie umfasst jene Jugendlichen,

  • die trotz Schulpflicht sich dem Besuch einer Schule verweigern,

  • die durch persönliche und familiäre Probleme in ihren Schulleistungen beeinträchtigt sind und

  • die nur über begrenzte Lernfähigkeiten verfügen.

Um Schulverweigerer überhaupt wieder „schulfähig“ zu machen, sind in letzter Zeit in verschiedenen Städten Modellprojekte unter der Bezeichnung „Die andere Schule“ gestartet worden. Deren primäre Ziele liegen darin, die betroffenen Jugendlichen durch individuelle Förderpläne und attraktive Unterrichtsgestaltung überhaupt wieder zum Schulbesuch zu motivieren sowie berufspraktische Fertigkeiten zu vermitteln. Das Ablegen eines formalen Schulabschlusses bleibt in diesen Projekten zunächst sekundäres Ziel.

An Jugendliche, die die Schulen besuchen, aber in ihren Leistungen durch persönliche und familiäre Probleme beeinträchtigt werden, wendet sich der Einsatz von Sozialarbeitern und -pädagogen in der Schule. Mit ihrer Arbeit an Schulen mit einem hohen Schüleranteil aus problembelasteten Familien wird versucht, das Lehrpersonal zu unterstützen und seine Belastung mit Schülerproblemen außerschulischen Ursprungs zu verringern.

Des Weiteren richten sich Maßnahmen direkt auf Schüler mit unterdurchschnittlichen Leistungen, indem z. B. Klassen mit niedrigem Leistungsdurchschnitt zwei Lehrer zugeordnet oder Angebote an vertiefenden Unterrichtsstunden und/oder Nachhilfe ausgeweitet werden.

Daneben verspricht man sich in der Bildungspolitik von zielgruppenunabhängigen Maßnahmen - wie z.B. von einer Verjüngung des Lehrpersonals oder der Verringerung der Klassenstärken - indirekte positive Effekte auf das Leistungsniveau der Schulabgänger.

Spezieller bildungspolitischer Handlungsbedarf besteht in Schulbezirken, die einen dauerhaft überdurch-schnittlichen Anteil männlicher Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss aufweisen. Hier sind eine verstärkte Aufmerksamkeit der Bildungspolitiker und vertiefte Ursachenforschung notwendig, damit nicht unter der Hand regionale Inseln bildungsresistenter Personen entstehen, deren Milieu die Weitergabe („Vererbung“) von Bildungsdefiziten an den Nachwuchs begünstigt.17

Einen anderen politischen Ansatzpunkt bietet der Umstand, dass das Versäumen eines Schulabschlusses kein unabänderliches Merkmal darstellen muss. Schätzungen gehen davon aus, dass in den alten Ländern ca. ein Drittel der Betroffenen den Hauptschulabschluss im Rahmen von Volkshochschulkursen, Berufsschulen, Abendschulen und verschiedenen Förderprogrammen für Jugendliche mit Arbeitsmarktproblemen in einer späteren Lebensphase nachholt.18 Diese Angebote scheinen umso eher ergriffen zu werden, je direkter ein Bezug zu verbesserten Arbeitsmarktchancen hergestellt wird.

Der Anteil von ein Drittel könnte sicher noch zunehmen, wenn entsprechende Angebote ausgeweitet würden. So ist der Umfang der zwischen 1991 und 1997 an ostdeutschen Volkshochschulen nachgeholten Hauptschulabschlüsse (38 570 in West-, 1 470 in Ostdeutschland)19 ein Hinweis darauf, dass mit der Verstärkung des entsprechenden Angebots der ostdeutschen Organisationen der Erwachsenenbildung Aufholmöglichkeiten gegeben wären. Um entsprechende Maßnahmen präziser steuern zu können, müsste man sich allerdings noch einen besseren Überblick darüber verschaffen, in welchem Ausmaß die bisherigen Maßnahmenangebote außerhalb von Volkshochschulen in Anspruch genommen werden.

4 Ausblick

In der bisherigen Diskussion wurden eine Reihe potenzieller Einflussfaktoren auf individueller (soziale Herkunft, Geschlecht), schulischer (Schulsystem, Lehrer- Schüler-Relation, Bildungsausgaben) und ökonomischer Ebene (Arbeitslosigkeit, Chancenstrukturen auf dem Arbeitsmarkt) angesprochen. Eine systematische Überprüfung dieser Faktoren steht aber noch aus, so dass man derzeit noch zu wenig über die Ursachen und Motive weiß, warum eine wachsende Zahl von Jugendlichen die Schule ohne Abschluss verlässt.

Auf der Ebene des Individuums stellt sich Bildung als eine zentrale Dimension für den Lebensweg dar; sie prägt die weiteren Einkommens- und Berufschancen im Lebensverlauf maßgeblich mit. Schulabschlüsse sind eine wichtige Voraussetzung für die Berufsausbildung und diese wiederum für den Eintritt in den Arbeitsmarkt. Personen mit unzureichender schulischer Bildung haben ein geringeres Arbeitseinkommen als diejenigen mit Schulabschluss und beziehen überdurchschnittlich häufig Sozialhilfe.

Den am niedrigsten Qualifizierten sollte auch noch aus einem weiteren Grund Beachtung geschenkt werden: Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und sozialer Zukunft, und Bildungsdefizite weisen - trotz aller Bemühungen um Chancengleichheit im Zuge der Bildungsexpansion - eine hohe „Vererbbarkeit“ auf. Der Mangel an Bildung wirkt sich auf die Teilnahme an der Gesellschaft im weitesten Sinne negativ aus, betrifft die politische Teilhabe genauso wie die kulturelle oder auch die notwendige Flexibilität für ein lebenslanges Weiterlernen. Aus diesen Gründen sollten die Bildungspolitiker großen Wert darauf legen, die Zahl der niedrig Gebildeten so gering wie möglich zu halten.

Footnotes

1

Riedel, J., et al.: Wirtschaftsförderung im Transformationsprozess. Die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” in Thüringen. — Dresden 1999, S. 110. = ifo dresden Studien 21

2

Kramer, C: Jugendliche ohne allgemeinbildenden Schulabschluss in Europa. Regionale Disparitäten eines tabuisierten Problems. In: Europa Regional 6 (1998), S. 15

3

Dazu gehören Waldorfschulen und Schularten mit mehreren Bildungsgiingen wie Gesamtschulen.

4

1997 gab es in den neuen Ländern ohne Berlin erst 150 auslandische Schulentlassene ohne Hauptschulabschluss (mit Berlin 1535), wahrend ihre Zahl in den alten Landern 15315 betrug.

5

Im Rahmen des westdeutschen Institutionentransfers erfolgte die Übernahme des Schulsystems im Schuljahr 1991, in Sachsen erst 1992.

6

Vgl. Becker, R.: Dynamik rationaler Bildungsentscheidungen im Familien- und Haushaltskontext. In: Z. f. Familienforsch. 10 (1998) H. 3, S. 16 f.

7

Der Wert för Pearson’s R zwischen beiden Variablen betragt -0,285 und ist nicht signifikant.

8

Zur Heterogenität der Schulsysteme der Bundesländer vgl. Below, S. v.: Bildungschancen von Jugendlichen in Ost- und Westdeutschland. In: Sozialstrukturanalysen mit dem Mikrozensus. Hrsg.: P. Lüttinger. — Mannheim 1999. = ZUMA-Nachrichten Spezial. Bd. 6, S. 275–277

9

Kempe, W.: Bildungsstruktur der Ost-West-Migration: Humankapitalverlust Ostdeutschlands gestoppt. In: Wirtsch. i. Wandel 5 (1999) H. 15, S. 20

10

Vgl. Becker, R.; Nietfeld, M.: Arbeitslosigkeit und Bildungschancen von Kindern im Transformationsprozess. Eine empirische Studie über die Auswirkungen sozio-ökonomischer Deprivation auf intergenerationale Bildungsvererbung. In: Kölner Z. f. Soziologie und Sozialpsychologie 51 (1999), S. 55–79

a

Werte bezogen auf Kreise

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11

Vgl. Pressemitteilung „Mehr Auszubildende mit Abitur“ des Statistischen Bundesamtes vom 12. Juli 1999 (12)

12

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Jugendliche ohne Berufsausbildung. — Bonn 1999, S. 41

13

Ebd. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Jugendliche ohne Berufsausbildung. — Bonn 1999, S. 54 f.

14

Ebd. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Jugendliche ohne Berufsausbildung. — Bonn 1999, S. 25

15

Ebd. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Jugendliche ohne Berufsausbildung. — Bonn 1999, S. 44, 64

16

Vgl. Allmendinger, J.; Hinz, T.: Bildung. In: Bericht der Staatsregierung zur sozialen Lage in Bayern. Anhang: Material- und Analyseband zur sozialen Lage in Bayern 1998. — München 1998, S. 258 f.

17

Vgl. dazu Weiss, W.; Hilbig, A.: Selektivität von Migrationsprozessen am Beispiel Mecklenburg-Vorpommern. In: Inform. z. Raumentwicklung (1998) H. 11/12, S. 796

18

Vgl. Henz, U.: Der nachgeholte Erwerb allgemeinbildender Schulabschlüsse. In: Kölner Z. f. Soziologie und Sozialpsychologie 49 (1997), S. 223–241

19

Laut der Statistik des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung

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    Anteil der west- und ostdeutschen Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss an den Schulabgängern der Jahre 1991-1997 (ohne Ausländer)

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    Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss 1997 in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg nach Kreisen

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